Ich pflege zur Zeit nur Cattleya und Phalaenopsis Hybriden, da
sie relativ "robust" sind und ich erst seit 2 Jahren ernsthaft die
Orchideenpflege betreibe und damit ein Neuling auf dem Gebiet bin.. Zudem könne die meisten
der vorher genannte Hybriden auf
der Fensterbank kultiviert werden.
Zusätzlich muss ich noch bemerken, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann,
dass folgende Pflegehinweise auch für andere Gattungen gelten (ich gehe jedoch
davon aus:) ).
Die häufigste Ursache für das "plötzliche Orchideensterben" ist bewiesenermaßen das zu intensive Gießen der Pflanzen. Eine weitere Ursache kann auch die Verwendung von kalkhaltigem Wasser sein, ein ungeeignetes Pflanzsubstrat, zuviel oder zuwenig Sonne und so weiter.
Wenn die Oberfläche abgetrocknet ist, besteht noch lange kein Grund zum Gießen! Sicher lässt sich der Feuchtigkeitszustand feststellen, indem man mit einem Finger 4cm in das Pflanzsubstrat gräbt. Ist das Substrat noch feucht (auf keinen Fall nass) muss nicht gegossen werden.
Regenwasser: Wenn du in einem ländlichen Gebiet wohnst, keine schadstoffproduzierende Industrie in der Umgebung ist und du eine Möglichkeit hast, Regenwasser zu sammeln, empfiehlt sich diese Quelle sehr wohl. Beim Sammeln von Wasser musst du aber aufpassen, dass von den entwässerten Flächen kein Kalk oder im schlimmsten Fall Schadstoffe abgegeben werden. Bei Dächern mit Teerpappe würde ich dringend abraten.
Destilliertes Wasser: Destilliertes Wasser aus dem Supermarkt ist natürlich auch verwendbar. Wenn du deutlich weniger als 15 Pflanzen hast, wird sich das als die beste und relativ günstigste Methode herausstellen.
Umkehrosmose: Das Wasser aus einer Umkehrosmoseanlage kann problemlos für die Orchideenpflege verwendet werden. Wirklich Kalkfrei ist dieses Wasser zwar nicht (etwa 3-5% des Ausgangswassers), aber das reicht auch bei 20°dGH noch.
Vorteile: Du hast jederzeit sauberes und kalkfreies Wasser zur Verfügung. Die anderen Zimmer- und Balkonpflanzen werden es auch mit verbessertem Wuchs und sattem Grün danken und falls du ein bepflanztes Aquarium hast, kannst du das Wasser mit dem Leitungswasser vermischen, um einen idealen KH und GH Wert zu erreichen.
Nachteile: Eine UOAnlage kostet zwar k ein Vermögen, aber geschenkt ist sie auch nicht. Einfache Geräte bekommst du ab etwa 150€ im Aquaristikhandel bzw. im Zoofachgeschäft. Eine UOAnlage kannst du nicht stundenweise laufen lassen, da das für die Qualität des Wassers und für die Langlebigkeit der Membran nicht gut ist. Deshalb ist ein relativ großer Auffangbehälter notwendig. Ich selbst verwende eine 200 Liter fassende Regentonne von Baumarkt (BauMax). Hinzu kommt, dass die UOAnlage einen abhängig vom Wasserdruck relativ (bei 4-6 bar) bis wahnsinnig großen (bei unter 1,5 bar) Wasserverbrauch verursacht. Der Wirkungsgrad geht, ausgehend von 1 Liter Reinwasser, von 3 (6 bar) bis 20 Liter (1 bar) Abwasser. Die Fördermenge beträgt bei den Basisgeräten bei durchschnittlichen 5 bar Wasserdruck etwa 60-90 Liter täglich.
Ionenaustauscher: Wenn man noch keinen hat, sollte man diese Möglichkeit noch vergessen, bevor man sich über den ersten Preis erkundigt hat. Die Anschaffung ist teuer und die Regenerierung nur mit ätzenden Flüssigkeiten möglich.
