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| Gelehrter und Hofmedikus | Gregor Immanuel XXII. Grimm | |
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Märchen Gebrüder Grimm
Die Deformation der Märchen
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Grimmanuel - eigentlich Gregor Immanuel XXII. Grimm - ist Chronist und Archivar der wahren Kinder- und Hausmärchen. Langjähriger Professor an der Universität Prag, Gelehrter, Schriftsteller, Hofmedikus und Ratgeber von Kaiser Leopold I., Erzieher und Berater der Erzherzöge Karl und Josef, dem späteren Kaisers Josef I. und Erzermahner des letzen echten Habsburgers, Kaiser Karl VI. |
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| Die Deformation der Märchen | ||
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Ein Literaturgespräch über die psychologischen und sozialen Hintergründe von Märchen. Das Literaturgespräch mit Grimmanuel hat Babette Babenham vom Magazin Nexus New York per E-Mail geführt. |
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Märchen wurden doch für Kinder erdacht?Ein prinzipieller Irrtum unserer Zeit scheint zu sein, dass Märchen für Kinder erdacht, weitererzählt und aufgeschrieben worden sind. Märchen sind für alle da, manchmal ist ein Märchen eben besser für Kinder und meistens ist es besser für Erwachsene geeignet. Dass es Märchen für Erwachsene gibt, sieht man heute noch im Maghreb, wenn man einen Märchenerzähler erlebt. Das Publikum ist durchwegs erwachsen. Die Sammlung der "Kinder- und Hausmärchen" der "Brüder Grimm" sind Volksmärchen, die von Jakob Ludwig Karl Grimm (1785-1863) und Wilhelm Karl Grimm (1786-1859) aufgeschrieben wurden. Diese Märchen zeichnen sich zwar durch ungezügelte und leichtfertig wiedergegebene Grausamkeiten aus, die Sexualität ist aber ihrer Zensur zum Opfer gefallen. Die Brüder Grimm dürften die Kunst der Liebe wohl nicht verstanden haben. Der Zyklus der Märchen des Gregor Immanuel Grimm enthält thematisch zusammenstellte Märchen, die von den Prüderien der Gebrüder Grimm befreit sind. Die Gebrüder haben damals in ihrer unendlichen Prüderie alle Märchen von Sexualität und Erotik gereinigt und so zu den lauwarmen und flachen Gebilden gemacht, die heute überall als die Kinder- und Hausmärchen bekannt sind. Gregor Immanuel Grimm verfügt über die Originaltexte und Urfassungen der Volksmärchen, die mit praller Sexualität gefüllt sind. Schneewittchen und Aschenputtel sind als Sexgöttinnen die Helden der Märchen und nicht in jedem Fall wird die Hexe um ihren köstlichen Braten gebracht. Die Gebrüder Grimm haben Märchen deformiert?Geschichten, Mythen und Märchen waren seit jeher dem Menschen ein Wegbegleiter. In manchen Kulturen gibt es immer noch Märchen- und Geschichtenerzähler als eigenen Berufsstand. Die Märchen waren überall Sache der Erwachsenen, solange die Völker Analphabeten waren, denn die erzählten Geschichten ersetzten ihnen das Buch, die Illustrierte, den Rundfunk, das Fernsehen. Sie befriedigten das Informationsbedürfnis, die Lachlust, die Klatschsucht, den Sensationshunger. Märchen wurden von Erwachsenen für Erwachsene erzählt. Märchen sind ursprünglich durchaus nicht den Kindern zugedacht und nicht für diese bestimmt gewesen, wie sich aus der Thematik und dem Inhalt entnehmen lässt. Das Märchen ist aber von Generationen von Kindern begierig aufgenommen worden und es besteht auch heute noch eine unverändert starke Nachfrage, obwohl sich die Art der Märchendarbietung erheblich gewandelt hat. Die schriftliche Fixierung der Erzählungen durch bürgerliche Autoren, wie durch die