|
Allgemeines
.
Systematik
Familie: Testudines
Pleurodira
Beschreibung
Der
braune oder graue Carapax ist hinten breiter als vorne. Er ist bei
erwachsenen Tieren etwas gewölbt jedoch stets ohne Kiel, wobei
Jungtiere diesen noch deutlich ausgebildet haben. Das Nackenschild ist
vorhanden und gut ausgeprägt. Die Wirbelschilder sind breiter als lang.
Die hinteren Randschilder bilden einen glatten Rand. Auf der Unterseite
sind die Randschilder rot gefärbt. Das Plastron ist schmal und hinten
gekerbt. Es ist gelb und besitzt seitlich einen breiten Streifen
rötlicher Pigmente. das Intergularschild ist länger als breit. Der
Kopf ist oliv gefärbt. Von der Schnauzenspitze über das Auge bis zum
Trommelfell zieht ein gelber Streifen. Auf dem Unterkiefer kann
ebenfalls ein gelber Streifen vorhanden sein. Entlang des Unterkiefers
zum Hals zieht ein unterbrochener roter Streifen. Am Kinn befinden sich
zwei gelbe Barteln. Die Halsoberseite ist dunkelgrau, die Unterseite
heller grau gefärbt mit rötlichen Streifen. Gliedmaßen und Schwanz
sind auf der Oberseite grau, auf der Unterseite weiß mit roten
Streifen. Auf der Oberseite der Vorder- und Hinterbeine findet man eine
Reihe schmaler horizontaler Schuppen.
Rogner (1996) beschreibt bei den Jungtieren sehr viele rote Pigmente,
die im Alter zu einem rosa verblassen. Bei meinen Tieren ist es gerade
umgekehrt: Die Jungtiere besitzen einen eher blassen orange-rosa Ton und
die Alttiere ein leuchtendes Rot (besonders das Männchen).
Die Männchen besitzen einen längeren Schwanz mit dicker Schwanzwurzel
und die Kloakenöffnung befindet sich weiter hinten. Die Analkerbe ist
schmäler als bei den Weibchen. Weiters bleiben die Männchen um einiges
kleiner.
Verbreitung
Emydura subglobosa kommt in Australien im
äußersten Norden der Halbinsel Cape York (Queensland) vor. Dort ist
aber derzeit nur ein einiger Fundort bekannt, der ihr den in Australien
verwendeten Namen "Jardin River Turtle" gab. Vor allem aber
ist sie in Papa Neuguinea beheimatet. Aufgrund von Ausfuhrverboten und
der geringen Anzahl der australischen Tiere ist anzunehmen, dass die bei
uns gehaltenen Tiere aus Papa Neuguinea stammen..
Habitat
Große Flüsse der tropischen Monsun-Regenwaldgebiete
und angrenzenden Savannen, aber auch Gewässer in deren Randbereichen.
Lebensweise
Die Tiere leben fast ausschließlich im Wasser und
suchen nur selten das Land auf.
Gefährdung
Keine Angaben
Schutzmaßnahmen
Emydura subglobosa ist derzeit nicht
WA-Artenschutzabkommen aufgelistet. Derzeit sind keine Schutzprojekte bekannt.
In Australien ist ein Export von heimischen Tierarten generell verboten.
Haltung
Wir halten unsere Tiere ausschließlich im Terrarium.
Die Wasser und Lufttemperatur beträgt um die 25°C das ganze Jahr
über. Die Beleuchtung erfolgt über eine Neonröhre mit 30 Watt und
einem 10 Watt Spotstrahler über dem Landteil. Der Landteil besteht
aus eingeklebtem Glas gefüllt mit einer Sand - Seramis™ Mischung. Der
Zugang zum Landteil erfolgt über eine Korkplatte.
Ernährung
Die Ernährung von Emydura subglobosa besteht aus
tierischer und pflanzlicher Kost. Sowohl die Alt- als auch die Jungtiere
werden bei mir mit Schildkrötenfutterpudding gefüttert. Gelegentlich
gibt es auch Pellets zur Abwechslung.
