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Berichte

Pfarrkirche Hietzing Mariä-Geburt, Wien 13

Kirche St. Anna - Wien, Innere Stadt

Rottenburg-Stuttgart

Neuauflage des Standardwerkes von K. Gamber
"Zum Herrn hin"

Jesuitenkirche in Innsbruck wird erneuert

Information aus Rom

Pfarrkirche Hietzing Mariä - Geburt Wien 13

Die Umbauarbeiten  in der Hietzinger Pfarrkirche haben begonnen!

Inzwischen sind ein Teil der Kirchenbänke - hoffentlich zur Restaurierung - weggebracht. Der Volksaltar wurde neuerlich in Richtung Kirchenraum vorgezogen, wo er etwa in der neuen Konzeption stehen soll. Wie ersichtlich wurden an beiden Seiten Sesselreihen aufgestellt. Damit ist schon jetzt deutlich sichtbar, daß in die barocke Raumkonzeption mit ihrer Orientierung auf den Hochaltar hin eingegriffen wird: der neue Volksaltar und die seitlich davon gruppierten Sessel werden als ein zweites Zentrum und Gegenkonzept eingebaut. Wie üblich, wird auch hier die Innenrenovierung mit dem Umbau zwingend verknüpft. Die Außenarchitektur ist spätgotisch (15. Jh.), das Innere ist einheitlich frühbarock (1688-90). Der Grundriss ist stark längsorientiert mit einem eher schmalen Hauptschiff, dessen vorderer Teil den Altarraum bildet, daran sind zwei Seitenschiffe angesetzt, die auf der Höhe des alten Altarraumes bereits enden.

 Die Kirche ist zur Umgestaltung in einen Versammlungsraum, in dem man sich "rund um den Altar schart", baulich ziemlich ungeeignet. In den 1950er-Jahren wurde die Kanzel abgetragen, in den 1970er-Jahren wurde bereits einmal liturgisch umgestaltet: Das Kommuniongitter kam weg, im vordersten Teil des sehr tiefen Altarraumes wurde ein Volksaltar aufgestellt, der stilistisch der barocken Umgebung nachempfunden ist. Die Bänke im Altarraum wurden um 90º gedreht. Das genügt den Liturgikern von heute auch nicht mehr. Anfang 1998 wurden die beiden Tabernakel der Seitenaltäre ohne denkmalbehördliche Bewilligung entfernt, über Intervention des Denkmalamtes wurden die "Narben" nachträglich wenigstens mit einer stilangepassten Steinplatte verschlossen. 


Innenansicht Juni 2003



Sperre der Kirche bis September 2003

 

Bestand

Variante 1

Die Umorientierung des Innenraumes durch Einbau des Volksaltares nach Entfernung der vorderen Bankreihen ist leicht erkenntlich.

Variante 2

Altarumbau  St. Anna - Wien, 1. Bezirk (Innere Stadt)

Presseartikel "Neuer Glanz für Hl. Franz" vom 2.9.2003 zur Renovierung des Deckenfreskos

Spätbarocke Kirche, deren Inneres im Jahre 1747 in der heutigen Form fertiggestellt wurde. Noch 1988 konnte der Wiener Kunsthistoriker Wolfgang Bandion in seinem Standardwerk über Wiens Kirchen von der "so wunderbar wirkenden einheitlichen Gestaltung des Kirchenraumes in den Formen des späten Barock" schwärmen (Steinerne Zeugen des Glaubens. Die heiligen Stätten der Stadt Wien, S. 73). Bis zum Herbst 2000 gab es in der Annakirche überhaupt keinen Volksaltar, das Kommuniongitter war unangetastet in Funktion. Mit der "wunderbaren Einheitlichkeit" ist es inzwischen gründlich vorbei. Am Sonntag den 3. September 2000 wurde der alte Kirchenrektor, der diese Verhältnisse viele Jahre lang fortgeführt hatte, von seinem Orden abgesetzt und an seine Stelle ein "Neuerer" gestellt, der noch am Tag seines Amtsantrittes einen provisorischen Volksaltar aufstellen ließ und sogleich eine bauliche Altarraumumgestaltung einleitete.

Am 11. April 2003 um 18 Uhr wurde der neue Volksaltar in St. Anna von Bischof Laun geweiht. Ein grauer Granitblock, oben hochglanzpoliert, dazu ein Ambo in selber Art. Das Kommuniongitter wurde hinter den neuen Altar gesetzt und ist damit nicht mehr zum Kommunionempfang benützbar.