Gebrüder Grimm, für bürgerliche Kinder hat dazu beigetragen, dass eine Veränderung der Thematik der Märchen, dem kindlichen Gemüt entsprechend, stattgefunden hat. Die Titulierung "Kinder- und Hausmärchen" ihres gesammelten "Volksguts" platzierte die Märchen deutlich in den Bereich der Kinderstuben. Die Gebrüder Grimm weisen in ihrem Vorwort von 1819 besonders darauf hin, dass sie "jeden für das Kinderalter nicht passenden Ausdruck ... sorgfältig gelöscht" haben. Sie arbeiteten dabei so sorgfältig, dass sie ganze Handlungsstränge in den Märchen wegließen, zensierten, die behandelten Themen wie Sexualität ganz entfernten und dafür Gewalt, Verstümmelungen und Tod verharmlosten... aber das kennen wir ja aus der amerikanischen Filmindustrie. Man kann zusätzlich davon ausgehen, dass den christlichen Brüdern Grimm von den Erzählern bereits eine 'purifizierte' Form der alten Legenden aufgetischt wurde. Die so kindgerecht deformierte, heute bekannte Form der deutschen Märchen, entsprechen keinesfalls den ursprünglichen Inhalten. Wie soll man Märchen verstehen?In jedem eigentlichen Märchen wird schließlich ein elementarer menschlicher Beziehungskonflikt durchgespielt, der von der Ablösung zu Selbstfindung und am Ende zu eigenständigen Partnerschaft führt. Die zwar anfangs scheitern kann, aber am Ende dennoch erkämpft wird. Das heißt also, dass stets die Ablösung eines weiblichen oder männlichen Kindes von Mutter oder Vater die Grundlage ist. Womit sich vier Elementarsorten des Beziehungsmusters in Märchen darstellen lassen. Märchen verstehen heißt dem Leben zuhören. Die Märchenwelt wird bestimmt durch Intuition, Phantasie und Poesie. Ihre Bilder und Symbole zeigen Wahrheiten in tieferem Sinne, zeitlose menschliche Lebensmuster, die wir hinter die Kulissen unserer Alltagswelt verdrängt haben. Die Märchenbilder selbst sind in den "Kindertagen der Menschheit" entstanden. Personen, die in den Märchen vorkommen, sind als eigene Wesen zu sehen und Sinn-Bilder innerseelischer Vorgänge. Wir haben die Bild- und Symbolsprache weit gehend verlernt. Aber auch wir brauchen Symbole, Bilder, Geschichten, die von unseren Sehnsüchten, Hoffnungen und Erfahrungen sprechen. König und Bauer, reich und arm, Mutter und Stiefmutter, Drache und gute Fee. Diese Bilder liegen nicht im Äußerlichen der Persönlichkeiten. Es sind Urbilder für innere Qualitäten, für ihre Entwicklung, ihr Reifen oder Fehlen. Solche Bilder sind hintergründig und unendlich vieldeutig. Daher ist auch ein wesentliches Merkmal des Märchens seine Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit. Die Symbol- und Bildabläufe können daher auch nicht nur auf einen einzigen, eindeutigen Bedeutungsgehalt hin interpretiert werden. Deutungen auf vielen Ebenen und aus vielen Richtungen sind möglich und wünschenswert. Sind Märchen Fiktion oder Realität?Märchen für Kinder haben oft besonders grausame Inhalte. In einer der Versionen von "Hänsel und Gretel" werden Kinder im Ofen "braun wie Brot gebacken" und dann als Dachziegel für das Pfefferkuchenhäuschen verwendet. Die vorliegende Ausgabe der Märchen enthalten, nach heutigem Empfinden und moderner Rechtslage, extrem erotische Darstellungen. Darin sind auch alle seit Menschengedenken ausgeführten Sexualpraktiken wie Inzest, Sadismus, Masochismus, Zoophilie und Homoerotik eingeschlossen. Diese Märchen sind daher nach heutigem Empfinden nicht mehr für Kinder und Jugendliche geeignet, da wir ja alle durch die Gehirnwaschanlage der abendländischen Zivilisation durchgeschleust wurden. Und natürlich auch nicht für gehirngewaschene Erwachsene, die