Verhalten
Die Schildkröten sind tagaktiv und nehmen in freier
Wildbahn ausgiebige Sonnenbäder. Sie sind sehr gute und elegante
Schwimmer, die die Nacht meist am Uferrand verbringen. In der Natur
verzehren sie Wasserinsekten, Schnecken und andere Tiere, aber auch
Wasserpflanzen. Im Terrarium verlassen sie nur selten das Wasser, meist
nur die Weibchen zur Eiablage.
Nachzucht
Bereits
ein bis zwei Wochen vor der eigentlichen Eiablage suchte das Weibchen
mehrmals täglich den Landteil auf und legte teilweise auch Probegruben
an. Ich vermutete, dass Seramis™ ihr nicht als Substrat zusagte und so
bot ich ihr den halben Landteil nun mit Vogelsand an. Am 16.5.00 um 17
Uhr konnten wir das Weibchen wieder am Landteil bei Grabungen
beobachten. Diesmal dauerte ihr Landaufenthalt entschieden länger (ca.
20 min.). Nachdem sie wieder ins Wasser geglitten war, wurde sogleich
das Substrat untersucht und siehe da, unter einer ca. 2 cm dicken
Schicht fanden wir schon die ersten Eier. Es waren dann in Summe 9
Stück. Diese wurden an der Oberseite markiert, die geraden Nummern in
Seramis™ und die ungeraden Nummern in Vermiculite™ zu 2/3 eingegraben.
Die Substrate wurden 1:1 mit Wassser befeuchtet. Die Eier von E.
subglobosa sind hartschalig und länglich. Rudloff gibt die Inkubationsdauer bei 26°C – 30°C
und ca. 95% relativer Luftfeuchte mit 56 Tagen an (1990).
Die Eier meiner Tiere hatten folgende Maße:
|
Nummer |
Länge (mm) |
Breite (mm) |
Gewicht (g) |
|
1 |
33 |
19 |
8 |
|
2 |
34 |
19 |
7 |
|
3 |
35 |
19 |
8 |
|
4 |
35 |
19 |
8 |
|
5 |
35 |
19,5 |
9 |
|
6 |
36 |
20 |
9 |
|
7 |
35 |
19 |
7 |
|
8 |
35 |
19 |
8 |
| 9 |
38 |
19 |
8 |
Die Eier wurden in einen selbst gebauten Inkubator
nach Budde untergebracht. Wobei dieser "Inkubator"
gleichzeitig als Aufzuchtbecken für die Jungtiere dient. Die Temperatur
betrug 28 °C (+/- 0,5 °C). 90% Luftfeuchtigkeit.
Die Eier bildeten bereits nach einem Tag an der
Oberseite einen weißlichen Fleck aus, der von Tag zu Tag größer
wurde. hier die weiter Entwicklung:
| Datum |
Tag |
Beschreibung |
| 16.5.2000 |
|
Eiablage (5 Eier auf Seramis™, 4 auf
Vermiculite™ )
28°C
|
| 17.5 |
1 |
weißer Fleck an der Oberseite |
| 28.5 |
12 |
Beim Durchleuchten wurde festgestellt,
dass vermutlich alle Eier befruchtet sind - dunkler Punkt erkennbar. |
| 15.6 |
30 |
gute Entwicklung der Eier beim
Durchleuchten festgestellt. |
| 30.6 |
45 |
2 Eier auf Seramis™ zeigen
Schimmelbefall und scheinen abgestorben, auf Vermiculite™ sind
vermutlich 3 befruchtet - die Schale ist teilweise spröde und weich. |
| 4.7 |
49 |
Schlupf eines Tieres auf Vermiculite™ |
| 5.7 |
50 |
Schlupf weiterer drei Tiere (2 auf S. 1
auf V.) |
| 6.7 |
51 |
Schlupf eines Tieres auf Vermiculite™ |
Es schlüpften aus 9 Eiern insgesamt 5 Jungtiere. Aus
vier Eiern auf Sseramis™ schlüpften zwei Tiere; zwei starben durch
Schimmelbefall ab. Aus fünf Eiern auf Vermiculite™ schlüpften drei
Tiere; eines hatte sich nicht entwickelt, eines war tot aber voll
entwickelt im Ei.
Aus dem Gelege (9 Eier) vom 5.7.2000 schlüpften 7
Jungtiere (ein Ei war nicht befruchtet, ein Tier wurde tot aufgefunden
-es war geschlüpft, jedoch befand sich ein noch großer Dottersack im
Ei - es war bereits mehrere Stunden tot.
