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Viele Frauen wählten den Weg in die religiöse Lebensweise:
Das Leben im Kloster war für Frauen die einzige Möglichkeit,
ein Leben abseits von Ehe, Mutterschaft und Abhängigkeit zu
führen. Männliche Bevormundung gab es im Kloster generell
nicht. Die Klöster waren für die Frauen Zentren der höheren
Bildung, da ihnen der Zugang zu Schulen und Universitäten verschlossen
war. Die Zisterziensernonnen waren berühmt als Lehrerinnen,
bis ihnen verboten wurde, weitere Klosterschulen einzurichten.

Quelle: SWR
PG-Multimedia
Als die christlichen Gesetze auch in die Eigentumsrechte der Frauen
eingriffen, legten viele adlige Frauen das Gelübde ab, um ledig
zu bleiben und/oder ihren Reichtum vor den Ansprüchen der Ehemänner
zu schützen.
Die Kirche begann im 12. und 13. Jh. die Rechte der Frauenklöster
zu beschneiden, indem sie das Eigentum der Nonnen für sich
beanspruchte und die Nonnen dem männlichen Klerus unterordneten.
Seit dem 12. Jh. standen Klöster unter dem zunehmenden Druck,
die Regeln der strengen Abgeschlossenheit zu übernehmen und
die Nonnen in strikter Trennung von der Welt zu halten. Viele Klöster
wurden mit der Exkommunikation bedroht, mit Auflösung oder
sogar mit der Verfolgung durch die Inquisition, um sie zu einer
strengen Abgeschlossenheit zu zwingen. Nonnen durften keine theologischen
Inhalte mehr lehren oder diskutieren. Dieses Verbot lieferte den
Vorwand, ihre Orden zu verbieten und ihr Vermögen zu beschlagnahmen.
Dem Konzil von Vienne diente es als Ausrede, die lehrenden Beginen
ihres Landes und ihrer Häuser zu berauben.
Beginen waren unabhängige, selbstständige Frauen im Mittelalter,
die entweder nicht heiraten wollten oder konnten. Sie lebten in
großen oder kleinen Zusammenschlüssen, Beginenhäuser
oder Beginenhöfe genannt, und widersetzten sich den aufkommenden
gesellschaftlichen Zwängen. Ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit
erlangten sie durch das Einbringen ihrer jeweiligen Besitztümer,
Mitgiften, erlernten Fähigkeiten und durch ihre Arbeit. Sie
legten Wert darauf, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Beginen waren zum Beispiel als Hebammen, Lehrerinnen; eigentlich
in allen Gewerken und im Handel tätig.
Doch der wirtschaftliche Erfolg der Beginen (die Blütezeit
war im 13. und 14. Jahrhundert) und ihre zunehmende religiöse
Selbstständigkeit führten bald zu Konflikten mit Handwerkszünften
und Klerus. Am Konzil von Vienne wurde beschlossen "dass ihre
Art zu leben für immer verboten ist, und daß sie alle
zusammen aus der Kirche Gottes aufgeschlossen sind." Mit fortschreitender
Inquisition wurden auch Beginen als Hexen und Ketzerinnen verfolgt.
Doch erst die Reformation des 16. Jahrhunderts führte zur Auflösung
der Beginenkultur: ihre Besitztümer wurden beschlagnahmt und
übernommen, die Beginen traten gezwungenermaßen anderen
Orden bei.
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