an erotischen Darstellungen dieser Art Anstoß nehmen. Diese Märchen dürfen diesen Personengruppen weder zugänglich gemacht, noch von diesen gelesen werden. Alle, die an diesen Texten Anstoß nehmen sei gesagt: Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Fiktion und Realität, zwischen Denken und Tun. Ließe man diese Gegensätzlichkeit aber unberücksichtigt, fiele ein erheblicher Teil der Weltliteratur der Rechtsprechung oder der Zensur zum Opfer. Muss die Märchenforschung neu geschrieben werden?Selbstverständlich muss die Märchenforschung neu geschrieben werden. Alle Voraussetzungen in der jetzigen Märchenforschung sind ja grob falsch. Die Gebrüder haben damals in ihrer unendlichen Prüderie alle Texte der gesammelten Märchen überarbeitet von Sexualität und Erotik gereinigt, um diese historischen Überlieferungen unserer Kultur in Form von Kinder- und Hausmärchen wirtschaftlich besser auszubeuten zu können. Sie sind auch nicht davor zurückgeschreckt Handlungsabläufe zu ändern, um die Lücken auszugleichen, die durch Streichung der Sexualität geprägten Handlungsstränge in den Überlieferungen hinterlassen hatten. Vielfach wurden von ihnen erotische Handlungspassagen gegen solch von Gewalthandlungen und Brutalitäten ersetzt. Generationen von Germanisten, forensischen Medizinern, Historikern und Märchenforschern folgten notgedrungen diesen überarbeiteten Versionen und so kann man heute mit Sicherheit sagen, dass die darauf aufbauenden Forschungsergebnisse kritisch überdacht und hinterfragt werden müssen. © 2001 Projekt Literotik |
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| Der wahre Chronist der Märchen | ||
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Grimmanuel ist der gnadenlose Aufdecker der Originaltexte der grimmschen Märchen. Seine Märchen sind von den Prüderien der Gebrüder Grimm befreit und dafür mit praller Sexualität gefüllt. Schneewittchen und Aschenputtel sind als Sexgöttinnen die Heldinnen der Schlösser und Wälder und so manche Hexe kann sich einen köstlichen Braten bereiten. Das Literaturgespräch mit Grimmanuel hat Babette Babenham vom Magazin Nexus New York per E-Mail geführt. |
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Wer ist der wahre Chronist der Kinder- und Hausmärchen?Kinder- und Hausmärchen wurden über Jahrhunderte mündlich weitergegeben und wie "Rotkäppchen" in allen Sprachen Europa übermittelt. Die Leute hätten damals kein Interesse gehabt, sich Allerweltsgeschichten anzuhören, da musste schon etwas Lebensweisheit, Aufregendes und Pfeffer drinnen sein, um weitergegeben werden zu können. Mit ihren Werken gelten die Gebrüder Grimm, insbesondere Jacob Grimm, als eigentliche Begründer der germanischen Sprach- und Altertumskunde und der deutschen Philologie. Jacob Grimm war in erster Linie literaturwissenschaftlich interessiert und widmete sich der germanischen Sprach- und Altertumskunde. Jacob Grimms bedeutendstes wissenschaftliches Werk ist die Deutsche Grammatik (1819-1837), die die Grundlage der deutschen Philologie bildet und Jacob Grimms Ruhm als bedeutendsten Sprachwissenschaftler seiner Zeit begründete. In ihrer zweiten Auflage (1822) enthält die auf vergleichender Betrachtung beruhende Deutsche Grammatik seine Erkenntnisse zur Lautverschiebung, anhand derer sich die Entwicklung germanischer Sprachen nachvollziehen lässt. Zu seinen weiteren Werken zählen Über den altdeutschen Meistergesang (1811), Deutsche Mythologie (1835) und Geschichte der deutschen Sprache (1848). Gregor Immanuel Grimm war in erster Linie sexualwissenschaftlich interessiert, mit