Neuer Glanz für Hl. Franz
In der Annakirche werden bis
Sommer 2004 Altäre und Deckenfresken um rund 1,8 Millionen Euro
restauriert.
WIEN (red.). In den kommenden Monaten wird das Innere der
Annakirche total restauriert: Bereits im Sommer nächsten Jahres sollen
dann die Altäre und Deckenfresken der Ordenskirche der Oblaten des
Heiligen Franz von Sales in neuem Glanz erstrahlen, heißt es in einer
Kathpress-Aussendung. Die Renovierung des Barockjuwels im Herzen Wiens
wird rund 1,8 Millionen Euro kosten. Ein Drittel davon steuert die Stadt
Wien bei, 200.000 Euro das Bundesdenkmalamt. Rund eine Million Euro der
Restaurierungskosten versucht der Orden über einen Förderverein, der nun
gegründet wird, aufzubringen.
1518 wurde die erste Kirche in der
Annagasse eingeweiht. 1573 wurde sie von den Jesuiten übernommen. Im 17.
Jahrhundert erfolgte der Anbau des Turmes und die Barockisierung der
Kirche. 1747 brannten Turm und Dach nach einem Blitzschlag ab. Nach der
Renovierung schuf der berühmte Barockmaler Daniel Gran ("Le Grand") die
Deckenfresken. 1897 übernahmen die Oblaten des Heiligen Franz von Sales
die Seelsorge der Annakirche.
© Die Presse | Wien
Leserbriefe:
| Interessant, was die "Initiative Altar"
im ersten Brief berichtet. Auch wenn die Diktion vielleicht ein
bisschen sehr emphatisch ist, die Substanz ist völlig richtig. Es
ist wirklich schlimm, in welchem Ausmaß die kirchlichen
Altachtundsechziger um viel Kirchensteuergeld ihre ideologischen
Marotten in Denkmäler ihrer Vorgestrigkeit umgießen lassen. Die
Annakirche ist nach dem - in der kath.press Meldung schamhaft
verschwiegenen - Einbau eines unnötigen Volksaltares stark
verschandelt. Irgendein Steinmetzbetrieb hat sich daran
wahrscheinlich goldene Nasen verdient.
|
| Ich freue mich über die drei
Stellungnahmen unter mir, die ausgezeichnet meine eigene Auffassung
von den Dingen wiederspiegeln. Zum ersten Mal überhaupt auf den
Presse Online Forum lassen mich Stellungnahmen von "Vorredern" weder
kalt noch veranlassen sie mich zur Widerrede (Korrektur, Ergänzung
etc.)!
|
| Unsere Kirchenführer verfügen über zu
viele Geldmittel. Jedem wirklichen Katholiken müßte das Herz weh
tun, wenn er sieht, was mit den Kirchensteuereinnahmen passiert,
angefangen vom aufgeblassenen Verwaltungsapparat bis zu
milliardenteuren Kirchenumbauten aus rein IDEOLOGISCHEN Gründen,
denn wem geht schon der Volkstisch ab. In Italien, den USA etc. gibt
es weit bessere Systeme, wie die Kirche zu ihrem Geld kommt, nämlich
durch freiwillige Spenden. Und die Gläubigen unterstützen nur diese,
die sie auch befürworten können.
|
| Die Blütezeit der Blender hat seinen
Höhepunkt überschritten, so hoffen wir. Denn nach vielen Jahren wird
erstmals wieder das Liturgiekonzept des zweiten Vatikanums
hinterfragt . Dabei kommen seltsame Umstände zum Vorschein, die
Berater und Gestalter der Neuerungen waren sechs Protestanten und
ein Freimaurer. Ja ist das ein Zufall, daß der
Protestantisierungswille in Neusprech Ökumenismus so
vorangeschritten ist? Die Maske ist ab.
|
| Der wahre Glanz einer Kirche ist die
darin gelebte Frömmigkeit in entsprechender Harmonie mit dem darauf
ausgerichteten Kirchenraum. Der Kunsthistoriker W. Bandion konnte
noch bezüglich der Annakirche in seinem Standardwerk über Wiens
Kirchen von der „so wunderbar wirkenden einheitlichen Gestaltung des
Kirchenraumes in den Formen des späten Barock“ schwärmen. Damit ist
seit April 2003 ohnehin Schluß. Ihr Bericht verschweigt, dass der
Altarraum bereits umgebaut und ein grober 3,5 Tonnen schwerer
Granitblock als Volksaltar aufgestellt wurde. Zahlreiche
Unterschriften und Protestschreiben der Kirchengemeinde nützten
nichts. Der Orden, der Bischof und die Diözesankonservatorin ließen
sich nicht rühren. Die geistlichen Folgen waren wie nach einem
Bombenangriff. Der Meßbesuch brach ebenso wie der durchgehende
Beichtbetrieb völlig ein. Die dynamisch nach vorne und oben
gerichtete Raumwirkung lud wie nirgends sonst zur Anbetung ein. Die
Gläubigen haben sich nach der Zerbrechung des Raumes verlaufen. Das
Ausmaß und die rücksichtslose Art des Vorgehens sind in Wien
beispiellos. Der Orden wird Mühe haben, entsprechende Gelder für die
Renovierung von den wenigen verbliebenen Gläubigen zu bekommen. Was
in den Umbau und den Volksaltar gesteckt wurde, wird bitter fehlen.
Der äußere Glanz der Fresken wird am Einbruch des religiösen Lebens
nichts ändern. Der Hl. Franz war ein Meister der Unterscheidung der
Geister. Der äußere Glanz der Fresken kann die schlechten
geistlichen Früchte nicht verdecken. Er wird sich darüber wohl kaum
freuen können.
Für die Initiative Altar: Dr. Peter Freiler, Mag. Dr. Rupert
Klötzl |
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