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Lesen von elektronischen Texten / E-Books

 

Allgemein

Das Lesen von längeren Texten aus verschiedenen Quellen (wie etwa ausführliche Artikel zu bestimmten Themen, Kurzgeschichten und dergleichen aus Literatur-Foren, ältere Romane mit abgelaufenem Urheberrecht) auf Bildschirmen von Desktop-Computern oder auch Notebooks/Laptops kann etwas mühsam und unbequem sein. Vor allem erstere haben den Nachteil, dass man sie nicht an einen beliebigen Ort (Garten, Park, Bett, öffentliches Verkehrsmittel ...) mitnehmen kann. Auch Notebooks sind meist relativ groß und schwer, und der Akku hält unterwegs, selbst bei den kleinen "Netbooks", auch nicht ewig.

Welche alternativen Möglichkeiten gibt es nun, Texte aus dem Internet oder sonstigen elektronischen Medien zu lesen?

(Hinweis: Kommerzielle E-Books, also z.B. elektronische Versionen von aktuellen oder älteren bekannten Romanen, sind häufig mit DRM (Kopierschutz) versehen, was in der Praxis zu Problemen führen bzw. die Verwendung auch innerhalb des privaten Bereichs stark einschränken kann. Im Gegensatz zur Musikindustrie hält die Verlagsbranche noch vielfach an diesem Modell fest).

Papier

Das Ausdrucken auf Papier kann mühsam und umständlich sein, ganz zu schweigen von den stark überhöhten Preisen für Tintenpatronen für die gängigen Tintenstrahldrucker. Gar nicht selten, zumindest nach meiner Erfahrung, können Drucker auch plötzlich Probleme mit dem Papiereinzug haben (eventuell Staub entfernen und gegebenenfalls vorsichtig mit Schleifpapier aufrauhen) oder von einem Moment auf den anderen trotz voller Patrone nicht mehr richtig drucken.

"Nachbau-Patronen" statt der Originalpatronen in Preisregionen von teilweise 40 Euro pro Stück sind immerhin deutlich günstiger, noch deutlich billiger ist das eigenmächtige Nachfüllen mit handelsüblicher Tinte - dies wird auch von einigen Geschäften angeboten. Zusätzlich arbeiten manche Drucker-Hersteller mit einem Chip, der ein Nachfüllen verhindern soll und dann mit Trick auf 0 zurückgestellt werden muss. 

Laserdrucker, die eine bessere Qualität liefern, sind mittlerweile auch deutlich billiger geworden. Manche Leute klagen allerdings über die mögliche Belastung durch Tonerpartikel und Ozon, bei neueren Modellen, guter Belüftung und eher seltenem Gebrauch sollte aber auch das keine Rolle spielen. Wer größere Mengen an bedruckten Papierseiten braucht und das nur selten, kommt eventuell auch bei einem Copyshop (oder einem "Book on Demand"-Anbieter etc.) günstiger, stressfreier und professioneller weg.

Da ich nicht besonders viel drucke (wenn, dann eher für Behördenwege und dergleichen) und mit Tintenstrahl-Druckern nichts als Ärger, hohe Kosten und erfolglose Nachfüll-Versuche gehabt habe, habe ich dann einmal statt einem Tintenstrahldrucker wieder meinen "guten alten" Nadeldrucker aufgestellt. Der ist wenigstens "unverwüstlich", und das Farbband lässt sich recht leicht mit Tinte nachschwärzen. Nachdem das aber wegen der langsamen Druckgeschwindigkeit, der mäßigen Qualität und auch des Lärms keine wirkliche Dauerlösung war, habe ich später einen Laserdrucker angeschafft (Lexmark E120), der gerade im Sonderangebot war. Dieser liefert eine hohe Qualität, ist dabei sehr schnell und kann laut Auskunft und offenbar auch tatsächlich auch mehrere Monate stehengelassen werden, ohne dass etwas eintrocknet. Innerhalb eines Jahres habe ich jedenfalls keine Probleme damit gehabt. Doppelseitiger Druck funktioniert auch ohne "Duplex-Einheit", wenn man die Seiten händisch umdreht und vorher die Software richtig einstellt. Es ist ein s/w-Modell, farbfähige sind üblicherweise wesentlich teurer, und das professionelle Ausarbeiten lassen von Fotos kommt wahrscheinlich billiger. Zwar sind auch die Toner-Kassetten recht teuer (auch hier gibt es Originale und Nachbauten), innerhalb einiger Jahre habe ich sie aber noch nicht tauschen müssen, und der Drucker hat auch keinen Ärger gemacht.

