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DEM MARSCH IN DEN FUNDAMENTALISTISCHEN KATHOLIKENSTAAT?
Immer deutlicher zeigt sich auch in Österreich die Zusammenarbeit der embryofetischistischen "Jugend für das Leben" mit der reaktionären, sexistischen Organisation Human Life International. Unterstützung erfährt sie nach wie vor von Politik, Beamtenschaft, Prominenz und Klerus
Große Hoffnung im "Lebensschützer"spektrum Vor nicht all zu langer Zeit, im Wiener Wahlkampf, lobte
der radikale Abtreibungsgegner, Opus
Dei-Mitglied und Abgeordneter zum Nationalrat, Dr. Vincenz
Liechtenstein die "Lebensschutz"-Kandidatin Gudrun Kugler-Lang
über den grünen Klee. Ein Hoffnungsschimmer am Horizont des
katholischen Hardliners und (Mit)Begründers der in den späten
80ern sehr rabiaten Anti-Abtreibungsformation "Geborene für
Ungeborene". Liechtenstein war damals Chef der konservativen
JES (Junge Europäische Studenteninitiative) und daher wurden satte
Hochschulgelder in diese Gruppe investiert, worauf ihre AktivistInnen
in "Geborene für Ungeborene"-Leiberln und mit entsprechenden
Flugblättern aggressiv das Schwangerenambulatorium am Fleischmarkt
belagerten, um dort wahllos Frauen in den prolifelerischen Grund und Boden
zu reden. Nachwuchs Doch bald wurden die "Geborenen" durch weit militantere und fanatischere Gruppen ersetzt: 1997 trat in Österreich erstmals
öffentlich Human Life International (HLI) - Ja zum Leben
- im amerikanischen "Picketing"-Stil in Erscheinung.
Das primäre Angriffsziel war und ist die größte Abtreibungsklinik
Österreichs, das Ambulatorium am Fleischmarkt. In den nächsten
Jahren dehnte HLI seine Tätigkeit auf ganz Österreich aus und
ist - trotz "Wegweiserecht" in Wien - weiterhin aktiv. Im Sommer des gleichen Jahres fand auch zum ersten Mal in Österreich ein sogenannter "Marsch für das Leben", inszeniert von der JfdL, statt. Endstation dieses Marsches war Wien/Stephansplatz mit einer Pro-Life-Messe im Dom. Als der "Kinderkreuzzug" dort anlangte, warteten schon Liechtenstein und der ebenfalls erzreaktionäre Bischof Laun, um von der Rednerbühne aus Bruno Kreisky als den Schuldigen an diesem "größten Verbrechen in Österreich" anzuklagen. Zur Erinnerung: Zur Zeit der SPÖ-Alleinregierung unter Kanzler Kreisky wurde die Abtreibung mittels "Fristenlösung" in einem faulen Kompromiss unter gewissen Bedingungen "straffrei" gestellt. Und diese Unerträglichkeit der gleichzeitigen Kriminalitätsandrohung und Straffreistellung existiert in Österreich - dank des Mantels des Schweigens, welchen die SPÖ nach erfolgreichem Durchboxen im Nationalrat über dieses Thema gelegt hat - 30 Jahre später immer noch. Schließlich hatte damals die Aktion Leben mit einem groß inszenierten-Volksbegehren das Land polarisiert. Die SPÖ wollte zur Normalität zurückkehren - auf der Strecke blieben die Frauenrechte: Der Abtreibungstourismus der Frauen aus den westlichen Bundesländern ging damals so richtig los, weil in den ÖVP-dominierten Bundesländern kein Spital Schwangerschaftsabbrüche durchführt(e). Der Kampf um die Regelung des Schwangerschaftsabbruches außerhalb des Strafgesetzes wird daher in Anbetracht der aktuellen Angriffe diverser Gruppierungen gegen den legalen Schwangerschaftsabbruch und des Erstarkens rechter, fanatischer Gruppen, vor allem aus den USA, feministische Aufgabe der nächsten Jahre, ja Jahrzehnte werden!
