Home Texte
Heimkino Medien Wien Fotos
Impressum Gästebuch
Heimkino abseits der "High-End-Fraktion" - Theorie und Praxis

Heimkino-Titelbild

Motivation zu diesem Text und Zielgruppe

Der Begriff Heimkino klingt ja zunächst interessant, und wer sich etwas für Filme und Technik interessiert, wird wahrscheinlich schon von Dingen wie Video-Projektoren und möglichen Klangeffekten von allen Seiten gehört haben - und das alles zuhause.

Nur, es können wohl nicht alle wirklich etwas mit den gängigen Fachmagazinen, Diskussionforen im Internet und den zugehören Beispiel-Bildern und Beschreibungen anfangen. Auf dem einen Bild sieht man Räume, die komplett mit (meistens eher teuer aussehenden) Lautsprecherboxen vollgestopft sind, auf einem anderen Verbindungskabel, die manchmal mehr wie ein Gartenschlauch aussehen, in der Beschreibung stehen dann mehrere eher nobel klingende Markennamen. Zu den manchmal veröffentlichten Gesamtkosten bekäme man durchaus schon fast eine Eigentumswohnung, und bei kritischen Kommentaren wird man bestenfalls belächelt und in die Billigst-Diskont-Ecke gerückt. Wenn man dann sieht, dass manche Foren-Betreiber mit diversen Händlern zusammenarbeiten bzw. diese regelmäßig dort schreiben, ist das alles auch nicht allzu verwunderlich.
Seltsam ist auch, dass dann oft immer noch nur ein herkömmliches TV-Gerät vorhanden ist (bestenfalls oft ein etwas größerer Flachbildschirm) - wo ist dann eigentlich das Kino?

Dazu kommt, dass sich manche von den "High-Endern" in den Diskussionsforen offenbar "weichklopfen" lassen und dann das, mit dem sie bisher zufrieden waren, plötzlich als "Schrott" sehen und sich immer neuere Dinge holen, mit denen sie nie ganz zufrieden sind. Auch ich habe mich schon dazu hinreißen lassen, mehr als nötig für ein simples Verbindungskabel auszugeben. Offenbar sind also manche entweder sehr wohlhabend und wollen dies auch zur Schau stellen, nehmen die Sache viel zu ernst, wiederholen immer nur Standard-FAQs (die zum Teil auch mehrere Jahre alt sind) oder betrachten es schon als Religion. Sicherlich haben alle ihre Hobbys und Vorlieben, aber manche betrachten ihre Ansichten offenbar als allgemein gültig.


Zumindest etwas Platz ab etwa 2 mal 3 Meter aufwärts und ein Budget von sagen wir einmal mindestens ca. 1000 Euro ist schon eine Grundvoraussetzung (halbwegs brauchbare Lautsprecher, ein DVD-Player usw. ist ohnehin oft schon vorhanden), aber oft ist es eben nicht möglich, vernünftig zu diskutieren oder realitätsnahe Informationen zu bekommen. In einem bekannten Forum stellte einmal jemand eine Frage wegen Problemen mit einem Verstärker und bekam als erstes die Antwort, dass mit so einem Billig-Mist eben keine vernünftige Qualität möglich ist - und ist dann selbst auf die Lösung gekommen. Selbst in "gemäßigten" Heimkino-Kreisen ist es recht verbreitet, dass bestimmte Marken oder Komponenten unter einem bestimmten Preisniveau gar nicht erst ernst genommen werden.

Die Zielgruppe sind also alle, die das nicht hinnehmen und sich auch ohne Festlegung auf bestimmte Geräte- oder gar Kabel-Hersteller und immer wieder genannte Standardhinweise (auf die ich hier auch besonders eingehen bzw. sie nicht kommentarlos wiederholen möchte) ein ansprechendes "Heimkino" einrichten wollen.


Der Raum

Allgemein - Wohnzimmer oder Kinosaal?
Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob ein Heimkino möglichst wie ein kommerzielles Kino aussehen soll, oder ob es trotzdem immer noch eher ein Wohnzimmer sein oder auch "fließend" in einen üblichen Wohnbereich übergehen soll. Im ersteren Fall werden zum Beispiel nicht gebrauchte Garagen, Kellerräume oder teilweise Dachböden zu einem "Mini-Kinosaal" umgebaut, das kann für lange anhaltende Beschäftigung sorgen und freut mitunter örtliche Baumärkte, Teppichhändler und Einrichtungshäuser. Auch aus vorhandenen bzw. gebrauchten Materialien lässt sich mit etwas Kreativität viel machen. So ein Umbau muss nicht unbedingt teuer sein, kann sich aber über längere Zeit hinziehen.