E-Book-Lesegeräte

Elektronisches Papier war lange Zeit eher Science Fiction als marktreif, und wurde immer wieder angekündigt. Momentan gibt es dieses in Form einiger spezieller E-Book-Lesegeräte (z.B. Amazon Kindle) in einem Taschenbuch-ähnlichen Format, die nur zum Ändern des Seiteninhalts Strom brauchen, nicht aber für die Anzeige selbst ("E-Paper", "E-Ink"). Die ersten Modelle kosteten ab einigen 100 Euro aufwärts, seit etwa 2011 gibt es auch einige zu realistischen Preisen. Wie ein dünnes, biegsames Blatt Papier sind diese Geräte jedenfalls nicht.

Solche E-Book-Reader sind also für jene überlegenswert, die zum Lesen ein speziell optimiertes und kein "eines für alles"-Gerät verwenden möchten. Die Anzeige-Qualität von Text ist sehr gut, dafür aber auch nur in s/w bzw. Graustufen möglich, und die Wiedergabe von bewegten Bildern nur schlecht bis nicht möglich. Die Zukunft ist somit fraglich, weil Smartphones und Tablets eben noch mehr Möglichkeiten bieten, und ebenfalls laufend weiterentwickelt werden.

Handy / Smartphone

Während Mobiltelefone früher nur kurze Textnachrichten (SMS) anzeigen konnten, haben sie sich in letzter Zeit immer mehr zu mulitfunktionellen Gerätenentwickelt, die eben unter anderem auch längere Texte darstellen können. Selbst bei älteren Modellen aus den frühen 2000er-Jahren sind mindestens einige Megabyte interner Speicher üblich, dies reicht locker für einen kompletten Roman aus. Das Lesen von Texten auf allzu kleinen Bildschirmen kann zwar mitunter mühsam sein, diese wurden aber im Laufe der Zeit von Größe und Auflösung her immer mehr den früher gängigen PDAs angepasst, und haben diese auch schon übertroffen.

Neuere Handys/Smartphones haben oft auch einen Steckplatz für eine Speicherkarte (heute meist microSDHC), oder zumindest einen sehr großen internen Speicher. Neben "Multimedia-Daten" wie mp3 und Fotos können diese Geräte dort neben dem internen Speicher des Telefons auch Textdateien speichern. Das Angebot an Textanzeigern ist nicht unbedingt allzu groß, aber es existiert jedenfalls solche Software.

Besonders für ältere Modelle, die nicht als "Smartphones" verkauft wurden, gibt es Programme, die Texte in ein Java-Programm (Midlet, ein gängiges Software-Format für Mobiltelefone) umwandeln können, dieses enthält dann ein kleines Anzeigeprogramm und den Text selbst. Das Programm (.jar, zum Teil wird auch eine zugehörige .jad-Datei benötigt) wird über ein USB-Kabel, Bluetooth oder ev. Infrarot z.B. bei Nokia-Handys in das Verzeichnis "Applications" kopiert, mittels Extras/Speicherkarte/Programm im Telefon-Menü installiert und ist dann unter "Programme" abrufbar. Je nach Modell kann die Installationsmethode anders sein, und die Programme auch direkt von der Speicherkarte startbar.

Text-Anzeiger für Java-fähige Handys, z.B. Nokia Series 40:

Text-Anzeiger für Handys mit Symbian S60:

PDA

PDAs (Personal Digital Assistant, Handheld-Computer, Palmtop, Organizer) bieten eine Bildfläche im Bereich von etwa 5 x 5 cm und eine Auflösung von z.B. 160 x 160, 320 x 320 oder auch 320 x 480 Pixel und auch die Möglichkeit zur Darstellung von Textdokumenten mit verschiedenen Schriftarten (auch fett und kursiv), und auch kleinen Grafiken und Fotos. Das Bild ist zwar immer noch deutlich kleiner als eine typische Buchseite, es können aber dennoch ein paar Sätze gleichzeitig dargestellt werden und die Zeit bis zum "Umblättern" zur nächsten Seite bleibt akzeptabel. Üblicherweise können PDAs neben einigen Tasten auch durch Berührungen des Bildschirms gesteuert werden (Touch-Screen).

