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Demeter



Sonne DEMETER, CERESSonne
Getreidegöttin
Vegetationsgöttin
Erdmutter, Kornmutter
Göttin der der Zauberinnen
Göttin der Fruchtbarkeit und Regeneration
Demeter

Spirale Über die Bedeutung des Namens dieser Göttin habe ich verschiedene Deutungen gefunden:

  • De steht für Dea (was Göttin bedeutet) und meter bzw mater heißt Mutter. Daraus ergibt sich: Dea Mater = Mutter Göttin.
  • Der Name Demeter geht zurück auf das griechische meter (Mutter) und de(=Delta, Dreieck: ist ein altes Symbol für die Vulva. Das Dreieick deutet auch auf die Trinität der Göttin hin).
  • Der Name Demeter bedeutet das Tor zum Geheimnis des Weiblichen, oder auch das Tor des rätselhaften Weiblichen, die Wurzel, aus der Himmel und Erde entsprangen
  • Raoul Schrotts Variante gefällt mir fast am besten, da er auch den dunklen, furchterregenden Aspekt der Göttin mit einbezieht.
    Er sagt:"Die Göttin Demeter hieß eigentlich die Da-Mater, die Mutter Da, und das Da war ein Lallname. Man konnte sie nicht nennen, sonst wäre sie plötzlich in ihrer ganzen Schrecklichkeit aufgetaucht, und das wollte man nicht, also hat man sie Da genannt, ein abstrakter Name, der nichts bedeutet."

SpiraleWer ist sie also, Demeter, die Mutter-Göttin, deren Delta das Tor zum Geheimnis des Weiblichen ist und die so schrecklich ist, dass man es nicht wagte, ihren Namen auszusprechen?

Demeter ist eine sehr alte, aus frühester Zeit stammende Muttergöttin, deren triadischer Charakter vollständig erhalten blieb, denn Demeter ist zugleich Kore, Persephone und Hekate:

 

  • Kore: Mädchen, junge Frau, das grüne Getreide
  • Persephone: Mutter, Erwachsensein, die reife Ähre
  • Hekate: die Alte, der Tod, das geerntete Korn

 

Demeter mit Sichel und Korn

Demeter, die Mutter-Göttin, herrscht über alle Formen der Fortpflanzung und der Erneuerung des Lebens - nicht nur, aber vor allem bei den Pflanzen. Demeter ist die griechische Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus, die als Mutter Erde (Erdmutter) verehrt wurde. Bei den Römern wurde sie Ceres genannt. Demeter verweilte lieber auf der Erde, denn sie fühlt sich mehr mit den Menschen auf der Erde verbunden, als mit den Göttern oben am Olymp, das machte sie auf dem Olymp eher zur Außenseiterin.
Sie ist die Göttin der Erde, des Wachstums, der Reife und somit die Schutzgöttin für alles, was wächst: Menschen, Tiere und Pflanzen. Demeter bringt alles Leben auf der Welt hervor, das nach dem Tod wieder zurück in ihren Schoß fällt. Demeter stellt die Verbindung zwischen Sterblichen und Unsterblichen dar und begleitet die Menschen auch im Sterben und in den Tod. So können wir Demeter in Ritualen, die Altes sterben und Neues hervorbringen sollen, anrufen. Demeter wurde und wird besonders von Frauen verehrt, bei denen sie schon immer in hohem Ansehen stand.

Demeters Attribute sind: Weizenähre und Mohn, zur Fortbewegung benutzte sie zu Lande ein Schwein(!), im Wasser einen Delphin. Blumen, Früchte und Samen erinnern an sie als Herrin der Pflanzen. Sie wird häufig mit einer Mohnblume in der Hand dargestellt. Um sie und den Mohn ranken sich verschiedene Sagen: So soll Demeter Samen des Schlafmohns genommen haben, um im Schlaf und Traum ihren Kummer und Schmerz zu vergessen. Doch das Zentrum ihrer Macht ist das Getreide!

Labrys Demeter trägt eine Labrys als Zepter. Die zwei Mondsicheln symbolisieren die Polarität unseres Daseins:
die schöpferische Kraft, die Schaffung von Leben, aber auch Zerstörung und Tod. Die Doppelaxt ist auch als Kult- und Machtsymbol bei den Amazonen zu finden.

SpiraleDemeter-Kult
Die Geschichte über den Raub ihrer Tochter Persephone habe ich im Göttinnenportriat der Baubo genauer erzählt, da ich finde, dass diese Geschichte mehr über Baubo als über Demeter aussagt. Doch da die Schicksale Demeters und Baubos eng miteinander verknüpft sind, beschreib ich sie hier nochmal kurz:
Hades, der Gott der Unterwelt, brauchte dringend eine Frau, und da sich keine fand, die freiwillig in die Unterwelt ging, und keine Mutter ihre Tochter in die Unterwelt schicken würde, entführte er kurzerhand Demeters wunderschöne Tochter Persephone. Hades und Zeus hatten nämlich beschlossen(!), dass Persephone Hades' Frau werden sollte. Demeter war darob voller Trauer und Schmerz, überall suchte sie nach ihrer Tochter und nirgends konnte sie sie finden. Schließlich wurde sie sehr zornig und verfluchte die Erde, indem sie alles verdorren ließ und nichts wuchs und gedieh mehr, die Menschen und Tiere drohten zu verhungern. Da kam Baubo, um Demeter aufzuheitern: Sie wackelte mit ihren Brüsten, lüpfte die Röcke und grinste Demeter mit ihrer Vagina an, worüber Demeter unbändig lachen musste und wieder fröhlich wurde: und Demeter machte die Erde, die Menschen und die Tiere wieder fruchtbar.

