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AUF DEM MARSCH IN DEN FUNDAMENTALISTISCHEN KATHOLIKENSTAAT? 

Immer deutlicher zeigt sich auch in Österreich die Zusammenarbeit der embryofetischistischen "Jugend für das Leben" mit der reaktionären, sexistischen Organisation Human Life International. Unterstützung erfährt sie nach wie vor von Politik, Beamtenschaft, Prominenz und Klerus

 

Große Hoffnung im "Lebensschützer"spektrum

Vor nicht all zu langer Zeit, im Wiener Wahlkampf, lobte der radikale Abtreibungsgegner, Opus Dei-Mitglied und Abgeordneter zum Nationalrat, Dr. Vincenz Liechtenstein die "Lebensschutz"-Kandidatin Gudrun Kugler-Lang über den grünen Klee. Ein Hoffnungsschimmer am Horizont des katholischen Hardliners und (Mit)Begründers der in den späten 80ern sehr rabiaten Anti-Abtreibungsformation "Geborene für Ungeborene". Liechtenstein war damals Chef der konservativen JES (Junge Europäische Studenteninitiative) und daher wurden satte Hochschulgelder in diese Gruppe investiert, worauf ihre AktivistInnen in "Geborene für Ungeborene"-Leiberln und mit entsprechenden Flugblättern aggressiv das Schwangerenambulatorium am Fleischmarkt belagerten, um dort wahllos Frauen in den prolifelerischen Grund und Boden zu reden.
Heute nennt sich diese Gruppe "Österreichische Lebensbewegung", und die TV- und Kino-Spots als Werbung für die "Beratung" durch diese Organisation zahlt u.a. die Frauenministerin Rauch-Kallat aus den Subventionstöpfen für Frauenpolitik. Ein weiterer Förderer ist das Familienreferat des Landes Niederösterreich. Dessen Familienreferent, Dr. Peter Pitzinger gehört samt seiner Gattin Alice ebenfalls dem radikalen und aktiven Abtreibungsbekämpfungsspektrum an.
Nach wie vor tritt auch die Österr. "Lebensbewegung" für ein Abtreibungsverbot - also die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruches - ein und ergebnisoffene Beratung wird dezidiert abgelehnt.

Nachwuchs

Doch bald wurden die "Geborenen" durch weit militantere und fanatischere Gruppen ersetzt:

1997 trat in Österreich erstmals öffentlich Human Life International (HLI) - Ja zum Leben - im amerikanischen "Picketing"-Stil in Erscheinung. Das primäre Angriffsziel war und ist die größte Abtreibungsklinik Österreichs, das Ambulatorium am Fleischmarkt. In den nächsten Jahren dehnte HLI seine Tätigkeit auf ganz Österreich aus und ist - trotz "Wegweiserecht" in Wien - weiterhin aktiv.
Doch auch eine zweite Gruppe legte gleichzeitig und gemeinsam mit HLI los: "Jugend für das Leben (JfdL)".
Unter Führung des Vorsitzenden und Chefseelsorgers der Katholischen Hochschulgemeinschaft, Dr. Konstantin Spiegelfeld (er ist übrigens auch Chef des Afro-Asiatischen Institutes!), marschierte die Jugend im Frühsommer 1997 - mit Marienbildern, überdimensionierten Sujets von zerfetzten Embryos und Rosenkränzen bewaffnet - singend und betend von der Katholischen Hochschulgemeinde in der Wiener Ebendorferstrasse gemeinsam mit HLI-Führer Dietmar Fischer und dessen Gefolge vor dem Ambulatorium auf, um gegen das "größte Verbrechen in Österreich und weltweit", den legalen Schwangerschaftsabbruch, zu demonstrieren. In Interviews zeigt Spiegelfeld keine Milde: Für ihn sind Frauen, die abtreiben, offenbar Mörderinnen, und es würde ihm nichts ausmachen, wenn eine Frau durch illegalen Abbruch ums Leben käme. Schließlich hat ja auch jeder Bankräuber damit zu rechnen, von der Polizei erschossen oder eingesperrt zu werden... Spiegelfeld befindet sich damit in einem globalen Kontext des Frauenhasses und der Hetze gegen Frauen, die selbst bestimmen wollen, ob sie eine Schwangerschaft abbrechen, aus welchem Grund auch immer. Die Jugend für das Leben hat in den Katholischen Hochschulgemeinden Österreichs Quartier bezogen und dort ihr Betätigungsfeld gefunden. (Mitarbeiter der KHG arbeiten auch als Redakteure von Kath.net, und einschlägige Leute aus dem Opus Dei, von HLI, der Legion Mariens, der konservativen Tagespost, der F, etc. treten immer wieder als Vortragende in der KHG auf.)

