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geschichtliche Entwicklung
Kinder in Cayma / Peru
Peruanische Kinder mit ihren dunklen Augen und ihrem offenen Lächeln sind putzige Fotomotive.
Verlässt man aber die gepflegten Touristenzentren und begibt sich ein wenig außerhalb an den Stadtrand, sind die Armenviertel unübersehbar.
Dort sind nicht einmal mehr die Kinder „arm, aber glücklich“.
Denn dort leben die meisten Menschen unter dem Existenzminimum.
Armut,Ausgrenzung und Gewalt stehen an der Tagesordnung.
Cayma ist eines der beiden ärmsten Bezirke am Stadtrand von Arequipa, einer Millionenstadt im Süden von Peru.
Die Menschen von Cayma leben durchwegs in Elendsvierteln, zum Teil ohne Strom und ohne Trinkwasserversorgung.
Etwa 65% der Bevölkerung sind Analphabeten, ebenso hoch ist die Arbeitslosenrate.
Sind die Eltern arbeitslos, fehlt das Geld für alles, oft herrschen triste Familienverhältnisse und die Zahl der verlassenen Frauen steigt.
Für Frauen aber gibt es noch weniger Arbeit, keine Rechte, keine Hilfe.
Die Leidtragenden sind immer die Kinder: der Teller bleibt leer.
65% der Kinder sind unterernährt, die Kindersterblickkeit ist hoch.
Schulbildung ist für viele nur ein Wunschtraum, denn es fehlt das Geld für Schulkleidung, Schuhe oder gar Bücher.
Sozialarbeit, Erziehung, Vermittlung von Werten und Kultur gibt es nicht..... und damit keine Zukunft für diese Kinder.
Wer das Glück hat, Arbeit zu finden, zieht fort, dafür kommen täglich neue Siedler vom Land, um die sich keiner kümmert: verwaiste und verwahrloste Kinder, 14 jährige Mütter, mißhandelte und verlassene Frauen, zerbrochene Familien.
Cayma trägt zu Recht den Namen "Elendsviertel".
Wie entstand das Kinder-Hilfsprojekt?
Es braucht viel Mut, mitten in diesem Elend mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter anzufangen, konkret etwas gegen diese Situation der Ausgrenzung, Armut und Gewalt zu tun.
Miriam und Urbano Gallegos versuchten es: mit ihren Händen, mit ihrem Herzen.
Mit der Hoffnung, dass Freunde in Europa mithelfen könnten.
Peruanische Musiker waren es, die von der großen Idee ihrer Freunde erzählten.
Die Idee begeisterte auch hier Menschen mit Mut, und erste sporadische Spenden wurden nach Peru geschickt. Und im Elendsviertel Cayma, das weder Hilfe noch Beachtung kennt, konnte eine öffentliche Kochstelle eingerichtet und ein Raum gemietet werden.
Ein paar Bücher bildeten eine bescheidene Bibliothek, Material zum Flötenbauen ermöglichten Musikworkshops.
Ein Platz war geschaffen, wo Kinder und Jugendliche betreut wurden, wo sie Zuwendung fanden und lernten, gemeinsam die täglichen Probleme zu bewältigen.
Welche Bereiche umfasst das Projekt und was heißt "Tras Las Huellas de Cristo" ?
Anfangs waren es kleine Beträge, die ein Mal jährlich geschickt wurden.
Durch die regelmäßigen Überweisungen sowie den besonderen Einsatz der Familie Gallegos war es möglich, eine gut organisierte Arbeit aufzubauen, die jährlich erweitert wurde – und die bis heute regelmäßig mit zunehmender Teilnehmerzahl funktioniert:
Baustein 1: Kinder- und Jugendgruppen, die in mehreren Workshops miteinander lernen, spielen, musizieren. Die Kurse sind wöchentlich, 3 Gruppenleiter betreuen und unterrichten die Kinder.
Einmal jährlich wird ein Intensiv-Nachhilfekurs und ein Schwimmkurs organisiert.
Zu Weihnachten gibt es ein Fest für alle Kinder.
Baustein 2: Frauengruppen, die schreiben, lesen und auch Grundbegriffe der Ernährung und Kindererziehung sowie handarbeiten lernen, um sich und ihren Familien zu helfen.
