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DIE BEGINEN 
eine mittelalterliche Lebensgemeinschaft von Frauen
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Verfolgung
& Niedergang
Dem erstarkenden Christentum und den Stadtherren waren die zunehmende
religiöse Selbstständigkeit ein Dorn im Auge. Da die
Beginen auf eigene Rechnung, d.h. zunftunabhängig produzierten,
und somit eine ernsthafte wirtschaftliche Konkurrenz für
die Zünfte darstellten, begann sich auch bei den Zünften
Unmut zu regen. Die Amtskirche versuchte zunehmend, Kontrolle
über die Beginen zu bekommen, wobei sie auch in den Verdacht
kamen, ketzerisches Gedankengut zu verbreiten. Papst Clemens V.
entzog den Beginen auf dem Vienner Konzil 1311 die Anerkennung
des laienreligiösen Standes.Vorerst blieb diese Aberkennung
aber ohne Wirkung für das alltägliche Leben, und Mitte
des 15. Jahrhunderts stellte Papst Eugen IV. die "rechtgläubigen"
Beginen wieder unter den Schutz der katholischen Kirche - doch
die Anerkennung der Beginen als laienreligiöser Stand war
umstritten und das Recht auf ökonomische und religiöse
Unabhängigkeit mussten sie sich immer wieder erstreiten.
Nichtsdestotrotz hielt sich die Bewegung über vier Jahrhunderte.
Die religiöse Begeisterung der Beginen und ihre Unabhängigkeit
von männlicher Bevormundung erregten immer wieder das Misstrauen
der kirchlichen Obrigkeit, des Rates und der Zünfte. Papst
Pius V. erließ 1566 eine Verfügung, die den Zusammenschluss
von Frauen zu einem Orden neu regelte. Er wünschte, dass
alle Frauen den Nonnenschleier nähmen und sich festen Regeln
unterwürfen.
Da aber Nonnen keine theologischen Inhalte mehr lehren oder diskutieren
durften (Frauen generell war zu dieser Zeit der Zutritt von Universitäten
untersagt), lieferte dieses Verbot den Vorwand, den "Orden"
(der ja keiner war) zu verbieten und ihr Vermögen zu beschlagnahmen.
Dem Konzil von Vienne diente es als Ausrede, die lehrenden Beginen,
ihres Landes und ihrer Häuser zu berauben:
"Es ist uns berichtet worden, daß
bestimmte Frauen, gemeinhin Beginen genannt, von einer Art Wahnsinn
befallen, die Heilige Trinität disputieren und das göttliche
Wesen, und Meinungen über Dinge des Glaubens und die Sakramente
vertreten. ...Da diese Frauen niemanden irgendeinen Gehorsam versprechen
und nicht auf ihren Besitz verzichten oder sich zu einer genehmigten
(Ordens-)Regel verpflichten, ...haben wir beschlossen und mit
der Zustimmung des Konzils erklärt, daß ihre Art zu
leben für immer verboten ist, und daß sie alle zusammen
aus der Kirche Gottes aufgeschlossen sind."
Erst die Reformation des 16. Jahrhunderts führte zur Auflösung
der Beginenkultur. Nach der Reformation wurden die meisten Beginenkonvente
aufgelöst. Die Ansichten Luthers, dass Frauen ausschließlich
zu Hausfrauen und Müttern geschaffen seien, griffen immer
weiter um sich. Alleinstehende Frauen, und solche, die mit anderen
in Gemeinschaften lebten, sanken immer mehr im öffentlichen
Ansehen. Im 16. Jahrhundert wurden Beginen auch als Hexen verfolgt.In
den Niederlanden und in Deutschland wurden die Beginenkonvente
aufgelöst. Die Frauen wurden regelrecht auf die Straße
gesetzt, und galten mancherorts als vogelfrei. Die Beginen traten
gezwungenermaßen anderen Orden bei, ihre Besitztümer
wurden übernommen.
Aber noch bis weit in die Neuzeit hinein existierten mancherorts
Beginen, z.B. in Belgien, wo einige Konvente - wie etwa der Beginenhof
von Kortrijk - erhalten blieben. Hier lebte bis 1981 die letzte
europäische Begine. Im Dezember 1999 ernannte die UNESCO
12 Beginenhöfe in Flandern zum schützenswerten Weltkulturerbe.

Begine bei einer Wasserpumpe, 1930
Foto: The
Beguinage of Hoogstraten
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