Motivation
zu diesem Text und Zielgruppe
Der
Begriff Heimkino klingt ja zunächst interessant, und wer sich etwas
für Filme
und Technik interessiert, wird wahrscheinlich schon von Dingen wie
Video-Projektoren und möglichen Klangeffekten von allen Seiten
gehört haben - und das alles zuhause.
Nur, es können wohl nicht alle wirklich etwas mit den
gängigen Fachmagazinen,
Diskussionforen im Internet und den zugehören Beispiel-Bildern
und
Beschreibungen anfangen. Auf dem einen Bild sieht man Räume,
die
komplett mit
(meistens eher teuer aussehenden) Lautsprecherboxen vollgestopft sind,
auf einem anderen Verbindungskabel, die manchmal mehr wie ein
Gartenschlauch
aussehen, in der Beschreibung stehen dann mehrere
eher nobel klingende Markennamen. Zu den manchmal
veröffentlichten
Gesamtkosten bekäme man durchaus schon fast eine
Eigentumswohnung,
und bei kritischen Kommentaren wird man bestenfalls belächelt
und in die Billigst-Diskont-Ecke gerückt. Wenn man
dann sieht, dass manche Foren-Betreiber mit diversen Händlern
zusammenarbeiten bzw. diese regelmäßig dort
schreiben, ist
das alles auch nicht allzu verwunderlich. Seltsam ist
auch, dass dann oft immer noch nur ein herkömmliches
TV-Gerät vorhanden ist (bestenfalls oft ein etwas größerer Flachbildschirm) - wo ist dann eigentlich das Kino?
Dazu kommt, dass sich manche von den "High-Endern" in den
Diskussionsforen offenbar "weichklopfen" lassen und dann das, mit dem
sie bisher zufrieden waren, plötzlich als "Schrott" sehen und
sich
immer neuere Dinge holen, mit denen sie nie ganz zufrieden sind. Auch
ich habe mich schon dazu hinreißen lassen, mehr als
nötig
für ein simples Verbindungskabel auszugeben. Offenbar sind
also manche entweder sehr wohlhabend und wollen dies auch zur Schau
stellen,
nehmen die Sache viel zu ernst, wiederholen immer nur Standard-FAQs
(die zum Teil auch
mehrere Jahre alt sind) oder betrachten es schon als Religion.
Sicherlich haben alle ihre Hobbys und Vorlieben, aber manche betrachten
ihre Ansichten offenbar als allgemein gültig.
Zumindest
etwas
Platz ab etwa 2 mal 3 Meter aufwärts und
ein Budget von sagen wir einmal mindestens ca. 1000 Euro ist schon eine
Grundvoraussetzung (halbwegs brauchbare Lautsprecher, ein DVD-Player
usw. ist ohnehin oft schon vorhanden), aber oft ist es eben nicht
möglich,
vernünftig zu diskutieren oder realitätsnahe
Informationen zu
bekommen. In einem bekannten Forum stellte einmal jemand eine Frage
wegen Problemen mit einem Verstärker und bekam als erstes die
Antwort, dass mit so einem Billig-Mist eben keine vernünftige
Qualität möglich ist - und ist dann selbst auf die
Lösung gekommen. Selbst in "gemäßigten"
Heimkino-Kreisen ist es recht verbreitet, dass bestimmte Marken oder
Komponenten unter einem bestimmten Preisniveau gar nicht erst ernst
genommen werden.
Die
Zielgruppe
sind
also alle, die das nicht hinnehmen und sich auch ohne Festlegung
auf bestimmte Geräte- oder gar Kabel-Hersteller und immer
wieder
genannte Standardhinweise (auf die ich hier auch besonders eingehen
bzw. sie nicht kommentarlos wiederholen möchte) ein
ansprechendes "Heimkino" einrichten wollen.
Der Raum
Allgemein -
Wohnzimmer oder Kinosaal?
Grundsätzlich
stellt sich die Frage, ob ein Heimkino möglichst wie ein
kommerzielles
Kino aussehen soll, oder ob es trotzdem immer noch eher ein Wohnzimmer
sein oder auch "fließend" in einen üblichen
Wohnbereich
übergehen soll.
Im ersteren Fall werden zum Beispiel nicht gebrauchte Garagen,
Kellerräume oder
teilweise Dachböden zu einem "Mini-Kinosaal" umgebaut, das
kann
für
lange anhaltende Beschäftigung sorgen und freut mitunter
örtliche Baumärkte,
Teppichhändler und Einrichtungshäuser. Auch aus
vorhandenen
bzw. gebrauchten Materialien lässt sich mit etwas
Kreativität
viel machen. So ein Umbau muss nicht unbedingt teuer sein, kann sich
aber über längere Zeit hinziehen.
Hier
finden dann oft auch richtige Kinosessel oder mitunter auch alte
Autositze Verwendung - diese lassen sich etwa über das
Internet
günstig
auftreiben, manchmal werden sie auch von Kinos verkauft. Dennoch kann
ein übliches Sofa bzw. Sitzgarnitur genauso geeignet oder
besser
sein -
wer schon einmal in einem Kino war, weiß dass die Sitze in einem
Kino nicht unbedingt immer bequem sind. Besonders wenn es ausklappbar ist, kann man
natürlich auch sehr bequem darauf sitzen oder liegen - das
geht eben nur zuhause. Es sieht dann aber eben nicht mehr unbedingt
wie ein "richtiges" Kino" aus, ist dafür aber
"Wohnraum-kompatibler" -
bleibt ganz dem persönlichen Geschmack und
Möglichkeiten
überlasssen.
Grundsätzlich
sollte der Raum wegen der Akustik auch eher von "weichen" Materialen
wie Teppichen oder Vorhängen dominiert sein, und nicht
von
Fließen, Steinplatten, Betonwänden und dergleichen. Manche
rechnen hier lange herum, aber wenn beim (lauten) Sprechen kein
auffälliger Hall entsteht, ist der Raum wahrscheinlich gut
geeignet.
Der WAF
Zu bedenken gibt es allgemein für
Männer, die mit einer Frau in einem gemeinsamen Haushalt
wohnen, auch den WAF, den "Woman
Acceptance Factor"
- das ist kein Witz, sondern durchaus Realität. Frauen wird
generell nachgesagt, dass sie auffälligen technischen
Geräten
und aufwändigen, ungewöhnlichen Aufbauten in
Wohnräumen
eher negativ gegenüberstehen. Das muss aber natürlich
nicht
bei allen so sein, und es mögen wohl auch
nicht alle Männer einen Videoprojektor mitten im Raum, zu dem
ein
auffälliger Kabelstrang führt.
Verdunkelung,
Raum-Helligkeit und Farbgestaltung
Idealerweise
sollte es in einem Heimkino-Raum bei der Vorführung eines
Films
außer auf der Leinwand überhaupt kein Licht auf den
Wänden (und an Decke und Boden) geben - dies ließe
sich dadurch
erreichen, dass alles in mattem Schwarz gestaltet ist. Um die
Projektionsfläche herum und in deren Nähe ist das
tatsächlich sinnvoll
und kann den Bildeindruck verbessern, in der Praxis ist es aber nicht
unbedingt nötig, den ganzen Raum schwarz einzufärben.
Dennoch
sollten speziell in der Nähe des Bildes, auch auf der Zimmerdecke,
möglichst eher dünklere Farben gewählt werden -
weiße
Wände, wie in vielen Wohnzimmern üblich, können den
Bildeindruck mitunter tatsächlich stören. Vorstellbar ist
etwa (teilweise) ein roter
Farbton, oder auch Dunkelblau, Dunkelgrün
oder ein Grauton. Neben Wandfarbe und farbigen Tapeten und
eventuell Stoff (bzw. Vorhängen) eignet
sich für kleinere Flächen auch Klebe- oder
Kunststofffolie
oder farbiges Papier. Grundsätzlich
gilt, dass die Farben matt und nicht
glänzend sein sollten, weshalb nicht alle Folien wirklich
geeignet sind.
Als Dekoration eignen sich Filmplakate, die für etwa 5-10
Euro verkauft werden oder manchmal auch als Zeitschriften-Beilage
kostenlos zu bekommen sind (auch zum Beispiel in gratis
aufliegenden Magazinen, etwa in Kinos). Beliebt sind auch "Dolby
Digital" und "DTS"-Schilder, wobei eine 20 x 30 cm-Fotoausarbeitung von
einer im Internet gefundenen, möglichst großen
Abbildung
davon in einem Rahmen
eine günstige Alternative zu Metallschildern sein kann. All
dies
würde ich wegen möglicher Lichtspiegelungen eher in
einiger
Entfernung von der Projektionsfläche montieren (oder vor dem Eingang), was aber
Geschmackssache ist. Wer etwas Spaß versteht, könnte
etwa
auch bei "THX certified home theater" mit einem
Bildbearbeitungsprogramm die Worte "Sorry, this is not a"
darüberschreiben.
Der
Projektor - brauche ich wirklich einen?
Allgemein
Kernstück
eines "richtigen" Heimkinos ist prinzipiell ein Video-Projektor, auch
als "Beamer"
bekannt (so wie "Handy" ist dieser Ausdruck im englischen Sprachraum
aber nicht üblich). Dieser ist nicht ganz so einfach zu
handhaben
wie ein Fernsehgerät, wo im einfachsten Fall Antennen- und
Stromkabel angeschlossen werden und das dann nach einem einzigen
Knopfdruck einfach losläuft. Viele, auch jene, die insgesamt
viel
Geld investieren, betrachten auch das oft als Heimkino - Hauptsache ist
scheinbar, es stehen überall zwei Meter große Boxen
herum
und man hat 7.2-Ton oder was auch immer.
Ein
wirklich
großes und somit "Kino-mäßiges" Bild ist
aber eben nur
mit einem Projektor möglich. Zwar bieten auch heutige,
größere Flachbildschirme mittlerweile ein
eindrucksvolles
Bild, aber eine Bildbreite um die zwei Meter können auch diese
nicht liefern. Theoretisch könnte man auch näher
heranrücken und so die relativ empfundene
Bildgröße
erhöhen, aber letztlich bleibt nur ein Projektor.
Im
Gegensatz zu
früher muss so etwas aber nicht teuer sein, wer 999 Euro
für
einen der stark beworbenen Plasma- oder LCD-Bildschirme mit zum
Beispiel 42 Zoll Bilddiagonale hat (etwas über einen Meter),
bekommt in dieser Preisregion auch einen Projektor, bei dem die
dargestellte Bildfläche auch locker 4 mal so groß sein
kann - am besten ein Preisvergleichs-Portal im Internet wie Geizhals (externer Link) oder Amazon bemühen.
Einen LCD-Projektor gebraucht kaufen ist wegen der
Projektorlampen ein gewisses Risiko und zahlt sich nur bedingt aus. Zur
Schonung dieser Lampe dürfte es auch empfehlenswert sein, den
Projektor maximal 1 bis 2 Mal pro Tag ein- und auszuschalten - deshalb
empfiehlt sich auch ein Zusatz-Bildschirm.
Ein häufig vorhandener "Lampenspar-Modus"
hat mehrere Vorteile - der "Schwarzwert" wird besser, der Lüfter
läuft wesentlich leiser, der Stromverbrauch sinkt (auch unter die
Werte großer Flachbildschirme), und die Lampe erreicht, zumindest
theoretisch, mehr Betriebsstunden. Der "normale" Modus ist an sich nur
nötig, wenn in hellen Umgebungen ein Bild projiziert werden soll.
Realistischerweise
besonders empfehlenswert ist etwa die Sanyo PLV-Z-Reihe von
LCD-Projektoren (besonders erwähnenswert ist hier die einfache
Möglichkeit
der Staub-Entfernung), vergleichbare Modelle gibt es zum Beispiel auch
von
Panasonic, Hitatchi oder Epson. Ein Projektor sollte jedenfalls
eine Auflösung ab 1280 x 720 Pixel haben, einen HDMI- oder
DVI-Eingang und Möglichkeiten zur Regelung der
Bildlage, auch ohne
den Aufstellungsort zu verändern (Lens-Shift, Zoom-Objektiv,
Schärfe- und Overscan-Einstellung).
Zwar
gibt
es
heute auch zum Beispiel Rückprojektions-Fernseher mit wirklich
großem
Bild von zum Beispiel 70 Zoll Diagonale, nur sind diese im Gegensatz zu
einem Projektor nicht wirklich billig, und zumindest bei denen, ich
ich bisher ausgestellt gesehen habe, war das Bild ziemlich flau und die
Helligkeit stark vom Blickwinkel abhängig. Außerdem
kann
auch bei diesen ein Lampentausch nötig werden.
In
besonders
elitären Heimkino-Kreisen werden manchmal
Röhren-Projektoren als das
einzig Wahre angesehen (heute zum Teil schon DLP-Projektoren im
durchaus fünfstelligen Euro-Bereich), und tatsächlich
können diese
theoretisch die beste Bildqualität liefern. Der Haken ist
allerdings, dass sich nur mit einigem Glück ein Modell in
bezahlbaren Preisregionen finden lässt, natürlich
üblicherweise gebraucht. Noch dazu sind sie ziemlich
groß
und schwer, und somit nicht überall auf einfache Weise zu
montieren. Vor der weiten Verbreitung von LCD-Projektoren waren diese
neben 8 mm-Filmprojektoren auch so ziemlich die einzigen
Heimkino-Projektoren - an der Preis- und Vermarktungs-Politik hat sich
aber bis heute nichts geändert. Es ist somit vorstellbar, dass
diese mit den immer besser werdenden LCD-Projektoren oder eine
Nachfolgetechnik sowieso irgendwann
weitgehend vom Markt verschwinden werden.