 Die Altarweihe wurde kurzfristig angesetzt und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: kein Anschlag im Schaukasten, nur ein einziger Zettel im Kircheninneren, der nicht einmal sagt, wer der Konsekrant ist. Nach den Protesten (Flugblätter, Unterschriftenlisten, Interventionen bei Eb. Schönborn) ist die Angst vor Protesten offensichtlich, so erfuhr es der Rest der verbliebenen Gemeinde nur mündlich. Ein großer Teil der ehemaligen St. Anna-Gemeinde ist inzwischen abgewandert, Ministranten haben im Protest ihren Dienst quittiert, die Anzahl der Messen wurde reduziert, die Beichtzeiten ebenfalls. St. Anna war in Wien die einzige zentral gelegene Kirche ohne Volksaltar, in der traditionsorientierter, aber nicht traditionalistischer Katholizismus gepflegt wurde, eine weitherum geschätzte Oase von eucharistischer Frömmigkeit. Diese wurde mutwillig zerstört. Die Härte des Vorgehens war erschütternd. P. Pausackl und P. Wolfschläger, die langjährigen Seelsorger und Beichtpriester, mußten die Zerstörung der Kirche nicht mehr erleben.

Es wird sehr viel von der Vielfalt der Formen geredet. Die Praxis der Kirche schaut anders aus. Man offensichtlich will all denen, die zur Feier der Hl. Messe am Hochaltar einen Bezug haben, dies überall unmöglich machen.

Rottenburg - Stuttgart (Deutschland)

Der Rottenburger Dom ist am 6. April 2003 nach einer höchst modernistischen  "Renovierung" wieder der "Öffentlichkeit" zugänglich gemacht worden.
Der Altar ist mit der jetzigen "Neugestaltung" nach vorn "zur Gemeinde im Kirchenschiff" gerückt worden. Eine "Altarinsel" in schwarzem Granit machte die ästhetisch und theologisch höchst fragwürdige Geldverschwendung nicht schöner....
Einen "katholischen" Flair hat es jetzt nicht mehr. Es ist - wie es der Kunsthistoriker sagt - "neukatholisch". Zwei Positive Dinge seien vermerkt: Der Marienaltar im nördlichen Seitenschiff, der an die Marienweihe der Diözese
von 1943 durch Bischof Johannes Baptista Sproll erinnert, wurde erhalten und neue Reliquien des Heiligen Martin von Tours wurden in die Kathedrale übertragen. Insgesamt hat die "Renovierung" mehr als 3,5 Millionen
EURO gekostet. (Kirchliche Umschau N.4/6Jg. April 2003 S. 8)

Neuauflage Klaus Gamber  "Zum Herrn hin"

"Im Düsseldorfer VDM-Verlag ist eine wichtige liturgiewissenschaftliche Abhandlung wieder aufgelegt worden. Der renommierte und leider zu früh verstorbene Liturgiewissenschaftler Klaus Gamber geht in seinem theologisch dichten opusculum "Zum Herrn hin! - Fragen um das Gebet nach Osten" auf die authentische Zelebrationsrichtung der Heiligen Messe ein. In der vom II. Vatikanischen Konzil vor vierzig Jahren erlassenen Liturgiekonstitution wird man vergeblich nach einer Vorschrift suchen, wonach die Hl. Messe zum Volk hin gefeiert werden muß. Die Behauptung, damit zum Brauch der frühen Kirche zurückzukehren, wird von Gamber als Ideologie entlarvt und als wissenschaftlich unhaltbar. Wenn der Mahltisch sich bis in die letzte Missionsstation oder das abgelegenste Alpendorf findet, ist dies ein Zeichen für ein dahinterstehendes und global forciertes Konzept eines neuen Eucharistieverständnisses, das am deutlichsten an der neuen Stellung des Priesters am Altar zu Tage tritt." (aus Kirchliche Umschau Nr. 4/6.Jg. April 2003, Seite 1)

Klaus Gamber, Zum Herrn hin!
Fragen um Kirchenbau und Gebet nach Osten

VDM Ver1ag 2003
ISBN 3-936755-12-4 Preis: 13,80 Euro.

 

Die Jesuitenkirche in Innsbruck ist seit Osterdienstag  2003 für voraussichtlich ein Jahr geschlossen.
(in: Der 13., Mai 2003, Seite 20)

Der Innenraum wird saniert und liturgisch neu gestaltet. Eine wesentliche Veränderung erfährt der Kirchenraum durch den Einbau eines barocken Hochaltars. Der ursprüngliche barocke Hochaltar wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört. Er wird anhand von Plänen und Bildern nachgebaut.

Eine zweite große Veränderung betrifft den Volksaltar. Für ihn wird ein neues, höheres Podium errichtet. Das Podium wird sich nicht mehr - wie seit 1969 - direkt unter der Kuppel befinden. Vielmehr wird es in Richtung Hochaltar versetzt und künftig Presbyterium und Vierung verbinden. Weiters wird die Krypta künftig vom Haupteingang zugänglich sein. Dazu wird ein bereits bestehender Tunnel verlängert. Die Wände bekommen einen neuen, weißen Anstrich, die Stuckaturen werden restauriert; auch eine neue Heizung wird installiert. Die technische Ausstattung wird erneuert, um den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen - zum Beispiel dem Osterfestival- gerecht zu werden.

Als Eigentümer der Kirche übernimmt der Bund den größten Teil der Finanzierung. Der Jesuitenorden, der die Kirche verwaltet, startet eine Spendenaktion. "Wir brauchen Spenden in der Höhe von 150.000 Euro," sagt Rektor P. Anton Aigner SJ. Die Spenden seien steuerlich absetzbar.

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