Anti-Abtreibungs-Aufmärsche

Im Sommer des gleichen Jahres fand auch zum ersten Mal in Österreich ein sogenannter "Marsch für das Leben", inszeniert von der JfdL, statt. Endstation dieses Marsches war Wien/Stephansplatz mit einer Pro-Life-Messe im Dom. Als der "Kinderkreuzzug" dort anlangte, warteten schon Liechtenstein und der ebenfalls erzreaktionäre Bischof Laun, um von der Rednerbühne aus Bruno Kreisky als den Schuldigen an diesem "größten Verbrechen in Österreich" anzuklagen. Zur Erinnerung: Zur Zeit der SPÖ-Alleinregierung unter Kanzler Kreisky wurde die Abtreibung mittels "Fristenlösung" in einem faulen Kompromiss unter gewissen Bedingungen "straffrei" gestellt. Und diese Unerträglichkeit der gleichzeitigen Kriminalitätsandrohung und Straffreistellung existiert in Österreich - dank des Mantels des Schweigens, welchen die SPÖ nach erfolgreichem Durchboxen im Nationalrat über dieses Thema gelegt hat - 30 Jahre später immer noch. Schließlich hatte damals die Aktion Leben mit einem groß inszenierten-Volksbegehren das Land polarisiert. Die SPÖ wollte zur Normalität zurückkehren - auf der Strecke blieben die Frauenrechte: Der Abtreibungstourismus der Frauen aus den westlichen Bundesländern ging damals so richtig los, weil in den ÖVP-dominierten Bundesländern kein Spital Schwangerschaftsabbrüche durchführt(e).

Der Kampf um die Regelung des Schwangerschaftsabbruches außerhalb des Strafgesetzes wird daher in Anbetracht der aktuellen Angriffe diverser Gruppierungen gegen den legalen Schwangerschaftsabbruch und des Erstarkens rechter, fanatischer Gruppen, vor allem aus den USA, feministische Aufgabe der nächsten Jahre, ja Jahrzehnte werden!

 

Immergleiche Methoden und die HLI-Connection

Die Jugend für das Leben ist - ebenso wie Ja zum Leben alias Human Life International Austria - ein Import aus den USA.
Während sich die Zusammenarbeit zwischen den fanatischen AktivistInnen vor den Abtreibungsambulatorien und Arztpraxen in Österreich bedeckt hält, gehört die schweizerische Jugend für das Leben eindeutig zu HLI und jene in Deutschland zu AlfA (Aktion Lebensrecht für Alle), welche u.A. engstens mit HLI zusammenarbeitet und - so ist es zumindest Interviews der Vorsitzenden von AlfA, Claudia Kaminski, im Internet zu entnehmen - dieselben Methoden wie HLI anwendet: "Wir fangen die Frauen vor Abtreibungseinrichtungen ab". Im Gegensatz zur europäischen Zentrale der "Jugend" in Österreich, spricht die deutsche Website offen aus, was die Jugend für vertretbar hält *) Das bedeutet im Klartext, dass von diesen Gruppen massiver Terror, also Gewalt gegen Frauen ausgeübt wird. In einem "Spiritual Warfare" gegen die Abtreibung werden Frauen bedrängt, belästigt, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, es wird ihnen nachgegangen, Autonummern werden notiert, es wird fotografiert, Frauen und Mädchen werden angesprochen, mit Lügen und falschen Versprechungen in systematisch gleich ums Eck oder, noch besser, oberhalb der Klinikräumlichkeiten etablierte "Lebenszentren" gelockt, es werden ihnen blutige Bilder von zerfetzten Föten in die Hand gedrückt, Plastikembryos und "Miriam, warum weinst du"-Broschüren aufgedrängt etc., während eine Aktivistin/ein Aktivist mit einem Sandwich mit den gleichen Gruselbildern ausstaffiert, rosenkranzbrabbelnd vor dem Klinikeingang steht. Es ist schon vorgekommen, dass frau im Lebenszentrum eingesperrt und stundenlang bearbeitet und auch bedroht wurde. Erst die Androhung eines Polizeieinsatzes bewegte die "Lebensberater" (die im herkömmlichen Sinne allesamt keinerlei Beratungsausbildung haben), die Frau aus dem Zentrum hinausgehen zu lassen. Diese Praktiken sind aktenkundig und haben auch dazu geführt, dass sie - laut Urteil österreichischer Gerichte - als Terror bezeichnet werden dürfen. Gesichert sind auch Aussagen der Anästhesisten, dass Frauen nach einer solchen Begegnung wegen der Aufregung darüber mehr Narkosemittel benötigen.