Eine Überlegung wert ist eventuell auch ein Selbstbau (DIY, Do
it
yourself) aus einem Overhead- oder Dia-Projektor und einem zerlegten
LCD-Bildschirm - angesichts des unsicheren Erfolges und des immer
besser werdenen Preis-Leistungs-Verhältnisses von
kommerziellen
LCD-Projektoren würde ich mir das aber nicht unbedingt antun.
Nähere Informationen gibt es etwa hier
und hier
(externe Links).
Aufstellung
des Projektors
Der Lärm
des Lüfters kann tatsächlich störend sein,
ist aber bei den
aktuellen Modellen von LCD-Projektoren auch immer weniger geworden.
Außerdem wird er zumindest teilweise ohnehin von den
Lautsprecherboxen übertönt. Es kann auch von Vorteil
sein,
den Projektor nicht unbedingt frei an der Decke zu montieren. Eine
realistische Lösung ist eine Regalkonstruktion bzw. ein
Regalbrett, wobei genug Platz bzw. Abstand für die
Belüftung
und Luftzirkulation vorhanden sein sollte. Die Werte in den
Bedienungsanleitungen können aber mitunter etwas
übertrieben
sein, berücksichtigt werden sollte aber jedenfalls, dass bei
den
Luftein- und Auslässen alles frei ist. Eine
mögliche Lösung ist auch eine sogenannte "Hushbox" -
dies ist
eine recht große und zum Beispiel mit Schaumstoffmatten
schallgedämmte Kiste, welche die Abwärme nach
außen
führt, nicht aber die Geräusche. So etwas ist aber
mit
ziemlichem Bauaufwand verbunden. Eine mögliche Lösung
ist
auch, den Projektor in einem Wanddurchbruch zu einem anderen Raum
aufzustellen und die Projektionsöffnung eventuell mit
(möglichst schalldämmendem und das Licht nicht
störenden) Glas zu verkleiden.
Bei der Planung sollte unbedingt auch der technisch mögliche
Mindest- und Maximalabstand bei der gewünschten
Bildgröße berücksichtigt werden, bei www.projectorcentral.com
(englisch) ist eine diesbezügliche Datenbank für
mehrere
gängige Modelle zu finden. Ein Zoom-Objektiv
ermöglicht hier
eine gewisse Flexibilität.
Die
Projektionsfläche
Allgemein
Die
ideale
Projektionsfläche ist grundsätzlich eine fest
montierte Wand, wie es zum Beispiel eine Rahmenleinwand oder eine
vorhandene weiße Zimmerwand ist. Dadurch
entfällt das Auf- und Abbauen, und Dinge wie mögliche
Verschiebungen des Bildes und Faltenbildung gibt es auch nicht. Ein
Nachteil ist, dass manche eine große weiße
Fläche, die
sonst für nichts genutzt werden kann, eher als
unschön
empfinden - dieses mögliche Problem lässt sich aber
zum
Beispiel durch Vorhänge lösen (idealerweise mit
Motorantrieb
und automatischen Stop-Positionen), wodurch das Ganze auch wieder
mehr wie ein "richtiges" Kino aussehen würde.
Ein
generelles Merkmal jeder Projektionsfläche ist der so
genannten "Gain-Faktor"
(selten gebrauchter deutscher Begriff "Leuchtdichtefaktor"), der
die
Reflexionseigenschaften beschreibt und für den meist ein
Wert im Bereich von 1 oder seltener bis zu etwa 1,8
empfohlen wird. Ist der Gain-Faktor zu hoch (zum Beispiel bei
Dia-Leinwänden), kann mitunter ein
gewisser "Hot Spot"-Effekt auftreten, also ein deutlich hellerer
Bereich an einer
bestimmten Stelle. Dieses Problem kann sich auch bei
glänzenden
Oberflächen zeigen. Während bei einem Wert in Bereich
von 1
das Licht gleichmäßig reflektiert wird, wird es bei
höheren eher in eine bestimmte Richtung gebündelt -
dadurch
kann sich die Helligkeit je nach Blickwinkel stark ändern.
Allgemein dürfte also eine matte, weiße
Oberfläche am
besten sein, wenn ein Gain-Faktor angegeben ist, sollte dieser im
Bereich von 1 liegen.
Für die Montage empfiehlt sich eine Wasserwaage, ein
Maßband und eventuell eine
Schnur mit einem schweren Gewicht bzw.
ein Senklot
und bei Bedarf eine horizontal gespannte Schnur, so dass die Leinwand
bzw. Projektionsfläche genau
horizontal hängt bzw. parallel zum Projektor ist und auch
keine auffälligen Wellen bzw. Verformungen hat. Bei fest
montierten Leinwänden können die Schrauben, Haken
etc.
später auch in bzw. hinter der Maskierung
verschwinden (im Fall einer stärkeren Platte eventuell auch
darunter oder darüber) - gegebenenfalls also dafür
bis zu
einige Zentimeter mehr
auf jeder Seite einplanen.
Materialien und Bauformen
Professionelle
Leinwände
Fertige
Rahmen- und
Roll-Leinwände sollten zwar in der Regel für eine
gute
Bildqualität sorgen,
die allerdings nicht unbedingt sichtbar besser als bei selbst
gebauten Varianten sein muss. Die Nachteile sind, dass sie oft nur in
bestimmten Standardgrößen erhältlich sind
und die
üblichen Preise in einem Bereich von mehreren 100 Euro
aufwärts liegen, besonders bei Roll-Leinwänden mit
Motor.
Außerdem können sich bei manchen
Rollleinwänden
mitunter sichtbare Falten im Bild zeigen.
Vorhandene
Wände
Grundsätzlich sind auch vorhandene weiße
Wände oder die "berühmte" Rauhfasertapete als
Projektionsflächen geeignet. Sie sollten allerdings frei von
Verfärbungen und Verschmutzungen sein. Ist die
Oberfläche
nicht völlig eben oder zu rauh bzw. grobkörnig, so
kann sich
das störend im Bild abzeichnen. Es kann sich also lohnen, mit
Spachtelmasse, Schleifpapier usw. zu arbeiten und die Wand noch einmal
zu überstreichen. Auch bei dieser Lösung kann ein
schwarzer
Rand um das projizierte Bild die Qualität verbessern.
Spanplatte
und Wandfarbe
Eine preiswerte und leicht zu realisierende Lösung, die
Berichten
nach auch gute Ergebnisse bringt, ist eine mit gängiger
Wandfarbe
(Dispersionsfarbe) gestrichene Span- bzw. MDF-Platte. Eine Dicke der
Platte von
ca. 10 mm dürfte ideal sein, darunter kann es schwierig sein,
sie
ohne Verformungen und Wellenbildung zu montieren, darüber kann
sie
unnötig schwer und somit auch schwieriger zu transportieren
sein. Diese ist
wie auch die Farbe in Baumärkten
leicht zu bekommen und wird in beliebigen
Größen zugeschnitten, die Kosten liegen im Bereich von 10 Euro. Vorstellbar sind auch
Materialien wie Kunststoff- oder Gipskartonplatten.
Sie sollte in einem gut durchlüfteten Raum oder eventuell bei
trockenem
Wetter im Freien möglichst glatt, gut deckend und
gleichmäßig
gestrichen werden (am besten je nach Bedarf einige Male
überstreichen),
wobei die Farbe mindestens einige Stunden trocknen
sollte. Achtung, Holzplatten können sich verziehen, nachdem
die
Farbe durchgetrocknet ist, die Ergebnisse können daher besser
sein, wenn eine schon vorhandene Beschichtung als Basis für den
Anstrich verwendet wird. Bei der Montage mit z.B. Schrauben oder Haken
am Rand sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Platte
glatt und nicht verzogen montiert wird. Die Vorteile
gegenüber einer Tuch-Leinwand sind, dass
die
Fläche absolut lichtundurchlässig ist und es (bei
sorgfältiger Montage) auch
keine Probleme mit
Falten- bzw. Wellenbildung gibt. Es gibt
auch noch die Möglichkeit, ein
Leinwandtuch bzw. eine matte Kunststoff-Folie darüber zu
spannen, was gegenüber einem Rahmen auch Vorteile haben kann.
Neben reinem
Weiß halten manche für die Verwendung mit
LCD-Projektoren
einen
leichten Grauton (wie etwa Lichtgrau, RAL 7035) für optimal.
Fraglich
ist, ob
mit spezieller "Leinwand-Farbe", die um ein Vielfaches teurer ist,
wesentlich bessere Ergebnisse erzielt werden können. Auch eine
direkt so gekaufte und verwendete, weiß beschichtete Platte kann als Bildfläche geeignet
sein, allerdings besteht hier die Gefahr von Hot Spots.
Opera-Folie
Eine in
Diskussionsforen und Erfahrungsberichten oft
genannte "Standard-Selbstbaulösung" für die
Leinwand ist "Opera"-Folie (Nr. 4020, eine Kunststoff-Folie von Gerriets, auch .de),
"Bühnenmolton" (ein schwarzer Stoff, auch dort zu bekommen)
zwecks
Lichtundurchlässigkeit als
Hintergrund, das Ganze auf einem Rahmen aufgespannt (fertiger
Keilrahmen, ein häufig genannter Anbieter ist www.keilrahmen.de;
eventuell auch selbst gebaut) und mit "d-c-fix"
(eine
Klebefolien-Marke) als schwarzen Rand.
Die Folie sollte gerollt und nicht gefaltet bestellt werden. Im
Vergleich zu fertigen Rahmenleinwänden ist diese
Lösung
jedenfalls recht preiswert, die genannten Gesamtkosten liegen oft
im Bereich von 100 Euro oder etwas darüber.
Eine gute Alternative im gleichen Preis-Bereich soll auch das
"Cinetec"-Leinwandtuch sein,
erhältlich bei 3dheimkino.de,
allerdings laut Website nur in Deutschland.
Maskierung
Es ist grundsätzlich empfehlenswert, die
Projektionsfläche
mit einem schwarzen Rand zu versehen - dadurch kann sich zumindest die
subjektiv empfundende Bildqualität bzw. der Kontrast
verbessern.
Denkbar ist zum Beispiel schwarze Farbe (hier kann es aber schwierig
sein, eine saubere Kante aufzumalen), mattschwarzer Stoff (in
Fachgeschäften günstig als Laufmeter-Ware zu
bekommen)
und diverse Klebebänder und
-folien. Es gilt zu beachten, dass bei einem sichtbaren
Bildseitenverhältnis der umgebenen Fläche von 16:9
(die
Breite ist also 1,7777777... mal der Höhe, eine Berechnung auf
mm
genau dürfte ausreichen) entweder die Maskierung auf den
Seiten
etwas breiter sein muss als oben und unten, oder die rohe
Projektionsfläche ohne
Maskierung etwas höher, wenn diese auf allen Seiten gleich
breit
sein soll. Die Maskierung kann aber auch auf der Wand neben der
Bildfläche montiert sein.
Ein weiteres Problem kann die Tatsache sein, dass das Format von genau
16:9 grundsätzlich nur von TV- und manchen direkt auf
DVD-Produktionen
verwendet wird, während es
ebenso viel Material in 4:3 gibt und Spielfilme wiederum oft ein
breiteres Format haben. Dadurch entstehen schwarze Balken auf der Seite
oder oben und unten. Bei der mit einem Projektor möglichen
Bildgröße sollten diese weniger störend sein
als bei
herkömmlichen Fernsehgeräten, allerdings erscheinen
diese
Balken wegen technisch bedingtem Restlicht mitunter in etwas
störendem Grau. Mit einer verschiebbaren mattschwarzen
Maskierung,
idealerweise mit einem motorgesteuerten Seilzug, können auch
diese
Balken zum Verschwinden gebracht werden - was allerdings besonders mit
Motor als
Selbstbaulösung etwas kompliziert ist. Eine vielleicht etwas
einfacherer Lösung für die seitliche Maskierung
wären
schwarze Vorhänge, die sich natürlich auch selbst aus
Laufmeter-Stoff machen lassen. Eine einfachere mögliche
Alternative ist
eine breitere schwarze Maskierung rund um die
Projektionsfläche
(z.B. 15 cm) -
so schlecht ist der Schwarzwert von neueren LCD-Projektoren auch wieder
nicht, und zumindest an zwei Seiten des Bildes grenzt dann immer eine
große, tiefschwarze Fläche an.
Bildformat,
Bildlage und Betrachtungsabstand
Bildformat
- 16:9 oder anders?
Das
heute
allgemein übliche Standardformat ist 16:9,
weil dies zu den heute gängigen Heimkino-Projektoren passt. Bei
der sichtbaren
Projektonsfläche ist die
Breite also 1,7777... mal der Höhe. 4:3-Installationen sind
generell nicht empfehlenswert, wenn nicht gerade fast nur Material in
diesem Seitenverhältnis über diese laufen soll.
Eine in Heimkinos relativ
selten
zu findende Alternative wäre eine "21:9"-Leinwand, auch "Scope"
genannt, also das noch breitere Seitenverhältnis, wie es in
kommerziellen Kinos zu finden ist. Zu beachten ist allerdings, dass
groß angelegte Kinoproduktionen meist das Format
2,39:1 nutzen, was nicht ganz exakt 21:9 entspricht. Um so eine
Bildfläche mit einem 16:9-Projektor zu nutzen, müsste man
entweder das Zoom-Objektiv verstellen, sofern sich der Zoom-Bereich
ausgeht, oder aber eine anamorphotische
Vorsatz-Linse verwenden, nachdem das Bild zuvor elektronisch gestreckt
wurde, so die schwarzen Balken ohne Verlust an Bildinhalt
verschwinden und sich die Bildqualität gegenüber Zoom- oder
Letterbox-Darstellung zumindest theoretisch verbessert. Allerdings sind
solche Linsen teilweise extrem teuer (und wahrscheinlich schwer zu bekommen),
können mitunter Verzerrungen im Bild verursachen, müssen
genau justiert und bei Material in anderen Seitenverhältnissen
wieder entfernt werden.
