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DIE
SCHLANGE
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Auch die Schlange ist ein weibliches Zeichen! Ähnlich wie die
Spirale verkörpert die Schlange Unsterblichkeit
(die Schlange häutet sich), Fruchtbarkeit, Weisheit und die
weibliche Lebens- und Schöpfungskraft. Ihre Ähnlichkeit
mit der Frau, der Schöpferin allen Lebens, die sich so wie
die Mondin in regelmäßigen, wiederkehrenden Zyklen erneuert,
ist unübersehbar!
In matriarchalen Kulturen zählt/e die Schlange zu den meistverehrten
Tieren. Wir erinnern uns auch an Vitastjerna
aus der Gutasaga, die in ihrer ersten Nacht auf Gotland einen Traum
von drei ineinander verschlungenen Schlangen hatte, die in ihrem
Busen wohnten.
Einst waren Schlangen also die besten Freundinnen von Frauen! In
Kreta gehörten Schlangen zu den zentralen Bildern der Göttinnnenverehrung.
Die kretischen Frauen hatten eigene Gefäße, in denen
sie Schlangen hielten, oft wohnten sie im Haus unter dem Herd, wo
sie von der Hausfrau gefüttert und geehrt wurde. Eigene Schlangenverehrungsstätten
wurden gegründet, wo die Schlange um Rat gefragt wurde. Eine
Schlange zu töten, kam einem Sakrileg gleich.
Das Patricharchat okkupierte den Weisheits- und Fruchtbarkeitsaspekt
der Schlange - nun verkörperte die Schlange männliche
Fruchtbarkeit und Weisheit; sie war nun Ausdruck der männlichen
Zeugungskraft. Hier findet sich auch die Schlange am Äskulapstab
der Heilkunde wieder. Die Schlange, das ureigene Göttinensymbol,
wurde schließlich zum Prinzip des Bösen schlechthin verkehrt
(die Geschichte von Adam und Eva).
Die Schlange verkörpert die Idee vom Kosmos als ungebrochenen
Kreis:
"Der Kreis ist offen, doch ungebrochen!"
wird oft in Ritualen gesprochen oder gesungen - holen
wir uns die Schlangenkraft zurück!
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