Sommer 2003:

Gstettn:

Seit Jahren passiere ich diesen Ort, mein Blick suchte das Gelände ab. Ehemals ein kleines Haus in einem parkähnlichen Garten. Sind die Besitzer verstorben? Mussten sie in der Hoffnung auf Gewinn verkaufen? Das Haus verschwand in kurzer Zeit, schnell kamen Experten zur Baugrunderkundung. Nun ist Ruhe. Ein örtlicher und zeitlicher Zwischenraum in der Ordnung der Stadt ist entstanden. Die Kinder und Jugendlichen aus den umliegenden Häusern haben mit der Nutzung begonnen.

Viele dieser Plätze sind aus unseren Städten verschwunden. Die Ordnung hat zugenommen. Manche bedauern dies. Auch hier wird geordnet, geschaffen werden. Die Unordnung flieht weiter. Aber ich bin sicher, irgendwo findet sie wieder Asyl, um uns von den Grenzen unserer Macht zu berichten.


canceled

(Fotocollage ca. 40x90 cm, Kurzvideo)


Ein nach Urin und Fast Food stinkender Komplex begrüßt die Besucher der Weltstadt, die am schicken Flugplatz aus Versehen in die Schnellbahn stiegen. Zurück liegt die glänzende Vergangenheit als Verwaltungszentrum und modernem Verkehrsknotenpunkt. Groß und mächtig, mit einem Blick nicht zu fassen. Bühne unzähliger Schicksale. Das Gebäude wird verschwinden. Obwohl noch in seinen Umrissen vorhanden ist es bereits in einer Grauzone aus Alt und Neu. Der Raum liegt im Koma, bereitet sich auf seine Wiedergeburt vor, die nur noch von kaufmännischen und politischen Machtfaktoren bestimmt wird. Blickt genau auf diesen Ort. Die schmutzigen Fenster. Die hastenden Menschen. Der vergangene Stolz. Den Träumen in den Köpfen.



(Fotocollage ca. 40x90 cm)