Schwerpunkt in der erotischen Märchenkunde. Sein bedeutendstes wissenschaftliches Werk ist die Deutsche Sexualkunde (1754 -1969), die die Grundlage der modernen Koituslogie bildet und seinen Ruhm als bedeutendsten Sexualwissenschaftler seiner Zeit begründet. In ihrer zweiten Auflage (1999) enthält die auf vergleichender Betrachtung der Sexualwissenschaft beruhende Monografie seine Erkenntnisse zur Lustverschiebung, anhand derer sich die Entwicklung germanischer Sexualität nachvollziehen lässt. Zu seinen weiteren Werken zählen Über die altdeutsche Missionarsstellung (1769), Sexuelle Mythologie (1869) und Geschichte der Masturbation (1969). Sie geben ihr Geburtsjahr mit 1666 an, was soll das?Den Gregor Immanuel Grimm gibt's wirklich seit dem 6. 6. 1666. Nachdem in unserer Familie der Erstgeborene immer auf den Namen Gregor Immanuel getauft ist, gibt es den Namen ununterbrochen seit dem 17. Jahrhundert. Das mit meiner Identität hat eine besondere Bewandtnis: Um der unangenehmen Verpflichtung zum Militärdienst zu entgehen, haben meine Vorfahren einen kleinen Trick angewandt: Immer wenn ein Gregor Immanuel Grimm zu Grabe getragen wurde, wurde mit ihm auch das jüngste Geburtsdatum beerdigt und der Enkel nahm die Identität des eben verstorbenen Großvaters an. Und diese Tradition pflegen wir noch heute. Daher das lange Leben und das frühe Geburtsdatum. Grimmanuel I. war im Mai 1683 als blutjunger Offizier bei der kaiserlichen Heerschau bei Pressburg, um gegen die Türken anzutreten. Das türkischer Heer hatte mit 150.000 Mann die mehr als doppelte Übermacht gegen das christliche Heer. In der Folge brachen türkische Reiterschwärme im Land südlich von Wien jeden Widerstand, plünderten und brandschatzten gnadenlos Dörfer, Märkte und Klöster und schlachteten oder versklavten die gesamte Bevölkerung. Das Gut der Eltern Grimmanuels I. war niedergebrannt und seine gesamte Familie und deren Dienstboten ermordet. Grimmanuel I. führte nun als einer der Verteidiger von Wien gewagte Ausfälle gegen die Türken an. Schließlich wurde Grimmanuel I. dem polnischen Entsatzheer von Johannes III. Sobieski bei den Flügelreitern als Wegführer des Polenkönigs eingegliedert. Am 12. September führte er das Entsatzheer über die Hänge des Leopoldbergs gegen das ausgeblutete Wien. Nach stundenlangem Ringen flohen die Türken und Grimmanuel I. machte im Gefolge von Johannes III. Sobieski reiche Beute im verlassenen osmanischen Lager. Als knapp 20jähriger musterte Grimmanuel I. als Korporalleutnant der k. und k. Armee ab und hatte sich dabei insgeheim geschworen, dass der Heeresdienst all seiner Nachkommen durch seine Waffentaten abgegolten wäre. Auch Prinz Eugen, gleichaltriger Waffengefährte und persönlicher Freund, konnte ihn nicht überzeugen an seinen Feld- und Raubzügen teilzunehmen. Grimmanuel I. benutzte die Kriegsbeute so gut er konnte zum Wiederaufbau seines Gutes, des heimatlichen Marktfleckens mit der gotischen Basilika. Die martialische Rüstung der Flügelreiter ist immer noch in Familienbesitz. Besonders beeindruckend ist das riesige Flügelpaar, das man sich beim Angriff auf den Rücken geschnallt hatte, um die Feinde in Angst und Schrecken zu versetzen. Schließlich erhielt Grimmanuel I. 1678 vom österreichischen Hof die Würde eines kaiserlich gekrönten Poeten für sein poetische Aufarbeitung der Türkenkriege. 