JfdL distanziert sich öffentlich von diesen Techniken, um ein tapferes, jugendliches Image zu bewahren und ihre Förderer nicht zu vergraulen: Neben Schüssel, Schönborn und Co. - gratulierten der österreichische Verfassungsgerichtshofspräsident Karl Korinek (sein Sohn ist Mitwirkender der Jugend) zu so viel Engangement für "das Leben". (Auf Karl Korineks Konto geht übrigens ein Entwurf zur Verschärfung des Gesetzes, welcher allerdings nie realisiert wurde). Schüller, Laun, Küng, Ludwig Schwarz und weitere Bischöfe lesen regelmäßig die Messen bei diversen Lebensschutz-Events, die die Jugend bewirbt oder initiiert.
Doch real arbeitet diese sich international gerierende Jugend aufs Engste mit Human Life International und AlfA zusammen. Straff gelenkt von den Männern aus dem Klerus, aus dem Opus Dei, der Legion Mariens, Amici di Dio, mit von Krenn heftigst unterstützten sektiererischen Seilschaften wie Servi Jesu et Maria/Engelwerk, der rechtsextremen Katholische Pfandfinderschaft Europas und ähnlichen Sekten.
Bei zahlreichen Veranstaltungen hatte die "Jugend" als Podiumsgäste oder Rednerinnen AktivistInnen von HLI zu Gast, und schließlich vertritt die Jugend ja dieselben Inhalte, die auch HLI und AlfA vertreibt - im Namen des Papstes und im Namen des Vatikans. Dazu gehört mehr als der Kampf um ein ausnahmsloses Abtreibungsverbot: Diese Organisationen stehen allesamt auch für ein Verhütungsverbot und für die "Ganzhingabe", also für die jederzeitige Bereitschaft von Frauen, schwanger zu werden und zu gebären, gegen Kondome, gegen das, was frau "Sexualaufklärung" nennen könnte, gegen Homosexualität, gegen außerehelichen heterosexuellen Geschlechtsverkehr. Sie wettern gegen den falschen Feminismus der MarxistEN, während sie - wie alle Neu-Rechten - feministische Inhalte, die ihnen gelegen kommen, umdrehen und für ihre Zwecke missbrauchen. "Equal Rights for Unborn Women" konnte frau auf einem Leiberl einer Jugend für das Leben-"Emanze" lesen. Oder "SHE's a child not a "choice"... Und selbstverständlich ist der EU-weit benutzte überdimensionierte Plastikembryo, der bei den Pro-Life-Märschen immer fröhlich im Wind flattert, weiblich: sein Name ist Lisa.
Frauen sind für diese weltweit organisierten EmbryofetischistInnen nach wie vor entweder Opfer oder Huren und Mörderinnen. Selbstbestimmung gibt es für diese FrauenverachterInnen einfach nicht, auch nicht theoretisch. Denn Frauen, die der Religion und dem Staat nicht dienen wollen, sind einfach eine Gefahr für ihre maskulistische Ideologie.

Die Jugend hatte schon viele Vorsitzende: z.B. Roland Biermeier, jetzt Theologe und Verantwortlicher für das erzkonservative Kath.net. Ihm werden beste Kontakte zum abgedankten Kirchenradaubruder Krenn nachgesagt, der ihm über die Bischofskonferenz das Geld für sein tolles katholisches Medium zukommen ließ. Er dürfte auch der Gestalter der Youthforlife.net-Website sein.
Gudrun und Jutta Lang (beide ebenfalls ehemalige Vorsitzende der "Jugend für das Leben", Jutta ist immer noch deren Pressesprecherin) sind Absolventinnen des äußerst umstrittenen und extra auf Wunsch des Papstes installierten "International Theological Institute for Studies on Marriage and the Family" / Maria Thron in der Kartause Gaming. Chef dieses Institutes ist ein Studienkollege Schönborns: Prof. Michael Waldstein, Vater von 8 Kindern und Sohn des Opus Dei- Mitgliedes und Verfassungsrechtlers Prof. Wolfgang Waldstein, welcher versuchte, die Fristenlösung vor dem Verfassungsgerichtshof zu kippen, sie bis heute als verfassungswidrig bezeichnet und bekämpft. Grand Chancellor des Institutes ist Christoph Kardinal Schönborn, mit ihm gemeinsam besuchte Gudrun Lang den Papst.

