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VISBY
& DIE GUTASAGA
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Die
Insel Gotland liegt in der Ostsee und verweist durch diesen Namen
bereits auf die Gegenwart der Göttin Ostara.
Die größte Stadt der Insel heißt Visby. Die Silbe
by heißt
Dorf, Ort und vi
heißt heilig. So bedeutet der
Name Visby Heiliger Ort. Weitere Hinweise
auf die Große Göttin findet sich in der Gutasaga,
die Anfang des 13. Jahrhunderts aufgezeichnet wurde und die frühe
Geschichte Gotlands erzählt:
Demnach wurde Gotland von einem Mann gefunden. Gotland war zu dieser
Zeit von dunklen Mächten beherscht, so dass die Insel tagsüber
ins Meer versank und nur während der Nacht 'oben' war. Wer
oder was die dunklen Mächte sind, darüber lässt uns
die Gutasaga im Dunkeln (vielleicht ein paar wilde Frauen?). Aber
dann kam eben dieser Tjelvar daher, brachte das Feuer auf die Insel
und danach sank es nie mehr.
Aha. So weit, so gut. Oder naja.
Dann heißt es weiter, dass Tjelvar (sprich: Schelwar)
einen Sohn hatte namens Havde. Der wiederum hatte eine Frau namens
Vitastjerna (sprich: Witaschärna),
was weißer Stern bedeutet, und
die Farbe weiß ist ja eine der drei Farben der Göttin.
Interessant finde ich hier, wie und woher denn die Frau auf einmal
kam? Es wird ja explizit darauf hingewiesen, dass Tjelvar die Insel
als erster fand...
Die erste Nacht, als Vitastjerna und Havde dort bzw miteinander
schliefen, hatte Vitastjerna einen Traum. Sie träumte von drei
ineinander verschlungenen Schlangen,
die in ihrem Busen wohnten, und es schien ihr, als krochen diese
aus ihrem Busen heraus. Sie deutete den Traum als folgende Botschaft:
Allt är bundet i ringar
- Alles ist in Ringen verbunden

Alles ist in Ringen verbunden, in Kreisen,
die ineinander verschlungenen Schlangen
symbolisieren den ewigen Kreislauf. Die Schlange ist ein uraltes
weibliches Symbol für die sich regelmäßig erneuernde
Lebenskraft, die sich in jeder Frau zeigt. Alles kehrt wieder. Nichts
ist linear, denn was kommt, geht auch wieder. Anfang und Ende ist
eins. Dieses Symbol wird in Gotland (und nicht nur dort) häufig
in Schmuckstücken (Halsketten, Armbänder, Ringe,...)verarbeitet.
Ich hab auch ein sehr schönes Lederhalsband mit einem Kupferanhänger
damit...
Havde, ihr Mann, der offenbar etwas weniger philosophisch veranlagt
ist, dafür aber lieber an Söhne, Land und Besitz denkt,
meinte, dass es bedeuten würde, dass sie drei Söhne haben
werden, unter denen er das Land aufteilen wird. So kam es auch,
seine Eroberungsphantasien wurden wahr. Vitasjterna gebar drei Söhne.
Als die Söhne erwachsen wurden heirateten sie, vermehrten sich
und teilten Gotland unter sich auf.
An dieser Stelle habe ich einen Einwand: Wen denn eigentlich,
welche Frauen heirateten die Söhne, mit welchen Frauen haben
sie geschlafen und Kinder gezeugt? Wo sind diese Frauen?
Hm,
ich schätze, es ist wie immer sonst auch:
Die Frauen waren einfach vorher schon da! Lange bevor Tjelvar die
Insel eroberte... Und vielleicht sind sie wirklich die dunklen Mächte,
von denen die Gutasaga so geheimnisvoll
und voller Angst spricht...
Tjelvars Grab...
...eine
Schiffsteinsetzung
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