Leitungswasser: Um Leitungswasser verwenden zu können, muss das Wasser eine Härte deutlich unter 5°dGH aufweisen. Durch ständiges Gießen mit kalkhaltigem Wasser legt sich auf den Wurzeln und auf dem Substrat eine salzähnliche Kruste an, die zu allem Überfluss auch noch ein basisches Milieu erzeugt (pH > 7). Die Pflanze reagiert mit Kümmerwuchs und geht früher oder später ein.
Wenn die Orchideen alle 3 Jahre in ein gutes Substrat eingesetzt werden, brauchen sie nicht gedüngt werden. Durch den Verrottungsvorgang des Substrates werden ausreichend Nährstoffe frei. Eine Zusatzdüngung mit speziellen Orchideendüngern erhöht die Blühwilligkeit. Meine Orchideen blühen auch ohne Dünger regelmäßig, allerdings machen sich bei manchen Pflanzen Stickstoffmangelerscheinungen bemerkbar, wobei andere davon nicht betroffen sind. Der spezielle Orchideendünger muss hier allerdings nicht verwendet werden. Im Winter muss aufgrund des stark verringerten Stoffwechsels nicht und vom späten Frühling bis Mitte Herbst einmal monatlich in normaler Zimmerpflanzendosis gedüngt werden.
Über das Pflanzsubstrat gibt es unter den Spezialisten viele
Diskussionen (die zu keinem Ergebnis führen, außer dass keiner völlig im
Unrecht ist).
Für uns Laien gibt es im Handel einige unterschiedliche unterschiedlich gute Pflanzsubstrate, die allerdings nicht
unbedingt alle für Epiphyten geeignet sind.
Voraussetzung: das Substrat sollte möglichst luftig sein und einige
Rindenstückchen (de: Borke) enthalten. Sehr gute Erfahrung machte ich mit
"Composana Orchideenerde". Diese "Erde" enthält alles, was
man sich von einem Pflanzsubstrat wünscht: Styroporflocken, Rinde, Moos, ...
Überprüfen kann man die Beschaffenheit der Erde indem man den Sack drückt.
Fühlt er sich weich und flauschig an, fehlen sicher Rindenstücke. Solche
Substrate verdichten sich sehr stark, wenn sie mal zu nass werden. Das Substrat
sollte sich grob strukturiert und locker anfühlen, das ist ein Zeichen für Rinde und Moos.
Prinzipiell kann gesagt werden, dass die Orchideen keine großen Töpfe benötigen, bzw. sollen sie sich auch nicht allzu extrem ausbreiten. Allerdings ist die Pflege in einem großen Topf um ein vielfaches einfacher. Wöchentliches Gießen, auch im Sommer ist völlig ausreichend und es entsteht ein sehr stabiles feuchtes Milieu im großen Topf. Bei kleinen Töpfen kann die Orchidee schnell Schaden nehmen, wenn man sie ein paar Tage zu gießen vergisst, besonders dann, wenn es sehr warm und trocken ist.
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Die Pflanzen, die ich in 10-12cm Töpfe gequetscht gekauft
hatte, bekamen einen 20cm Topf. Das wichtigste am Topf sind
Ablauflöcher am Boden. Darüber gebe ich eine 2-3cm dicke Schicht aus groben Blähtonkugeln. Die Kugeln decke ich mit einem Gartenflies (witterungsbeständiges Kunststoffgewebe) ab. Darüber kommt bis auf 1 cm unter den Rand das Pflanzsubstrat. Willkommener Luxus wäre ein durchsichtiger Topf um den Wachstums- und Feuchtigkeitszustand der Wurzeln kontrollieren zu können. Optisch betrachtet gefallen mir Dunkelblaue Töpfe in Verbindung mit meinen Orchideen am besten. Über das Topfmaterial gibt es schon länger keine Diskussionen mehr. Tontöpfe sind ungeeignet für die Orchideenkultur in Wohnräumen. Durch die niedrige Luftfeuchtigkeit sinkt die Feuchtigkeit in den Töpfen zu rasch und ev. im Wasser vorhandene Mineralsalze lagern sich dann im Pflanzsubstrat ab. |
Die meisten Orchideen vertragen keine direkte Sonne. Meine
Cattleya und Phalaenopsis Hybriden lieben jedoch die tägliche Morgensonne.
