WAGGONS

 

Während die Modellbauer, u. a. Karl Göls, auf Messingblech setzten, produzierte Bücherl in lithografiertem Blech, ähnlich Märklin, analog zu den Spur 0 Bahnen.


Göls Gepäckwagen, Messing, vor 1950; Liliput Gedeckter Güterwagen "Gebrüder Weiss", vor 1950; Liliput Kohlenwagen, vor 1950

Kleinbahn ging einen anderen Weg:

Waggons wurden aus Holz hergestellt, welches relativ billig und reichlich vorhanden war. Diese Wagen wurden mit Papier beklebt. Vorbild war eine Wiener Firma, die Auschneidebögen produzierte, unter anderem Waggons und Lokomotiven. Die KLEINBAHN - Waggons waren zum Teil diesen Ausschneidebögen nachempfunden, jedoch von einem Angestellten der Firma (einem gewissen Ing. Streit) selbst gezeichnet und im Vierfarbdruck hergestellt. Schon damals gab es in der Firma eine eigene DRUCKEREI - Pardon - eine händisch zu bedienende, einfache Druckerpresse, auf der ein Angestellter eben zwischendurch alles, was anfiel, zu drucken hatte - seien es Kataloge, Preislisten, Schachteln, oder eben auch "Ausschneidebögen" für Waggons!


einige der ältesten Kleinbahn - Waggons, 1947, Karton mit Papier beklebt, Kupplung gebogener Draht

Die Detaillierung (der Zeichnung) der damaligen Wagen wird noch heute als großartig empfunden, sie sehen, von Weitem betrachtet, unheimlich echt aus. Erst später, kurz vor der Plastik - Zeit, wurden auch Blechwagen mit Papier beklebt (vor allem Personenwagen), wobei erstmals durchbrochene Fenster dargestellt werden konnten.

Noch heute ein Rätsel ist es, wie die einfachen Papier - Wagen derart haltbar gemacht, ja richtiggehend imprägniert wurden, dass Farbe und Farbton bis heute erhalten geblieben sind!

Von diesen ersten Wagen sind ausgesprochen wenige erhalten, da viele Leute sie, wo sie einmal kaputt waren (und was wird bei intensiv spielenden Kindern nicht kaputt?), einfach verheizten.