Hier finden dann oft auch richtige Kinosessel oder mitunter auch alte Autositze Verwendung - diese lassen sich etwa über das Internet günstig auftreiben, manchmal werden sie auch von Kinos verkauft. Dennoch kann ein übliches Sofa bzw. Sitzgarnitur genauso geeignet oder besser sein - wer schon einmal in einem Kino war, weiß dass die Sitze in einem Kino nicht unbedingt immer bequem sind. Besonders wenn es ausklappbar ist, kann man natürlich auch sehr bequem darauf sitzen oder liegen - das geht eben nur zuhause. Es sieht dann aber eben nicht mehr unbedingt wie ein "richtiges" Kino" aus, ist dafür aber "Wohnraum-kompatibler" - bleibt ganz dem persönlichen Geschmack und Möglichkeiten überlasssen.

Grundsätzlich sollte der Raum wegen der Akustik auch eher von "weichen" Materialen wie Teppichen oder Vorhängen dominiert sein, und nicht von Fließen, Steinplatten, Betonwänden und dergleichen. Manche rechnen hier lange herum, aber wenn beim (lauten) Sprechen kein auffälliger Hall entsteht, ist der Raum wahrscheinlich gut geeignet.

Der WAF
Zu bedenken gibt es allgemein für Männer, die mit einer Frau in einem gemeinsamen Haushalt wohnen, auch den WAF, den "Woman Acceptance Factor" - das ist kein Witz, sondern durchaus Realität. Frauen wird generell nachgesagt, dass sie auffälligen technischen Geräten und aufwändigen, ungewöhnlichen Aufbauten in Wohnräumen eher negativ gegenüberstehen. Das muss aber natürlich nicht bei allen so sein, und es mögen wohl auch nicht alle Männer einen Videoprojektor mitten im Raum, zu dem ein auffälliger Kabelstrang führt.

Verdunkelung, Raum-Helligkeit und Farbgestaltung
Idealerweise sollte es in einem Heimkino-Raum bei der Vorführung eines Films außer auf der Leinwand überhaupt kein Licht auf den Wänden (und an Decke und Boden) geben - dies ließe sich dadurch erreichen, dass alles in mattem Schwarz gestaltet ist. Um die Projektionsfläche herum und in deren Nähe ist das tatsächlich sinnvoll und kann den Bildeindruck verbessern, in der Praxis ist es aber nicht unbedingt nötig, den ganzen Raum schwarz einzufärben.

Dennoch sollten speziell in der Nähe des Bildes, auch auf der Zimmerdecke, möglichst eher dünklere Farben gewählt werden - weiße Wände, wie in vielen Wohnzimmern üblich, können den Bildeindruck mitunter tatsächlich stören. Vorstellbar ist etwa (teilweise) ein roter Farbton, oder auch Dunkelblau, Dunkelgrün oder ein Grauton. Neben Wandfarbe und farbigen Tapeten und eventuell Stoff (bzw. Vorhängen) eignet sich für kleinere Flächen auch Klebe- oder Kunststofffolie oder farbiges Papier. Grundsätzlich gilt, dass die Farben matt und nicht glänzend sein sollten, weshalb nicht alle Folien wirklich geeignet sind.

Als Dekoration eignen sich Filmplakate, die für etwa 5-10 Euro verkauft werden oder manchmal auch als Zeitschriften-Beilage kostenlos zu bekommen sind (auch zum Beispiel in gratis aufliegenden Magazinen, etwa in Kinos). Beliebt sind auch "Dolby Digital" und "DTS"-Schilder, wobei eine 20 x 30 cm-Fotoausarbeitung von einer im Internet gefundenen, möglichst großen Abbildung davon in einem Rahmen eine günstige Alternative zu Metallschildern sein kann. All dies würde ich wegen möglicher Lichtspiegelungen eher in einiger Entfernung von der Projektionsfläche montieren (oder vor dem Eingang), was aber Geschmackssache ist. Wer etwas Spaß versteht, könnte etwa auch bei "THX certified home theater" mit einem Bildbearbeitungsprogramm die Worte "Sorry, this is not a" darüberschreiben.


Der Projektor - brauche ich wirklich einen?

Allgemein
Kernstück eines "richtigen" Heimkinos ist prinzipiell ein Video-Projektor, auch als "Beamer" bekannt (so wie "Handy" ist dieser Ausdruck im englischen Sprachraum aber nicht üblich). Dieser ist nicht ganz so einfach zu handhaben wie ein Fernsehgerät, wo im einfachsten Fall Antennen- und Stromkabel angeschlossen werden und das dann nach einem einzigen Knopfdruck einfach losläuft. Viele, auch jene, die insgesamt viel Geld investieren, betrachten auch das oft als Heimkino - Hauptsache ist scheinbar, es stehen überall zwei Meter große Boxen herum und man hat 7.2-Ton oder was auch immer.

