119.) Über den Klettersteig "Der Johann" auf den Dachstein (2995m) und über den Taubenkogel (2300m) und den Hohen Gjaidstein (2794m) zurück in die Ramsau - am 29. u. 30. September 2000

 

2995m

Am Dachsteingipfel

 

Die Dachstein Südwand

29. Sept.: Um 9:00 gehe ich am Parkplatz (1695m) über einen recht gemütlichen Weg hinauf zur Dachstein Südwandhütte (1871m). Die Hütte erreiche ich um 9:23. Wegzeit lt. Tafel 35 Min. Nach einer kleinen Stärkung gehe ich um 9:35 weiter, zuerst leicht bergab und dann hinauf bis zum Einstieg des Klettersteigs. Um 10:15 geht’s über den Bergrücken (ca. 2080m) und um 10:40 bin ich dann beim Einstieg (ca. 2215m).

Ein Blick nach oben verrät mir einiges über den Steig. Hoch oben sieht man die Klettersteiggeher am fast senkrechten Fels hängen. Schaut super aus – denke ich mir. Nach einer Pause von 10 Min. steige ich über den Klettersteig auf und erreiche nach einer nicht enden wollenden Kletterpartie um 13:10 die Sepp Seethaler Hütte auf 2740m.

Links führt der Steinerweg durch die Dachstein Südwand und rechts der "Erzherzog Johann" Klettersteig hinauf zur Seethaler Hütte

Der Klettersteig ist toll angelegt. Gleich nach dem Einstieg ist ein kurzer Überhang zu meistern - ich denke mir: "Der Überhang ist ein Wahnsinn". Hier überlegt man wie es wohl weiter gehen wird. Soll man oder soll man nicht. Nachdem die erste Hürde geschafft ist (wohlgemerkt mit einem 2-Tagesrucksack), geht es nicht mehr ganz so wild weiter. Der Steig ist aber fast auf der gesamten Länge sehr ausgesetzt und so bleibt für Arme und Beine kaum Zeit sich zu erholen. Im oberen, "leichteren" Teil des Steiges sehnt man sich die Seethalerhütte schon lange herbei bis man es endlich geschafft hat. Die Bewertung meinerseits: Ein Klettersteig der Superlative.

Nachdem ich mich gestärkt habe und es mir bei der Seethaler Hütte zu windig und kalt wurde, setzte ich um 14:00 den Weg fort in Richtung Dachstein Gipfel. Das Wetter war super und ich kam gut voran. Der Weg war etwas vereist, die Randkluft nicht ganz einfach zu überqueren, da wäre es wohl besser gewesen mit Steigeisen zu gehen als mit den Trekkingschuhen. Am Gipfel stand ich genau um 15 Uhr. Ich blieb, den vereisten Abstieg vor Augen, nicht lange am Gipfel. Um 15:20 stieg ich vorsichtig und langsam ab. Um 16:00 hatte ich den Ostgrat hinter mir. Jetzt ging es gütlich über den Gletscher hinunter zur Simony Hütte. Ich konnte die Ruhe am Gletscher so richtig genießen – ganz allein war ich, keine Menschen Seele zu sehen. Um 17:15 erreichte ich schließlich die Simony Hütte (2205m). Ein super Tag ging dann in der sehr schön renovierten Hütte zu Ende.

Hoher Gjaidstein (2794m) u. Niederer Gjaidstein (2734m) Hoher Gjaidstein (2794m) u. Niederer Gjaidstein (2734m)
Hoher u. Niederer Gjaidstein Am Weg zur Simony Hütte

30. Sept.: Schon in der Früh weht der Wind fürchterlich, so daß ich denke die Fotos vom Sonnenaufgang am Dachstein werden wohl verwackelt sein. Um 7:15 gehe ich von der Hütte hinunter zur Gjaid Alm (1739m). Ich dachte nicht, das es so weit ist. Tiefster Punkt (ca. 1800m) um 8:00, Kreuzung Simony Hütte – Wiesberg Haus 8:30 (ca. 1834m). Auf der Alm bin ich um 9:05. Das Wetter ist bis auf den Wind noch wunderschön und nicht zu kalt. Nach einer ordentlichen Jause gehe ich um 9:40 von der Gjaid Alm los. Schön zieht sich der Weg (nicht steil) am Oberfeld vorbei hinauf zum Taubenkogel. 10:20 Kreuzung Simony Hütte (ca. 1950m). Um 10:40 bin ich auf ca. 2050m und um 11:05 bei der Kreuzung zum Taubenkogel. Ich beschließe den kurzen Abstecher zum Gipfelkreuz zu machen um den wunderschönen Blick zum Dachstein genießen zu können. Um 11:15 bin ich am Taubenkogel (2300m).

Der Hohe Dachstein (2995m) Der Hohe Dachstein (2995m) Der Hohe Dachstein (2995m)
Sonnenaufgang bei der Simony Hütte

 

Am Weg zur Gjaidalm

 

2300m Der Hohe Dachstein (2995m)
Am Taubenkogel Der Blick vom Taubenkogel zum Dachstein

Der Gipfel des Dachsteins wird jedoch immer mehr und mehr in Wolken und Nebel gehüllt. Nur dann und wann kann ich den Gipfel noch erkennen. Der Wind wird immer stärker. Ich gehe weiter hinauf und komme um 12:30 beim Notbiwak (ca. 2500m) an. Der Wind ist jetzt schon so extrem, daß ich fallweise regelrecht herumwackle und ich mich mit den Stöcken fest abstützen muß. Auch fällt das Atmen manchmal schwer wenn wieder so eine Windböe daher kommt. Ich bekomme kaum Luft und muß mich oft aus der Windrichtung drehen um richtig einatmen zu können. Die Sicht im oberen Teil des Weges beträgt dann nur noch ca. 20m. Am Gipfel bin ich um 13:25. Ich muß mich am Gipfelkreuz festhalten um einigermaßen sicher und bequem stehen zu können.

Der Hohe Gjaidstein (2794m) 2794m
Am Weg zum Gipfel des Hohen Gjaidstein

Gleich gehe ich weiter und steige über den Grat hinunter zum Hallstätter Gletscher. Am Gletscher komme ich um 14:25 an und um 14:45 beende ich bei der Bergstation der Südwandbahn eine sehr abwechslungsreiche, kräfteraubende aber wunderschöne Dachstein Tour.

 


  Tour 118   Vorherige Tour     StartseiteStartseite      InhaltTourenverzeichnis      Tour 120Nächste Tour