In der Praxis erscheint es also besonders für "Allzweck-Heimkinos"
(TV-Serien in 4:3, neuere in 16:9, gelegentlich Spielfilme) bis auf
weiteres am besten, grundsätzlich eine 16:9-Bildfläche und
eventuell eine verschiebbare schwarze Maskierung zu verwenden, oder
vielleicht noch den Zoom des Projektors bei Bedarf zu verstellen.
Höhe
über dem Boden
Eine gute
Richtlinie für die
vertikale Lage bzw. Montagehöhe dürfte sein, dass
sich die Bildmitte ungefähr auf Augenhöhe befinden
sollte, allgemein sollte die Bildlage aber eher niedriger als
höher sein. Jedenfalls sollte das
Bild angenehm und ohne Verrenkungen zu
sehen sein, was
natürlich auch
vom persönlichem Geschmack sowie der
Leinwandgröße und
der sich daraus ergebenden Oberkante abhängt. Daraus kann sich
eine Lage der Unterkante des projizierten Bildes im Bereich um einen
halben Meter ergeben, in manchen Fällen durchaus auch knapp
über dem Boden. Ein
Center-Lautsprecher,
der darunter schon zu tief hängen würde,
kann auch nach oben hin gewinkelt montiert werden (z.B. vorne
Teppichstücke unterlegen), oder eventuell über der
Bildfläche und nach unten gerichtet.
Manchmal werden Leinwände bzw. Projektionsflächen
eher hoch und mit
der Oberkante nah an der Decke aufzuhängt, und teilweise
werden sogar recht hohe Montagehöhen empfohlen, das
ist
aber eben nicht unbedingt nötig. Ein Problem kann auch sein,
dass manche unbedingt ein Fernsehgerät unter die Leinwand
stellen wollen. Im Fall einer beweglichen wie z.B. einer Klapp- oder
Roll-Leinwand könnte diese dann beim Projektor-Betrieb vor dem
TV-Gerät sein und dieses verdecken, bei einer fest montierten
sollte man sich aber doch eher damit anfreunden, dieses bzw. einen "Kontroll-Monitor" anderswo
aufzustellen.
Es kann sich auszahlen, vorher
mit einer
behelfsmäßig aufgebauten Projektionsfläche
(z.B.
ungefähr an der gewünschten Stelle
aufhängtes Leintuch bzw. Betttuch)
zu experimentieren, auch in eher niedrigen Höhen
über dem Boden.
Betrachtungsabstand und
Bildgröße
Die Empfehlungen
für den Betrachtungsabstand
bewegen
sich meist zwischen
etwa
1,5 bis 2 Mal Bildbreite, besonders bei Projektoren mit
höherer Auflösung (1280 x 720) eher zu ersterem
tendierend. Ein
heute realistischer Wert wäre also etwa ein 1,6 bis 1,7 mal so
langer
Betrachtungsabstand, als die Projektionsfläche breit ist. Bei
einem zu nahen Abstand bzw. einer zu großen Leinwand
können
schon die einzelnen Bildpunkte bzw. ein mögliches
"Fliegengitter"
von LCD-Projektoren zu sehen und außerdem das Bild mitunter
unangenehm groß sein. Etwas weniger kann bei der
Bildgröße im Zweifelsfall also eher besser sein.
Außerdem ergibt sich nicht nur durch die
Raumverhältnisse
eine Maximalgröße, auch kann die Lichtleistung der
gängigen Heimkino-Projektoren bei zu großen
Flächen (zum Beispiel über 3
Meter Breite) an ihre Grenzen stoßen. Eine realistische
Maximalbreite ist etwa 2,7 Meter,
wofür dann ein Betrachtungsabstand von mehr als 4 Metern
empfehlenswert ist. Angesichts der recht vielen Videoprojektoren auf
dem Markt lässt sich das in der Praxis aber schwer
vorhersagen. Schon im Bereich von etwa 1,5 m Breite, was
sich fast immer realisieren lassen sollte, können sich aber
auch
schon sehr eindrucksvolle Ergebnisse zeigen - besonders im Vergleich zu
einem durchschnittlichen Fernseher.
Als
idealer
horizontaler Sichtwinkel
(zwischen Sitzposition und dem linken und rechten Ende der
Leinwand)
der sich dann daraus ergibt, werden oft ca. 30 oder 35 Grad
genannt, was deutlich über
dem üblichen Sichtwinkel bei Fernsehgeräten liegt (im
Bereich
von 10 Grad). Gerade das trägt neben der
Größe viel zum
"Kino-mäßigen" Eindruck bei. Seltener werden auch
deutlich größere
Winkel von zum Beispiel 50 oder 60 Grad genannt, oder ein
Betrachtungsabstand-Bildbreiten-Verhältnis bis in den Bereich
von 1 hinunter, was aber neben zu
groben Bildpunkten auch dazu führen kann, den Kopf
öfters nach links
und rechts bewegen zu müssen. Auch aus diesem Grund empfiehlt
sich vor
der Montage ein Ausprobieren mit einem behelfsmäßigen
Aufbau.
Einstellung
der Bildlage und Bildgeometrie
Mit
der "Lens Shift"-Funktion
lässt sich die Lage des Bildes in der Höhe und Breite
ohne Verlust
an Bildqualität verschieben, allerdings soll es zu Problemen
führen, wenn die möglichen Maximaleinstellungen
(fast) ausgenutzt werden. Oftmals ist es möglich, den
Projektor
horizontal ungefähr in der Bildmitte aufzustellen, vertikal
kann es aber
schwierig sein, diesen genau in der Mitte aufzustellen. Das ist
zum Beispiel bei Deckenmontage der Fall (bzw. auf einem Regalbrett
oder eine ähnlichen Konstruktion), bei niedrigerer
Aufstellung,
wenn überhaupt möglich, könnte der Projektor
im Weg
stehen oder das Lüftergeräusch besonders
störend sein. Wenn der Aufstellungsort jedoch zum Beispiel
annähernd in der horizontalen Bildmitte und in etwa 1,8 Meter
Höhe mit nach unten verschobenem Lens Shift ist, so sollte das
in
der Praxis problemlos funktionieren.
Möglichst nicht sollte aber die
"Keystone"-Funktion (vertikale Trapezkorrektur)
verwendet werden, weil sich
dadurch die effektive Bildauflösung verringert. Stattdessen
können solche Verzerrungen damit ausgeglichen werden, in dem
auf einer Seite des Projektors etwas untergelegt bzw die
Standfüße ausgefahren werden.
Ist das Bild in
horizontaler
Richtung trapezförmig verzerrt, so kann es durch Drehen des
Projektors in der horizontalen Ebene um einige Grad nach links oder
rechts korrigiert werden.
Wenn bei Kameraschwenks seltsame Bildverzerrungen auftreten, dann ist
wahrscheinlich die Projektionswand uneben bzw. verzogen - das kann
eventuell auch noch durch Unterlagen auf der Rückseite
ausgeglichen werden.
Werden das projizierte Bild und die
Begrenzung der Bildwand nie ganz parallel, dann ist entweder diese oder
der Projektor nicht völlig horizontal aufgestellt - eine
Wasserwaage (oder eventuell eine Schnur mit einem schweren Gewicht bzw.
ein Senklot) ist hier sehr nützlich. In diesem Fall sollte
dann
bei der Projektionsfläche nachgebessert werden und wenn
nötig
beim Projektor auf einer Seite etwas untergelegt oder dieser sonst
irgendwie (z.B. wenn vorhanden mit den ausfahrbaren
Standfüßen) leicht zur Seite gekippt werden. Schon
ein
Fehler in der
Neigung von einem Millimeter auf einen Meter kann durchaus auffallen.
Die Größe des Bildes lässt sich mit der
Zoom-Einrichtung noch genau regeln, so dass der Bereich innerhalb
der Leinwand-Begrenzung bei einem vollen 16:9-Bild gerade
schön
ausgefüllt und (bei einem Testbild) nichts merklich vom Bild
abgeschnitten ist;
auch die Schärfe sollte noch angepasst
werden. In der Praxis sieht bei älteren Modellen eine leichte Verstellung der
Schärfe
weg vom optimalen Wert, der sich aus einem Testbild ergibt,
möglicherweise etwas besser aus, weil dann das eventuell
sichtbare "LCD-Gitter" weniger auffällt. Das ist aber reine
Gefühls- und Experimentiersache.
Der Ton
Ist
Surround und Dolby Digital wirklich so toll?
Obwohl
man
meinen sollte, dass es beim Heimkino vorwiegend um das Bild geht, wird
oft fast mehr über den Ton diskutiert. Surround-Ton aus allen
Richtungen kann jedenfalls schon sehr eindrucksvoll sein, aber genauso
wird
manchmal bemängelt, das bei vielen Filmen kaum davon Gebrauch
gemacht wird, oder nur in ein paar Szenen. Manchmal erhält man
dann die Antwort, dass Surround-Mehrkanalton in erster Linie eine gute
räumliche Klangkulisse schaffen soll, und nicht ständige,
laut krachende Effekte, und mit billigen Lautsprecherboxen sowieso kein
vernünftiger Klang möglich sei. Wenn man
sich
die IMDb
ansieht, dann sind dort nicht wenige Filme in den
"Top 250" zu finden, bei denen der Ton überhaupt nur in Mono
ist -
Erfolg dürften also doch auch von künstlerischen
Qualitäten und nicht
nur von der technischen Umsetzung ausgemacht werden.
Außerdem, braucht man
dazu wirklich Lautsprecherboxen (seltener gebrauchter Begriff
"Schallwandler"), die hunderte Euro pro Stück kosten, oder muss
sich irgendwelche
Sets
bestellen, auf die
man wochenlang wartet und wo man dann auch noch eine riesige
Subwoofer-Box irgendwo hinstellen muss? Sind wirklich nur ein paar
immer wieder genannte Marken wie C*nton, T*ufel oder N*bert brauchbar, und der
(preisgünstigere) Rest schlichtweg
Mist? Da viele andere Produkte mit klingendem Namen und ähnlichen
Testergebnissen oft noch deutlich teurer sind, verwundert das aber auch
nicht wirklich. Warum schwören manche Leute auf irgendwelche teuren
Spezial-Lautsprecherkabel,
wenn ohnehin welche dabei sind oder man
für 50 Cent pro Laufmeter oder so auch schon Kabel
kaufen
kann?
Dieser
Bereich
ist jedenfalls sehr umstritten - das liegt wohl auch daran, dass sich
mit
"hochwertigen" oder "High End"-Komponenten viel Geld verdienen
lässt, und das praktisch schon seit den 1960er-Jahren. Die
Hifi-High End-Szene dürfte dabei nahtlos in den
Heimkino-Bereich übergegangen
sein. Somit wird
auch genug für Werbung in Fachmagazinen bezahlt, wo diese dann
wohl
kaum als unnötig und überteuert verrissen werden. Wer
sich
schon zu einer Hochpreis-Komponente überreden hat lassen, wird
diese Anschaffung dann oft auch gegen jene verteidigen, die von
"Voodoo" sprechen.
Obwohl
sich
Dolby Digital-Systeme (AV-Receiver,
mehrere Lautsprecher, relativ
aufwändige Verkabelung) besonders bei neueren Spielfilmen
prinzipiell schon auszahlen und heute auch
nicht mehr wirklich teuer sind, reicht für die
Ton-Wiedergabe neben einem Video-Projektor fürs Erste auch
schon eine durchschnittliche Kompakt-Anlage bzw. ein
Stereo-Verstärker
mit zwei Lautsprechern, wo man subjektiv mit dem Klang zufrieden ist.
Er sollte "satt" sein und dabei auch bei etwas höheren Lautstärken nicht "scheppern" oder zu dumpf
klingen.
Hier spricht man dann von "2.0", was auch Stereo-Fernseher als Klang
liefern. Alternativsysteme, die Rundum-Raumklang aus 2 Lautsprechern
bzw. aus einem einzigen Gerät liefern sollen, stellen oft
keinen
wirklichen Ersatz eines Surroundsystems dar oder sind ohnehin zu teuer.
Im Zuge der Blu-ray Markteinführung
gab es dann auch die sogenannten "HD-Tonformate" wie etwa Dolby TrueHD
und DTS Master Audio, welche zumindest theoretisch noch einmal besser
klingen sollen. Es beschwert sich jedoch kaum jemand, dass
"herkömmliches" Dolby Digital oder DTS grundsätzlich schlecht
klingen würde, noch dazu wird zumindest bei ersterem oft nicht
einmal die maximale Datenrate von 640 kbit/s ausgenutzt. Da diese neuen
Systeme auch zu den bisherigen kompatibel sind, ist auch dann kein
neuer AV-Receiver erforderlich, wenn auf einer Blu-ray-Disc nur
Tonspuren nach dem neuen System vorhanden sein sollten. Bei einer
Neuanschaffung sind die "HD-Tonformate" durchaus auch schon in
Geräten der "kleinbürgerlichen" Preisklasse zu finden,
speziell dafür beworbene Lautsprecher zahlen sich aber
wohl nur für jene aus, die auch schon an die (auch nicht sehr
verbreiteten) Tonformate wie DVD-Audio und SACD geglaubt haben.
Aufstellung
der Lautsprecherboxen
Grundregel
für die Aufstellung der vorderen
linken und rechten Lautsprecher (FL, FR, "Front") ist, dass sie
ungefähr auf Ohrhöhe sein sollen, bzw. wenn es in der
Box
einen getrennten Hochtöner gibt (auch im Niedrigpreissegment
oft
zu finden) dann dieser. Der Abstand
zueinander sollte im Bereich des
Hörabstandes liegen, wodurch sich (als ungefährer
Richtwert) das klassische "Stereo-Dreieck" ergibt.
