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Kihon
(Grundschule)
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| Karate - Ursprung und Philosophie | |
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Karate ist eine Kampfkunst, deren Ursprünge bis etwas 500 Jahre n. Chr. zurückreichen. Diese Kampfkunst gilt auch als Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung. Das Wort "Karate" ist ein japanischer Ausdruck, der zwei Wörter, "Kara" (leer) und "Te" (Hand) kombiniert. Er wird verwendet, einen Stil des unbewaffneten Kampfes zu bezeichnen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Ursprünge des Karates in Indien liegen. Etwa 500 n. Chr. brachte ein buddhistischer Priester mit dem Namen Bohdidharma von der Zen Religion seine Lehren nach China, um in der Abgeschiedenheit des Shao Lin Klosters nach Erkenntnis zu suchen. Dort unterrichtete er andere Mönche in seinem besonderen Stil des waffenlosen Kampfes. Das in diesem Kloster entwickelte System verbreitete sich allmählich überall in Asien. Bis 1130 n.Chr. waren Aspekte dieses Systems sogar in die einheimischen militärischen Disziplinen Japans, das geographisch und kulturell isoliert war, integriert worden. Die asiatischen Kampfkünste wurden in ihren Anfängen in Verschwiegenheit gelehrt und verfeinert, da ihre Ausübung in verschiedenen Regionen von den - zumeist japanischen - Besatzungstruppen verboten wurde. Folglich entstanden bzw. entwickelten sich in verschiedenen Regionen und Familien unterschiedliche Stile. Erst um 1901 wurde das, was wir heute als Karate bezeichnen offen in Okinawa gelehrt, und um etwa 1920 in Japan von Meister Funakoshi Gichin demonstriert. Dort wurde dieses System unter dem Namen Karate weiter verfeinert und durch die Verbindung mit der auf Zen basierenden Philosophie zu einer japanischen Disziplin. Die Beliebtheit des Karate als sowohl kriegerische Kunst als auch Sport verbreitete sich schnell in Japan und von dort aus über die ganze Welt. Heute existieren viele unterschiedliche Schulen und Systeme mit verschiedenen Schwerpunkten und Anforderungsprofilen.Auch heute noch spiegelt sich im Karate-Do die fernöstliche Philosophie wider. Übersetzt bedeutet "Karate-Do" soviel wie "der Weg der leeren Hand". Im wörtlichen Sinn heißt das: der Karateka ist waffenlos, seine Hand ist leer. Das "Kara" (leer) ist aber auch ein ethischer Anspruch. Danach soll der Karateka sein Inneres von negativen Gedanken und Gefühlen befreien, um bei allem, was ihm begegnet, angemessen handeln zu können. Im Training und im Wettkampf wird dieser hohe ethische Anspruch konkret: Nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche Ziel, sondern die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und äußerste Konzentration. Die Achtung des Gegners steht an oberster Stelle. |
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| Kihon ( Grundschule ) | |
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Der Anfänger in einem Karate-Dojo beginnt zunächst mit der Grundschule. Sie umfasst zahlreiche Abwehren, Faust- und Fußstöße, wobei besonderer Wert auf einen korrekten Stand, auf Gleichgewicht, Atmung und Treffgenauigkeit gelegt wird. Besonders wichtig ist eine Konzentration aller körperlichen und geistigen Kräfte, um ein Ziel in Sekundenbruchteilen anzugreifen. Um ein Maximum an Schnelligkeit zu erzielen, wird der zuschlagende Teil des Körpers entspannt gehalten - bis unmittelbar vor dem Auftreffen. Dann jedoch spannt sich der gesamte Körper, unterstützt vom Kiai-Schrei des Karateka, der mittels Muskelspannung der unteren Bauchdecke entsteht. Es soll erreicht werden, dass eine vollkommene Einheit entsteht - über den korrekten Stand, Atmung, Timing des Muskelkraft-Einsatzes des gesamten Körpers bis zur Auftreff-Fläche - in größter Schnelligkeit und absoluter Treffgenauigkeit. Kihon kann man einzeln oder in Gruppen durchführen. Wird es in der Gruppe durchgeführt, so findet es Unterstützung und Kontrolle durch die Kommandos des Trainers. Gute Kommandos sind etwas Gekonntes, sie erfordern Einfühlungsvermögen in die körperliche Verfassung der Gruppe.
