Die Rotbauch Spitzkopfschildkröte - Emydura subglobosa (Krefft, 1876)
Allgemeines

Systematik

Beschreibung

Verbreitung

Habitat

Lebensweise

Gefährdung

Schutzmaßnahmen

Haltung

Ernährung

Verhalten

Nachzucht

Literaturhinweise

 

Allgemeines

E_subg_w3.jpg (51729 Byte).

Systematik

Familie: Testudines

Pleurodira

 

Beschreibung

E_subg_w2.jpg (60855 Byte)Der braune oder graue Carapax ist hinten breiter als vorne. Er ist bei erwachsenen Tieren etwas gewölbt jedoch stets ohne Kiel, wobei Jungtiere diesen noch deutlich ausgebildet haben. Das Nackenschild ist vorhanden und gut ausgeprägt. Die Wirbelschilder sind breiter als lang. Die hinteren Randschilder bilden einen glatten Rand. Auf der Unterseite sind die Randschilder rot gefärbt. Das Plastron ist schmal und hinten gekerbt. Es ist gelb und besitzt seitlich einen breiten Streifen rötlicher Pigmente. das Intergularschild ist länger als breit. Der Kopf ist oliv gefärbt. Von der Schnauzenspitze über das Auge bis zum Trommelfell zieht ein gelber Streifen. Auf dem Unterkiefer kann ebenfalls ein gelber Streifen vorhanden sein. Entlang des Unterkiefers zum Hals zieht ein unterbrochener roter Streifen. Am Kinn befinden sich zwei gelbe Barteln. Die Halsoberseite ist dunkelgrau, die Unterseite heller grau gefärbt mit rötlichen Streifen. Gliedmaßen und Schwanz sind auf der Oberseite grau, auf der Unterseite weiß mit roten Streifen. Auf der Oberseite der Vorder- und Hinterbeine findet man eine Reihe schmaler horizontaler Schuppen.
Rogner (1996) beschreibt bei den Jungtieren sehr viele rote Pigmente, die im Alter zu einem rosa verblassen. Bei meinen Tieren ist es gerade umgekehrt: Die Jungtiere besitzen einen eher blassen orange-rosa Ton und die Alttiere ein leuchtendes Rot (besonders das Männchen).
Die Männchen besitzen einen längeren Schwanz mit dicker Schwanzwurzel und die Kloakenöffnung befindet sich weiter hinten. Die Analkerbe ist schmäler als bei den Weibchen. Weiters bleiben die Männchen um einiges kleiner. 

Verbreitung

Emydura subglobosa kommt in Australien im äußersten Norden der Halbinsel Cape York (Queensland) vor. Dort ist aber derzeit nur ein einiger Fundort bekannt, der ihr den in Australien verwendeten Namen "Jardin River Turtle" gab. Vor allem aber ist sie in Papa Neuguinea beheimatet. Aufgrund von Ausfuhrverboten und der geringen Anzahl der australischen Tiere ist anzunehmen, dass die bei uns gehaltenen Tiere aus Papa Neuguinea stammen..

Habitat

Große Flüsse der tropischen Monsun-Regenwaldgebiete und angrenzenden Savannen, aber auch Gewässer in deren Randbereichen.

Lebensweise

Die Tiere leben fast ausschließlich im Wasser und suchen nur selten das Land auf.

Gefährdung

Keine Angaben

Schutzmaßnahmen

Emydura subglobosa ist derzeit nicht WA-Artenschutzabkommen aufgelistet. Derzeit sind keine Schutzprojekte bekannt.
In Australien ist ein Export von heimischen Tierarten generell verboten.

Haltung

Wir halten unsere Tiere ausschließlich im Terrarium. Die Wasser und Lufttemperatur beträgt um die 25°C das ganze Jahr über. Die Beleuchtung erfolgt über eine Neonröhre mit 30 Watt und einem 10 Watt Spotstrahler über dem Landteil. Der Landteil besteht aus eingeklebtem Glas gefüllt mit einer Sand - Seramis™ Mischung. Der Zugang zum Landteil erfolgt über eine Korkplatte.