Ein wirklich großes und somit "Kino-mäßiges" Bild ist aber eben nur mit einem Projektor möglich. Zwar bieten auch heutige, größere Flachbildschirme mittlerweile ein eindrucksvolles Bild, aber eine Bildbreite um die zwei Meter können auch diese nicht liefern. Theoretisch könnte man auch näher heranrücken und so die relativ empfundene Bildgröße erhöhen, aber letztlich bleibt nur ein Projektor. 

Im Gegensatz zu früher muss so etwas aber nicht teuer sein, wer 999 Euro für einen der stark beworbenen Plasma- oder LCD-Bildschirme mit zum Beispiel 42 Zoll Bilddiagonale hat (etwas über einen Meter), bekommt in dieser Preisregion auch einen Projektor, bei dem die dargestellte Bildfläche auch locker 4 mal so groß sein kann - am besten ein Preisvergleichs-Portal im Internet wie Geizhals (externer Link) oder Amazon bemühen. Einen LCD-Projektor gebraucht kaufen ist wegen der Projektorlampen ein gewisses Risiko und zahlt sich nur bedingt aus. Zur Schonung dieser Lampe dürfte es auch empfehlenswert sein, den Projektor maximal 1 bis 2 Mal pro Tag ein- und auszuschalten - deshalb empfiehlt sich auch ein Zusatz-Bildschirm.

Ein häufig vorhandener "Lampenspar-Modus" hat mehrere Vorteile - der "Schwarzwert" wird besser, der Lüfter läuft wesentlich leiser, der Stromverbrauch sinkt (auch unter die Werte großer Flachbildschirme), und die Lampe erreicht, zumindest theoretisch, mehr Betriebsstunden. Der "normale" Modus ist an sich nur nötig, wenn in hellen Umgebungen ein Bild projiziert werden soll.

Realistischerweise besonders empfehlenswert ist etwa die Sanyo PLV-Z-Reihe von LCD-Projektoren (besonders erwähnenswert ist hier die einfache Möglichkeit der Staub-Entfernung), vergleichbare Modelle gibt es zum Beispiel auch von Panasonic, Hitatchi oder Epson. Ein Projektor sollte jedenfalls eine Auflösung ab 1280 x 720 Pixel haben, einen HDMI- oder DVI-Eingang und Möglichkeiten zur Regelung der Bildlage, auch ohne den Aufstellungsort zu verändern (Lens-Shift, Zoom-Objektiv, Schärfe- und Overscan-Einstellung).

Zwar gibt es heute auch zum Beispiel Rückprojektions-Fernseher mit wirklich großem Bild von zum Beispiel 70 Zoll Diagonale, nur sind diese im Gegensatz zu einem Projektor nicht wirklich billig, und zumindest bei denen, ich ich bisher ausgestellt gesehen habe, war das Bild ziemlich flau und die Helligkeit stark vom Blickwinkel abhängig. Außerdem kann auch bei diesen ein Lampentausch nötig werden.

In besonders elitären Heimkino-Kreisen werden manchmal Röhren-Projektoren als das einzig Wahre angesehen (heute zum Teil schon DLP-Projektoren im durchaus fünfstelligen Euro-Bereich), und tatsächlich können diese theoretisch die beste Bildqualität liefern. Der Haken ist allerdings, dass sich nur mit einigem Glück ein Modell in bezahlbaren Preisregionen finden lässt, natürlich üblicherweise gebraucht. Noch dazu sind sie ziemlich groß und schwer, und somit nicht überall auf einfache Weise zu montieren. Vor der weiten Verbreitung von LCD-Projektoren waren diese neben 8 mm-Filmprojektoren auch so ziemlich die einzigen Heimkino-Projektoren - an der Preis- und Vermarktungs-Politik hat sich aber bis heute nichts geändert. Es ist somit vorstellbar, dass diese mit den immer besser werdenden LCD-Projektoren oder eine Nachfolgetechnik sowieso irgendwann weitgehend vom Markt verschwinden werden.

Eine Überlegung wert ist eventuell auch ein Selbstbau (DIY, Do it yourself) aus einem Overhead- oder Dia-Projektor und einem zerlegten LCD-Bildschirm - angesichts des unsicheren Erfolges und des immer besser werdenen Preis-Leistungs-Verhältnisses von kommerziellen LCD-Projektoren würde ich mir das aber nicht unbedingt antun. Nähere Informationen gibt es etwa hier und hier (externe Links).

