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    DAS AMERIKANISCHE MODELL

    Und 1997 passierte es dann: das amerikanische Modell wurde in Form von Pro-Life-Marsch und von HLI Austria (Ja zum Leben) importiert. Die Pro-Life-Märsche von Youth for Life wurden so gut wie von allen Bischöfen unterstützt, im Fall HLI steht defakto der Vatikan hinter der Politik, aus Österreich eine vatikanische Bananenrepublik in Sachen reproduktive Rechte der Frauen zu machen. Auch wenn Dietmar Fischer, Organisator und Verantwortlicher von HLI-Austria nun plötzlich versucht zu behaupten, er wäre gar nicht der Verantwortliche und ausserdem hätte er mit Amerika nichts zu tun, weil die engagierten Linken ihn mittlerweile öffentlich als "Fischer ist ein Terrorist" bezeichnen: die Beweise für seine Funktionen liegen vor. Und die verwendeten rabiaten Methoden sind die in U.S.Amerika und Kanada erprobten.

    Die Creme de la Creme des reaktionären Klerus ist somit in Österreich mit verteilten Rollen am Werk, um die Abtreibung um jeden Preis in Frage zu stellen! Genauer sieht dies folgendermassen aus:

    Jugend für das Leben (jetzt im Internet unter www.youthforlife.net zu finden) organisierte im Sommer 97 nach amerikanischem Vorbild zum ersten mal den Pro-Life-Marsch von Salzburg über OÖ, NÖ nach Wien.

      "You are doing the most important thing in the world", sagte der Papst einmal anlässlich des Empfangs von Lebensschutzgruppen.

      In den USA wird jedes Jahr von der franziskanischen Universität von Steubenville ein Pro-Life-Marsch durch die USA, der ca. 3 Monate dauert, organisiert..."

      "’Warum aber nur in den USA?’, fragten wir uns. ‚So beschlossen auch wir etwas Ähnliches in Österreich zu organisieren’..."

    Mit von der Partie war Weihbischof Dr. Andreas Laun, weithin bekannt als militanter Frauen- und Schwulenhasser. Er zeichnete sich durch einen Vortrag während dieses Marsches aus, damit die lieben Kleinen gleich bescheid wissen, wo es lang geht:


      "Bomben vor der Abtreibungsklinik – gibt es moralische Grenzen im Kampf gegen die Abtreibung?"

    Wer solche Ideen durch seine Gehirnwindungen preschen lässt, ist als kaltblütig zu bezeichnen. Vielleicht aber gerade deswegen wurde Jugend für das Leben prominent eingepascht:

      "Ihre Initiative, für den Sommer 1997 einen Pro-Life-Marsch" durch Österreich, der in Salzburg beginnen und in Wien enden soll, halte ich für sehr positiv." (Familienbischof DDr. Klaus Küng, Feldkirch).

      "Was Sie tun ist Zeugnis und für das Leben bedeutsam!" (Diözesanbischof Maximilian Aichern, Linz),

      "Gerne unterstütze ich Eure gute Initiative (...)" (Erzbischof Eder, Salzburg),

      "Gerne unterstütze ich dieses Bemühen und wünsche ihm reichen Segen" (Erschbischof Dr. Christoph Schönborn, Wien)

    und auch der Herr Landeshauptmann Pühringer versicherte, dass er gerne die geplante Aktion....

    Aber auch Dietmar Fischer mit Ja zum Leben, HLI-Österreich, war auf dem Plan. Er und seine Rosenkranzbande marschierten nach Golgotha, welches auf dem Fleischmarkt sein soll, wo ihrer Meinung nach gemordet und unschuldiges Blut vergossen wird, um gegen das Abtreibungsgeschäft anzubeten. Wohl wissend, wer tatsächlich mordet, droht, Attentate sonstiger Art, Brandstiftungen, Sachbeschädigungen aller Art begeht. So sehr sogar, dass auf der Seite von HLI International ein Aufruf zur Gewaltlosigkeit aufgetaucht ist.

    Bis zum heutigen Tag treiben sie dort ihr Unwesen. Die Klinik aber hat sich sehr bald von jeglicher Medienberichterstattung vertschüsst. Sie wollen keine Politik vor Ort: "...demonstriert’s doch wo anders", war es, was Feministinnen sehr bald zu hören bekamen. Die Belästigungen der Patientinnen durch Pro-Life-Terror gehen bis zum heutigen Tag weiter!

