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die tanzende Göttin


Sonne DIE VERNICHTUNG DER GÖTTIN Sonne
die tanzende Göttin

Was ist passiert? Ist diese Frage eigentlich noch wichtig? Sollten wir nicht besser fragen, wohin wir gehen; wie es denn jetzt weiter gehen soll? Doch wie können wir die Zukunft gestalten, wenn wir unsere Vergangenheit nicht kennen? Wie sollen wir unsere Wurzeln, unsere Herkunft wieder finden und kennenlernen; wie unser Gleichgewicht behalten, wenn wir den Boden unter unseren Füßen gar nicht kennen? Wir müssen also unsere Wurzeln, unseren Boden, die Erdung wiederfinden. Und dazu brauchen wir Ahninnen, Göttinnen.

die Göttin: Ohne sie ist alles nichts!

Frauen, die nach ihren Wurzeln fragen, müssen das kulturelle Erbe der abendländischen Kultur gründlicher analysieren. In allen abendländischen Gesellschaften ist die Frau unsichtbar gemacht worden. Wir kennen zwar die Geschichte der Kaiser und Könige, die Jahreszahlen der Kriege, die sie geführt haben; überall sehen wir Männer in der Literatur, Religion, Kunst usw. Doch wo sind die Frauen?

Das Patriarchat hat seit seinem Bestehen versucht, die Macht, die Magie der Frauen zu vernichten: die Macht, Leben zu schaffen, die Macht der Magie, zu der auch Religion, Wissenschaft und die Kunst des Heilens gehören.

Oft beanspruchten Männer die wissenschaftliche Werke einer Autorin - so geschehen bei Trotula von Salerno. Jahrhundertelang galten ihre Erkenntnisse über die weibliche Sexualität und Gynäkologie als "state of the art". Das später als "Trotula Major" bekannt gewordene Werk "Passionibus Mulierum Curandorum" gilt als ihre bedeutendste Schrift über Frauenkrankheiten und wurde auch von modernen Medizinwissenschaftlern als in vielen Gebieten der damaligen Zeit weit voraus bezeichnet. Und dabei wurde immer wieder behauptet, diese Schriften könnten unmöglich von einer Frau stammen. Oft wurden ihre Werke ihrem Mann zugeschrieben, oder sie wurde als Trottus - also als Mann - bezeichnet. In späteren Jahrhunderten wurde ihre Existenz immer wieder bestritten, da Ärztinnen nicht dem bürgerlichen Weiblichkeitsideal entsprachen.

Nach der Einführung der patriarchichen Vatergottreligion wurde die Erde als heiliges Wesen zum nutzbaren Rohstoff abgewertet und die Ursprünglichkeit der Natur wurde nach und nach verdrängt und zerstört. So wie die Erde wurde auch die Frauen zu dienendenen Untertanen versklavt; der Willkür und Ausbeutung durch Männer ausgeliefert. Die Angst vor Sexualität und die Angst vor dem Tod (beides elementare Bestandteile des christlichen Glaubens), wurden auf das Weibliche projiziert. Das Christentum war an der Dämonisierung der Frauen maßgeblich beteiligt: Frauen, die in enger Verbindung mit der Natur standen, ein besonderes Gespür für die seelischen und körperlichen Leiden anderer hatten, Frauen, die über Heilkräfte oder seherischen Fähigkeiten vefügten - Millionen von ihnen wurden gefoltert und als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Die Frau ist die Trägerin des Bösen geworden.

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