2003-2008:
Leben:
Jeder anständige Bildungsbürger muss dem Leben auf den Grund gehen, manche bringen das im pubertären Deutschunterricht der Mittelschule hinter sich, bei mir hat es wohl länger gedauert. Dies soll keine philosophische Abhandlung, kein Sozialporno oder ein belehrendes Stück sein. In Form von Collagen und Objekten versuche ich Orte zusammenzufassen, an denen sich ein Leben verbringen lässt.Das Leben ist aus meiner Heimatstadt ausgewandert. Besser gesagt aus dem alten Stadtzentrum in die neue zona industriale. Die Kindheit, der Nestbau, das Vergnügen und die Lust alles auf einem Blick. Rundherum alle Waren dieser Welt, kompatibel mit dem Industriestandard. Wiedererkennbar.
Schon seit langem ist das Baden in den Fischteichen verboten. Die Auenwildnis meiner Jugend ist der modernen, sachlichen, technischen, lustvollen, extatischen der Kinos, Diskotheken, Parkplätze, Bauhäuser und Bordelle gewichen. Alles Leben findet hier seinen Angelpunkt und oft Anfang. Et in arcadia ego. Doch das führt zu weit, zu weit nordöstlich zu dem seit langem gleichen Ort.
(Fotocollage ca. 40x165 cm)
Alles, was man zum Leben braucht.
(Fotocollage ca. 30x85 cm, darunter eine verschlossene Weinkiste mit Darstellungen von Piercings)
Alles, was man zum Leben braucht - reloaded.
Ein modernes Leben, wir haben uns von den Zwängen der Vergangenheit befreit. Alpha und Omega ist ewig und gleich, letzteres findet bei uns nicht statt. Nicht bei uns, die wir versichert, gesichert, gesund gelebt, bewusst ernährt, tüchtig gelernt, nachhaltig gewirtschaftet, korrekt ausgedrückt, für den Frieden kämpfend durch die Zeit gehen. Die Kathedralen sind etwas für alte Männer, Weiber und Touristen. Für uns ist der Sonntag Fitness-Center oder Intellektuellenplausch im Literaturkaffee. Haben Sie gefehlt, erzählen Sie alles bei der Vorsorgeuntersuchung. Zwei Tage Verhandeln auf höchster Ebene und Sie wissen ja, dann am Abend an der Bar, das darf meine Frau gar nicht wissen, dafür laufen Sie zweimal die Prater Hauptallee, einmal ein Wochenende Wellness, ein wenig Alternative Behandlung, aber bitte schon bei einer Privataudienz beim weit her gereisten Guru, schon ist wieder alles gut. Das reicht nicht um das Omega zu verscheuchen? Bitteschön, da wäre ja noch vielleicht eine wichtige Initiative zu unterstützen, nur inländisches Huhn nach kurzen Transportwegen zu essen, eine weltrettende Petition zu unterschreiben, etwas verbieten zu lassen, eine Kampagne zu starten, eine Beschwerde zu richten. So vergeht die Zeit, die alten Männer und Weiber wissen, wo sie hingehören. Von weit her hören sie wie frei die Welt, die nicht mehr die ihre ist, sein wird. Sie wissen, wie schnell man die eigene Zukunft hinter sich hat.

(Digitale Einzelaufnahmen zur vertikalen Panoramen gerechnet und entzerrt, auf Stoff gedruckt je 400x40 cm)
Weihnachtswelt.
(Fotocollage, digitale Grundlage, ca. 20x90 cm)
Hoffnung.
Hier beginnt das meiste Leben, hier gibt es Leiden, Gesundheit, Krankeit und Tod aber vor allem Hoffnung.
(Fotocollage)