Zurückbleiben oder Nachlassen bei Ermüdung werden vermieden - man bemüht
sich, unbedingt Schritt zu halten und erreicht dadurch eine beachtliche
Steigerung und Festigkeit sowohl der Muskelkraft als auch des Willens. |
| Kata ( festgelegte Übungsform ) | |
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Die Kata gleicht einem fremdartigen, faszinierenden Trainingstanz. Im Gegensatz zum Tanz ist der Zweck jedoch nicht die Ästhetik, als vielmehr Härte und Nutzanwendung für den Kampf. Jede Bewegung hat ihre festgelegte Bedeutung, und in jeder Folge liegt die Erfahrung zahlreicher großer Meister. Das Ziel besteht darin, durch beständiges Üben der äußeren Form den inneren Sinn zu finden. Das Kata-Studium verlangt größte Disziplin - so mancher Karateka wählt deshalb lieber das Jiyu-Kumite, den freien Kampf. Ein guter Karateka wird allerdings zunächst sein Kata-Training perfektionieren, bevor er sich auf den freien Kampf konzentriert. Um Selbstkontrolle und Exaktheit zu erreichen, beginnt der Anfänger die Kata behutsam und langsam. Der Experte erweitert sie durch ein Maximum an Dynamik und Schnelligkeit. Er wird sich völlig der Kata hingeben und sie zu einem Ausdrucksmittel seiner eigenen Persönlichkeit machen. Die Schönheit der Kata liegt im Zutagetreten von Kampfgeist, Geschmeidigkeit der Bewegungen und Rationalisierung der Aktionen. Wichtige Kriterien der Kata sind:
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"Wie die polierte Oberfläche
eines Spiegels alles widerspiegelt was davor steht und ein ruhiges Tal auch
leise Töne widerhallt, so soll der Karateschüler sein Bewusstsein von
Egoismus und Bosheit entleeren, damit er auf alles, was ihm begegnet,
richtig reagieren kann. Das ist die Bedeutung von Kara oder leer in
Karate." In den letzten 20 Jahren wurde in Europa Karate als äußerst harte Art der Selbstverteidigung bekannt. Insbesondere durch Film und Fernsehen wurde diese fernöstliche Kampfsportart als äußerst brutal hingestellt, und die Anfänger dieser Sportart kamen in den Ruf, eine Art von Schlägertypen zu sein. Beeinflusst wurde diese öffentliche Meinung durch Demonstrationen, bei welchen das Zerschlagen harter Gegenstände durch die Handkante dominierte. In Wirklichkeit erzieht die harte körperliche und geistige Selbstdisziplin eines langjährigen Trainings den Karateka zu einem weitgehend ausgeglichenen Menschen, der höchste Achtung vor dem Leben und der Gesundheit der Mitmenschen hat. |
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| Jiyu-Kumite ( freier Kampf ) | |
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Die Japaner haben nicht nur die Techniken ausgebaut und verfeinert, sie schufen auch die Voraussetzungen, dass aus dem ursprünglichen potentiell tödlichen Nahkampf ein Sport wurde. Feste Kampfregeln und strikte Disziplin der Kämpfer machen faire Wettkämpfe möglich. Im Jiyu-Kumite kann der Karateka alles anwenden und zeigen, was er gelernt hat. Die Bedingungen sind äußerst realistisch, und man kann von einer höchsten Steigerung sämtlicher Aspekte des Karate sprechen. Turniere werden durch einen Kampfrichter kontrolliert, der sich frei auf der Kampffläche bewegt. Zur Unterstützung bedient er sich weiterer 4 Seitenrichter, die sich in jeder der 4 Ecken des Kampfquadrates aufhalten. Wettkämpfe gehen gewöhnlich über 2 bis 3 Minuten, abzüglich der Zeit für Unterbrechungen. Vor einem Kampf verbeugen sich die Kämpfer im Stand, dann gibt der Kampfrichter das Zeichen zum Beginn "Hajime". Da man sämtliche Gliedmaßen in Angriff und Abwehr benutzt, sollte stets eine Schutzausrüstung angelegt werden, um Verletzungen weitgehend zu vermeiden. Ein Beweis guter Technik ist in der Tat die Fähigkeit, die Stärke der Techniken richtig zu dosieren. Den Gegner hart zu treffen ist nicht oberstes Ziel. |