1680 folgte die Nobilitierung und so hieß er bis 1919 Baron Gregor Immanuel Freiherr von Grimm. Dann, durch der Abschaffung der Adelsprädikate in der Republik Österreich, wieder Gregor Immanuel Grimm. Ich selbst bin in der ununterbrochenen Erbfolge Grimmanuel mit der Nummer XXII. Besitzen sie die Originalmanuskripte der Märchen?Nunmehr haben sich die Originalmanuskripte des totgeschwiegenen Lebenskünstlers Gregor Immanuel Grimm (1744 - 2033) gefunden, die als die eigentlichen Urfassungen der Grimmschen Märchen anzusehen sind. In dieser Fassung der Märchen sind in einigen Passagen apokryphe Teile über die raffinierte Kunst der Liebe erhalten, die damals von den Gebrüdern Grimm aus Schlamperei, Trägheit oder Prüderie nicht aufgeschrieben worden sind. Passagen, die nicht zur Handlung beitragen, aber vor allem die häufigen Wiederholungen von gleichen Abläufen, wurden von Gregor Immanuel Grimm gekürzt wiedergegeben. Die schwer beschädigten Originale wurden in jahrelanger mühevoller Arbeit rekonstruiert und nun liegen die ersten Märchen in Form von e-Texten vor. An der äußerst schwierigen Rekonstruktion der weiteren Märchen wird oft nächtelang mit Eifer gearbeitet. Vielfach müssen die beschrieben Praktiken mit neutralen Testpersonen oder gemeinsam von Autor und Herausgeberin in zeitaufwendiger Kleinarbeit auf ihre Ausführbarkeit überprüft werden. Damit steht nunmehr neben einer prinzipiellen Einsicht in die damalige Lebensweise und das Gesellschaftssystem auch ein Spiegel der Sexualität der vergangenen Jahrhunderte zur Verfügung. Die nunmehr vorliegenden Märchen, deren Inhalt in den Raum der Sexualität transferiert ist, sind insgesamt weit weniger gewalttätig als die der Gebrüder Grimm. Was dabei aber zu schaffen macht, ist die ungeheure Grausamkeit der Inhalte selbst, die sich in der Welt der Sexualität ziemlich widerwärtig anhören. Gedämpft hat das die Herausgeberin, indem in Abstimmung mit dem Autor zumindest alle Handlungspersonen, die nach heutiger Auffassung keine Verbrechen begangen haben, am Schluß unversehrt sind. Trotz umfangreicher Forschungsarbeiten ist der wahre Grund für die von den Gebrüdern Grimm vorgenommenen Kürzungen in den zentralen Teilen von Grimms Märchen heute nicht mehr feststellbar. Aber wahrscheinlich heißen die im Original auch prüder Grimm. © 1998 Projekt Literotik |
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| Psychologie der Märchen | ||
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Die Märchen des Grimmanuel Grimm zeigen, wie Menschen die Gesetze unterlaufen und sich aus ihnen befreien. Der Held im Märchen muss Proben bestehen, durch die er seine Kraft oder den Besitz magischer Kräfte oder auch seine Klugheit beweist. Das Literaturgespräch mit Grimmanuel hat Babette Babenham vom Magazin Nexus New York per E-Mail geführt. |
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Wieso sind Märchen eine Grundlagen der Psychologie?Die Reifeweihen gehen auf die Jägergesellschaften des Paläolithikums (bis 8000 vC) zurück, und wurden den Jünglingen in Form von Erzählungen geschildert. Daher stellt die Initiationssequenz ein Urgerüst der Erzählkunst dar. Diese findet ihren ersten Niederschlag in Zaubermärchen wie Blaubart, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, die vom Verschlungenwerden, vom Gebratenwerden, vom verstümmelt Werden der Kinder erzählen, was später, ahistorisch, ohne den entsprechenden kulturanthropologischen Hintergrund, als unnötige und unverständliche Grausamkeit gesehen wird. Denn Zaubermärchen werden im Laufe der Jahrtausende immer wieder umgestaltet und uminterpretiert. So nimmt das Initiationshaus im feudalen Zeitalter die Gestalt eines Palastes oder eines Schlosses an, das von Tieren bewacht wird. Wieso sind Märchen Wegbereiter für die Psychoanalyse?Märchen sind mit die wichtigsten