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02.09.2003 - Chronik Österreich

Neuer Glanz für Hl. Franz

In der Annakirche werden bis Sommer 2004 Altäre und Deckenfresken um rund 1,8 Millionen Euro restauriert.

WIEN (red.). In den kommenden Monaten wird das Innere der Annakirche total restauriert: Bereits im Sommer nächsten Jahres sollen dann die Altäre und Deckenfresken der Ordenskirche der Oblaten des Heiligen Franz von Sales in neuem Glanz erstrahlen, heißt es in einer Kathpress-Aussendung. Die Renovierung des Barockjuwels im Herzen Wiens wird rund 1,8 Millionen Euro kosten. Ein Drittel davon steuert die Stadt Wien bei, 200.000 Euro das Bundesdenkmalamt. Rund eine Million Euro der Restaurierungskosten versucht der Orden über einen Förderverein, der nun gegründet wird, aufzubringen.

1518 wurde die erste Kirche in der Annagasse eingeweiht. 1573 wurde sie von den Jesuiten übernommen. Im 17. Jahrhundert erfolgte der Anbau des Turmes und die Barockisierung der Kirche. 1747 brannten Turm und Dach nach einem Blitzschlag ab. Nach der Renovierung schuf der berühmte Barockmaler Daniel Gran ("Le Grand") die Deckenfresken. 1897 übernahmen die Oblaten des Heiligen Franz von Sales die Seelsorge der Annakirche.

© Die Presse | Wien

Leserbriefe:

Josef Sternberg, 06.09.2003 , 19:14 Uhr
Interessant, was die "Initiative Altar" im ersten Brief berichtet. Auch wenn die Diktion vielleicht ein bisschen sehr emphatisch ist, die Substanz ist völlig richtig. Es ist wirklich schlimm, in welchem Ausmaß die kirchlichen Altachtundsechziger um viel Kirchensteuergeld ihre ideologischen Marotten in Denkmäler ihrer Vorgestrigkeit umgießen lassen. Die Annakirche ist nach dem - in der kath.press Meldung schamhaft verschwiegenen - Einbau eines unnötigen Volksaltares stark verschandelt. Irgendein Steinmetzbetrieb hat sich daran wahrscheinlich goldene Nasen verdient.
Alfred Ott, 03.09.2003 , 15:50 Uhr
Ich freue mich über die drei Stellungnahmen unter mir, die ausgezeichnet meine eigene Auffassung von den Dingen wiederspiegeln. Zum ersten Mal überhaupt auf den Presse Online Forum lassen mich Stellungnahmen von "Vorredern" weder kalt noch veranlassen sie mich zur Widerrede (Korrektur, Ergänzung etc.)!
Kirchenfürsten schwimmen im Geld, 02.09.2003 , 17:16 Uhr
Unsere Kirchenführer verfügen über zu viele Geldmittel. Jedem wirklichen Katholiken müßte das Herz weh tun, wenn er sieht, was mit den Kirchensteuereinnahmen passiert, angefangen vom aufgeblassenen Verwaltungsapparat bis zu milliardenteuren Kirchenumbauten aus rein IDEOLOGISCHEN Gründen, denn wem geht schon der Volkstisch ab. In Italien, den USA etc. gibt es weit bessere Systeme, wie die Kirche zu ihrem Geld kommt, nämlich durch freiwillige Spenden. Und die Gläubigen unterstützen nur diese, die sie auch befürworten können.
Safra, 02.09.2003 , 12:27 Uhr
Die Blütezeit der Blender hat seinen Höhepunkt überschritten, so hoffen wir. Denn nach vielen Jahren wird erstmals wieder das Liturgiekonzept des zweiten Vatikanums hinterfragt . Dabei kommen seltsame Umstände zum Vorschein, die Berater und Gestalter der Neuerungen waren sechs Protestanten und ein Freimaurer. Ja ist das ein Zufall, daß der Protestantisierungswille in Neusprech Ökumenismus so vorangeschritten ist? Die Maske ist ab.
Zweifelhafter Glanz, 02.09.2003 , 11:36 Uhr
Der wahre Glanz einer Kirche ist die darin gelebte Frömmigkeit in entsprechender Harmonie mit dem darauf ausgerichteten Kirchenraum. Der Kunsthistoriker W. Bandion konnte noch bezüglich der Annakirche in seinem Standardwerk über Wiens Kirchen von der „so wunderbar wirkenden einheitlichen Gestaltung des Kirchenraumes in den Formen des späten Barock“ schwärmen. Damit ist seit April 2003 ohnehin Schluß. Ihr Bericht verschweigt, dass der Altarraum bereits umgebaut und ein grober 3,5 Tonnen schwerer Granitblock als Volksaltar aufgestellt wurde. Zahlreiche Unterschriften und Protestschreiben der Kirchengemeinde nützten nichts. Der Orden, der Bischof und die Diözesankonservatorin ließen sich nicht rühren. Die geistlichen Folgen waren wie nach einem Bombenangriff. Der Meßbesuch brach ebenso wie der durchgehende Beichtbetrieb völlig ein. Die dynamisch nach vorne und oben gerichtete Raumwirkung lud wie nirgends sonst zur Anbetung ein. Die Gläubigen haben sich nach der Zerbrechung des Raumes verlaufen. Das Ausmaß und die rücksichtslose Art des Vorgehens sind in Wien beispiellos. Der Orden wird Mühe haben, entsprechende Gelder für die Renovierung von den wenigen verbliebenen Gläubigen zu bekommen. Was in den Umbau und den Volksaltar gesteckt wurde, wird bitter fehlen. Der äußere Glanz der Fresken wird am Einbruch des religiösen Lebens nichts ändern. Der Hl. Franz war ein Meister der Unterscheidung der Geister. Der äußere Glanz der Fresken kann die schlechten geistlichen Früchte nicht verdecken. Er wird sich darüber wohl kaum freuen können.

Für die Initiative Altar: Dr. Peter Freiler, Mag. Dr. Rupert Klötzl

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