Ein
Subwoofer (SW, "Sub", eigener
Lautsprecher für die tiefe Basswiedergabe) ist bei
ausreichend großen und Bass-starken Front-Boxen prinzipiell
verzichtbar, was
aber auch eine nicht selten kontroversiell diskutierte Glaubensfrage
ist. Wer sehr kleine "Satelliten-Boxen" verwenden will, wird ohne einen
Subwoofer aber eher nicht auskommen, bzw. nur mäßige
Bass-Effekte erzielen. Es gibt auch Systeme, in unterschiedlicher
Qualität, wo der Subwoofer auch gleich einen Verstärker
für die anderen Lautsprecher enthält und somit kein
zusätzlicher AV-Receiver nötig ist. Die "Trennfrequenz" sollte dann bei ca. 80 oder maximal 120 Hz liegen.
Als
Aufstellungsort für einen Center-Lautsprecher
(C, Mittenkanal im Front-Bereich)
wird
allgemein so nah wie möglich beim Bild und jedenfalls genau in
der
Mitte empfohlen, also idealerweise knapp darunter, seltener
darüber, obwohl auf typischen Heimkino-Fotos oft ein
größerer Abstand zwischen Center-Box und Bildfläche zu
sehen ist. Die gängige und fast immer
heftig
vertretene Standard-Meinung ist, dass ein Center unverzichtbar und sehr
wichtig ist. Ein Ausprobieren, ob der Klang auch schon mit zwei
vorderen Boxen zufriedenstellend ist, kann sich aber jedenfalls lohnen
- ergänzt kann diese Lautsprecherbox später immer
noch
werden. Typischerweise werden spezielle Center-Boxen verwendet, die
für eine quer liegende Aufstellung gedacht sind.
Eine Klangverbesserung kann sich bei diesen eventuell durch eine
leicht nach oben (bzw. unten) gerichtete Aufstellung in Richtung der
Hörposition ergeben.
Die
Surround-Boxen
(SL, SR, hintere
Lautsprecher, häufig auch als "Rears" bezeichnet)
sollten generell deutlich höher als die Front-Boxen
aufgestellt sein, empfohlen werden häufig etwa 1,60 - 1,80 m.
Die
Meinungen dürften aber unterschiedlich sein, und auch die
Aufstellung ungefähr auf Höhe der Front-Boxen ist zum
Teil
üblich.
Sie sollten auch eher etwas nach innen gedreht oder überhaupt
auf
der Seite montiert sein - das kann davon abhängen, ob es sich
um
einen Direktstrahler (der Standard-Lautsprechertyp) oder einen
sogenannten Dipol bzw. Bipol handelt (Ton tritt auf 2 Seiten der Box aus).
Zum Teil ist auch ein "Surround Back"
zwischen den linkem und rechtem Surround-Lautsprecher (SB,
6.1-Verstärker nötig)
oder
deren zwei (SBL, SBR, 7.1) vorhanden. Eine typische Aussage ist, dass
wenn man
schon so ein "Extended Surround"-System installiert, es dann schon ein
7.1-System sein sollte. Zwar muss es das nicht unbedingt, aber typische
heutige AV-Receiver, auch im günstigen Preissegment, sind ohnehin
meist für 7.1 ausgelegt. Diese
zusätzlichen Lautsprecher
sollten aber, wie auch die anderen
Surround-Boxen, idealerweise einen gewissen Abstand von der
Hörposition haben - realistisch ist mindestens etwa 1 Meter.
Wenn
sich die ideale Aufstellungshöhe nicht oder nur schwer
realisieren
lässt, so kann sich auch mit einer gewinkelten Aufstellung zum
Hörplatz, z.B. von der Decke hängend und schräg nach
unten gerichtet, eine Verbesserung ergeben.
Darüber hinaus gibt es auch Systeme mit zwei weiteren vorderen
Lautsprechern, die entweder zusätzliche bzw. bessere Klangeffekte
in der Breite darstellen sollen, oder aber bei Systemen mit "Dolby Pro Logic IIz" eine
Höhen-Dimension, also z.B. vom Boden abhebende Hubschrauber (9.1),
oder sogar beides gleichzeitig (11.1). Nachdem aber schon die
Möglichkeiten von "herkömmlichen"
Dolby-Tonsystemen relativ selten ausgereizt werden, und sich das
sogar bei Luxusklasse-AV-Receivern noch nicht allgemein durchgesetzt hat, ist dies auch nicht unbedingt ein Kauf-Kriterium.
Bei Eigenbau-Lösungen (z.B. mit Auto-Einbaulautsprechern) sollten Lautsprecher
grundsätzlich
in einer eher größer dimensionierten Box oder einer großen
"Schallwand" eingebaut sein,
weil sich sonst ein
schlechteres Klangbild (sogenannter "akustischer Kurzschluss") ergeben
kann. Ohne besondere Fachkenntnisse ist das aber ohnehin höchstens im Surround-Bereich empfehlenswert.
Manchmal
wird
empfohlen, die Lautsprecher annähernd kreisförmig um
den
Hörplatz anzuordnen - der vordere und wenn vorhanden der bzw.
die
hinteren Center-Lautsprecher können jedenfalls ruhig eine Spur
zurückversetzt sein. Eine
Aufstellung auf einer weichen Unterlage wie zum Beispiel einem dünnen Stück
Schaumstoff,
Gummi, Teppich oder eventuell auch halbierten Tennisbällen kann von
Vorteil
sein, so dass nicht gleich der
ganze Raum mitschwingt und "mitscheppert". Häufig wird auch
empfohlen, Lautsprecherboxen nicht direkt an einer seitlichen oder
rückwärtigen Zimmerwand, sondern in einem gewissen
Abstand
(zum Teil wird bis zu einem Meter genannt) aufzustellen. In der Praxis
dürfte das oft unrealistisch sein, jedenfalls sollten die
Boxen
aber außer mit ihrer Standfläche eher keine
Wände berühren.
Allgemeines
zu Lautsprechern
Zumindest bei den vorderen linken und rechten Lautsprechern sind
folgende Daten vorteilhaft:
- großes
Volumen, wobei es nicht unbedingt auf dem Boden stehende Standboxen
sein müssen, sondern auch durchschnittliche bis große
Regalboxen sein können
- Durchmesser des eingebauten Tiefton-Lautsprechers sollte einigermaßen groß sein
- Beim
angegebenen Frequenzgang sollte der untere Wert möglichst in
die Nähe
von 20 oder 30 Hertz kommen (40 Hz wären aber auch schon gut),
ansonsten könnte es schwierig werden, auch ohne Subwoofer
einen
"satten" Klang zu erreichen
- Der obere Grenzwert ist dagegen
weniger
wichtig, 20 kHz (20000 Hz) sind die absolute Obergrenze des
menschlichen Hörvermögens (in der Praxis eher weniger) und auch der gängigen
Zuspiel-Medien. Auch preiswerte Lautsprecher ereichen aber oftmals weit
darüber liegende Werte.
- Beim angegebenen "Wirkungsgrad", auch
Empfindlichkeit oder
englisch Sensitivity genannt, gemeint ist eigentlich ein unter
bestimmten Bedingungen
erzielter Schalldruck-Pegel in dB, ist 91 oder 92 schon ein ziemlich
guter Wert. Weniger als 89 wäre recht dürftig, mit
der Folge, dass
für die gleiche Lautstärke mehr Verstärkerleistung
nötig ist.
Generell
ist zu sagen:
- Schon
im
Preisrahmen von etwa 100 Euro pro Paar sollten gute
Exemplare neu oder gebraucht zu
bekommen sein, wenn auch meist nicht
von immer wieder in den Internet-Foren genannten
Marken, wo man mit diesen Preisvorstellungen nicht selten ausgelacht
wird. Achtung, angegebene Preise sind nicht selten pro Stück und
nicht pro Paar. Besonders für die Surround-Lautsprecher lassen
sich
oft auch vorhandene Stereoboxen verwenden.
- Wer
nicht
locker hunderte bis tausende Euro für brauchbare Lautsprecher auf
den Tisch legen
kann oder will, sollte sich für den Kauf in Kleinanzeigen-Foren
oder bei
sonstigen Gebrauchtkauf-Möglichkeiten umsehen, oder
tatsächlich in
Geschäften wie C**rad oder den "Blödmärkten" (welche zum
Teil für die gleichen Modelle aber auch mehr als andere
verlangen). Schon z.B. 20 Euro mehr
oder weniger können durchaus den Unterschied zwischen "Schrott"
und
guter Qualität ausmachen. Nur eingeschränkt empfehlenswert
sind hier
Preisvergleichs-Plattformen im Internet, und schon gar nicht typische
Empfehlungen in Heimkino-Diskussionsforen.
- Bei
den gängigen Verstärkern bzw. AV-Receivern sollte
der angegebene Widerstands- bzw. Impedanz-Wert am besten 4, 6 oder 8
Ohm und am
besten bei allen Lautsprechern gleich sein. Typisch ist auch die Angabe
"4-8 Ohm", da sich dieser Wert ohnehin abhängig von der
Tonfrequenz ändern kann. Üblicherweise nicht geeignet sind
2-Ohm-Lautsprecher.
- Ob die
Belastbarkeit in Watt ungefähr zur
Leistungsfähigkeit des
Verstärkers
passt, ist nicht ganz so kritisch. Ist nur "PMPO" angegeben
(Peak/Pulsed
maximum power output, Maximale Spitzenleistung, Musikleistung), so kann
das ein Hinweis auf schlechte Qualität sein, und bezieht sich
jedenfalls nur auf
sehr kurzfristig mögliche Leistungsspitzen. Im
Gegensatz dazu sind Werte wie Dauer-, Sinus- oder RMS-Leistung
aussagekräftiger, hier sind 50 oder 100 Watt zum
Beispiel vorstellbare Werte, speziell für die Surround-Boxen
aber theoretisch auch ca. 10 Watt. Eine tatsächliche
Verstärkerleistung von einigen Watt kann in der Praxis schon
für sehr hohe Lautstärken für den Hausgebrauch
ausreichen.
- Zweiweg-Systeme
(getrennte Lautsprecher in den Boxen für die verschiedenen
Tonfrequenzbereiche) sind auch schon im unteren Preissegment zu finden.
Dreiweg-Systeme ebenfalls, diese müssen aber nicht unbedingt
besser klingen. Auch
"Breitband-Lautsprecher" ohne Frequenzweichen können teilweise
einen guten Klang liefern, speziell im Surround-Bereich. Lautsprecher mit Anschlüssen für
"Bi-Amping" dürften nur etwas für High-End-Freaks sein.
- Ist
ein
Center-Lautsprecher vorhanden, sollte dieser vom Klang und auch der
Leistungsangabe her möglichst zu den anderen
vorderen Lautsprechern passen, auch wenn hier eventuell mit einem
Equalizer etwas angepasst werden kann. Die Surround-Boxen
können
hingegen grundsätzlich etwas kleiner und
leistungsschwächer
dimensioniert sein, da diese typischerweise weniger stark genutzt
werden.
- Komplett-Surround-Sets
(sowohl aus dem untersten als auch aus dem gehobenen Preissegment) sind
oft zum Betrieb mit einem Subwoofer ausgelegt - das wäre eine
weitere, ziemlich große Box, die oftmals auch eine eigene
Stromversorgung braucht.
AV-Receiver
Allgemein -
Mehrkanal-Verstärker und mögliche "Schaltzentrale"
Ein AV-Receiver (Audio-Video-Receiver,
Empfänger mit Verstärker) enthält einem
Decoder für
Dolby Digital und andere Tonformate, die von Geräten wie
DVD-Playern und Satellitenreceivern geliefert werden, einen
Mehrkanal-Verstärker und hat auch einen Teil zum Schalten von
Videosignalen. Ein gutes
Preis-Leistungs-Verhältnis haben etwa viele Yamaha-Modelle mit
einer
dreistelligen Zahl in der Bezeichnung, eventuell auch die unteren
Preisklassen der Marken Denon oder
Onkyo. Ein Radioempfänger (häufig UKW und MW) ist
auch
integriert, sonst wäre es ein
"AV-Verstärker".
Der Ton wird über Cinch-
oder optische Kabel
digital
übertragen (neuerdings auch gemeinsam mit dem Bild
über HDMI),
eine zusätzliche analoge Verbindung ist nicht
nötig. In der Regel sind aber auch mehrere analoge
Eingänge
für den Ton vorhanden, wo zum Beispiel ein Videorecorder,
Kassetten- oder Plattenspieler, älteres Videospiel etc.
angeschlossen werden kann. Ist kein AV-Receiver vorhanden, so ist
zumindest ein Stereo-Verstärker nötig, der dann mit
zweiteiligen Cinch-Kabeln an die analogen Ausgänge der
Zuspiel-Geräte angeschlossen wird.
Üblicherweise können mindestens 5 Lautsprecher direkt
angeschlossen werden, womit das häufige Format Dolby Digital 5.1
wiedergegeben werden kann. Auch Modelle mit 6- oder
7-Kanal-Verstärker
und entsprechenden Decodern für die Tonformate von Dolby und
DTS sind heute aber oft
nicht mehr wesentlich teurer. Eine gute Wahl dürfte heute also ein 7.1-Modell sein.
Bei einem wirklich gut brauchbaren Video-Teil gäbe es den
Vorteil, dass alle Geräte an den AV-Receiver angeschlossen
sein
können, nur ein Kabel von diesem zum Projektor führen
muss,
dort immer der gleiche Video-Eingang (wie etwa Komponenten-Video oder
HDMI) gewählt bleiben und alles gleichzeitig umgeschaltet
werden kann, besonders wenn die Fernbedienung des AV-Receivers auch die
anderen Geräte steuern kann. In der Praxis kann es sein, dass
erst
wieder alles einzeln verbunden und umgeschaltet werden muss, weil etwa
Satellitenreceiver oft nur einen RGB-Ausgang haben, ein solcher Eingang
bei AV-Receivern aber üblicherweise fehlt und stattdessen mit
einem dreiteiligen Cinch-Kabel benutzbare
Komponenten-Anschlüsse
vorhanden sind.