 
Aufstellung des Projektors
Der Lärm des Lüfters kann tatsächlich störend sein, ist aber bei den aktuellen Modellen von LCD-Projektoren auch immer weniger geworden. Außerdem wird er zumindest teilweise ohnehin von den Lautsprecherboxen übertönt. Es kann auch von Vorteil sein, den Projektor nicht unbedingt frei an der Decke zu montieren. Eine realistische Lösung ist eine Regalkonstruktion bzw. ein Regalbrett, wobei genug Platz bzw. Abstand für die Belüftung und Luftzirkulation vorhanden sein sollte. Die Werte in den Bedienungsanleitungen können aber mitunter etwas übertrieben sein, berücksichtigt werden sollte aber jedenfalls, dass bei den Luftein- und Auslässen alles frei ist. Eine mögliche Lösung ist auch eine sogenannte "Hushbox" - dies ist eine recht große und zum Beispiel mit Schaumstoffmatten schallgedämmte Kiste, welche die Abwärme nach außen führt, nicht aber die Geräusche. So etwas ist aber mit ziemlichem Bauaufwand verbunden. Eine mögliche Lösung ist auch, den Projektor in einem Wanddurchbruch zu einem anderen Raum aufzustellen und die Projektionsöffnung eventuell mit (möglichst schalldämmendem und das Licht nicht störenden) Glas zu verkleiden.

Bei der Planung sollte unbedingt auch der technisch mögliche Mindest- und Maximalabstand bei der gewünschten Bildgröße berücksichtigt werden, bei www.projectorcentral.com (englisch) ist eine diesbezügliche Datenbank für mehrere gängige Modelle zu finden. Ein Zoom-Objektiv ermöglicht hier eine gewisse Flexibilität.


Die Projektionsfläche

Allgemein
Die ideale Projektionsfläche ist grundsätzlich eine fest montierte Wand, wie es zum Beispiel eine Rahmenleinwand oder eine vorhandene weiße Zimmerwand ist. Dadurch entfällt das Auf- und Abbauen, und Dinge wie mögliche Verschiebungen des Bildes und Faltenbildung gibt es auch nicht. Ein Nachteil ist, dass manche eine große weiße Fläche, die sonst für nichts genutzt werden kann, eher als unschön empfinden - dieses mögliche Problem lässt sich aber zum Beispiel durch Vorhänge lösen (idealerweise mit Motorantrieb und automatischen Stop-Positionen), wodurch das Ganze auch wieder mehr wie ein "richtiges" Kino aussehen würde.

Ein generelles Merkmal jeder Projektionsfläche ist der so genannten "Gain-Faktor" (selten gebrauchter deutscher Begriff "Leuchtdichtefaktor"), der die Reflexionseigenschaften beschreibt und für den meist ein Wert im Bereich von 1 oder seltener bis zu etwa 1,8 empfohlen wird. Ist der Gain-Faktor zu hoch (zum Beispiel bei Dia-Leinwänden), kann mitunter ein gewisser "Hot Spot"-Effekt auftreten, also ein deutlich hellerer Bereich an einer bestimmten Stelle. Dieses Problem kann sich auch bei glänzenden Oberflächen zeigen. Während bei einem Wert in Bereich von 1 das Licht gleichmäßig reflektiert wird, wird es bei höheren eher in eine bestimmte Richtung gebündelt - dadurch kann sich die Helligkeit je nach Blickwinkel stark ändern. Allgemein dürfte also eine matte, weiße Oberfläche am besten sein, wenn ein Gain-Faktor angegeben ist, sollte dieser im Bereich von 1 liegen.

Für die Montage empfiehlt sich eine Wasserwaage, ein Maßband
und eventuell eine Schnur mit einem schweren Gewicht bzw. ein Senklot und bei Bedarf eine horizontal gespannte Schnur, so dass die Leinwand bzw. Projektionsfläche genau horizontal hängt bzw. parallel zum Projektor ist und auch keine auffälligen Wellen bzw. Verformungen hat. Bei fest montierten Leinwänden können die Schrauben, Haken etc. später auch in bzw. hinter der Maskierung verschwinden (im Fall einer stärkeren Platte eventuell auch darunter oder darüber) - gegebenenfalls also dafür bis zu einige Zentimeter mehr auf jeder Seite einplanen.

Materialien und Bauformen
Professionelle Leinwände
Fertige Rahmen- und Roll-Leinwände sollten zwar in der Regel für eine gute Bildqualität sorgen, die allerdings nicht unbedingt sichtbar besser als bei selbst gebauten Varianten sein muss. Die Nachteile sind, dass sie oft nur in bestimmten Standardgrößen erhältlich sind und die üblichen Preise in einem Bereich von mehreren 100 Euro aufwärts liegen, besonders bei Roll-Leinwänden mit Motor. Außerdem können sich bei manchen Rollleinwänden mitunter sichtbare Falten im Bild zeigen.

