Die Angst oder zumindest die Achtung die ein größerer Hund in einem Menschen erwachen lässt wissen die Menschen schon seit tausenden Jahren zu nutzen, indem sie Hunde zum Bewachen von Haus und Hof benutzen.
Am 26.5.2000 wurde in Hamburg ein Kind von einem scharf gemachten Pitbull getötet. Dieses furchtbare Ereignis löste eine gewaltige durch die Medien, allen voran die BILD Zeitung, Kettenreaktion aus. Selbst Menschen, die nicht einmal wussten, wie ein Pitbull oder ein englischer Bullterrier aussehen, wussten ab diesem Tag, wie gefährlich und blutrünstig diese "Kampfhunde" sind.
Als im 19. Jahrhundert die Tierkämpfe in England offiziell verboten wurden, gab es laute Stimmen, die eine Ausrottung der Bulldogs forderte (Quelle: Imelda Anghern: "English Bulldog"). Zum Glück ist das nicht geschehen, denn heute ist die Bulldogge eine treue und liebenswürdige Hunderasse geworden. Die Optimierung auf ein umgängliches Wesen und ein ungewöhnliches Äußeres brachte es mit sich, dass moderne Bulldogs oft körperliche Wracks sind. Zum Glück gibt es Freunde des Bulldogs, die dem entgegenwirken wollen (Imelda Angehrn (Pickwick Kennel), David Leavitt (Olde English Bulldog) - obwohl dieser Bulldogtyp meines Erachtens nichts mit den alten Englischen Bulldoggen gemeinsam hat (etwa doppeltes Gewicht!!!), war aber zumindest gut gemeint).
Heute sieht die Lage etwas anders aus. Hundekämpfe sind schon längst verboten. Leider gibt es noch ab und zu Tierquäler, die ihre Hunde in Hinterhöfen, Kellern,... in Pits aufeinander hetzen. Es geht ihnen auch meist nicht um Geld, sondern einfach um das perverse Vergnügen, zwei Tiere zu beobachten, die sich zu zerfleischen versuchen (Quelle: "Staffordshire Bullterrier Heute" von Danny Gilmour).
Dass der Mensch vor tausenden Jahren in Höhlen bzw. Zelten lebte ist ja allgemein bekannt. Wie viele Menschen würden heutzutage noch leben, wenn sich unsere Vorfahren nicht vor Wölfen, Löwen und Dingos (ja ich weiß, Dingos sind verwilderte Haushunde, aber dieser Zeitpunkt liegt schon etwa 4000 zurück - www.hundund.,at) gefürchtet hätten? Richtig: keine!!!
Diese Urangst bzw. der Instinkt, der uns mitteilt, ob ein Tier gefährlich sein kann oder nicht, ist natürlich immer noch wach und besonders bei ängstlichen Zeitgenossen ausgeprägt. Nur als Beispiel zeige ich ihnen zwei Bilder eines Golden Retrievers und eines American Pitbull Terriers (Bemerkung: bei diesem Pitbull handelt es sich nicht um eine bei uns übliche Körperform, die Pitbulls, die laut Standard von seriösen Züchtern gezüchtet werden, sehen mehr oder weniger wie der "Standardhund" aus: etwa 50cm Schulterhöhe, schlank, etwas kantiger Kopf, breite Schnauze, kurzes Fell und mittelmäßig muskulös; meistens mit einem sehr nachdenklichen Blick und am allerwichtigsten: immer beschäftig und neugierig):
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Welcher der beiden Hunde sieht bedrohlicher aus? Natürlich der Pitbull. Der Golden Retriever hat genauso viele Zähne, eine ähnliche Körperform (haben Sie schon einmal einen pudelnassen Goldie gesehen?) und wenn er Sie mit ganzer Kraft in das Genick beisst sind Sie genau so tot, als wenn es der Pitbull täte. Dass ein Golden Retriever nicht oder nur sehr schwer so scharf gemacht werden kann, dass er Menschen mit dem Ziel angreift, sie zu töten, ist eine andere Geschichte und hat prinzipiell nichts damit zu tun, welche Einschätzung wir vom Hund bekommen, wenn wir ein Bild von ihm sehen. Das Wissen über die Ungefährlichkeit des GRs ist erlernt. Entweder hat man schon einmal Kontakt zu einem oder mehreren GRn oder man kennt nur vom Hörensagen Geschichten über diese Rasse. Der Eindruck, den wir vom Anblick eines GRs bekommen, der besagt, dass der Hund nicht böse sein kann, ist rein instinktiv und unrationell, genauso wie der 0815 Standardbürger ein leichtes Kribbeln in der Magengrube bekommen wird, wenn unverhofft ein Pibull wie der hier rechts abgebildete vor ihm steht, auch wenn dieser keine Anzeichen einer Aggression zeigt.