Maße der Jungtiere
Die Tiere hatten nach dem Schlupf folgende Maße und
Gewichte:
|
Länge (mm) |
Breite (mm) |
Höhe (mm) |
Gewicht (g) |
| 29 |
24 |
13 |
5 |
| 30 |
25 |
13 |
5 |
| 29 |
24 |
13 |
5 |
| 30 |
26 |
13 |
5 |
| 29 |
24 |
14 |
4 |
Aufzucht der Jungtiere
Die
Tiere werden nach dem Schlupf in eine Plastikwanne mit ca. 2-3cm Wasser.
Nach Resorbieren des Dottersackes können sie in ein Aufzuchtbecken mit
den Maßen 60cm x 40cm x 25 cm gegeben werden. Der Wasserstand wird
langsam auf ca. 10cm erhöht. Im Becken befindet sich ein Landteil, der
aus flachen Schieferplatten aufgebaut ist. Dieser wird jedoch von den
Jungtieren vermutlich nicht benützt. Jedenfalls konnte ich noch nie ein Jungtier
auf dem Landteil beobachten. Als Lichtquelle dient eine
Leuchtstoffröhre mit 2 Watt. Das Becken wird mit einem Regelheizer
beheizt. Die Tiere leben sehr zurückgezogen und
verstecken sich unter den im Terrarium befindlichen Kunsstoffplanzen. Vermutlich
sind sie auch dämmerungsaktiv.
Die Temperatur ist liegt bei 27-28 °C da in diesem
Becken auch die Eier untergebracht sind.
Gefressen wird so wie bei den Alttieren hauptsächlich
Schildkrötenfutterpudding in entsprechender
Größe aber auch getrocknete Gamare und selten Pellets für Jungtiere.
Entwicklung dreier Jungtiere:
| |
Tier 1 |
| Datum |
Länge (mm) |
Breite (mm) |
Höhe (mm) |
Gewicht (g) |
| 12.5 |
37 |
35 |
17 |
9 |
| 1.6 |
39 |
36 |
18 |
9 |
| 17.6 |
40 |
37 |
18 |
11 |
| 24.6 |
41 |
38 |
18 |
11 |
| 17.7 |
44 |
41 |
19 |
13 |
| 9.10 |
48 |
45 |
20 |
17 |
| |
|
|
|
|
| |
Tier 2 |
| Datum |
Länge (mm) |
Breite (mm) |
Höhe (mm) |
Gewicht (g) |
| 12.5 |
33 |
31 |
15 |
5 |
| 1.6 |
33 |
31 |
15 |
6 |
| 17.6 |
34 |
31 |
15 |
6 |
| 24.6 |
34 |
32 |
15 |
7 |
| 17.7 |
37 |
34 |
16 |
8 |
| 9.10 |
42 |
39 |
12 |
11 |
| |
|
|
|
|
| |
Tier 3 |
| Datum |
Länge (mm) |
Breite (mm) |
Höhe (mm) |
Gewicht (g) |
| 12.5 |
33 |
30 |
16 |
6 |
| 1.6 |
35 |
32 |
16 |
9 |
| 17.6 |
37 |
34 |
16 |
9 |
| 24.6 |
39 |
35 |
17 |
9 |
| 17.7 |
43 |
40 |
18 |
13 |
| 9.10 |
50 |
46 |
21 |
20 |
| |
|
|
|
|
Literaturhinweise
RUDLOFF, Hans-Werner (1990): Vermehrung von
Terrarientieren Schildkröten, Urania Verlag, Leipzig: 130-132
HIGHFIELD, A. C. (1996): Practical Encyclopedia of
Keeping & Breeding Tortoises & Freshwater Turles, Carapace
Press, London,
ROGNER, M. (1996): Schildkröten 2, Heidi
Rogner-Verlag, Hürtgenwald: 192-194,197
Der Bericht wurde
in erster Linie für uns selbst geschrieben und beruht auf eigenen Erfahrungen.
Stand : 07.05.04
©
1999 Ing. Andreas Budischek
Alle Rechte der gezeigten Bilder befinden sich beim
Verfasser. Jede Vervielfältigung oder Veröffentlichung ist ohne schriftliche
Genehmigung verboten.
|