Auf internationalem Parkett

Die erzkatholische Karrieristin Lang wird auf der Homepage des Institutes extra ausführlich beworben: "The Battle of Human Dignity. Dr. Gudrun Kugler-Lang (MTS 1999), Austria. After Gudrun graduated, she earned her law degree and entered the front battle lines on the international level, fighting for human dignity. As Director of World Youth Alliance - Europe (WYA) from 2001-2004, she helped to give young people a voice at the EU and UN on questions of human dignity. With a membership of over one million young people worldwide, the World Youth Alliance has a voice that the UN and European institutions have to listen to", as a "global coalition of young people and youth organizations", the WYA pledges to promote the dignity of the human person, states that it is intrinsic and inviolable and that this dignity begins at conception and extends through natural life. See: http://www.wya.net ". Deutlicher spricht da über die European Youth Alliance im Bunde mit Human Life International (HLI) ein kürzlich erschienener Bericht in der Financial Times: Aufgabe der "Jugend" ist die Vertretung von HLI-Interessen in diversen UN- und EU-Frauengremien, um die legale Abtreibung zu beseitigen, bzw. zu (re)kriminalisieren. Interessierte können hier die Details nachlesen: Thema: "Kreuzzug nach Brüssel."

Langs Lebenslauf und ihre Arbeit gegen die Abtreibung führten zum Jubel bei den zahlreichen Gleichgesinnten, endlich eine stramme Vorzugsstimmen-Kandidatin für den Wiener Gemeinderat. Doch daraus wurde wegen des Übereifers der fanatischen Gebärmuttermilizen leider nichts. Denn diese warben mit unerträglichen, bisher beispiellosen Mitteln für ihre Hoffnungsträgerin und der Schuss ging nach hinten los. Lang heiratete den ehemaligen Pressesprecher des Opus Dei Österreichs, Martin Kugler. 2005 gründeten sie die Consulting-Firma KAIROS, welche die Kampagne "Europa für Christus!" initiiert hat und leitet.

HLI-Propagandaarbeit an den Universitäten Österreichs

Der Jugend ist es, so scheint es, in den Katholischen Hochschulgemeinden zu eigenbrötlerisch geworden. Das Beten und Braten im eigenen Saft genügen nicht mehr. Daher strebt sie - nicht nur mit Aktionen wie Lichterketten, Demonstrationen, Bündnissen für "das Leben" und Pro-Life-Märschen - verstärkt an die Öffentlichkeit und ist jedes Mal frustriert, ob der Empfänge, die Feministinnen und Parteien ihnen dabei liefern. Sogar der Effe und Volksanwalt Stadler wurde anlässlich einer kurzfristig veränderten Demo-Route in Linz angerufen, weil sich die Jugend der Meinungs- und Versammlungsfreiheit beraubt sah. Nicht wegen der GegendemonstrantInnen, sondern wegen eines gleichzeitig in Linz abgehaltenen Ärztekongresses.
Zunehmend drängt die Antiabtreibungsbrigade
nach amerikanischem Musterin in die Universitätshörsäle, wie zuletzt ins NIG am 18. Mai 2006 und nochmals am 13.6.2006. (Am 13.6. wollte eine "Lebensberaterin" und Bereichsleiterin der Österr. Lebensbewegung über ihre schlimmen Erfahrungen mit einem Schwangerschaftsabbruch berichten, dieser Auftritt wurde jedoch vom Rektorat nach zahlreichen Frauenprotesten nicht zugelassen). Thema des geplanten Vortrages am 18.5.: "Abtreibung & Machtmissbrauch - Ideologische Hintergründe struktureller Gewalt (in der Ideologie der Abtreibungsbefürworter)". Auch daraus wurde nichts, weil empörte Feministinnen eine Gegenaktion auf die Beine stellten und die wenigen Interessierten mit Transparenten und Sprechchören über Frauenrechte und vor allem die Militanz von HLI und rechten Organisationen wie der "Jugend" aufklärten. Die eiligst vom Universitätspersonal herbeigerufene Polizei verhielt sich ungewöhnlich moderat und versuchte zu schlichten. Was dann an "Vortrag" des derzeitigen Vorsitzenden der Jugend, DI Martin Minkowitsch, geboten wurde, war eine Darbietung der Extraklasse. Der Studentenfachvertreter und Doktorandenbetreuer der BOKU Wien lieferte ein Schauspiel an Dummheit, gepaart mit präpotentem Sexismus und kritzelte mit Kreide moralinsaure, katholische Sprüche an die Tafel, um wieder nur Gelächter und Spott zu ernten.
Diese Session wurde selbstverständlich von Verbündeten eifrigst in HLI-Manier gefilmt, um anschließend auf der eigenen Homepage zu titeln: "HOT: Pöbelnde Randalierer beim Vortrag "Abtreibung & Machtmissbrauch - Ideologische Hintergründe struktureller Gewalt" an der Wiener Uni zeigen glaubwürdig die Gewalt der Abtreibungsbefürworter gegen ungeborene Kinder in Österreich. Die Polizei schützte die Veranstaltung", um die Militanz der Frauen zu unterstreichen (was auch zu den einschlägigen Strategien von "Pro-Life" gehört).