Zuwenig Licht ist für Orchideen Gift.
Wichtig ist, dass die Pflanzen den Winter hindurch an einem gut isoliertem
Fenster und weit weg vom nächsten Heizkörper stehen.
Im Regelfall sind die Pflanzgefäße, in denen die Orchideen verkauft werden
(zumindest hier in Ö) viel zu klein, um den Wurzeln ein stabiles Milieu zu
geben. Wenn in solch kleinen Gefäßen das Substrat nur feucht gehalten wird,
ist es innerhalb von ein bis zwei Tagen ganz ausgetrocknet.
Einen Tag vor dem Umsetzen sollte die Orchidee nochmals gegossen werden. Nach
dem Umsetzen kann sie einige Tage nur sehr beschränkt Wasser aufnehmen
(außerdem soll bzw. kann man Orchideen nicht eingießen).
Das Entfernen der Pflanze aus dem alten Gefäß kann schon die erste Hürde
darstellen. Du solltest die Pflanze auf keinem Fall mit Gewalt aus dem Topf
ziehen, besser wäre es, den Topf zu zerschneiden.
Das alte Substrat muss so gut wie möglich entfernt werden, aber Vorsicht! , es
dürfen keine Wurzeln verletzt werden (zugegeben, meistens ist das etwas
schwierig).
Vor dem Einsetzen in das frische Substrat sollte noch eine Wuchsrichtung (bei
Smpodialen Orchideen z.Bsp Cattleya) ausfindig gemacht werden => der älteste
Spross kann möglichst nahe an den Topfrand gesetzt werden, damit die
nachkommenden Sprosse noch möglichst viel Platz haben.
Das frische Substrat muss schonend zwischen die Wurzeln gebracht werden. Am
einfachsten geht das zu zweit (eine(r) hält die Orchidee, die (der) andere
füllt das Substrat auf).
Wenn die Pflanze nun frisch eingesetzt ist, sollte sie einige Tage nicht
gegossen werden (außer das Substrat ist völlig trocken).
Die folgenden Punkte sind die direkte Folge von Fehlbehandlungen der Pflanzen. Über Bakterien, Pilze und Viren gibt es in der Fachliteratur ausreichend Informationen.
| Beim Umsetzen der Orchidee fallen dir überdurchschnittlich viele abgefaulte Wurzeln auf | Wahrscheinlich hast Du es mit dem Gießen etwas übertrieben. Entferne die abgefaulten Wurzeln und das alte Pflanzsubstrat und Gieße in Zukunft nicht mehr so viel. |
| Auf den Luftwurzeln befindet sich eine weiße kristalline Schicht | Das Gießwasser ist eindeutig zu hart (zu viele gelöste Mineralien und Salze). Ich verwende zum Gießen Wasser aus der Umkehrosmoseanlage meiner Diskusfische. Du kannst jedoch auch unverschmutztes und nicht über Dächer abgelaufenes Regenwasser oder destilliertes Wasser aus dem Supermarkt verwenden (das wird mit der Zeit allerdings teuer). |
| Die Blattspitzen vertrocknen und werden braun. | Die Luftfeuchtigkeit ist zu gering oder Du gießt zu wenig. |
| Die Pflanze wächst nicht, die Pseudobulben verschrumpeln, die sonst dicken harten Blätter werden weich,... | Lies dir die Seite noch einmal von vorne durch. Wahrscheinlich ein Gieß- oder Lichtfehler. |