Vorhandene Wände
Grundsätzlich sind auch vorhandene weiße Wände oder die "berühmte" Rauhfasertapete als Projektionsflächen geeignet. Sie sollten allerdings frei von Verfärbungen und Verschmutzungen sein. Ist die Oberfläche nicht völlig eben oder zu rauh bzw. grobkörnig, so kann sich das störend im Bild abzeichnen. Es kann sich also lohnen, mit Spachtelmasse, Schleifpapier usw. zu arbeiten und die Wand noch einmal zu überstreichen. Auch bei dieser Lösung kann ein schwarzer Rand um das projizierte Bild die Qualität verbessern.

Spanplatte und Wandfarbe
Eine preiswerte und leicht zu realisierende Lösung, die Berichten nach auch gute Ergebnisse bringt, ist eine mit gängiger Wandfarbe (Dispersionsfarbe) gestrichene Span- bzw. MDF-Platte. Eine Dicke der Platte von ca. 10 mm dürfte ideal sein, darunter kann es schwierig sein, sie ohne Verformungen und Wellenbildung zu montieren, darüber kann sie unnötig schwer und somit auch schwieriger zu transportieren sein. Diese ist wie auch die Farbe in Baumärkten leicht zu bekommen und wird in beliebigen Größen zugeschnitten, die Kosten liegen im Bereich von 10 Euro. Vorstellbar sind auch Materialien wie Kunststoff- oder Gipskartonplatten.

Sie sollte in einem gut durchlüfteten Raum oder eventuell bei trockenem Wetter im Freien möglichst glatt, gut deckend und gleichmäßig gestrichen werden (am besten je nach Bedarf einige Male überstreichen), wobei die Farbe mindestens einige Stunden trocknen sollte. Achtung, Holzplatten können sich verziehen, nachdem die Farbe durchgetrocknet ist, die Ergebnisse können daher besser sein, wenn eine schon vorhandene Beschichtung als Basis für den Anstrich verwendet wird. Bei der Montage mit z.B. Schrauben oder Haken am Rand sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Platte glatt und nicht verzogen montiert wird. Die Vorteile gegenüber einer Tuch-Leinwand sind, dass die Fläche absolut lichtundurchlässig ist und es (bei sorgfältiger Montage) auch keine Probleme mit Falten- bzw. Wellenbildung gibt. Es gibt auch noch die Möglichkeit, ein Leinwandtuch bzw. eine matte Kunststoff-Folie darüber zu spannen, was gegenüber einem Rahmen auch Vorteile haben kann.

Neben reinem Weiß halten manche für die Verwendung mit LCD-Projektoren einen leichten Grauton (wie etwa Lichtgrau, RAL 7035) für optimal. Fraglich ist, ob mit spezieller "Leinwand-Farbe", die um ein Vielfaches teurer ist, wesentlich bessere Ergebnisse erzielt werden können. Auch eine direkt so gekaufte und verwendete, weiß beschichtete Platte kann als Bildfläche geeignet sein, allerdings besteht hier die Gefahr von Hot Spots.


Opera-Folie
Eine in Diskussionsforen und Erfahrungsberichten oft genannte "Standard-Selbstbaulösung" für die Leinwand ist "Opera"-Folie (Nr. 4020, eine Kunststoff-Folie von Gerriets, auch .de), "Bühnenmolton" (ein schwarzer Stoff, auch dort zu bekommen) zwecks Lichtundurchlässigkeit als Hintergrund, das Ganze auf einem Rahmen aufgespannt (fertiger Keilrahmen, ein häufig genannter Anbieter ist www.keilrahmen.de; eventuell auch selbst gebaut) und mit "d-c-fix" (eine Klebefolien-Marke) als schwarzen Rand. Die Folie sollte gerollt und nicht gefaltet bestellt werden. Im Vergleich zu fertigen Rahmenleinwänden ist diese Lösung jedenfalls recht preiswert, die genannten Gesamtkosten liegen oft im Bereich von 100 Euro oder etwas darüber.

Eine gute Alternative im gleichen Preis-Bereich soll auch das "Cinetec"-Leinwandtuch sein, erhältlich bei 
3dheimkino.de, allerdings laut Website nur in Deutschland.


Maskierung
Maskierung Es ist grundsätzlich empfehlenswert, die Projektionsfläche mit einem schwarzen Rand zu versehen - dadurch kann sich zumindest die subjektiv empfundende Bildqualität bzw. der Kontrast verbessern. Denkbar ist zum Beispiel schwarze Farbe (hier kann es aber schwierig sein, eine saubere Kante aufzumalen), mattschwarzer Stoff (in Fachgeschäften günstig als Laufmeter-Ware zu bekommen) und diverse Klebebänder und -folien. Es gilt zu beachten, dass bei einem sichtbaren Bildseitenverhältnis der umgebenen Fläche von 16:9 (die Breite ist also 1,7777777... mal der Höhe, eine Berechnung auf mm genau dürfte ausreichen) entweder die Maskierung auf den Seiten etwas breiter sein muss als oben und unten, oder die rohe Projektionsfläche ohne Maskierung etwas höher, wenn diese auf allen Seiten gleich breit sein soll. Die Maskierung kann aber auch auf der Wand neben der Bildfläche montiert sein.