Die Kurse sind jede Woche, 2 Lehrerinnen leiten sie abwechselnd.
Baustein 3: Eine Seniorengruppe, wo alte, verlassene Menschen Anschluss und menschenwürdige Behandlung finden. Wöchentliche Treffen, Betreuung durch Miriam
Baustein 4: Mehrere Jugendgruppen entstehen, treffen sich zum Erlernen traditioneller Rhythmen und Melodien.
Die Proberäume werden zum Kulturzentrum.
Für sie ist Musik eine Ausdrucksform für Frieden, Ermutigung und Gerechtigkeit. Sie organisieren Festivals, Zusammenkünfte, Feste und leisten Sozialarbeiten.
Baustein 5: zum Bezirk Cayma gehören auch weit entlegene Dörfer im Hochland, um die sich niemand kümmert.
Es werden drei extrem arme Siedlungen betreut, in denen 120 Kinder mit Schulmaterial und Lebensmittel versorgt werden.
Alle diese Aktivitäten fanden seit 1995 in einer gemieteten Garage statt.
Im Jänner 2003 konnte ein eigenes Haus gekauft werden.
Es hat 3 Räume: Ein Gemeinschaftsraum für alle Kurse ersetzt die dunkle Garage.
Baustein 6: Im Jänner 2003 konnte ein eigenes Haus gekauft werden! Alle Aktivitäten hatten seit 1995 in einer gemieteten Garage stattgefunden.
Nun besitzen wir eigene Räume: Einen Gemeinschaftsraum für alle Kurse.
In einem kleineren Raum wird ein Essplatz und eine Kochnische eingerichtet. In einem weiteren kleinen Raum werden die Kleinkinder halbtags betreut.
Baustein 7: Im Mai 2003 wird der "Comedor" eröffnet: Für zunächst 13 Kinder wird täglich ein Frühstück und ein warmes Mittagessen zubereitet.
Die Kinder werden außerdem persönlich betreut und erhalten Schulmaterial. Die Kosten für die tägliche Mahlzeit und die Schulsachen übernimmt je ein persönlicher Pate.
Baustein 8: Im Jahr 2004 wird der Comedor auf 46 Kinder erweitert. Die Gruppenarbeit wird besser organisiert,
die Comedorkinder werden zum Schulbesuch angeleitet, erstmals wird ein gemeinsames Geburtstagsfest und ein Ausflug ans Meer für sie organisiert. Die Ausbildung der Gruppenleiter wird unterstützt.
Baustein 9: Anbau von 3 neuen Räumen sowie 2 WC-Anlagen für Buben und für Mädchen.
Über 1000 "Bausteine" ermöglichen die Fertigstellung innerhalb von 6 Monaten. Alle bestehenden Arbeiten werden weitergeführt
Baustein 10: Einrichten und "beleben" der neuen Räume: Ein staatlich genehmigter Kindergarten mit ganztägiger Betreuung wird eingerichtet und von 2 jungen Frauen aus Cayma geführt.
Ein Lernraum mit einem Lerncomputer steht für die Schulkinder zur Verfügung. Ein weiterer Kursraum wird fast täglich für Frauenkurse genutzt. Es gibt eine "Gesundheitskassa" für Notfälle.
Baustein 11: Im Jahr 2006 erhält das Dorf Sunbay (es ist die entfernteste Schule in Cayma) besondere Hilfe.
Auch dort wird eine Küche und ein Comedor eingerichtet. Jedes Schulkind erhält ein Frühstück zur Stärkung für den weiten Schulweg.
Schuhe und Thermokleidung für die auf 4000 m lebenden Kinder wird gespendet. Die Organisation der Arbeiten übernimmt das Dorf selbst.
2007 wird der Wiederaufbau des zerstörten Gewächshauses neu in Angriff genommen.
Baustein 12: Für die Jugendlichen wird ein Berufs-Informationstag organisiert.
Ein Nachhilfelehrer wird eingestellt, der den Schulkindern bei den täglichen Aufgaben hilft. Im Comedor sind nun 91 Kinder.