ein Bericht mit Fotos dazu: http://at.indymedia.org/newswire/display/55610/index.phpAntisexismus 

 

Wie weit werden sie gehen, um Frauen wieder ins Kriminal zu drängen?

Derzeit bereitet die Jugend den "Lebensmarsch 2006" durch Österreich vor, der am Samstag, den 5. August, in Wien enden soll. Wieder einmal prangt schon die Grussbotschaft von Kardinal Schönborn auf der Website und für Bischof Laun ist es ein Must, diesen Marsch gegen Frauenrechte aktiv zu begleiten. Motto des Marsches 2006:
Wie weit würdest Du gehen, um ein Menschenleben zu retten?


Aber auch das Donauinselfest ist ihnen ein Anliegen. Wie schon Jahre zuvor, wird es wieder eine Katholische Jugendbühne auf diesem Roten Fest geben. Mit "Rock for Life" fängt man die "Generation next", also Girlies, die die Rockstars auf der Bühne anhimmeln. Eine gute Möglichkeit, die Antiabtreibungspropaganda an die gerade heranreifenden Frauen zu bringen. Und weil dies offenbar so "in" ist, folgt das nächste "Rock for Life"Spektakel gleich im Juli auf der Prater Kaiserwiese (http://www.crossnet.at/ bzw. http://www3.calvarychapel.com/vienna/rock4life.htm )
Die Jugend wirbt plötzlich unverhohlen offen gemeinsam mit dem HLI-Lebenszentrum Salzburg für die Bühne am Donauinselfest mit einem Textwettbewerb, dessen 1. Gewinn ein Backstagebesuch sein wird. Proponent des Lebenszentrums ist der HLI-Aktivist und spätere Krenn-Seminarist Johannes Bucher, der jahrelang vor der von HLI inzwischen in den Ruin getriebenen LUCINA/MAIRO-Klinik im 2. Wiener Gemeindebezirk aktiv war und dabei eines Tages auf dem Asphalt auf die Knie fiel und laut rief: "Herr, gibt mir die Kraft, diese Klinik in die Luft zu sprengen!" (Mal sehen, ob - wie zuletzt 2004 - der Vorsitzende der SPÖ, Alfred Gusenbauer, auch heuer wieder Backstage hinter der "Key2Life"-Bühne der Katholischen Jugend anwesend sein wird, um den "Jugendlichen" zu ihren Umtrieben zu gratulieren?)

Die frühere Eigentümerin der LUCINA-Klinik, dem Dauereinsatzgebiet Buchers, lebt heute - Dank der Versäumnisse von Politik-, Polizei- und Justizapparat und deren Schlamperei und Wurschtigkeit gegenüber dem Terror von Human Life/Ja zum Leben Austria und deren Verbündeten - von Sozialhilfe und hat alles verloren, was sie einst besaß.
Drum sollten engagierte Feministinnen es nicht versäumen, diese Jugend samt ihren Machenschaften als das zu erkennen und zu bekämpfen, was sie ist: eine global vernetzte, rechtsradikale, sexistische und gut unterstützte fundamentalistische Bruderschaft, die gemeinsamt und organisiert gestoppt werden muss.
Bevor es zu spät ist.