Ein weiteres Problem kann die Tatsache sein, dass das Format von genau 16:9 grundsätzlich nur von TV- und manchen direkt auf DVD-Produktionen verwendet wird, während es ebenso viel Material in 4:3 gibt und Spielfilme wiederum oft ein breiteres Format haben. Dadurch entstehen schwarze Balken auf der Seite oder oben und unten. Bei der mit einem Projektor möglichen Bildgröße sollten diese weniger störend sein als bei herkömmlichen Fernsehgeräten, allerdings erscheinen diese Balken wegen technisch bedingtem Restlicht mitunter in etwas störendem Grau. Mit einer verschiebbaren mattschwarzen Maskierung, idealerweise mit einem motorgesteuerten Seilzug, können auch diese Balken zum Verschwinden gebracht werden - was allerdings besonders mit Motor als Selbstbaulösung etwas kompliziert ist. Eine vielleicht etwas einfacherer Lösung für die seitliche Maskierung wären schwarze Vorhänge, die sich natürlich auch selbst aus Laufmeter-Stoff machen lassen. Eine einfachere mögliche Alternative ist eine breitere schwarze Maskierung rund um die Projektionsfläche (z.B. 15 cm) - so schlecht ist der Schwarzwert von neueren LCD-Projektoren auch wieder nicht, und zumindest an zwei Seiten des Bildes grenzt dann immer eine große, tiefschwarze Fläche an.


Bildformat, Bildlage und Betrachtungsabstand

Bildformat - 16:9 oder anders?
Das heute allgemein übliche Standardformat ist 16:9, weil dies zu den heute gängigen Heimkino-Projektoren passt. Bei der sichtbaren Projektonsfläche ist die Breite also 1,7777... mal der Höhe. 4:3-Installationen sind generell nicht empfehlenswert, wenn nicht gerade fast nur Material in diesem Seitenverhältnis über diese laufen soll.

Eine in Heimkinos relativ selten zu findende Alternative wäre eine "21:9"-Leinwand, auch "Scope" genannt, also das noch breitere Seitenverhältnis, wie es in kommerziellen Kinos zu finden ist. Zu beachten ist allerdings, dass groß angelegte Kinoproduktionen meist das Format 2,39:1 nutzen, was nicht ganz exakt 21:9 entspricht. Um so eine Bildfläche mit einem 16:9-Projektor zu nutzen, müsste man entweder das Zoom-Objektiv verstellen, sofern sich der Zoom-Bereich ausgeht, oder aber eine anamorphotische Vorsatz-Linse verwenden, nachdem das Bild zuvor elektronisch gestreckt wurde, so die schwarzen Balken ohne Verlust an Bildinhalt verschwinden und sich die Bildqualität gegenüber Zoom- oder Letterbox-Darstellung zumindest theoretisch verbessert. Allerdings sind solche Linsen teilweise extrem teuer (und wahrscheinlich schwer zu bekommen), können mitunter Verzerrungen im Bild verursachen, müssen genau justiert und bei Material in anderen Seitenverhältnissen wieder entfernt werden.

In der Praxis erscheint es also besonders für "Allzweck-Heimkinos" (TV-Serien in 4:3, neuere in 16:9, gelegentlich Spielfilme) bis auf weiteres am besten, grundsätzlich eine 16:9-Bildfläche und eventuell eine verschiebbare schwarze Maskierung zu verwenden, oder vielleicht noch den Zoom des Projektors bei Bedarf zu verstellen.


Höhe über dem Boden
Eine gute Richtlinie für die vertikale Lage bzw. Montagehöhe dürfte sein, dass sich die Bildmitte ungefähr auf Augenhöhe befinden sollte, allgemein sollte die Bildlage aber eher niedriger als höher sein. Jedenfalls sollte das Bild angenehm und ohne Verrenkungen zu sehen sein, was natürlich auch vom persönlichem Geschmack sowie der Leinwandgröße und der sich daraus ergebenden Oberkante abhängt. Daraus kann sich eine Lage der Unterkante des projizierten Bildes im Bereich um einen halben Meter ergeben, in manchen Fällen durchaus auch knapp über dem Boden. Ein Center-Lautsprecher, der darunter schon zu tief hängen würde, kann auch nach oben hin gewinkelt montiert werden (z.B. vorne Teppichstücke unterlegen), oder eventuell über der Bildfläche und nach unten gerichtet.

