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Sonne GESCHICHTE GOTLANDS TEIL 1 Sonne

"Gutland fann först en man som hette Tjelvar. Då var Gutland bundet av mörka makter, så att det om dagen sjönk i havet och om natten var uppe.Denne man bar förste av alla eld till landet och sedan sjönk det aldrig."

"Ein Mann namens Tjelvar fand Gotland als erster. Damals war Gotland aber verzaubert, sodass es bei Tage im Meere versank und nur nachts auftauchte. Aber dieser Mann brachte als erster Feuer ins Land und danach versank es nie mehr."

So beginnt die Überlieferung der "Gutasaga", die im 13.Jhdt. aufgezeichnet wurde.
Auch heute noch übt die Insel eine starke Anziehungskraft auf ihre Besucher aus,mittelalterliche Steinhäuser, Fachwerkbauten, Kirchenruinen,Bildsteine aus der Völkerwanderungszeit, Kalksteinformationen("raukar"), grasbewachsene Hügel, Gräber und Schiffsteinsetzungen und Trojaburgen hinterlassen bleibende Eindrücke.

Die ersten Menschen aus der Steinzeit besiedelten Gotland vor ca. 7000 Jahren. In Gotlands Historischem Museum - Fornsal - ist u.a. ein menschliches Skelett diesen Alters zu sehen. Sie waren Sammler, Jäger und Fischer . Sie hinterließen viele Spuren ihrer zeitweiligen Wohnplätze. Ab ca . 1800 v.Chr. wurden Ackerbau und Viehzucht die vorherrschenden Existenzgrundlagen.Viele Bauern jedoch betrieben Fernhandel und hatten früh regen Kontakt mit dem Festland und anderen Völkern der Ostsee.

Die Bronzezeit begann. Der ausgedehnte Handel der "handelsbönder" auf dem Seeweg ließ Gotland bereits damalszu einer Handelsmacht wachsen. Die geografische Lage der Insel - es war unmöglich, die Ostsee ohne Zwischenstation zu überbrücken und diese Zwischenstation war Gotland - verhalf den Bewohnern zu erstem wirtschaftlichem Aufschwung und Wohlstand.

In der Eisenzeit ( ca 500 v.Chr. - 500 n. Chr.) verschlechterte sich das Klima - für Händler und Bauern kam eine Periode der Armut.Die strengeren Winter setzten der Landwirtschaft zu, der Handel war durch die politische und soziale Lage(die Kelten eroberten viele Teile Europas) enorm beeinträchtigt. Jedoch, die Insel erholte sich wieder, der Handel blühte auf und bald gab es wieder Verbindung mit Händlern bis nach Rom und Konstantinopel.

Im 6 Jhdt. n.Chr. jedoch schien eine große Katastrophe eingetroffen zu sein. Siedlungen wurden aufgegeben bzw. verwüstet und niedergebrannt. Möglicherweise wurde Gotland von kriegerischen Völkern heimgesucht und überfallen, was angesichts des großen Reichtums der Insel inmitten der nordischen Völkerwanderung nicht weiter verwunderlich wäre. Die Gutasaga berichtet auch von Überbevölkerung, daraus erwachsenden Nahrungsversorgungsproblemen und schließlich Zwangsemigration. Das Land konnte nicht mehr alle ernähren und so losten sie willkürlich aus, wer seine Sachen packen und verschwinden musste.Freiwillig wollte niemand gehen, und diejenigen, die das Los getroffen hatte, zogen sich in die sogenannten Flucht-oder Thorsburgen(z.B. Grogarnsberg bei Katthammarsvik im Osten der Insel) zurück, bis sie endgültig vertrieben wurden.

Doch dann brachte die Vendelzeit (Zeit nach der Völkerwanderung) wieder Reichtum und Wohlstand.Gold und Silber strömten in den Norden und die Goldschmiedekunst nahm ihren Anfang. In der Wikingerzeit unternahmen die Normannen zahlreiche Raub- und Handelszüge bis nach Russland, in das byzanthinische Reich, England und ins fränkisch-deutsche Reich. Sie waren geschickte Kaufleute und als Seefahrer hatten sie hervorragende nautische Kenntisse. Gotland wurde zur Drehscheibe des Handelsverkehrs und die Gotländer gingen ein Schutzbündnis mit den mächtigen Svear ein.

Daher leitet sich auch der heutige Name Schwedens ab:
Reich der Svear - Svearike - Sverige.

Sie zahlten einen jährlichen Tribut an die Svear und gingen somit eine Union ein, ohne jedoch ihre Unabhängigkeit zu verlieren. Sie behielten ihre eigenen Gesetze.

1029 besuchte der norwegische König Olav II. Haraldsson (später aus mir unerfindlichen Gründen "der Heilige" genannt)Gotland und christianisierte die Insel. Große Konflikte dürfte es nicht gegeben haben zwischen den Anhängern Odins und den Anhängern der neuen Lehre.Die Gutasaga erzählt, dass die Handelsbauern auf ihren zahlreichen Fahrten ins Ausland bereits Bekanntschaft mit der neuen Religion gemacht hatten. Die Gotländer waren geschäftstüchtige Händler und da nun der Papst in Europa verboten hatte, mit Heiden Handel zu treiben, war es wohl aus wirtschaftlichen Gründen einträglicher, selbst Christen zu werden. Es bleibt jedoch zu vermuten, dass sie vorerst weiter zu ihren alten Göttern beteten und sich das Christentum erst allmählich verbreitete.

Die Insel entwickelte sich zu einer Bauernrepublik mit weiten Handelsverbindungen, die seefahrenden Bauern häuften jede Menge Silber- und Goldschätze an und wer besonders reich und mächtig war, ließ sich eine Kirche bauen - große stattliche Monumental-Steinbauten - deren Überreste und Ruinen (fast 100!) in ganz Gotland noch zu finden sind. Vor allem mit Deutschland gab es rege Handelsbeziehungen und deutsche Kaufleute gründeten eine "Gotlandfahrergesellschaft". Anfangs blieben sie nur während der Handelssaison, später dann das ganze Jahr über,um besser an den guten Geschäften teilhaben zu können.

Mitte des 13.Jhdts war die Anzahl der Deutschen in der Bevölkerung genausogroß wie die der Gotländer.Visby wurde zum Zentrum der Handelsbeziehungen, und die Gesellschaft der Gotlandfahrer wurde somit zum Vorläufer der Hanse. Ein von den Bürgern(=Lübecker Kaufleute) gewählter Rat überwachte die Interessen der Kaufleute und der Bauern, woraus naturgemäß ein Konflikt entstand. Die in Visby ansässigen Kaufleute und die Bauern am Land hatten gegensätzliche Interessen.

Die Visbyer Kaufleute wollten die gotländischen Bauern aus den Handelsbeziehungen hinausdrängen, um allein die großen Profite zu erwirtschaften. Es gab großen Streit zwischen den nunmehr Handelskonkurrenten und um ca 1260 begannen die Visbyer eine Stadtmauer zu bauen, die Visby vor den aufgebrachten Händlerbauern vom Land schützen sollte.

1288 eskalierte der Konflikt zwischen den Stadtbewohnern und den Bauern, denen der Handel fast vollständig entrissen war. Der schwedische König Magnus Ladulås, der Gotland immer schon gerne enger an Schweden gebunden hätte, griff ein.

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