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Am 10. Dezember
2000 war im Standard zu lesen:
Krenn will Aufhebung der Fristenlösung. Froh über ersten Schritt des Sozialministers, fühlt sich von Bundesregierung unterstützt.... "Aber das, was wir wollen, nämlich die Aufhebung der Fristenlösung, ist das sicher nicht. Wir brauchen das Ganze, ohne das können wir nicht zufrieden sein." "Ich würde mir wünschen, dass der Regierung die Aufhebung der Fristenlösung gelingt." ....Österreich braucht nach so vielen Jahren Fristenlösung eine Umerziehung, denn viele können zwischen Gut und Böse nicht mehr unterscheiden. Und die Abtreibung ist nun mal die Tötung eines Menschen."
Im Herbst wird es einen Angriff auf die gesetzliche Regelung der Fristenlösung in diesem Land geben. Darauf weisen die Angriffe und " Veranstaltungen" der jüngsten Vergangenheit deutlich hin. Und dass dem Minister gegen Frauen und Soziales einiges zuzutrauen ist, wissen wir spätestens seit der Einrichtung einer Männerabteilung, wo misogyne Biertischweisheiten zwischen Aktendeckel gelegt und mit Geschäftszahlen versehen, exekutiert und subventioniert werden. Dazu noch
Kinderscheck, Babyklappe, vielleicht noch Erleichterung von Pflege und Adoption... alle Komponenten, die für ein Selbstbestimmungsrecht der Frau arbeiten, wurden sofort attackiert und abgestellt, ja, da konnten wir gar nicht so schnell schauen – so geschmiert ging das!
Für die bürgerlichen Damen fehlt jetzt noch die steuerliche Absetzbarkeit der Dienstbotinnen, wegen der ausgleichenden Gerechtigkeit, wenn sie doch das Kindergeld nicht in Anspruch nehmen werden (können).
Keine Frau braucht heute mehr abtreiben, sagen die Machos mit der klammheimlichen Freude, und ihre Steigbügelhalterinnen stehen daneben und üben ihre Pokerfaceauftritte im wohl geübten NLP-Abprall-Stil.
HLI Österreich - Ja zum Leben - ist nicht nur in Wien vor zwei Kliniken terroristisch tätig. Auch in Graz ist es Dietmar Fischer gelungen, sich in eine Wohnung ober einer Arztpraxis, in der Abtreibungen gemacht werden, einzumieten. Und in Bregenz eröffnet er ein weiteres "Beratungs"zentrum! Das amerikanische Modell hat Geld und ist wild entschlossen, den Schwangerschaftsabbruch mittels Terror in ganz Österreich zu verunmöglichen, solange bis eventuell auch gesetzliche Änderungen zu ungunsten der Frauen in Kraft treten. Feministische Organisierung und Widerstand sind daher akut nötig!
Worauf warten wir eigentlich noch? Auf die Barrikaden, Ladies! Wir brauchen einen gemeinsamen Forderungskatalog. Nur keine Zimperlichkeit. Und die Fristenlösung muss raus aus dem Strafgesetz! Diesen Kampf sind wir unseren Grossmüttern schuldig!