Außerdem haben
zwar oft schon günstige DVD-Player einen HDMI-Ausgang
und
auch bei
Projektoren ist dieser Standard - bei vor 2008 auf den Markt
gekommenen AV-Reveivern fehlt ein solcher aber oft. Günstige
Modelle können
HDMI teilweise nur durchleiten und umschalten, nicht aber die Auflösung skalieren oder ein analoges in ein HDMI-Signal wandeln. Wenn, dann
sollten mindestens 3 HDMI-Eingänge vorhanden sein (z.B.
für
Satellitenreceiver, Blu-ray-Player, Notebook/Computer), und
1-2 Ausgänge (Projektor und LCD-Bildschirm). Eine
günstige Alternative können HDMI-Umschaltboxen sein,
falls mehrere HDMI-Quellen vorhanden sind (idealerweise mit automatischer Umschaltung) - hier ist aber ebenfalls
etwas Umschauen nötig, um nicht das erstbeste
überteuerte und schlecht funktionierende Produkt zu
erwischen.
Eine mögliche Alternative zu einem AV-Receiver sind auch
Komplettgeräte oft eher billig
klingender Marken, die auch gleich einen DVD-Player eingebaut haben und
zum Teil im Preisbereich von 100 Euro verkauft werden. Ich habe so
etwas nicht getestet, kann mir aber schon vorstellen, dass man sich von
einem AV-Receiver ab etwa 200 Euro und
zusätzlich noch einem DVD-Player grundsätzlich mehr
erwarten
kann.
Wiedergabe
von CDs, LPs oder mp3
Auch
wenn eine typische Aussage lautet, dass AV-Receiver
grundsätzlich schlecht für die Wiedergabe von
zweikanaliger
Stereo-Musik geeignet sind, so dürfte
das wenn überhaupt eher nur für Leute zutreffen, die
"das Gras
wachsen" hören. Er kann jedenfalls eine "Stereoanlage"
ersetzen,
ein Nachteil kann aber sein, dass oft nur teurere Fabrikate einen
Phono-Eingang zum Anschluss eines Plattenspielers haben. Um selten
einmal ein paar vorhandene Schallplatten anzuhören,
könnte man dann
vielleicht noch die Höhen voll hinunter, den Bass voll hinauf
und
die Lautstärke nach oben drehen, aber an sich wäre in
diesem
Fall ein Plattenspieler-Vorverstärker nötig,
sofern der
Plattenspieler keinen eingebaut hat.
Ältere Kassettendecks
können aber problemlos an einen analogen Cinch-Eingang
angeschlossen werden, und Audio-CDs (oft auch CDs mit mp3-
oder sonstigen Audio-Dateien)
laufen
in der Regel auch auf einem DVD- oder Blu-ray-Player. Computer
(Notebooks etc.) können teilweise auch digital über ein
HDMI-Kabel angeschlossen und nur der Ton genutzt werden, ansonsten
über ein optisches Kabel oder ein analoges 3,5 mm Klinkenstecker auf 2x Cinch-Kabel.
Häuig ist mindestens ein Modus vorhanden, um die 2 Tonkanäle
der Quelle auf alle vorhandenen Lautsprecher zu verteilen, anstatt sie
nur über den linken und rechten vorderen Lautsprecher
wiederzugeben (z.B. Dolby Pro Logic IIx Music, 7 Channel Stereo, All
Channels ...), dies ist Geschmackssache.
"Small",
"Large" und andere Einstellmöglichkeiten
Es
gibt
üblicherweise ein recht ausführliches
Einstell-Menü (zum Teil auch über die Video-Ausgabe),
wo
unter anderem die Abstände der Lautsprecher zur
Hörposition
eingestellt werden können. Bei einer Schallgeschwindigkeit
von 343 Meter pro Sekunde in Luft können sich sonst durchaus
minimale
Verzerrungen und ungewollte Halleffekte ergeben, wenn dies falsch
eingestellt ist. Bei meinem Gerät ist eine Angabe auf 10 cm
genau
möglich, was mehr als genug sein dürfte. Bei manchen
Geräten muss dieser Wert in Millisekunden (ms) eingestellt
werden, was sich dann aus Entfernung und Schallgeschwindigkeit ergibt.
Es kann auch eingestellt werden, welche Lautsprecher überhaupt
vorhanden sind - es sollten jedefalls mindestens zwei vor und zwei
hinter der Hörpositon sein, weil sich sonst gegenüber
einem
2-Kanal-Stereoverstärker kaum eine Verbesserung ergeben
dürfte. Insbesondere sollte auch eingestellt werden, ob ein
Center-Lautsprecher vorhanden ist oder nicht, ebenso auch, wenn kein
Subwoofer vorhanden ist. Diese Signale gehen dann nicht verloren,
sondern werden auf die vordere linke und rechte Lautsprecherbox
aufgeteilt.
Eine wesentliche Einstellmöglichkeit für jeden
Lautsprecher ist auch "small"
oder "large"
(klein/groß).
Dies bezieht sich mehr auf die Fähigkeit zur
Wiedergaben von tiefen Bässen und weniger auf die
tatsächliche Größe. Idealerweise sollte der
Frequenzbereich von Lautsprechern bis in die Nähe von 20 Hz
hinunter gehen (und auch problemlos und "kraftvoll" wiedergegeben werden), in
der Praxis könnte so etwas wie "70 -
21000 Hz" ein typischer angegebener Bereich sein. Durch die Einstellung
von "small" werden dann zum Beispiel die tiefen Bassanteile (eventuell
Einstellung einer Trennfrequenz wie etwa 80 Hz nötig) der
Surround-Kanäle auf die leistungsfähigeren vorderen
Lautsprecher
umgelenkt. Das ist an
sich nicht schlimm, da es für das menschliche Gehör
schwierig ist, die Richtung von tiefen Bässen
genau zu
orten, jedenfalls bei Lautsprechern im Umkreis von ein paar Metern. In der Praxis kann aber auch "large" genauso gut oder besser
klingen - im Zweifelsfall also einfach ausprobieren.
Die
Kabelverbindungen
Allgemein -
hier wird oft übertrieben
Auch
Verbindungskabel sind ein Bereich, wo es generell viele
Diskussionen und Hysterie gibt. Häufig erfüllen aber
schon
die billigsten oder auch zweitbilligsten Kabel gewisse Mindeststandards
wie eventuell nötige Abschirmung und Stabilität der
Stecker.
Gegen teurere Kabel (wie etwa von O***bach) sprechen diverse
veröffentlichte "Blindtests", in denen kein klarer Unterschied
zu
billigeren festgestellt werden konnte - und Erfahrungsberichte von
Leuten, die auch mit Kabeln zu "volksnahen" Preisen vollauf zufrieden
sind. Annehmbar
sind z.B. zum Teil Kabel von Hama. Ein
typisches Verkaufsargument in der gehobenen Preisklasse ist zum
Beispiel "sauerstofffreies Kupfer". Gold, das häufig bei
teureren (und oft sogar recht günstigen) Kabeln als Beschichtung
der Stecker verwendet wird, hat sogar eine
etwas schlechtere elektrische Leitfähigkeit als Standard-Kupfer.
Noch eine Spur besser als reines Kupfer
wäre Silber, wobei Silberkabel wohl nur
in der Extrem-High-End-Fraktion verwendet werden dürften,
nachdem die Leitfähigkeit eines geringfügig dickeren und
wesentlich billigeren
Kupferkabels genauso gut sein sollte. Auch Aluminium hat noch eine gute
Leitfähigkeit, manche scheinbaren Kupfer-Kabel sind ohnehin
Aluminium-Kabel mit einer dünnen äußeren Schicht aus
Kupfer.
Generell
wird
auch mit den Kabelquerschnitten und der Abschirmung gern
übertrieben. Durchaus glaubhaft ist hingegen, dass sich ab
etwa
5 Metern Länge speziell bei Video- und eventuell auch
digitalen
Audio-Verbindungen Probleme ergeben können. Vor der
Anschaffung
eines Hochpreis-Kabels, dass angeblich auch bei 10 oder 15 Metern
Entfernung eine störungsfreie
Verbindung ermöglicht, würde ich eher
versuchen, die Geräte
näher aneinander aufzustellen. Ein Abstand von maximal 4-5 m
sollte sich eigentlich immer machen lassen, wenn die Geräte
etwa
auf einer Seite des Raumes, oder auch, wenn etwa Laufgeräusche
von
DVD-Laufwerken und Festplatten nicht störend auffallen, diese
hinter der Sitzpositon aufgestellt sind.
Lautsprecher-Kabel
Im
Gegensatz zu
anders lautenden Meinungen, die selbst in High
End-Kreisen umstritten sind, reicht als Lautsprecherkabel prinzipiell
jedes gängige
Doppellitzen- oder ähnliches Kabel mit 0,75 oder mitunter 1,5 oder 2,5
mm²
Querschnitt und durchaus auch etwaige mitgelieferte Kabel
(häufig
abfällig "Beipackstrippen" oder auch "Klingeldraht" genannt).
1
Euro pro Laufmeter
wäre schon recht teuer, eine Abschirmung ist jedenfalls
grundsätzlich nicht üblich und nötig. Nur
bei deutlich
über 5 Meter
Länge und sehr hohen Lautstärken sind große
Kabel-Querschnitte noch nachvollziehbar, selbst dann sollten 2,5 oder
im äußersten Fall 4 mm² aber absolut
ausreichen.
Tatsächliche Probleme können sich ergeben, wenn die
abisolierten Enden nach langer Verwendungszeit bzw. bei lange nicht
benutzten Kabeln oxidieren. Man kann aber
dann einfach ein Stück abschneiden. Lautsprecher-Stecker sind prinzipiell unnötig,
da selbst bei etwas teureren Verstärkern und Lautsprechern
Klemm-
oder Schraubverschlüsse vorhanden sind, die für
blanke Kabel
geeignet sind. Der
Plus-Pol sollte rot oder sonst irgendwie markiert
und bei allen Lautsprechern richtig angeschlossen sein -
sonst
könnte sich der Ton durch die
Phasenverschiebung gegenseitig
stören bzw. auslöschen. Oft wird beim Verkauf von
teuren
Kabeln auch mit den "Skin-Effekt" argumentiert, nach welchem
Wechselströme immer schlechter in das Metall eindringen, je
höher die Frequenz ist. Bei 20 kHz, der maximalen Tonfrequenz,
spielt dieser allerdings kaum eine Rolle. Es sollte auch keinen
wesentlichen Unterschied machen, wenn die Kabel zu den einzelnen
Lautsprechern nicht ganz gleich lang sind.
Scart-Kabel
SCART-Kabel bzw. Stecker (eine französische
Abkürzung), auch bekannt als Euro-AV, sind
oft nötig, um RGB-Videosignale (Farbkomponenten Rot, Grün, Blau) zu übertragen, was oft
von
Satellitenreceivern ohne HDMI
als bestmögliches Signal ausgegeben wird. Auch
für ältere Videorecorder können diese
nötig sein,
wenn sie sonst keinen Audio- und Videoausgang haben. Hier kann es dann
nötig sein, entweder die Belegung nachzuschlagen
(häufig, aber nicht immer vollständig auch in den Bedienungsanleitungen zu
finden, meist aber einheitlich) und sich einen Adapter auf Cinch-Stecker zu bauen, oder einen
solchen zu
kaufen. Kann ein Gerät wie z.B. manche Satellitenreceiver
über die Scart-Schnittstelle YPbPr Komponenten-Video ausgeben,
dann entspricht in der Regel die Leitung für Grün (G)
dem Y-,
jene für Blau (B) dem Pb und jene für Rot (R) dem
Pr-Signal.
Es gibt jedenfalls alles, von vernünftiger Qualität
für ein paar Euro bis hin zu maßlos
überteuerten
Luxuskabeln mit vergoldetem Stecker, mehrfacher Abschirmung (eine
einfache sollte sogar bei Billigst-Angeboten vorhanden sein) und teuer
aussehender, dicker Ummantelung. Bei manchen Kabeln kann es allerdings
zu Brumm-Geräuschen kommen, weil das Videosignal wegen einer
mangelhaften oder fehlenden Abschirmung das analoge Audiosignal
stört - das spielt aber nicht wirklich eine Rolle, wenn ohnehin
nur das Bildsignal des SCART-Ausgangs verwendet werden soll. Achtung,
es gibt auch Kabel, die nicht "voll belegt" sind und
dann
kein RGB übertragen können. Video-Projektoren
unterstützen grundsätzlich immer ein VGA-Signal, das
technisch ähnlich aufgebaut ist, jedoch nicht unbedingt immer
RGB-Video. Wenn, dann ist ebenfalls oft ein Adapter oder ein Konverter
nötig.
Cinch-Kabel
Dies ist an
sich
eine schon ältere amerikanische Steckernorm (besonders im
englischsprachigen Raum auch
als RCA bekannt), die sich später auch in
Europa für alle möglichen Audio- und
Videoverbindungen etabliert
hat. Neben analogen Audio-Verbindungen (rot = rechts) wird diese auch
für Composite Video verwendet (auch FBAS, CVBS oder nur
"Video"
genannt, gelbe Kennzeichnung), was nicht mit dem in der Regel technisch
deutlich besseren Component
(YPbPr Komponenten-Video)
zu verwechseln ist, wofür ebenfalls Cinch-Kabel verwendet
werden.