Eine Akkuladung sollte bei durchschnittlichem Gebrauch mindestens einige Tage oder teilweise sogar Wochen halten. Zum Lesen von Texten sind auch Modelle mit Monochrom-Bildschirm empfehlenswert, da Text sowieso meist nur einfärbig und die Akku-Laufzeit typischerweise deutlich länger ist, diese sind aber oft nur noch gebraucht zu bekommen.

Reine PDAs sind heute häufig schon zu Gunsten von Handys bzw. Smartphones mit immer mehr Funktionen vom Markt verschwunden, beziehungsweise vom Funktionsumfang her immer mehr mit diesen zusammengewachsen. Sie waren aber längere Zeit recht verbreitet, und es gibt sie auch heute noch - es ist Geschmackssache bzw. hängt vom Einsatzzweck ab, ob man lieber ein Gerät für mehrere Funktionen verwendet oder mehrere einzelne wie Kamera, MP3-Player, Handy ...

Persönlich habe ich Erfahrungen mit einem Palm IIIx und einem Sony Clié PEG T-425 gemacht. Ersterer hat zwar nur eine serielle Schnittstelle, mit welcher der Datenabgleich relativ lange dauert und eine relativ grobe Auflösung von 160 x 160 Bildpunkten, die Lesbarkeit der Anzeige war aber fast immer recht gut. Bei meinem Clié-Modell hingegen war diese nur bei Lichteinfall im richtigen Winkel wirklich gut, dafür war die Bildauflösung feiner und er hatte auch eine deutlich schnellere USB-Schnittstelle.

Text-Anzeiger für PDAs mit Palm OS:

Tablets

Diese Geräte sind seit etwa 2011 stark auf dem Markt verbreitet, und im Wesentlichen ein tragbarer Computer ohne Tastatur. Die Bedienung ist an Handys/Smartphones mit Touchscreen angelehnt, und viele laufen, außer den Apple-Produkten, mit dem Betriebssystem Android (z.B. Samsung Galaxy Tab). Bei der Bildschirm-Diagonale können 7 Zoll ein guter Kompromiss zwischen Handlichkeit und Größe sein, 10" sind aber auch verbreitet. Die Akku-Laufzeit sollte "mehrere Stunden" betragen, es sind auch Lösungen mit externen Akkus denkbar. Es gab auch schon früher "Tablet-PCs", die mit z.B. Windows XP funktionierten, aber kaum Verbreitung fanden.

Neben dem internen Speicher ist ein wesentliches Kriterium auch, ob es einen Steckplatz für eine Mobilfunk-Karte gibt, um einen direkten Internet-Zugang zu haben, sonst ist dieser meist nur über WLAN möglich. Wer ohnehin ein Handy/Smartphone mit einem passenden Datentarif hat, kann auch eine Lösung wie "JoikuSpot" verwenden und so einfach den schon vorhandenen Internet-Zugang benutzen, ohne ein Tablet mit "3G" und einen zusätzlichen Mobilfunk-Vertrag zu brauchen. Neben dem Standard-Bildschirmformat von etwa oder genau 16:9 gibt es auch viele Geräte mit dem "alten" Seitenverhältnis von 4:3.

Dies ist also eine denkbare Lösung für alle, denen Handys/Smartphones zu klein, Notebooks/Netbooks aber zu sperrig sind. Ein möglicher Kompromiss sind auch manche Smartphones, die mit laufend größeren Bildschirmen (z.B. 5 Zoll) angeboten werden.


 

Sprachausgabe

Wer lieber hören als lesen will, kann sich Textdateien auch vom Computer vorlesen lassen (Text to speech). Die Qualität reicht zwar nicht ganz an natürliche menschliche Sprache heran, ist aber bei den gängigen Programmen recht gut und klar verständlich. Auch die Konvertierung zu einer Audio-Datei zum Beispiel für tragbare Geräte ist möglich. Selbst die Amiga-Computerserie beherrschte in den 1980ern schon standardmäßig die Sprachausgabe von Texten.

Für Windows:
 
Für Linux:

 
Über das Internet:



(zuletzt geändert am 14.11.2011)

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