Viktoria Roth © 06-2006 (Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin)

*(nachzulesen auf http://www.jugendfuerdasleben.de: Aktionen: "Gehsteigberatung:
Wie du sicherlich weißt, werden täglich in deutschen Kliniken und Arztpraxen um die 1000 ungeborenen Babys im Mutterleib durch Abtreibung brutal getötet. Diesem schrecklichen Tun wollen wir nicht tatenlos gegenüberstehen. Wir wollen nicht wegsehen, was da passiert und die ungeborenen Kinder nicht alleine lassen. Sie haben nur uns und darum möchten wir für sie kämpfen, auch noch in der letzen Sekunde. Die Frauen, die so verzweifelt sind, dass sie meinen ihre Kinder abtreiben zu müssen, werden auf dem Weg in die Abtreibungsklinik angesprochen. Wir bieten ihnen alle Hilfen an und versuchen so das Kind und die Frau, die ja unter der Abtreibung auch meist ein Leben lang leidet, noch zu retten. Wir wollen den Frauen sagen, dass sie nicht alleine sind, und dass wir es zusammen schaffen werden, so dass sie ein „Ja“ zum Leben, zu ihrem Kind doch noch sagen können. Viele Babys wurden so bereits ganz konkret und noch kurz vor ihrem Tod gerettet, und mindestens genauso viele Dankesbriefe sind von den überglücklichen Mamis und auch Papis eingegangen, die das Lächeln ihres Babys nie mehr missen möchten. Du kannst diese Beratung, in Seminaren lernen, oder einfach mal mitkommen. Vielleicht sterben auch in deiner Stadt Kinder in den Kliniken, und haben Niemand der sich um ihr Leben bemüht und den Müttern und Vätern Mut macht."

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Anmerkungen:

Die wohl mächtigste Familienorganisation Österreichs stellt mit rund 60.000 Mitgliedfamilien der 1953 gegründete "parteiunabhängige" Katholische Familienverband dar. Noch rechter scheint der Österreichische Familienbund, der sich ebenfalls als "parteiunabhängig" und zudem als "überkonfessionell" darstellt, jedoch als ÖVP-nahe und kirchenfundamentalistisch zu charakterisieren ist: Der Präsident, Otto Gumpinger, ist Landtagsabgeordneter der ÖVP in Oberösterreich; der Vizepräsident, Peter Pitzinger, ist Familienreferent und Sektenbeauftragter des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung, daneben betätigt er sich als Mitglied im Initiativkreis für Bischof Krenn und kämpft gegen Frauenpriestertum, Kirchenvolksbegehren und Wiederverheiratung Geschiedener. Der Familienbund ist jedenfalls in die Front erzkonservativer Familienlobbyisten einzurechnen. Eine Vorfeldorganisation der SPÖ, die "Kinderfreunde", versucht sich seit Jahren als sozialdemokratischer Konterpart zu behaupten, ohne jedoch m.E. vergleichbare Effektivität ihrer familienpolitischen Einflußarbeit verbuchen zu können.
Quelle: Paradise lost: http://evakreisky.at/onlinetexte/familie_kreisky.php

Die "Österreichische Lebensbewegung" wird in der aktuellen Frauenratgeberin des Ministeriums für Gesundheit und Frauen als Beratungseinrichtung für Schwangere geführt.
Die Website ist unter http://www.lebensbewegung.at/ abrufbar. Als Förderer scheinen das Familienreferat NÖ und das Ministerium für Gesundheit und Frauen auf. 

Bischof Ludwig Schwarz arbeitet seit langem mit Human Life International und der Jugend für das Leben zusammen. Ein aktueller Kath.net Bericht schildert nun seine erstmalige Teilnahme an einer der langjährig von HLI praktizierten "Vigils" vor die Klinik in Linz. Diese Demonstrationen starten mit einer Messe in der Kirche, marschieren vor die jeweilige Klinik, an der Abbrüche durchgeführt werden und marschieren wieder in diese Kirche zurück. Die Requisiten dabei: ein Bild der Madonna von Guadalupe, überdimensionierte Sujets von Embryonen, welche genau jener Entwicklungswoche entsprechen sollen, bis zu der legal abgebrochen werden darf. Überdimensionierte Abbildungen von zermanschten Föten, Rosenkränze und Funkgeräte, mittels derer die Aufmärsche und gesteuert werden.

Auch Bischof Laun gehört zu den Unterstützern von HLI bei derartigen Aufmärschen. Gleichzeitig ist Laun immer in die Pro-Life-Märsche der Jugend für das Leben involviert.

Ein Bericht über den Auftritt im NIG in Wien am 18. Mai 2006 samt Fotos findet sich auf: http://at.indymedia.org/newswire/display/55610/index.phpAntisexismus

http://www.puercher.at/twb.htm

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