Baustein 13: Auf der Suche nach einer umfassenden medizinischen Betreuung treffen wir auf
Vier junge Studienabsolventen, die ab nun für 1 Nachmittag pro Woche als Berater dem Projekt in folgenden Bereichen zur Verfügung stehen:
Arzt, Psychologe, Jurist, Ernährungsberater.
Baustein 14: Rückschlag für Sunbay: die Schule wird geschlossen.
3 Familien ziehen in die Stadt, erleben deren Problematik.
Für die 11 Kinder wird eine tägliche warme Mahlzeit in einem Restaurant organisiert.
Baustein 15: Der baufällige Hauptraum des Comedors muss dringendst renoviert werden.
Davor muss das Projekt legalisiert, die Finanzierung gesichert werden.
Diese Vorbereitungen nehmen ein ganzes Jahr in Anspruch.
Baustein 16: Die Stadt Arequipa zieht aus Spargründen die Kindergartenbetreuerinnen zurück.
Ein Jahr lang bemüht sich Miriam um eine Konzession für die Leitung eines Privatkindergartens, Carina betreut weiterhin die Kinder.
Baustein 17: Noch im Dezember 2009 wird das Haus, in dem alle Arbeiten des Projektes abgewickelt werden, unter dem Namen "Fundacion Yachayhuasi" legalisiert.
Damit ist unser Projekt in Peru legal eingetragen und anerkannt.
Baustein 18: Im Jänner 2010 beginnen die Renovierungsarbeiten am Altbau des Hauses.
Die Finanzierung des Rohbaus ist durch den Verein Baustein-Peru gesichert.
Die Dreikönigsaktion Österreich sagt die Finanzierung der Innenausstattung von Küche und Comedor zu.
Noch ist das Projekt im Aufbau, noch ist viel zu tun: eine medizinische Grundversorgung ist notwendig. Eine Lehrwerkstatt für die Schulabgänger wird geplant. Die Einstellung eines Entwicklungshelfers wird angestrebt.
Und die Einrichtung von Schulpatenschaften für besonders begabte Kinder.
Alle diese Aktionen wären unmöglich ohne finanzielle Unterstützung aus Europa.
Die Menschen in Cayma wissen, dass die Hilfe nicht selbstverständlich ist, sondern dass es ein Geschenk von Menschen ist, denen Friede und Menschlichkeit ein Anliegen ist.
Wie geht es weiter?
Ziel der Arbeit war und ist eine Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen, die keinerlei finanzielle Mittel haben.
Dies geschieht durch die Bildung starker Gruppen, in der Werte und Ziele vermittelt werden, um Selbstbewusstsein und Verantwortung zu stärken.
Zielgruppe sind die Kinder, mit ihnen aber werden ihre Mütter und Großmütter sowie die Jugendlichen betreut.
Konkrete Hilfe wird in den Workshops und Kursen für Weben und Sticken, Kunsthandwerk,.
Herstellung und Erlernen von Instrumenten, Nachhilfe.
Verlangt wird aktive Mitarbeit, sei es durch Lernen oder durch Mit-Anpacken bei anfallenden Arbeiten.
Schon platzt das kleine Haus aus allen Nähten.
Der größte der drei Räume wird täglich 3 Mal umgestaltet, damit 3 verschiedene Gruppen darin arbeiten können.
Es wäre dringend nötig, etwa für die Kleinsten einen versperrbaren eigenen Kindergartenraum zu haben.
Die Pläne für einen Anbau sind bereits gezeichnet und genehmigt.
Die Jugendlichen sind bereit, sofort mitzuarbeiten.
Doch erst wenn das Geld für das Material ausreicht, kann mit dem Weiterbau begonnen werden.
Jede Hilfe zählt.
Bauen Sie mit – denn wer einem Kind in Peru die Hand reicht, baut mit an einem Stück Zukunft für alle Kinder der Welt.
Kontakt: Uschi Krabichler, Pfarrfeld 7, A - 6370 Reith b. Kitzbühel
Tel. +43 (0)5356 - 62991
Konto für Spenden: Raika Kitzbühel, Kto.Nr. 1042 530 BLZ: 36263
IBAN: AT29 3626 3000 0104 2530
BIC: RZTIAT 22263
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