Ernährung

Die Ernährung von Emydura subglobosa besteht aus tierischer und pflanzlicher Kost. Sowohl die Alt- als auch die Jungtiere werden bei mir mit Schildkrötenfutterpudding gefüttert. Gelegentlich gibt es auch Pellets zur Abwechslung.

Verhalten

Die Schildkröten sind tagaktiv und nehmen in freier Wildbahn ausgiebige Sonnenbäder. Sie sind sehr gute und elegante Schwimmer, die die Nacht meist am Uferrand verbringen. In der Natur verzehren sie Wasserinsekten, Schnecken und andere Tiere, aber auch Wasserpflanzen. Im Terrarium verlassen sie nur selten das Wasser, meist nur die Weibchen zur Eiablage.

Nachzucht

E_subg_j2.jpg (28146 Byte)Bereits ein bis zwei Wochen vor der eigentlichen Eiablage suchte das Weibchen mehrmals täglich den Landteil auf und legte teilweise auch Probegruben an. Ich vermutete, dass Seramis™ ihr nicht als Substrat zusagte und so bot ich ihr den halben Landteil nun mit Vogelsand an. Am 16.5.00 um 17 Uhr konnten wir das Weibchen wieder am Landteil bei Grabungen beobachten. Diesmal dauerte ihr Landaufenthalt entschieden länger (ca. 20 min.). Nachdem sie wieder ins Wasser geglitten war, wurde sogleich das Substrat untersucht und siehe da, unter einer ca. 2 cm dicken Schicht fanden wir schon die ersten Eier. Es waren dann in Summe 9 Stück. Diese wurden an der Oberseite markiert, die geraden Nummern in Seramis™ und die ungeraden Nummern in Vermiculite™ zu 2/3 eingegraben. Die Substrate wurden 1:1 mit Wassser befeuchtet. Die Eier von E. subglobosa sind hartschalig und länglich. Rudloff gibt die Inkubationsdauer bei 26°C – 30°C und ca. 95% relativer Luftfeuchte mit 56 Tagen an (1990).

Die Eier meiner Tiere hatten folgende Maße:

Nummer

Länge (mm)

Breite (mm)

Gewicht (g)

1

33

19

8

2

34

19

7

3

35

19

8

4

35

19

8

5

35

19,5

9

6

36

20

9

7

35

19

7

8

35

19

8

9

38

19

8

Die Eier wurden in einen selbst gebauten Inkubator nach Budde untergebracht. Wobei dieser "Inkubator" gleichzeitig als Aufzuchtbecken für die Jungtiere dient. Die Temperatur betrug 28 °C (+/- 0,5 °C). 90% Luftfeuchtigkeit.

Die Eier bildeten bereits nach einem Tag an der Oberseite einen weißlichen Fleck aus, der von Tag zu Tag größer wurde. hier die weiter Entwicklung:

Datum Tag Beschreibung
16.5.2000   Eiablage (5 Eier auf Seramis™, 4 auf Vermiculite™ )

28°C 

17.5 1 weißer Fleck an der Oberseite
28.5 12 Beim Durchleuchten wurde festgestellt, dass vermutlich alle Eier befruchtet sind - dunkler Punkt erkennbar.
15.6 30 gute Entwicklung der Eier beim Durchleuchten festgestellt.
30.6 45 2 Eier auf Seramis™ zeigen Schimmelbefall und scheinen abgestorben, auf Vermiculite™ sind vermutlich 3 befruchtet - die Schale ist teilweise spröde und weich.
4.7 49 Schlupf eines Tieres auf Vermiculite™
5.7 50 Schlupf weiterer drei Tiere (2 auf S. 1 auf V.)
6.7 51 Schlupf eines Tieres auf Vermiculite™

Es schlüpften aus 9 Eiern insgesamt 5 Jungtiere. Aus vier Eiern auf Sseramis™ schlüpften zwei Tiere; zwei starben durch Schimmelbefall ab. Aus fünf Eiern auf Vermiculite™ schlüpften drei Tiere; eines hatte sich nicht entwickelt, eines war tot aber voll entwickelt im Ei.