Immergleiche Methoden und die HLI-Connection Die Jugend für das Leben ist - ebenso wie Ja zum Leben alias Human Life International Austria - ein Import aus den USA.Während sich die Zusammenarbeit zwischen den fanatischen AktivistInnen vor den Abtreibungsambulatorien und Arztpraxen in Österreich bedeckt hält, gehört die schweizerische Jugend für das Leben eindeutig zu HLI und jene in Deutschland zu AlfA (Aktion Lebensrecht für Alle), welche u.A. engstens mit HLI zusammenarbeitet und - so ist es zumindest Interviews der Vorsitzenden von AlfA, Claudia Kaminski, im Internet zu entnehmen - dieselben Methoden wie HLI anwendet: "Wir fangen die Frauen vor Abtreibungseinrichtungen ab". Im Gegensatz zur europäischen Zentrale der "Jugend" in Österreich, spricht die deutsche Website offen aus, was die Jugend für vertretbar hält *) Das bedeutet im Klartext, dass von diesen Gruppen massiver Terror, also Gewalt gegen Frauen ausgeübt wird. In einem "Spiritual Warfare" gegen die Abtreibung werden Frauen bedrängt, belästigt, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, es wird ihnen nachgegangen, Autonummern werden notiert, es wird fotografiert, Frauen und Mädchen werden angesprochen, mit Lügen und falschen Versprechungen in systematisch gleich ums Eck oder, noch besser, oberhalb der Klinikräumlichkeiten etablierte "Lebenszentren" gelockt, es werden ihnen blutige Bilder von zerfetzten Föten in die Hand gedrückt, Plastikembryos und "Miriam, warum weinst du"-Broschüren aufgedrängt etc., während eine Aktivistin/ein Aktivist mit einem Sandwich mit den gleichen Gruselbildern ausstaffiert, rosenkranzbrabbelnd vor dem Klinikeingang steht. Es ist schon vorgekommen, dass frau im Lebenszentrum eingesperrt und stundenlang bearbeitet und auch bedroht wurde. Erst die Androhung eines Polizeieinsatzes bewegte die "Lebensberater" (die im herkömmlichen Sinne allesamt keinerlei Beratungsausbildung haben), die Frau aus dem Zentrum hinausgehen zu lassen. Diese Praktiken sind aktenkundig und haben auch dazu geführt, dass sie - laut Urteil österreichischer Gerichte - als Terror bezeichnet werden dürfen. Gesichert sind auch Aussagen der Anästhesisten, dass Frauen nach einer solchen Begegnung wegen der Aufregung darüber mehr Narkosemittel benötigen. JfdL distanziert sich öffentlich von diesen Techniken,
um ein tapferes, jugendliches Image zu bewahren und ihre Förderer
nicht zu vergraulen: Neben Schüssel, Schönborn und Co. - gratulierten
der österreichische Verfassungsgerichtshofspräsident Karl Korinek
(sein Sohn ist Mitwirkender der Jugend) zu so viel Engangement für
"das Leben". (Auf Karl Korineks Konto geht übrigens ein
Entwurf zur Verschärfung des Gesetzes, welcher allerdings nie realisiert
wurde). Schüller, Laun, Küng, Ludwig Schwarz und weitere Bischöfe
lesen regelmäßig die Messen bei diversen Lebensschutz-Events,
die die Jugend bewirbt oder initiiert. Die Jugend hatte schon viele Vorsitzende: z.B. Roland
Biermeier, jetzt Theologe und Verantwortlicher für das erzkonservative
Kath.net. Ihm werden beste Kontakte zum abgedankten Kirchenradaubruder
Krenn nachgesagt, der ihm über die Bischofskonferenz das Geld für
sein tolles katholisches Medium zukommen ließ. Er dürfte auch
der Gestalter der Youthforlife.net-Website sein. Auf internationalem Parkett Die erzkatholische Karrieristin Lang wird auf der Homepage des Institutes extra ausführlich beworben: "The Battle of Human Dignity. Dr. Gudrun Kugler-Lang (MTS 1999), Austria. After Gudrun graduated, she earned her law degree and entered the front battle lines on the international level, fighting for human dignity. As Director of World Youth Alliance - Europe (WYA) from 2001-2004, she helped to give young people a voice at the EU and UN on questions of human dignity. With a membership of over one million young people worldwide, the World Youth Alliance has a voice that the UN and European institutions have to listen to", as a "global coalition of young people and youth organizations", the WYA pledges to promote the dignity of the human person, states that it is intrinsic and inviolable and that this dignity begins at conception and extends through natural life. See: http://www.wya.net ". Deutlicher spricht da über die European Youth Alliance im Bunde mit Human Life International (HLI) ein kürzlich erschienener Bericht in der Financial Times: Aufgabe der "Jugend" ist die Vertretung von HLI-Interessen in diversen UN- und EU-Frauengremien, um die legale Abtreibung zu beseitigen, bzw. zu (re)kriminalisieren. Interessierte können hier die Details nachlesen: Thema: "Kreuzzug nach Brüssel." Langs Lebenslauf und ihre Arbeit gegen die Abtreibung führten zum Jubel bei den zahlreichen Gleichgesinnten, endlich eine stramme Vorzugsstimmen-Kandidatin für den Wiener Gemeinderat. Doch daraus wurde wegen des Übereifers der fanatischen Gebärmuttermilizen leider nichts. Denn diese warben mit unerträglichen, bisher beispiellosen Mitteln für ihre Hoffnungsträgerin und der Schuss ging nach hinten los. Lang heiratete den ehemaligen Pressesprecher des Opus Dei Österreichs, Martin Kugler. 2005 gründeten sie die Consulting-Firma KAIROS, welche die Kampagne "Europa für Christus!" initiiert hat und leitet. HLI-Propagandaarbeit an den Universitäten Österreichs Der Jugend ist es, so scheint es, in den Katholischen
Hochschulgemeinden zu eigenbrötlerisch geworden. Das Beten und Braten
im eigenen Saft genügen nicht mehr. Daher strebt sie - nicht nur
mit Aktionen wie Lichterketten, Demonstrationen, Bündnissen für
"das Leben" und Pro-Life-Märschen - verstärkt an die
Öffentlichkeit und ist jedes Mal frustriert, ob der Empfänge,
die Feministinnen und Parteien ihnen dabei liefern. Sogar der Effe und
Volksanwalt Stadler wurde anlässlich einer kurzfristig veränderten
Demo-Route in Linz angerufen, weil sich die Jugend der Meinungs- und Versammlungsfreiheit
beraubt sah. Nicht wegen der GegendemonstrantInnen, sondern wegen eines
gleichzeitig in Linz abgehaltenen Ärztekongresses.