Zusätzlich reicht für digitalen Mehrkanal-Ton (wie
etwa von DVD-Playern oder auch Satellitenreceivern) ein
einziges Kabel (Standard-Farbcode orange). Das Kabel ist
üblicherweise ein "Koaxialkabel" (auch wenn darunter oft nur
Antennenkabel verstanden werden), hat also einen Innenleiter und um die
Isolierung von diesem herum ein Drahtgeflecht als Abschirmung. Dies
liegt am äußeren Teil des Steckers an,
während der
Innenleiter eine Verbindung zum inneren Stift hat. Selbst bei
Billigst-Angeboten sollte diese Ausführung vorhanden
sein, auch hier gibt es aber die obskursten Luxuskabel oder spezielle
"Digital-Kabel" (wobei fraglich ist, wo da der technische Unterschied
zu einem Composite-Videokabel ist, das auch "75 Ohm Wellenwiderstand"
hat).
S-Video-Kabel
Diese
Kabel,
deren Stecker auch als Mini-DIN oder Hosiden bekannt sind,
ermöglichen eine Bildqualität, die über der
von
Composite Video sein sollte, jedoch unter der von Component und anderen
höhervertigen
Signalarten liegt. Es wird ein Helligkeits-Signal übertragen (nur
s/w bzw. Graustufen) und getrennt eines für die Farbe, woraus dann
ein recht gutes Farbbild dargestellt werden kann. Obwohl dieser Begriff
im Zusammenhang mit Heimkino
oft erwähnt wird bzw. wurde, spielen solche Kabel in der
Praxis nur für etwaige vorhandene S-VHS-Videorecorder
wirklich eine Rolle,
durch die sie einst auch bekannt wurden - oder für sonstige
Geräte wie etwa Hi8-Camcorder, die S-Video als besten
Videoausgang haben. Selbst
billigste DVD-Player sollten jedoch einen RGB- und/oder
Component-Ausgang haben, und bei Computern ist eine Verbindung
über VGA oder DVI und nicht über "TV Out" (was häufig
S-Video ist) auch grundsätzlich besser.
Denkbar
wäre diese Verbindungsart neben Composite Video auch
für
Zusatz-Bildschirme, wenn z.B. ein Satellitenreceiver gleichzeitig
Component oder RGB und S-Video ausgeben kann, dann könnte eine
Component- oder RGB-Video-Verbindung zum Projektor gehen, und
gleichzeitig ein S-Video-Kabel zu einem Zusatz-Monitor.
Optische
Kabel
Diese
Kabel,
auch als TOSLINK bekannt, können neben
Cinch-Kabeln ebenfalls ein digitales Audiosignal übertragen
und verwenden dazu rote Lichtimpulse. Bei DVD-Playern, digitalen
Satellitenreceivern und zum Teil im Computer- und
Audiogeräte-Bereich ist
dieser Anschluss oft zu finden. Sie haben keine
Abschirmung, weil sie gegen jegliche elektrische Störung
unempfindlich sind und haben eine spezielle Steckerform. Besonders
hier reichen ebenfalls preisgünstige Kabel aus, da ein
digitales
Signal entweder einwandfrei oder mit merklichen Störungen oder
gar
nicht übertragen wird. Bei Notebooks/Soundkarten kann ein
Adapter nötig sein (zum
Teil mitgeliefert), um einen
TOSLINK-Stecker an den 3,5 mm Klinkenstecker-Anschluss
anzuschließen, wenn dieser wahlweise auch ein optisches,
digitales Signal ausgeben kann. Optische Kabel sind
mitunter nur bei Internet-Händlern zu vernünftigen Preisen
von einigen Euro für zum Beispiel ein 2-Meter-Kabel zu
bekommen,
während die gängigen Geschäfte (auch
Großmärkte) nicht selten nur fragwürdige
Hochpreis-Produkte vorrätig haben. Wenn bei einem
Gerät beide
Verbindungsarten möglich sind, geht es also mit einem
Cinch-Kabel
einfacher. Das
abgebildete Kabel ist ein "Luxus-Modell", mit einem mit "mickrig"
aussehendem Stecker und sehr dünnem Kabel ist die
Übertragungsqualität genauso gut.
HDMI- und
DVI-Kabel
Ein
HDMI-Anschluss (von der Größe her mit einem flachen
USB-Stecker vergleichbar)
ist meist bei neueren DVD-Playern und HDTV-fähigen
Satellitenreceivern zu finden, standardmäßig bei Blu-ray-Playern und ebenso bei gängigen
LCD-Projektoren
und neueren AV-Receivern, zunehmend auch in günstigeren
Preisklassen. Über diese Verbindung
kann neben einem digitalen Videostrom auch der Ton sowie ein
Kopierschutzsignal (HDCP) übertragen werden, wobei letzteres
selbst bei
der reinen Wiedergabe zu Problemen führen kann, und
der Ton natürlich nur z.B. von AV-Receivern
(bei frühen bzw. günstigen Modellen mitunter nicht),
üblicherweise aber nicht von Projektoren ausgewertet werden
kann.
DVI, was häufig bei
Computern zu finden ist, ist damit kompatibel, verwendet einen
größeren Stecker und kann (in gleicher
Qualität) nur
das Bild
übertragen (eventuell auch mit Kopierschutz), somit gibt es
auch Adapterkabel von DVI auf HDMI. Bei
diesen sowie reinen HDMI-Kabeln kann es sein, dass es auf den
ersten Blick scheinbar nur
Hochpreis-Fabrikate gibt und günstige Angebote, die
insbesondere für kürzere Längen wie etwa 3 m
für
eine störungsfreie Übertragung ausreichend sein
sollten, nur
über das
Internet zu bekommen sind, während Kabel von DVI auf
DVI auch in
Computer-Fachgeschäften zu realistischen Preisen zu bekommen
sein
sollten. Bei Problemen erst einmal kontrollieren, ob die Stecker fest
und vollständig eingesteckt sind.
VGA-Kabel
Wenn
ein Computer an einen Projektor angeschlossen werden soll, dann
empfiehlt sich, sofern es keinen DVI- oder HDMI-Ausgang bzw.
Eingang gibt,
ein
VGA-Kabel, welches auch als 15-poliges D-Sub-Kabel bekannt ist. Neben
Computer-Monitoren ist so ein Eingang fast immer bei Projektoren zu
finden. Ein solches Kabel sollte es in jedem
Computer-Fachgeschäft geben, in Großmärkten
und anderen Geschäften
können die Preise überhöht sein.
Dieser analoge
Verbindungsstandard
ermöglicht neben YPbPr und DVI/HDMI ebenfalls
hochauflösende
Video-Übertragungen, wobei der Computer so wie auch bei einer
DVI- oder
HDMI-Verbindung idealerweise auf die
maximale Auflösung des Projektors eingestellt werden sollte.
Manche Projektoren akzeptieren herkömmliches RGB-Video aus der
Fernsehtechnik über
die VGA-Schnittstelle, dies muss dann gegebenenfalls im Menü
umgestellt werden und es ist oft ein (eventuell zum Teil
modell-spezifischer oder selbst gebauter) SCART-VGA-Adapter
nötig.
Stromversorgung
und Schalter
Während bei
diversen Haushaltsgeräten oft mit einem
besonders niedrigen Stromverbrauch geworben wird, ist das bei
Unterhaltungselektronik-Geräten nur in Ausnahmefällen
ein
Thema. Nur kleingedruckt, wenn überhaupt, erfährt man
von
Leistungsaufnahmen in Rekordhöhe. Auch wenn sich diese auf den
Maximalwert beziehen
können, so lohnt sich auch in dieser Hinsicht ein Vergleich. Bei
typischen LCD-Projektoren kann der Stromverbrauch, besonders im
"Lampenspar-Modus", sogar niedriger sein als bei einem
großen LCD-Bildschirm.
Gibt es beim Verstärker eine Einstellmöglichkeit
für die
Impedanz bzw. Widerstand zwischen 4 Ohm und 8, so kann es sich (wurde
mir zumindest gesagt) auch lohnen, den niedrigeren Wert einzustellen.
Ist bei einer Lautsprecherbox 8 Ohm angegeben, so soll dies ohnehin nur
ein Schätzwert bzw. Maximalwert je nach
Tonfrequenzhöhe sein.
Ich habe bei mir jedenfalls keine Verschlechterung des Klangs bemerkt.
Generell fehlt bei vielen Geräten wie Verstärkern und
DVD-Playern jedenfalls ein Netzschalter - entweder findet sich nur der
Aufdruck "Standby/On" und es ist bestenfalls ein Ein-Aus-Schalter auf
der Rückseite montiert, oder sie verbrauchen auch dann Strom,
wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Dagegen hilft entweder eine
Steckdosen-Leiste, oder (mit grundlegendsten elektrotechnischen
Kenntnissen und Vorsichtsmaßnahmen) das Einbauen eines
Schalters
in das Zuleitungskabel. Diese Schalter (deren Einbau sich aber
eventuell negativ auf noch laufende
Gewährleisungsansprüche
auswirken kann) können dann auch elegant nebeneinander
gruppiert
werden, eventuell zusammen mit einem Lichtschalter (durch
Energiesparlampen als Raumbeleuchtung ergeben sich natürlich
auch
Einsparungsmöglichkeiten) oder auch Dingen wie
motorgesteuerten Vorhängen.
Video-Projektoren
sollten nicht plötzlich ausgeschaltet werden,
da es der Lampe schaden kann, wenn der Lüfter nicht noch etwas
nachläuft (in "Notfällen", wenn das Gerät auf nichts
mehr regaiert, aus- und sofort wieder einschalten). Auch manche
Satellitenreceiver und andere
Geräte
können mitunter seltsam reagieren, wenn sie vor dem Trennen
der
Stromzufuhr nicht mittels Standby-Funktion "heruntergefahren" werden,
sollten aber an sich einfach in den
vorherigen Zustand zurückkehren.
Auch beim Bereich Stromversorgung gibt es Leute, die viel Geld
für
"Wundermittel" wie etwa spezielle Steckdosenleisten oder Stromkabel
ausgeben. Selbst wenn das wirksam wäre ist es fraglich, ob die
kurze Strecke im Vergleich zum gesamten Stromnetz (allein im Haus)
irgendeinen Unterschied macht. Manche glauben auch einen Unterschied
darin zu hören, wie der Stecker gedreht ist (was bei
Wechselstrom
ja an sich egal ist) - aber das lässt sich ja einfach mit
einem Hörtest feststellen, sollte es wirklich einen geben. Es gibt
auch Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz und Netzfilter, was
in manchen Gegenden von Vorteil sein kann, aber auch diese sollten nicht
hunderte Euro kosten.
Der
Zusatz-Bildschirm
Bei
einem Projektor-System ist es grundsätzlich sinnvoll, einen
zusätzlichen Bildschirm als
"Kontrollmonitor" zu installieren. Dadurch wird der Projektor bzw.
dessen Lampe geschont, und man kann den Bildschirm "schnell einmal"
einschalten, um den Satellitenreceivcer zu bedienen (etwa auch
für den Satellitenradio-Betrieb) bzw. Aufnahmen zu
programmieren oder "im Vorbeigehen"
bzw. Dauerbetrieb
Sendungen wie die Nachrichten und dergleichen sehen.
Dafür empfiehlt sich ein (kleiner) LCD-Fernseher bzw.
Bildschirm mit passendem Video-Eingang, idealerweise im
Seitenverhältnis 16:9, was aber
außer bei einigen frühen Modellen in 4:3 ohnehin fast immer
der Fall ist. Vorstellbar wäre auch, wenn einem
das
nicht zu klein ist, einer dieser vereinzelt zu bekommenden
Mini-LCD-Bildschirme mit herkömmlichem Video-Eingang. Ein
günstiges "HD ready"-Gerät oder mitunter eines mit nur 480
Pixel
Vertikal-Auflösung sollte als solcher Zusatz-Bildschirm
ausreichen, ebenso ein (vielleicht noch vorhandener)
Röhren-Bildschirm. Es kann
sich
platzmäßig auch
lohnen, einen schon vorhandenen Fernseher gegen einen kleineren zu
tauschen. Als Verkabelung kann auch schon eine
Composite Video- und analoge Audio-Verbindung vom Satellitenreceiver zu
diesem Bildschirm reichen, während die "hochwertigen" Verbindungen
(RGB,
Komponenten-Video, HDMI, Digital-Audio...) gleichzeitig zum
AV-Receiver bzw. Projektor gehen. So ein Bildschirm muss nicht unter
der Leinwand stehen, sondern kann natürlich auch an einer
günstigen Stelle auf der Seite stehen, wo er beim
Projektor-Betrieb nicht stört.
Soll hier auch ein DVD-Player und andere Videoquellen angeschlossen
werden (zum Beispiel um ein mp3-Wiedergabemenü zu nutzen), so
wird die Verkabelung etwas kompliziert - wenn mehrere
Videoquellen einfach so ohne Umschalter an einen Eingang
zusammengeschlossen werden, so kann (auch wenn nur eine gerade ein
Signal liefert) das Bild dünkler und gestört werden. Zwar
kann der Zusatz-Bildschirm auch über den AV-Receiver verkabelt
werden, allerdings muss dieser dann auch immer eingeschaltet werden.
Die Bild-
und Tonquellen
Fernsehen
Im
Gegensatz zu
einem herkömmlichen Kino kann man in einem Heimkino
natürlich
auch die gängigen Fernsehprogramme sehen, auch wenn eher die
Aussage "Ein Beamer ist kein TV-Ersatz" vorherrscht. Zwar
läuft ja
bekanntermaßen immer mehr Mist und zweifelhafte Sendungen im
Fernsehen, und auch die Bildqualität mancher Sender ist bei
genauer Betrachtung nicht wirklich gut, aber wer sich umsieht, entdeckt
immer noch genug sehenswerte
Inhalte. Fernsehen bekommt so eine ganz neue Dimension - wenn schon TV,
dann richtig. Ein zusätzlicher Bildschirm ist aber eben doch
durchaus empfehlenswert.