Manchmal werden Leinwände bzw. Projektionsflächen eher hoch und mit der Oberkante nah an der Decke aufzuhängt, und teilweise werden sogar recht hohe Montagehöhen empfohlen, das ist aber eben nicht unbedingt nötig. Ein Problem kann auch sein, dass manche unbedingt ein Fernsehgerät unter die Leinwand stellen wollen. Im Fall einer beweglichen wie z.B. einer Klapp- oder Roll-Leinwand könnte diese dann beim Projektor-Betrieb vor dem TV-Gerät sein und dieses verdecken, bei einer fest montierten sollte man sich aber doch eher damit anfreunden, dieses bzw. einen "Kontroll-Monitor" anderswo aufzustellen.


Es kann sich auszahlen, vorher mit einer behelfsmäßig aufgebauten Projektionsfläche (z.B. ungefähr an der gewünschten Stelle aufhängtes Leintuch bzw. Betttuch) zu experimentieren, auch in eher niedrigen Höhen über dem Boden.
 
Betrachtungsabstand und Bildgröße
Die Empfehlungen für den Betrachtungsabstand bewegen sich meist zwischen etwa 1,5 bis 2 Mal Bildbreite, besonders bei Projektoren mit höherer Auflösung (1280 x 720) eher zu ersterem tendierend. Ein heute realistischer Wert wäre also etwa ein 1,6 bis 1,7 mal so langer Betrachtungsabstand, als die Projektionsfläche breit ist. Bei einem zu nahen Abstand bzw. einer zu großen Leinwand können schon die einzelnen Bildpunkte bzw. ein mögliches "Fliegengitter" von LCD-Projektoren zu sehen und außerdem das Bild mitunter unangenehm groß sein. Etwas weniger kann bei der Bildgröße im Zweifelsfall also eher besser sein.

Außerdem ergibt sich nicht nur durch die Raumverhältnisse eine Maximalgröße, auch kann die Lichtleistung der gängigen Heimkino-Projektoren bei zu großen Flächen (zum Beispiel über 3 Meter Breite) an ihre Grenzen stoßen. Eine realistische Maximalbreite ist etwa 2,7 Meter, wofür dann ein Betrachtungsabstand von mehr als 4 Metern empfehlenswert ist. Angesichts der recht vielen Videoprojektoren auf dem Markt lässt sich das in der Praxis aber schwer vorhersagen. Schon im Bereich von etwa 1,5 m Breite, was sich fast immer realisieren lassen sollte, können sich aber auch schon sehr eindrucksvolle Ergebnisse zeigen - besonders im Vergleich zu einem durchschnittlichen Fernseher.

Als idealer horizontaler Sichtwinkel (zwischen Sitzposition und dem linken und rechten Ende der Leinwand) der sich dann daraus ergibt, werden oft ca. 30 oder 35 Grad genannt, was deutlich über dem üblichen Sichtwinkel bei Fernsehgeräten liegt (im Bereich von 10 Grad). Gerade das trägt neben der Größe viel zum "Kino-mäßigen" Eindruck bei. Seltener werden auch deutlich größere Winkel von zum Beispiel 50 oder 60 Grad genannt, oder ein Betrachtungsabstand-Bildbreiten-Verhältnis bis in den Bereich von 1 hinunter, was aber neben zu groben Bildpunkten auch dazu führen kann, den Kopf öfters nach links und rechts bewegen zu müssen. Auch aus diesem Grund empfiehlt sich vor der Montage ein Ausprobieren mit einem behelfsmäßigen Aufbau.


Einstellung der Bildlage und Bildgeometrie

Mit der "Lens Shift"-Funktion lässt sich die Lage des Bildes in der Höhe und Breite ohne Verlust an Bildqualität verschieben, allerdings soll es zu Problemen führen, wenn die möglichen Maximaleinstellungen (fast) ausgenutzt werden. Oftmals ist es möglich, den Projektor horizontal ungefähr in der Bildmitte aufzustellen, vertikal kann es aber schwierig sein, diesen genau in der Mitte aufzustellen. Das ist zum Beispiel bei Deckenmontage der Fall (bzw. auf einem Regalbrett oder eine ähnlichen Konstruktion), bei niedrigerer Aufstellung, wenn überhaupt möglich, könnte der Projektor im Weg stehen oder das Lüftergeräusch besonders störend sein. Wenn der Aufstellungsort jedoch zum Beispiel annähernd in der horizontalen Bildmitte und in etwa 1,8 Meter Höhe mit nach unten verschobenem Lens Shift ist, so sollte das in der Praxis problemlos funktionieren.

