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dem Land
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FRAUEN IN DER WIRTSCHAFT
in der Stadt und auf dem Land
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Im Hochmittelalter verbesserte sich die Stellung der Frau vor allem
in den Städten. Neben der Versorgung der Familie halfen sie
dem Mann bei der Arbeit. Sie übten das Handwerk als Gehilfin,
manchmal sogar als Meisterin aus. Um 1100 begannen die Handwerker
sich in sogenannten Zünften, zu organisieren, an denen nach
und nach auch Frauen wesentlich beteiligt sind. In den Zünften
wurden im 14. Jahrhundert mehr und mehr Frauen aufgenommen bzw gründeten
eigene Frauenzünfte in den Berufen, in denen Frauen eindeutig
dominierten. Doch nicht nur in den in Zünften organisierten
Berufen waren die Frauen tätig, sondern auch der Kleinhandel
war Frauensache. Die Stadtrechte räumten Kauffrauen und Händlerinnen
bessere Rechte ein als ihren Geschlechtsgenossinnen, das Ehe- und
Erbrecht betrachtete Frauen als (fast) gleichwertige Partnerinnen
ihrer Ehemänner in allen familiären Angelegenheiten: Häusliche
Ökonomie, Kindererziehung, Besitzanhäufung und - veräußerung.
Grund für die plötzliche Änderung war die Pest:
1346 breitete sich die Pest in Europa aus.
Durch den Tod großer Bevölkerungsteile kam es zu einem
akuten Arbeitskräftemangel. Damit die Wirtschaft nicht völlig
zum Erliegen kam, musste den Frauen die berufliche Tätigkeit
erlaubt werden. Die Frauen haben sich dabei in fast alle Berufssparten
vorgewagt. Diese kurzlebige Entwicklung hat zu einem gewissen Selbstbewusstsein
der mittelalterlichen Frau beigetragen.
Bildquelle: unbekannt
Die berufstätige Frau war in der Stadt also keine Besonderheit.
Alle Berufe in der Textilverarbeitung wurden fast ausschließlich
von Frauen ausgeübt: Kürschnerei, Handschuh- und Hutmacherei,
Schneiderin, Weißgerberin, Seidenstickerin, Beutel- und Taschenherstellung.
Die Fertigung von Schnüren und Bändern, Hüllen und
Schleifen, Knöpfen und Quasten lag ganz in Frauenhänden.
Aber auch im Metall- und Holzhandwerk arbeiteten Frauen. Nadeln,
Schnallen, Ringe und Golddraht, Besen- und Bürsten, Matten
und Körbe, Rosenkränze und Schlüssel wurden von Frauen
hergestellt. Das Bäckereihandwerk, die Bierbrauerei, die Fertigung
von Kerzen und Seifen oblag den Frauen. Es gab auch Abschreiberinnen
und Briefdruckerinnen, Näherinnen, Schneiderinnen und Flickerinnen.
Diese hatten eine eigene Zunftordnung und durften Lehrtöchter
ausbilden. Auch in sogenannten Männerberufen wie Dachdecker
oder Schmied sind Frauen bis in das 16. Jahrhundert vertreten. Handels-
und Kauffrauen waren ebenso keine Seltenheit. Frauen handelten oft
mit den Waren, die ihre Männer herstellten. Es gibt außerdem
zahlreiche Belege über Frauen, die im Groß- und Fernhandel
als Unternehmerinnen tätig waren.

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Das Hexagramm war das Zunft- bzw
Schankzeichen der Bierbrauerinnen. Dieser Stern wurde immer
dann aufgehängt, wenn es frisch gebrautes Bier gab. Da
die meisten Menschen damals weder lesen noch schreiben konnten,
diente das Schankzeichen als Wegweiser für frisch gebrautes
Bier.
Quelle: Fichtelgebirgsmuseum
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Auf dem Land bereicherten die Frauen das Familieneinkommen durch
Kleinviehzucht und Gartenwirtschaft Hühner, Eier, Seife, Kräuter
und Beeren wurden auf den Märkten angeboten verhökern
und den dortigen Händlerinnen verkauft. Und in einem ganz und
gar weiblichen Sektor eröffnen sich gar neue "Berufsperspektiven"
für Frauen: Zunehmend spezialisieren sich besonders geschickte
Matronen als Hebammen und werden schließlich sogar in den
städtischen Dienst aufgenommen, können "Lehrtöchter"
halten und ausbilden und bilden damit fast schon eine eigene Zunft.
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