Aus dem Gelege (9 Eier) vom 5.7.2000 schlüpften 7 Jungtiere (ein Ei war nicht befruchtet, ein Tier wurde tot aufgefunden -es war geschlüpft, jedoch befand sich ein noch großer Dottersack im Ei - es war bereits mehrere Stunden tot.

Maße der Jungtiere

Die Tiere hatten nach dem Schlupf folgende Maße und Gewichte:

Länge (mm)

Breite (mm)

Höhe (mm)

Gewicht (g)

29 24 13 5
30 25 13 5
29 24 13 5
30 26 13 5
29 24 14 4

Aufzucht der Jungtiere

E_sub_j1.jpg (20506 Byte)Die Tiere werden nach dem Schlupf in eine Plastikwanne mit ca. 2-3cm Wasser. Nach Resorbieren des Dottersackes können sie in ein Aufzuchtbecken mit den Maßen 60cm x 40cm x 25 cm gegeben werden. Der Wasserstand wird langsam auf ca. 10cm erhöht. Im Becken befindet sich ein Landteil, der aus flachen Schieferplatten aufgebaut ist. Dieser wird jedoch von den Jungtieren vermutlich nicht benützt. Jedenfalls konnte ich noch nie ein Jungtier auf dem Landteil beobachten. Als Lichtquelle dient eine Leuchtstoffröhre mit 2 Watt. Das Becken wird mit einem Regelheizer beheizt. Die Tiere leben sehr zurückgezogen und verstecken sich unter den im Terrarium befindlichen Kunsstoffplanzen. Vermutlich sind sie auch dämmerungsaktiv.

Die Temperatur ist liegt bei 27-28 °C da in diesem Becken auch die Eier untergebracht sind.

Gefressen wird so wie bei den Alttieren hauptsächlich Schildkrötenfutterpudding in entsprechender Größe aber auch getrocknete Gamare und selten Pellets für Jungtiere.

Entwicklung dreier Jungtiere:

  Tier 1
Datum Länge (mm) Breite (mm) Höhe (mm) Gewicht (g)
12.5 37 35 17 9
1.6 39 36 18 9
17.6 40 37 18 11
24.6 41 38 18 11
17.7 44 41 19 13
9.10 48 45 20 17
         
  Tier 2
Datum Länge (mm) Breite (mm) Höhe (mm) Gewicht (g)
12.5 33 31 15 5
1.6 33 31 15 6
17.6 34 31 15 6
24.6 34 32 15 7
17.7 37 34 16 8
9.10 42 39 12 11
         
  Tier 3
Datum Länge (mm) Breite (mm) Höhe (mm) Gewicht (g)
12.5 33 30 16 6
1.6 35 32 16 9
17.6 37 34 16 9
24.6 39 35 17 9
17.7 43 40 18 13
9.10 50 46 21 20
         

 

Literaturhinweise

RUDLOFF, Hans-Werner (1990): Vermehrung von Terrarientieren Schildkröten, Urania Verlag, Leipzig: 130-132

HIGHFIELD, A. C. (1996): Practical Encyclopedia of Keeping & Breeding Tortoises & Freshwater Turles, Carapace Press, London, 

ROGNER, M. (1996): Schildkröten 2, Heidi Rogner-Verlag, Hürtgenwald: 192-194,197

 


Der Bericht wurde in erster Linie für uns selbst geschrieben und beruht auf eigenen Erfahrungen.

Stand : 07.05.04
© 1999 Ing. Andreas Budischek
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