Sie gründete die Eleusinischen Mysterien, die in Griechenland fast 2000 Jahre lang gefeiert wurden. Erst im Jahr 396 n.Chr. wurde dieses älteste religiöse Zentrum Europas zerstört. In den Eleusinischen Mysterien, deren Teilnahme nur einziges Mal im Leben eines Griechen erlaubt war, und von Philosophen, Dichtern und Politikern als Höhepunkt eines Lebens beschrieben wurde, vermittelte die Göttin der Fruchtbarkeit den Teilnehmer/innen das Mysterium von Geburt und Tod; die Kunst, sich am Leben zu erfreuen und zu sterben, ohne den Tod fürchten zu müssen. Die athenischen Gesetze verlangten bei Androhung der Todesstrafe ein absolutes Schweigen über die Vorgänge in Eleusis. So kennen wir den vollen Inhalt und die Bedeutung der Mysterien Demeters nicht, doch ungefähr so dürfte dieses Ritual abgelaufen sein: Nach langer Vorbereitung wurden die Initianden in einen Raum gebracht, wo sie (oft bis zu 3000 Menschen gemeinsam) eine Nacht in Meditation schweigend verbrachten. Vorher entledigten sie sich aller Hüllen: körperlich, seelisch und geistig. Den Höhepunkt der Zeremonie bildete das Erlebnis des blendend weißen Lichtes, das sie bei geschlossenen Augen wahrnahmen. Wem dieses Erlebnis des Urlichts zuteil wurde, der hatte damit die Gewissheit der Geborgenheit in der Urkraft und lebte fortan auch äußerlich als verwandelter Mensch.

Demeter mit Sichel

Ein weiteres Hauptfest des Demeter-Kultes waren die Thesmophorien, ein weibliches Fruchtbarkeitsfest, dem kein Mann beiwohnen durfte. Das Fest der Thesmophorien fand in Athen alljährlich im Spätherbst zur Zeit der Aussaat statt. Während drei (andere Quellen sagen fünf oder zehn)Tagen feierten die Frauen Griechenlands dieses Fest zu Ehren der Demeter. Die Tage hatten eigene Namen: Anodos (Hinaufsteigen, Aufstieg), Nesteia (das Fasten) und Kalligeneia (heißt in etwa: schöne Geburt, das Wort wurde auch als Name von Geburtsgöttinnen verwendet).

Am ersten Tag (Anodos) stiegen die Frauen mit ihrer Ausrüstung, den Nahrungsmitteln und Ferkeln zum Tempel der Demeter auf und schlugen ihr Lager für die nächsten Tage auf. Sie wohnten in improvisierten Hütten und saßen am Boden und schliefen auf einem Lager aus Lygos-Pflanzen(Mönchspfeffer). An diesem Tag feierten sie die Rückkehr und den Aufstieg der Persephone aus der Unterwelt. Am zweiten Tag (Nesteia) fasteten die Frauen, und am dritten Tag (Kalligeneia) fanden Opfer und wohl auch ein Festmahl statt.
Bestimmte Frauen, die "Schöpferinnen" genannt wurden, holten aus Gruben, in denen sich Schlangen befanden, die durch Geräusche vertrieben werden mussten, die Überreste von Ferkeln, Gebäckstücken in Schlangen- und Phallenform und Kiefernzapfen herauf. Das Heraufgeholte wurde dann wie Getreide als "Düngemittel" auf den Altar gelegt und später dem Saatgut beigemischt, um eine gute Ernte zu erlangen. Eine gute Ernte war sehr wichtig, denn der tägliche Bedarf der Bevölkerung an Lebensmitteln wurde allein von der heimischen Landwirtschaft gedeckt. Landwirtschaft hatte im antiken Griechenland einen sehr hohen Stellenwert, der ganze Mittelmeerraum war zu dieser Zeit von einer guten, jährlichen Ernte und der Fruchtbarkeit der Nutztiere abhängig. Und weil Demeter somit für das Überleben der Menschen sorgte, wurde sie allgemein als Spenderin von Lebenskraft angesehen, und sie wurde auch um die Fruchtbarkeit der Frauen gebeten.

SpiraleIn Mykenä, einer der frühesten Kultstätten Demeters, standen Kuppelgräber mit dreieckigen (das Delta!) Eingangspforten. Ihren kurzen, scheidenartigen Durchgängen und ihre runden Wölbungen symbolisierten den Mutterleib der Göttin, den Schoß der Wiedergeburt. Eingangspforten waren den Frauen geweiht: die Sumerer z.B strichen sie rot an, um das weibliche Blut des Lebens zu veranschaulichen. Das Symbol des Mutterbauches findet übrigens sich auf der ganzen Welt: ich denke da z.B an die Hügelgräber der Wikinger, die indianischen Tipi, die Iglus der Inuit, die Rundhütten verschiedener afrikanischer Völker usw usf...

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