Wegbereiter für die Psychoanalyse, indem sie die Weltweisheiten in in literarischer Form, aber in einem verfremdeten Umfeld darstellen. Märchen und Sagen sind ja nichts anders als der symbolische Ausdruck seelischer Vorgänge aus der realen Welt in literarischer Form. Herr Grimm sind denn Märchen eine Entwicklungsanalyse?Märchen befassen sich in Fiktionen mit Entwicklungsproblemen unseres Lebens und behandeln vielfach ödipale und narzisstische Schwierigkeiten. Das Märchen zeigt die Geschichte von kindlichen Helden. Alle potentiell zerstörerischen kindlichen Beziehungen können im Märchen anschaulich in Entwicklungsprozesse integriert werden. Ödipale und narzisstische Schwierigkeiten werden in die Tat umgesetzt und dementsprechend endet alles in der völligen physischen Vernichtung von handelnden Personen. Trotz der Eifersucht der Mutterfigur überleben Schneewittchen, Aschenputtel, Rapunzel, Hänsel und Gretel nicht nur, sie finden sogar das höchste Glück. Die feindseligen Figuren werden in den Märchen vernichtet. Diese Märchen stellen dar, dass ödipale Verstrickungen und Schwierigkeiten selbst nicht auflösbar sind. Wer aber mutig gegen diese komplizierten emotionalen Familienbeziehungen angeht, gelangt zu einem weit besseren Leben kann als jemand, der sie nicht gelöst hat. Im Märchen gibt es lebensbedrohliche Gefahren, die erfolgreich überstanden werden. Nicht Tod und Vernichtung, sondern eine höhere Integration ist die Belohnung der Helden am Ende des Märchens. Märchen als Anlesergebnis der Eltern-Kinder Relation?Märchen haben durchwegs in einer ausweglosen Situation ihren Ursprung. Typisch entsteht diese Situation durch die Beziehung zwischen Kindern und deren Eltern. Sobald die Stellung des Kindes innerhalb der Familie für es selbst und für seine Eltern zum Problem wird, beginnt der Prozess, in welchem das Kind für ein Entkommen aus dieser tödlichen Dreiecksbeziehung kämpft. Damit begibt sich der Held auf den Weg zu sich selbst. Die Liebe der Kinder zu einem Elternteil und umgekehrt ist das Natürlichste auf der Welt. Jedoch kann dadurch auch Eifersucht der Eltern gegenüber den Kindern entstehen. Auch Kinder sind eifersüchtig, entweder auf die Eltern selbst oder auf deren Vorrechte. Ödipale Eltern, die z.B. die eigene Mutter nie für sich alleine hatte, können auf das eigene Kind eifersüchtig werden, da sie denken, sie könnten ihnen den Partner wegnehmen. Die Verlassensängste werden im Märchen aktiv bekämpft und führen zu einem sichtbaren, äußeren Konflikt. Narzisstische Eltern fühlen sich meist von ihrem Kind bedroht, da sie selbst altern und ihre Schönheit verlieren. Sie ziehen sich in eine Seifenblase zurück, die vor der realen Umwelt schützen soll. Die reale Welt und ihre realen Probleme bleiben draußen. Die Person will nur in Ausnahmesituationen in die reale Welt hinausgehen und sich ihren Problemen stellen und sie lösen. Kann man das mit Beispielen belegen?Nichts leichter als das. In "Schneewittchen" und in "Rotkäppchen" tritt eine männliche Figur auf, die den Vater repräsentiert. Meist ist es ein Jäger, der als Symbol für einen Beschützer die bedrohlichen Tiere (Ängste) verjagen kann. Der Jäger im Märchen ist eine Figur, die wilde Tiere zähmt und freundliche Tiere schützt. Die Mutterfigur empfindet Schneewittchen, Aschenputtel, Rapunzel, Hänsel und Gretel als Bedrohung. Diese Narzissmen und ödipalen Verstrickungen richtet Schneewittchen, Aschenputtel, Rapunzel, Hänsel und Gretel fast physisch zugrunde. Das Märchen sieht die Welt aus der Perspektive des Helden, mit dem sich der Leser identifizieren kann. Die