    Zum Abschluss des Marsches in Wien auf dem Stephansplatz war eine Tribüne installiert worden. Der Kinderkreuzzug trudelte, uniformiert mit T-Shirts, auf denen ein EKG-Graffiti als Logo des Herzschlages der "Ungeborenen" zu sehen war, ein. Wacker setzen sich diese gehirngewaschenen und eingeschüchterten Kids für das Recht auf Leben ein, denn was Gretchen nicht lernt, lernt Gretl nimmermehr... das ist der Zweck der weltweiten Übung... Bischof Laun echauffierte sich über Bruno Kreisky, den grössten Verbrecher in Österreich, der die Fristenlösung durchgesetzt hat. (Als Juden hat er ihn nicht beschimpft, das überlässt er vielleicht doch lieber anderen). Und selbstverständlich war seine Hochwohlgeboren Vincenz Lichtenstein, Bundesrat und Steirischer Botschafter in Wien, auch vertreten.

    In der Kirche selbst, wo der Vorzeige-SOS-Mitmensch Schüller die Abschlussmesse für diesen Pro-Life-Marsch hielt, kam es dann zum Eklat. Während seiner Predigt sprangen ca. 10 beherzte Emanzen auf, liefen in das Mittelschiff, um seine Lobespredigt für die Pro-lifer zu stören:

    "Für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, über ihren Körper und ihr Leben!"

    skandierten die Frauen mehrmals und wurden dabei brutalst von Pro-lifern, Domwache und Staatspolizisten, die sich in der Kirche befanden, attackiert und hinausgeschleift. Schüller machte nicht einmal irgendeinen Versuch, diese Brutalität zu stoppen. Draussen wartete schon einer ihrer Leute mit einer Videokamera, alle Frauen wurden gefilmt (Videoaufnahmen und auch die Ausrüstung mit Walky-Talkies gehören zur Standardausrüstung z.B. von HLI). Einige Frauen wurden von der Stapo zur Ausweisleistung gezwungen, auch solche, die gar nicht im Dom waren... fast wäre eine Frau verhaftet worden. Im Dezember des Jahres trudelte bei einigen die Benachrichtigung der Staatsanwaltschaft ein, dass die Anzeige zurückgelegt wurde -und die zum Teil handflächengrossen Blutergüsse auf den Brüsten der angegriffenen Frauen waren inzwischen auch abgeklungen.

    Ein weiterer Marsch fand im Folgejahr statt, der Marsch kam diesmal von Bayern aus.

    Für heuer haben sich die Leute, die hinter "Jugend für das Leben" stehen (und das sind keine Jugendlichen, sondern Profis!) ein Super-Schmankerl ausgedacht: Ein Typ der Kelly-Family gibt ein Konzert in der Kirche am Pöstlingberg. Die Kirche scheint zu bersten, die Anmeldungen liefen über das Internet per e-mail. Mit Speck fängt man Mäuse. Vorher eine Woche lang Remmi-Demmi gegen die Abtreibung in der Stadt Linz: "Aktion Eva" nennt sich so was. Denn im Linzer LKH werden Abbrüche durchgeführt. Vorher war Salzburg dran: dort gibt es Abtreibungen im LKH nur auf Indikation, aber z.B. nicht nach Vergewaltigung!

    Ein Blick auf die Homepage hat die Autorin fast vom Hocker gehaut: rd. 70 Linkadressen der Kollegen "Lebensschützer" international sind auf dieser Seite zu finden. (Und ein Hinweis auf diese Tatsache findet sich sogar auf einer US-pro-Choice-Seite!). Die Seite wird täglich updated und ist professionell gemacht. Und wenn es um die Erhöhung des Schutzalters auch für Lesben geht, weil das Schutzalter für Schwule nicht gesenkt werden darf und sich die kath. Männerbewegung erdreistet, Homosexuelle zu segnen, weil Pfaffen dies auch mit Autos, Pferden, Kanonen tun, sind sie nicht faul und linken aufs Kath-net um, wo die Bischöfe ihre aktuellsten energischen Contra-Ergüsse liefern! Und diese schlagen haarscharf in die Kerben von HLI made in USA.



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