Als
Empfangsgerät
eignet sich besonders ein digitaler Satellitenreceiver,
idealerweise
mit zwei Tunern (Empfangsteilen) und Festplatte. Heute ist die
Anschaffung eines HDTV-fähigen Modells
überlegenswert, welches
idealerweise einen DVB-S2-Doppeltuner
haben sollte, zum Beispiel von Humax (Achtung, mitunter ohne "Bild im Bild") oder Homecast. Neben den langsam
immer mehr werdenden hochauflösenden Sendern können
diese auch jene in
herkömmlicher Auflösung empfangen. So kann auch ganz
ohne
Zusatzgeräte und Kassetten oder DVDs ein Programm aufgenommen
und
bei Bedarf auch gleichzeitig ein anderes angesehen werden. Da die
Programminhalte direkt so wie gesendet ohne
Qualitätsverlust aufgezeichnet werden, gibt es hier auch keine
Einstellung für die Qualität bzw. Kompression.
Dafür
sind Aufnahmen aus analogen Quellen im Gegensatz zu
herkömmlichen
Festplattenrecordern meist nicht möglich. Leider
ist nicht
überall ein Satellitenanschluss vorhanden bzw.
kann eine Satellitenantenne montiert werden, selbst bei Mietwohnungen
ist aber vielleicht z.B. die unauffällige Aufstellung in einem
stabilen Schirmständer am Balkon oder zur Not auf einem
Fensterrahmen
möglich,
sofern freie Sicht
nach Süden besteht. Auch mit sehr kleinen Antennen (z.B.
"Digidish 33")
kann schon ein
meist störungsfreier Empfang möglich sein. Zum
Anschluss ist
neben einem Universal-LNB
(bei Geräten mit 2 Tunern am besten mindestens ein Twin-LNB, das also 2 Ausgänge hat)
ein
bis ca. 2 GHz taugliches Antennenkabel sowie sogenannte F-Stecker an
den Enden nötig. Die
meisten (zumindest bis ca. 2005 auf den Markt gekommenen)
Geräte
bieten als beste Bildausgabe-Möglichkeit
nur RGB-Video
- das kann zwar auch die bestmögliche
Bildqualität
liefern, jedoch in Heimkino-Anlagen im Gegensatz zu YPbPr oder HDMI zu
Problemen bei der Verkabelung
führen und zusätzliche Konverter und Adapter-Kabel
nötig
machen. Eine Alternative kann eventuell ein "Heimkino-PC"
mit
mindestens einer Satelliten-Tunerkarte sein.
Bei
DVB-T sind
die technischen Möglichkeiten ähnlich, nur dass
weniger
Programme verfügbar sind und es über
terrestrische Sender ausgestrahlt wird. Je nach Signalstärke
ist
daher mitunter auch ein Empfang mit einer kleinen
Zimmerantenne oder einem Stück Draht bzw.
nicht
abgeschirmtem Kabel möglich. Antennenverstärker
sind nicht immer nötig oder können sogar
kontraproduktiv sein.
Die
Bildqualität bzw. Datenrate ist aber
typischerweise niedriger als über Satellit, auch ist in
Österreich in nächster Zeit hierüber kein HDTV
vorgesehen, und auch in Deutschland nur einige
Versuchs-Übertragungen. Insgesamt
ist DVB-T
somit eher für den mobilen Einsatz interessant (etwa als
USB-Stick), sonst nur wenn kein Satellitenempfang möglich ist,
für
einzelne Programme, die nicht anders empfangbar sind, oder für
alle, denen eine "Grundversorgung" mit einigen gängigen TV-Sendern
ausreicht.
Kabelfernsehen (inklusive kostenpflichtiger IPTV-Angebote)
hat den Nachteil, dass hier auch für an sich frei empfangbare
Programme
generell Gebühren verrechnet werden,
und es zum Teil im Ermessen des Betreibers liegt, welche Sender
eingespeist werden. Im Kabel dürften neben digitalen
Programmen
(zum Teil nur mit speziellen Receivern der
Kabelbetreiber empfangbar) auch die analog gesendeten Programme (mit einem
VHS-
oder DVD-Recorder empfangbar) noch eine Weile erhalten bleiben,
während sie über andere Verbreitungswege bereits abgeschaltet wurden oder das voraussichtlich bald werden.
DVD
Die
Video-DVD
(wobei die gleichen DVD-Medien auch für beliebige
Computerdaten
verwendet werden) wurde in den Jahren nach 2000 zum Standard-Format
für die Filmwiedergabe zuhause, wobei sie das VHS-System
ablöste. Als Verbindungskabel empfehlen sich
grundsätzlich
die gleichen wie bei einem digitalen Satellitenreceiver, also
mindestens ein RGB-fähiges Scart-Kabel. Viele Modelle, die
nicht gerade
sehr alt oder sehr billig sind bzw. waren, haben aber oft auch einen
YPbPr Component-Video-Ausgang und können somit problemlos mit
vielen AV-Receivern und Video-Projektoren verbunden werden.
Neuerdings ist häufig auch ein HDMI-Ausgang vorhanden, auch im
unteren
Preisbereich.
DVD-Recorder
können zwar auch DVD-Filme abspielen, sind aber nicht
unbedingt die
logische Nachfolge des VHS-Recorders. Für Fernsehaufnahmen ist
ein Satellitenreceivern mit Festplatte grundsätzlich
technisch
besser.
Grundsätzlich
würde ich es erst einmal mit einem vorhandenen, noch halbwegs
brauchbaren DVD-Player versuchen, aber auch eine Neuanschaffung (kann
eventuell auch gebraucht sein) ist eventuell noch eine
Überlegung wert,
da auch technisch ausgereifte Geräte mit HDMI-Ausgang
und Scaler heute praktisch fast nichts mehr kosten. Blu-ray-Spieler,
welche das DVD-System ablösen sollen, sind zwar vielfach schon zu
durchaus attraktiven Preisen zu bekommen, können aber immer
noch gewisse
technische "Kinderkrankheiten" haben. Als Alternative
für hochauflösende Video-Zuspielungen kann sich aber
ein Computer anbieten.
Mit einem DVD-Player geht bei vielen auch ein großer
Sammeltrieb
einher (soll ja ein menschlicher Grundinstinkt sein), der laufend
Unsummen für Kauf-DVDs verschlingt. Es scheint auch ein Sport
zu
sein, mittels des Programms "DVD Profiler" eine möglichst
große Sammlung öffentlich zu präsentieren.
Dieser
unterstützt offenbar auch nur Kauf-DVDs und keine freie
Dateneingabe z.B. für Eigenaufnahmen und andere Medien. Ich
würde jedenfalls eher nur Filme (oder Serien etc.) kaufen, die
ich
vorher schon irgendwo
einmal gesehen und für so gut befunden habe, dass ich die DVD
davon zu Hause haben will. Um einen un- bzw. nur aus Werbung und
Trailern bekannten Film überhaupt einmal zu
sehen, oder einen
vor langer Zeit gesehenen, an den man sich nur noch dunkel
erinnern kann, gibt es ja auch andere Möglichkeiten, wie eine
gut
sortierte Videothek in der Nähe oder eventuell einen Verleih
per
Post. Das Preis-Leistungs-Verhältnis von offiziellen
Downloadmöglichkeiten im Internet ist hingegen oft eher
dürftig,
und TV-Ausstrahlungen, in der Regel nur synchronisiert, mit
Einblendungen, geschnitten und mit gezoomtem Bild, sind zumindest als
überlanger Trailer für die DVD-Version zu gebrauchen.
Im Gegensatz zu den früher gefürchteten
Videotheken-Kassetten
sollte auch die
Bildqualität bei DVDs immer konstant gut sein, merklich
zerkratzte
DVDs
kann man ja gleich reklamieren. Videotheken verkaufen zum Teil auch
nicht
mehr benötigte Leih-DVDs günstig ab, allerdings
können
sich die Vermiet-Versionen manchmal von den Kauf-Versionen
unterscheiden, zum Beispiel durch eine fehlende englische Tonspur.
Blu-ray
Welches
der konkurrierenden, auch für höhere
Bildauflösungen bis 1080p
geeigneten DVD-Nachfolgeformate HD DVD und Blu-ray
Disc sich
durchsetzen wird, war anfangs fraglich, Anfang 2008 hat sich aber
schließlich die Blu-ray Disc (BD) auf dem Markt durchgesetzt. Die
Preise
für Blu-ray-Abspielgeräte und jene der Filme
sind aber heute noch deutlich höher als im DVD-Bereich, auch
ist das Angebot an DVD-Filmen noch um ein Vielfaches größer,
besonders bei älteren und
weniger bekannten Filmen. Dazu kommt,
dass die
Qualität von DVD-Videos nach wie vor meistens als gut bis sehr
gut
empfunden wird, besonders wenn diese sorgfältig produziert
sind
und gut hochskaliert wiedergegeben werden.
Außerdem ist momentan auch nicht völlig ausgeschlossen,
dass
sich doch
noch andere Systeme wie zum Beispiel diverse
Download-Angebote auf dem
Markt etablieren (jedoch eher unwahrscheinlich), oder das System doch
noch ein Misserfolg wird oder bald schon wieder durch ein neues
abgelöst wird. Ich wäre beim Investieren von Geld in
dieses Format derzeit also etwas vorsichtig. Abspielgeräte
für hochauflösende Medien haben außerdem oft
einen
einen eingebauten Lüfter, der laut einigen Testberichten
zum Teil durchaus hörbar sein kann. Seit Ende 2008 scheint sich
aber ein gewisser
"Durchbruch" abzuzeichnen, mit Berichten nach recht guten
Blu-Ray-Playern für unter 200 oder sogar 100 Euro,
und einem laufend größer und technisch besser werdenden
Angebot. Die Preise der Discs haben 2009 einigermaßen nachgegeben
und liegen oftmals bei etwa 15 bis maximal 20 Euro für neuere oder
ältere bekannte Filme.
DVD-Filme
können auch auf Blu-ray und HD DVD-Playern
abgespielt werden, umgekehrt nicht (es sei denn, es ist eine
zusätzliche DVD-Version enthalten). Wie bei neueren reinen
DVD-Playern ist üblicherweise immer eine hochskalierte
DVD-Wiedergabe möglich, wobei aber den Testberichten nach bei der
Stabilität, Einlesezeit der Discs etc. scheinbar immer noch
wesentliche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Als
Grundkriterium beim Kauf würde ich einen Preis unter 300 Euro
(aber auch nicht unbedingt das billigste Angebot), ein
unauffälliges Betriebsgeräusch und mindestens 2
unabhängige, eher lobende Testberichte ansetzen, sowohl für
den Blu-ray- als auch für den DVD-Betrieb. Netzwerk- und
"BD-Live" bzw. Profil "2.0"-Fähigkeiten sollten in diesem
Preisrahmen auch zu bekommen sein, ebenso wie ein "1080p24"-Modus
speziell für optimale Kinofilm-Wiedergabe. Ein Kriterium
können auch die Mulitmedia-Fähigkeiten sein, wie etwa die
Lesbarkeit von USB-Speichermedien mit NTFS-Formatierung (wichtig
für Dateien über 4 GB) und allen möglichen
Video-Formaten, und der Zugriff auf diverse Mediatheken und YouTube.
Computer
Auch
ein
Computer eignet sich gut als Bildquelle für ein Heimkino,
wobei
Notebooks bzw. Laptops neben der leichten Tragbarkeit auch
typischerweise den Vorteil eines niedrigeren Stromverbrauchs haben. Bei
Deskop-Systemen ist dieser, außer bei einigen
Sonderkonstruktionen mit speziellen Mainboards und mobilen Prozessoren,
generell höher. Das Geräusch des Lüfters
kann immer ein
Problem sein. Ein Vorteil ist generell, dass alle möglichen
Typen
von Videodateien abspielbar sind, da sich ja beliebige neue Software
installieren lässt. Bei einer Prozessor-Taktfrequenz von
weniger
als etwa 2 GHz kann es Probleme mit manchen hochauflösenden
Video-Dateien geben, hier kann aber auch eine andere Software helfen,
wie z.B. der "GOM Player" statt dem "Media Player Classic"
(Nachfolgeprojekt ist der "Media Player Classic - Homecinema") oder
"VLC". Wenn die
Leistungsfähigkeit ausreichend hoch ist, sollten aber auch,
ein
entsprechendes Laufwerk und Software vorausgesetzt, neben DVDs auch
Bluray-Discs laufen.
Die
Video-Verbindung sollte am besten über DVI laufen, manche
neuere
Computer haben einen HDMI-Ausgang (wo es dann vereinzelt Probleme mit
dem Kopierschutz HDCP geben kann). Ansonsten bietet sich ein VGA-Kabel
an. Die Auflösung der Grafikkarte sollte, wenn im Fall eines
Notebooks auf "externer Monitor" umgeschaltet ist, auf jene des
Projektors eingestellt werden, also etwa 1920 x 1080. Falls dies nicht
möglich ist, kann (unter Windows) ein Entfernen von "Modi
ausblenden, die von diesem Monitor nicht angezeigt werden
können"
oder ein anderer Grafiktreiber helfen.