Eifersucht ist nicht zu übersehen und deshalb wird eine andere Erklärung vorgeschoben, wie zum Beispiel die Schönheit des Kindes oder dessen Wertlosigkeit oder der Mangel an Lebensmittel. In "Schneewittchen" ist das Heim nicht so trist wie bei "Hänsel und Gretel" oder "Aschenputtel", jedoch sind die Zwerge nicht imstande es zu beschützen. Wenn die Heldin die Gefahren des Erwachsenwerdens nicht selbst durchlebt und schlussendlich alleine gemeistert hätte, hätte sie nie einen Königssohn zum Mann bekommen. Am Schluss steht im Märchen für die gewonnene Reife immer eine soziale Belohnung und die physische Vernichtung des Gegners. Wir alle wurden eines Tages aus dem Paradies unserer Kindheit vertrieben und haben die Erfahrung gemacht, was gut und was böse ist und dass unsere Persönlichkeit in zwei Teile gespalten ist. das Märchen zeigt uns in Symbolen, dass wir die ungezügelte Leidenschaft unter Kontrolle bringen müssen, wenn sie uns nicht zugrunde richten soll. In vielen Märchen kommt es vor, dass deren Helden während ihrer Entwicklung in einen tiefen Schlaf fallen oder vorübergehend aufhören zu existieren. Das Wiedererwachen symbolisiert das Erreichen einer höheren Stufe der Reife. Diese Metapher überzeugt den Hörer davon, dass er keine Angst davor zu haben braucht, seine kindliche Abhängigkeit aufzugeben. Wie erfolgt die Metamorphose vom Kind zur Frau?Die Metamorphose vom Kind zur Frau geht über ein Stadium der Verpuppung: Aschenputtel in der Küche, Schneewittchen zuerst im Heim der Zwerge und dann im Glassarg, Hänsel und Gretel im Hexenhaus. Das Geschehen baut sich um diese Phase der Veränderung auf und schafft den Übergang von der Unberührtheit und der Naivität der Kindheit in das sexuell bestimmte soziale Umfeld des Erwachsenseins. Der schlagartige Wechsel der Biologie des Kindes zu der der Frau wird in einer sozial und zeitlich exakt definierten Phase durchlaufen. Ödipales Verhalten ist primär das Begehren des Kindes, das einen Elternteil über die kindlich naive Liebe hinaus auch sexuell begehrt. Eine wesentlich größere Bedeutung hat im Märchen die vorbeugende oder abwehrende Reaktion des anderen Elternteils, der seine Verlassensängste durch die Vernichtung des Kindes zu bekämpfen versucht. Ebenso wichtig ist die daraus notwendige Schutzreaktion des naiven Kindes, das ja offensichtlich diesen Angriff nicht deuten kann. Die Heldin im Märchen kann objektiv über die Mutterfigur hinauswachsen und vernichtet diese Widersacherin physisch, wenn auch durch das Eingreifen Dritter. Wir wollen das den ödipalen Dreisprung nennen. Etwas, was heute den Frauen in der Realen Welt nur in Ausnahmen gelingen kann. Beseelt mit dem lebenslangen Streben der Mutter zu beweisen, dass sie ihr ebenbürtig und deshalb anzuerkennen ist rennt die Frau mit dem Kopf gegen eine Wand. Sie greifen die Mutterfigur weder an, noch sucht sie ihr Heil in der Flucht. Sondern sie opfern sich selbst und zerstören sich im Laufe der lebenslangen Auseinandersetzung dabei sich selbst. Männer und Kinder werden ebenfalls der Mutterfigur geopfert und bleiben auf der Strecke. Was bleibt, sind "Freundinnen", die den gleichen Kampf führen, den sie auch gemeinsam mit der Antiheldin nicht gewinnen können. Der Heldin im Märchen gleichen diese Frauen nicht im entferntesten, moderne Frauen lassen die Mutterfigur (viel zu lange) für sich sorgen - wenn es sein muss auch so lange die Mutter das kann. Und lassen sich zum Ausgleich dafür vor den Karren der Ödipuskomplexe der Mutter spannen. Die Tochter kann es der Mutter nie recht machen. Systemtypisch ist der Ausspruch