MASSSTAB

 

Der Massstab 1 : 87 stand am Anfang nicht zur Diskussion - man baute, was möglich war, Hauptsache, eine ungefähre Ähnlichkeit zum Vorbild gelang. (Auch Märklin erzeugte damals alles Andere als 1 : 87 - und Fleischmann begann 1952 mit 1 : 85 - woran in einigen Artikeln bis heute festgehalten wird, ohne dadurch von der Eisenbahn- und Modellbaupresse durch den Kakao gezogen zu werden.)

Während bei Klein und Liliput das Verhältnis eher bei 1:90 bis 1:100 gelegen hat, wurden viele Göls - Wagen eher im Maßstab 1:80 ausgeführt.

Bei Sperl waren viele Loks und Wagen, aus eigener Produktion und aus Zukauf, gleichzeitig für die "Spur 00" (16mm) und die "Spur 18" (18mm) erhältlich, es mussten nur die Achsen getauscht werden - klar, dass man im Maßstab Kompromisse eingehen musste!

Erst 1952 wurde die Spurgröße H0 international genormt und nach und nach in Modellen umgesetzt; der Längenmassstab blieb noch lange verkürzt (teilweise bis heute, und das bei vielen Firmen auf der ganzen Welt - vor allem wegen der verwendeten Kurvenradien!)

Damals hatten alle Firmen Schnellzugwaggons mit 22 bis 23 cm Länge.

Die ersten 26-cm-Wagen von Märklin waren in den Sechziger Jahren eine Sensation, und Liliputs 303mm -Wagen in den Siebziger Jahren einfach unglaublich!

Die Wagenlänge richtete sich nach dem KURVENRADIUS der verwendeten Geleise.

Ursache für die Radien war ab den Zwanziger Jahren der NORMTISCH 120 mal 80cm (Norm für eine Arbeiterwohnung, lange Zeit der mit Abstand meistverkaufte Tisch), für welchen die "TISCHBAHN" konstruiert wurde. Auch die Spur 0 verwendete Radien um 75cm, die Verkürzung der Wagen war hier noch viel stärker!

Schon 1948 gab es bei Kleinbahn und Liliput - neben dem Tischbahndurchmesser von knapp unter 80cm - Schienen mit weit größerem Durchmesser (120cm) für "Modellbahner".

Während viele Firmen nach und nach das sogenannte "Flexgleis" einführte, welches freie Kurvenradien ermöglichte, blieb man bei Kleinbahn beim starren Gleisschema, welches ab 1957 verkauft wurde.

Und hier liegt der Pferdefuß, der es unmöglich macht, massstäblich lange Waggons einzusetzen: der PARALLELABSTAND von Innen- und Außengleis beträgt MASSSTÄBLICHE 52mm! Alle anderen Firmen haben einen deutlich größeren Parallelgleisabstand! Massstäblich lange Waggons würden zwar auch um die engen Kleinbahn - Kurven herum kommen, ABER NICHT ANEINANDER VORBEI!!!