Die
Ton-Verbindung funktioniert wie bei anderen Geräten mit
digitalem
Tonausgang, also auch über HDMI. Alternativ ist im Kopfhörer-Ausgang häufig ein optischer
Digitalausgang integriert. Ohne digitalen Ausgang ist aber immer
noch Mehrkanalton zum Beispiel als Dolby Pro Logic II über ein
analoges 2-Kanal-Stereosignal möglich, wofür
dann ein Kabel mit
3,5
mm Klinkenstecker auf 2 x Cinch nötig ist. Wenn kein Ton zu
hören ist,
dann kann es notwendig sein, bei den Soundkarten-Einstellungen z.B. von
den integrierten Lautsprechern auf den optischen Ausgang umzuschalten -
dies funktioniert nicht immer automatisch, sobald der Stecker
angeschlossen ist. Außerdem kann es notwendig sein, in der
Software (Soundkarten-Einstellprogramm, AC-3 oder DTS-Decoder
etc.) auf Mehrkanal-Wiedergabe umzustellen, oder ein anderes Abspiel-Programm zu verwenden, da sonst ein "Downmix" auf
nur einen linken und einen rechten Tonkanal durchgeführt wird.
Über das Internet oder auch ein geschlossenes Netz eines Providers
gesendetes Fernsehen (IPTV) ist oft ebenfalls nur gegen eine
zusätzliche Gebühr empfangbar, eventuell auch nur mit
speziellen Empfängern. Mit einem Computer frei zu sehen sind oft
nur einzelne Lokal- oder Spezialprogramme (hier sind eher Fachbegriffe
wie "Internet-TV" üblich). Die Bildqualität kann je nach
Sender zwischen noch irgendwie erkennbar bis annnähernde
DVD-Qualität schwanken. Es sollte eine nicht mit einem
Datentransferlimit behaftete Bandbreite von mindestens einigen MBit/s
vorhanden sein, mit diversen MPEG4-Varianten ist dann theoretisch schon
ein sehr gutes Bild möglich. Es gibt einige frei
zugängliche Video-Portale wie etwa von ZDF
(externer Link, ziemlich gute Qualität) oder ORF (externer Link, noch annehmbare
Bildqualität), wo einzelne Sendungen nach Belieben
abrufbar sind. Auch das
bekannte YouTube unterstützt schon seit längerer Zeit auch höhere
Bildauflösungen bis 1080p.
Das Thema ist insgesamt recht
komplex und auch unter dem Begriff HTPC bzw. Home Theater PC bekannt.
VHS
VHS-Videorecorder
und Heimkino in einem Satz zu erwähnen, zieht
heute üblicherweise
nur ein müdes Lächeln nach sich. Tatsächlich
ist
die Bildqualität einer VHS-Aufzeichnung im Vergleich zu einer
DVD
typischerweise eher bescheiden und detailarm, kann aber je nach
Qualität des Videorecorders (und teilweise auch des
Bandmaterials)
von grottenschlecht bis recht passabel reichen. Manche Videorecorder
können auch Störstreifen etc. beim Abspielen von
schlechten
Aufnahmen recht gut unterdrücken.
Es
gibt bis
heute einzelne Spielfilme und auch anderes Material, welches nur auf
VHS (und vielleicht Laserdisc) zu bekommen ist bzw. war. Die
Neuanschaffung eines VHS-Recorders zahlt sich heute jedenfalls
kaum aus, außer zum Abspielen von nennenswerten
Archivbeständen. Eine gewisse Berechtigung hat auch die
Verwendung
als Fernseh-Tuner für analoge Kanäle, die aber
zunehmend im Zuge der Umstellung auf DVB-T abgeschaltet werden.
Als Video-Ausgang ist üblicherweise nur Composite
möglich
(FBAS, CVBS),
was theoretisch die schlechteste Bildqualität liefert, in der Praxis aber immer noch recht gut sein kann. Der Ton
ist
Mono, Stereo oder (innnerhalb von zwei Kanälen gespeichert)
Dolby
Surround und wird üblicherweise analog übertragen.
Falls
keine Cinch-Anschlüsse vorhanden sind, ist
wahrscheinlich ein
Scart auf Cinch-Adapter nötig. Die Belegung ist Pin
19
(Signal) und 17 (Masse) für Video, Pin 3 (Signal) und 4
(Masse)
für Audio links oder Mono, Pin 1 (Signal) und 4 (Masse)
für
Audio rechts. Bei Mono-Videorecordern muss eventuell der linke Kanal
auf 2 Stecker aufgeteilt oder beide Audio-Ausgänge verbunden
werden, fertige Adapter sollte es auch geben.
Mit einer guten Einstellung und Einregelung (Tracking, ev.
Überprüfen der Kabel, Reinigung der
Videoköpfe...)
lässt sich aber immer noch einiges herausholen. Es gibt auch
Testberichte von AV-Receivern, die ein Composite Video-Signal
erstaunlich gut nach HDMI wandeln können - auch das
wäre
vielleicht einen Versuch wert.
3D
Im Laufe der
Kinogeschichte hat das Thema "3D", also dreidimensionale und scheinbar
"aus der Leinwand herauskommende" (oder in die Tiefe gehende) bewegte Bilder zwar keine
durchgehende Bedeutung gehabt, ist aber immer wieder aufgetaucht.
Allgemein entsteht der räumliche Effekt dadurch, dass für das
linke und rechte Auge je ein leicht unterschiedliches Bild
übertragen bzw. dargestellt wird. Bei
der Wiedergabe ist meistens eine 3D-Brille nötig. 3D-Verfahren
ohne
Brille (autostereoskop)
existieren zwar auch schon in Form von speziellen
3D-Bildschirmen , wobei der 3D-Effekt bei den ersten
Modellen nur von einer bestimmten
Position aus optimal zu sehen war. Technisch verbesserte Geräte
sind derzeit (2011) noch sehr teuer, diese basieren auf der Technik,
das sie eine sehr hohe Auflösung haben (4K), und die Bildpunkte in
mehrere Richtungen gleichzeitig strahlen, wodurch die effektive
Auflösung dann geringer ist.
Besonders seit
Ende 2009 ist wieder Bewegung in das Thema gekommen, speziell durch den
Film "Avatar", seit 2010 findet die Markteinführung von
3D-fähigen Blu-ray-Playern statt. 3D-Filme sind
auch auf herkömmlichen
Blu-ray-Playern in 2D (herkömmlicher Modus) abspielbar sind, bei
manchen Filmen, wo dem nicht so ist, ist Berichten zufolge oftmals eine
2D-Blu-ray beigelegt. Zwar kosten 3D-Blu-ray-Player in etwa so viel wie
vergleichbare herkömmliche Blu-ray-Player, allerdings ist zur
3D-Darstellung auch noch ein
3D-Bildschirm erforderlich, für den wiederum elektrisch betriebene
"Shutter-Brillen" nötig sind. Eine teilweise verbreitete
Alternative sind "passive" Brillen, die deutlich preiswerter sind,
keine Stromversorgung brauchen, und auf der Polarisations-Technik basieren.
Die effektive Bildauflösung ist dann aber geringer, weil
beide 3D-Einzelbilder gleichzeitig und nicht abwechselnd gezeigt
werden. Mit Projektoren/Geräten mit 4K-Auflösung kann dieses
Problem umgangen werden, nur sind diese noch sehr teuer.
Nachteile der heute gängigen Shutter-Brillen:
- Brillen sind relativ teuer, manchmal sind 1-2 Stück beigelegt, manchmal müssen diese zusätzlich gekauft werden
- Nicht jede Brille ist mit jedem Projektor/Bildschirm kompatibel
- Es ist eine Batterie/Akku notwendig (oder ein störendes Kabel), kann natürlich auch einmal leer werden
- Deutlicher Verlust an Helligkeit, daher muss das dargestellte/projizierte Bild besonders hell sein
- Die effektive
Bildwiederholfrequenz halbiert sich, daher sollte das
Wiedergabegerät am besten mindestens ca. 200 Hz haben (ansonsten
auffälliges Flimmern möglich), theoretisch können auch mit 120 Hz gute Ergebnisse erreicht werden
- Es gibt Berichte, dass manche Menschen diese Art der 3D-Darstellung nicht vertragen und Kopfschmerzen etc. bekommen
Es gibt auch 3D-fähige
Heimkino-Projektoren, welche auch eine speziell beschichtete Leinwand
benötigen ("Silberleinwand", muss nicht tatsächlich Silber
enthalten), dafür dann aber mit einer passiven Brille
funktionieren. Ebenso gibt es Modelle für den Betrieb mit
Shutter-Brillen. Für 3D im Heimbereich wurde die Version 1.4 und
1.4a von HDMI eingeführt,
welche 3D Blu-ray unterstützt und die auch bei neueren
AV-Receivern vorhanden ist.
In
den
1990er-Jahren gab es vereinzelt Fernsehsendungen, für die
lediglich eine spezielle Papp-Brille erforderlich war, bei denen der
plastische Bildeindruck ebenfalls recht gut war, und wofür keine
besonderen Wiedergabegeräte erforderlich waren. Dieses System
("Nuoptix")
basierte auf der Abdunkelung eines Auges, für einen
auffälligen 3D-Effekt musste das Bild aber immer deutlich in
Bewegung sein (seitliche Kamerafahrt). In den 1970er- und 80er-Jahren
und teilweise früher gab es ein System mit
Rot-Grün-Brillen, etabliert hat es sich
aber kaum. Der Fachbegriff für dieses Verfahren, von dem
es eben auch divese Weiterentwicklungen mit anderen Farb-Codierungen
gegeben hat, ist "Anaglyphen-Verfahren".
Es wird bis heute vereinzelt
verwendet, da die Brillen sehr günstig herzustellen sind, und
wiedergabeseitig keine neue Technik nötig ist - Nachteile
können aber eben die nicht so gute Bildqualität und
verfälschte Farben sein.
Da der technische Aufwand recht groß und bei den allermeisten
Verfahren eine Brille notwendig ist, bleibt der Erfolg der aktuellen
3D-Welle abzuwarten. Auch ohne besondere Technik kann bei manchem
Filmmaterial schon ein recht plastischer und räumlicher Eindruck
entstehen, und natürlich werden auch nur ein paar Filme speziell
in 3D produziert (speziell Animationsfilme), die dann teilweise auch eine "muss man nicht unbedingt sehen"-Kritik haben.
Bildauflösung
und Skalierung
Ein
Video-Projektor sollte eine Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten
darstellen können - das sieht nämlich auch aus
relativ kurzer
Distanz (zum Teil eben bis in einem Bereich von 1,5 mal Bildbreite) gut
aus und enspricht 720p - der sogenannten "kleinen
HDTV-Auflösung".
Auch gut, aber etwas teurer, wäre 1920 x 1080
(1080i
bzw. 1080p, "Full HD") - die Mehrkosten für diese Auflösung
sind aber nicht extrem, und sie ist praktisch auch bei
"Einsteigergeräten" schon Standard. Kaum von Bedeutung und auch
noch wenig verbreitet, selbst in kommerziellen Kinos, ist die
Auflösung 4K (ca. 4000 Bildpunkte horizontal), eventuell etabliert
sich dies in Zukunft für die Darstellung von 3D.
Zwar
haben DVDs
und die meisten TV-Sender eine niedrigere Auflösung von
maximal
720 x 576 Pixel, was dann entzerrt bzw. gestreckt wiedergegeben wird,
durch eine
gute Hochskalierung kann man aber dennoch von der
HDTV-Auflösung
profitieren. Der dafür nötige Scaler ist in
gängigen
Videoprojektoren und auch in manchen Wiedergabegeräten wie
DVD-Playern eingebaut. Ein eigenes, externes Gerät ist meist
ziemlich teuer. Ebenso kann ein Computer diese Aufgabe
übernehmen, wenn die Auflösung der Grafikkarte
idealerweise genau auf die maximale Projektor-Auflösung und die Abspiel-Software richtig auf Bildschirm
füllende Wiedergabe eingestellt ist. Da die Qualität
von
Scalern unterschiedlich sein kann, kann es sich lohnen, das Bild einmal vom Videoprojektor und
einmal z.B. vom DVD-Player skalieren zu lassen um zu sehen, wo das Bild
besser aussieht.
Diese Skalierung
kann mit einem sogenannten Deinterlacer kombiniert werden,
der aus allen mit "i" bezeichneten Auflösungen (z.B. 576i -
gängige Fernsehsender, verschachtelte
Halbbild-Übertragung)
eine mit "p" erzeugt (Progressive Scan, Vollbilder). Im Gegensatz zu
Bildröhren werden LCD-Projektoren mit
Vollbildern betrieben. Hier gibt es auch noch einen Unterschied
zwischen dem "Videomodus" (bei Aufnahmen mit einer Video- bzw.
Fernseh-Kamera, die Halbbilder ändern sich fortlaufend) und
dem
"Filmmodus" (zwei aufeinander folgende Halbbilder wurden immer aus dem
gleichen Vollbild erzeugt (bei PAL, bei NTSC immer abwechselnd 2 und
3), der eventuell extra im Menü eingestellt werden muss. Sehr
viele neuere DVD-Player können das Bild in Progressive Scan
ausgeben, aber auch ältere Modelle können noch ein
brauchbares Bild liefern.
Links zu
Heimkino-Beispielen
Eine Sammlung von teilweise
interessanten Beispielen für private Heimkinos (externe Links)
Es
werden auch gern Link-Vorschläge angenommen, besonders zu
Installationen mit diesen Eigenschaften:
- Video-Projektor mit "volksnahem" Marktpreis ist vorhanden
- Fest installierte Leinwand bzw. Projektionsfläche,
besonders kreative Selbstbau-Lösungen
- Keine "Wunderkabel", keine übermäßig teuren "Luxus-Geräte"
- Kein hauptsächlich von (insbesondere teuren)
Lautsprecherboxen dominierter Raum
- Nicht hauptsächlich ein "Musikzimmer mit Filmabspiel-Möglichkeit"
- Eindrucksvolle Raumgestaltung, die aber auch mit eher
geringen Budgets machbar ist
(zuletzt
geändert am 21.11.2011)
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