Wie weit werden sie gehen, um Frauen wieder ins Kriminal zu drängen? Derzeit bereitet
die Jugend den "Lebensmarsch 2006" durch Österreich vor,
der am Samstag, den 5. August, in Wien enden soll. Wieder einmal prangt
schon die Grussbotschaft von Kardinal Schönborn auf der Website und
für Bischof Laun ist es ein Must, diesen Marsch gegen Frauenrechte
aktiv zu begleiten. Motto des Marsches 2006:
Die frühere Eigentümerin der LUCINA-Klinik,
dem Dauereinsatzgebiet Buchers, lebt heute - Dank der Versäumnisse
von Politik-, Polizei- und Justizapparat und deren Schlamperei und Wurschtigkeit
gegenüber dem Terror von Human Life/Ja zum Leben Austria und deren
Verbündeten - von Sozialhilfe und hat alles verloren, was sie einst
besaß. Viktoria Roth © 06-2006 (Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin) *(nachzulesen auf
http://www.jugendfuerdasleben.de: Aktionen: "Gehsteigberatung: --- Anmerkungen: Die wohl mächtigste Familienorganisation Österreichs stellt mit rund 60.000 Mitgliedfamilien der 1953 gegründete "parteiunabhängige" Katholische Familienverband dar. Noch rechter scheint der Österreichische Familienbund, der sich ebenfalls als "parteiunabhängig" und zudem als "überkonfessionell" darstellt, jedoch als ÖVP-nahe und kirchenfundamentalistisch zu charakterisieren ist: Der Präsident, Otto Gumpinger, ist Landtagsabgeordneter der ÖVP in Oberösterreich; der Vizepräsident, Peter Pitzinger, ist Familienreferent und Sektenbeauftragter des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung, daneben betätigt er sich als Mitglied im Initiativkreis für Bischof Krenn und kämpft gegen Frauenpriestertum, Kirchenvolksbegehren und Wiederverheiratung Geschiedener. Der Familienbund ist jedenfalls in die Front erzkonservativer Familienlobbyisten einzurechnen. Eine Vorfeldorganisation der SPÖ, die "Kinderfreunde", versucht sich seit Jahren als sozialdemokratischer Konterpart zu behaupten, ohne jedoch m.E. vergleichbare Effektivität ihrer familienpolitischen Einflußarbeit verbuchen zu können.Quelle: Paradise lost: http://evakreisky.at/onlinetexte/familie_kreisky.php Die "Österreichische Lebensbewegung" wird in der aktuellen Frauenratgeberin des Ministeriums für Gesundheit und Frauen als Beratungseinrichtung für Schwangere geführt. Die Website ist unter http://www.lebensbewegung.at/ abrufbar. Als Förderer scheinen das Familienreferat NÖ und das Ministerium für Gesundheit und Frauen auf. Bischof Ludwig Schwarz arbeitet seit langem mit Human Life International und der Jugend für das Leben zusammen. Ein aktueller Kath.net Bericht schildert nun seine erstmalige Teilnahme an einer der langjährig von HLI praktizierten "Vigils" vor die Klinik in Linz. Diese Demonstrationen starten mit einer Messe in der Kirche, marschieren vor die jeweilige Klinik, an der Abbrüche durchgeführt werden und marschieren wieder in diese Kirche zurück. Die Requisiten dabei: ein Bild der Madonna von Guadalupe, überdimensionierte Sujets von Embryonen, welche genau jener Entwicklungswoche entsprechen sollen, bis zu der legal abgebrochen werden darf. Überdimensionierte Abbildungen von zermanschten Föten, Rosenkränze und Funkgeräte, mittels derer die Aufmärsche und gesteuert werden. Auch Bischof Laun gehört zu den Unterstützern von HLI bei derartigen Aufmärschen. Gleichzeitig ist Laun immer in die Pro-Life-Märsche der Jugend für das Leben involviert. Ein Bericht über den Auftritt im NIG in Wien am 18. Mai 2006 samt Fotos findet sich auf: http://at.indymedia.org/newswire/display/55610/index.phpAntisexismus http://www.puercher.at/twb.htm
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