der 94jährigen Mutter zu ihrer 74jährigen Tochter "Was weißt denn Du schon". Das Ende des Dramas ist mit dem physischen Tod der modernen Mutterfigur nicht erreicht - da die Tochter das Abbild der mütterlichen Forderungen bis zu ihrem eigenen Ende als Modell des geforderten Verhaltens im Kopf hat. Und natürlich nach den jahrzehntelang erprobten, aber nie zielführenden Regeln weiterlebt. Die märchenhafte Lösung des ödipalen Verhaltens kann von den Frauen unserer Welt nicht erreicht werden. Ein einzigartiges Versagen unserer Gesellschaft. Schneewittchen und Aschenputtel sind ihre Heldinnen?Schneewittchen und Aschenputtel leben am Beginn des Märchens im Kokon der Kindheit, der sie anfangs beschützt später für sie zur tödlichen Falle wird. Der anfängliche Schutz durch die Herkunftsfamilie wandelt sich in dem Maße zur Bedrohung, in dem sich die hässliche Raupe zum glanzvollen Schmetterling wandelt. Ein Märchen hat wohl einige Eigenschaften mit der literarischen Form der Kurzgeschichte gemeinsam und greift sich als Thema eine schwierige und bedrohliche Lebenssituation heraus. Nach einer kurzen Einleitung wird die Entwicklung der Helden und des Geschehens detailliert beleuchtet. Mit der erfolgreichen Absolvierung des gezeigten Lebensabschnittes der Metamorphose ist natürlich auch das Ende der Geschichte, nicht aber das der Entwicklungsstadien erreicht. Der Höhepunkt der geschilderten Entwicklung bleibt durch dieses dramaturgisches Erfordernis aber auch besser in der Erinnerung des Lesers haften. Schneewittchen und Aschenputtel sind absolut keine Frauen in Opferrollen, ganz im Gegenteil sind sie in ihrer Welt die absoluten Heldinnen und Siegerinnen. Sie lassen nach einer Zeit der grausamen Prüfung ihre Herkunftsfamilie hinter sich, um dann ein Leben in Glorie zu führen. In beiden Fällen ist die eifersüchtige Stiefmutter das Schulbeispiel für das Ödipusproblem. Das heißt hier, dass die Geschlechtpartnerin des Vater mit allen Mitteln die ödipale Beziehung zwischen Vater und der kindhaften Tochter im Keime zu ersticken will. Die Schicksale von Schneewittchen und Aschenputtel drehen sich um diesen ödipalen Konflikte zwischen Mutterfigur und Tochter. Nach der Geburt der Tochter stirbt die Mutter und der Vater nimmt sich eine neue Gemahlin. Vorerst geschieht nichts Besonders im Leben des Kindes. Erst als die Stiefmutter bemerkt, dass das Mädchen zu reifen beginnt, wird sie zur typischen, eifersüchtigen Stiefmutter, die außerdem den schwachen und farblosen Vater kaltstellt. Die Märchen schildern wie eine (Stief-)Mutter ihre (Stief-)Tochter durch ihre Eifersucht physisch vernichten will, damit ihr Einfluss auf den Mann nicht eingeengt wird. Das blutjunge Mädchen jedoch gewinnt, mit eigenem Mut und Einsatz, den auf Leben und Tod ausgelegten Kampf. Dem Zeitgedanken entsprechend, heiratet sie einen Königssohn und die böse Stiefmutter kommt zu Tode. Im Märchen wird Gerechtigkeit im Sinne des subjektiven Empfindens geübt; der Siegerin gebührt als Königin die höchste Ehre und die Unterlegenen werden grausam verstümmelt und getötet. Unter Aufhebung der Realität werden die Feinde zerschmettert und die Guten gerettet und erhöht. Ich finde Frauen, die sich ihren Männer aufopfern, nicht heldenhaft, sondern eher langweilig. Und es gefällt mir überhaupt nicht, wenn eine Frau einen Mann braucht, um ein vernünftiges Leben führen zu können. Ich kann mit diesen Dienerinnen am Mann nichts anfangen und finde diese Rolle eher lächerlich und alles andere als zeitgemäß. © 2002 Projekt Literotik |
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