Möglichst nicht sollte aber die "Keystone"-Funktion (vertikale Trapezkorrektur) verwendet werden, weil sich dadurch die effektive Bildauflösung verringert. Stattdessen können solche Verzerrungen damit ausgeglichen werden, in dem auf einer Seite des Projektors etwas untergelegt bzw die Standfüße ausgefahren werden.

Ist das Bild in horizontaler Richtung trapezförmig verzerrt, so kann es durch Drehen des Projektors in der horizontalen Ebene um einige Grad nach links oder rechts korrigiert werden.

Wenn bei Kameraschwenks seltsame Bildverzerrungen auftreten, dann ist wahrscheinlich die Projektionswand uneben bzw. verzogen - das kann eventuell auch noch durch Unterlagen auf der Rückseite ausgeglichen werden.

Werden das projizierte Bild und die Begrenzung der Bildwand nie ganz parallel, dann ist entweder diese oder der Projektor nicht völlig horizontal aufgestellt - eine Wasserwaage (oder eventuell eine Schnur mit einem schweren Gewicht bzw. ein Senklot) ist hier sehr nützlich. In diesem Fall sollte dann bei der Projektionsfläche nachgebessert werden und wenn nötig beim Projektor auf einer Seite etwas untergelegt oder dieser sonst irgendwie (z.B. wenn vorhanden mit den ausfahrbaren Standfüßen) leicht zur Seite gekippt werden. Schon ein Fehler in der Neigung von einem Millimeter auf einen Meter kann durchaus auffallen.


Die Größe des Bildes lässt sich mit der Zoom-Einrichtung noch genau regeln, so dass der Bereich innerhalb der Leinwand-Begrenzung bei einem vollen 16:9-Bild gerade schön ausgefüllt und (bei einem Testbild) nichts merklich vom Bild abgeschnitten ist; auch die Schärfe sollte noch angepasst werden. In der Praxis sieht bei älteren Modellen eine leichte Verstellung der Schärfe weg vom optimalen Wert, der sich aus einem Testbild ergibt, möglicherweise etwas besser aus, weil dann das eventuell sichtbare "LCD-Gitter" weniger auffällt. Das ist aber reine Gefühls- und Experimentiersache.

Der Ton

Ist Surround und Dolby Digital wirklich so toll?
LautsprecherObwohl man meinen sollte, dass es beim Heimkino vorwiegend um das Bild geht, wird oft fast mehr über den Ton diskutiert. Surround-Ton aus allen Richtungen kann jedenfalls schon sehr eindrucksvoll sein, aber genauso wird manchmal bemängelt, das bei vielen Filmen kaum davon Gebrauch gemacht wird, oder nur in ein paar Szenen. Manchmal erhält man dann die Antwort, dass Surround-Mehrkanalton in erster Linie eine gute räumliche Klangkulisse schaffen soll, und nicht ständige, laut krachende Effekte, und mit billigen Lautsprecherboxen sowieso kein vernünftiger Klang möglich sei. Wenn man sich die IMDb ansieht, dann sind dort nicht wenige Filme in den "Top 250" zu finden, bei denen der Ton überhaupt nur in Mono ist - Erfolg dürften also doch auch von künstlerischen Qualitäten und nicht nur von der technischen Umsetzung ausgemacht werden.

Außerdem, braucht man dazu wirklich Lautsprecherboxen (seltener gebrauchter Begriff "Schallwandler"), die hunderte Euro pro Stück kosten, oder muss sich irgendwelche Sets bestellen, auf die man wochenlang wartet und wo man dann auch noch eine riesige Subwoofer-Box irgendwo hinstellen muss? Sind wirklich nur ein paar immer wieder genannte Marken wie C*nton, T*ufel oder N*bert brauchbar, und der (preisgünstigere) Rest schlichtweg Mist? Da viele andere Produkte mit klingendem Namen und ähnlichen Testergebnissen oft noch deutlich teurer sind, verwundert das aber auch nicht wirklich. Warum schwören manche Leute auf irgendwelche teuren Spezial-Lautsprecherkabel, wenn ohnehin welche dabei sind oder man für 50 Cent pro Laufmeter oder so auch schon Kabel kaufen kann?


Dieser Bereich ist jedenfalls sehr umstritten - das liegt wohl auch daran, dass sich mit "hochwertigen" oder "High End"-Komponenten viel Geld verdienen lässt, und das praktisch schon seit den 1960er-Jahren. Die Hifi-High End-Szene dürfte dabei nahtlos in den Heimkino-Bereich übergegangen sein. Somit wird auch genug für Werbung in Fachmagazinen bezahlt, wo diese dann wohl kaum als unnötig und überteuert verrissen werden. Wer sich schon zu einer Hochpreis-Komponente überreden hat lassen, wird diese Anschaffung dann oft auch gegen jene verteidigen, die von "Voodoo" sprechen.

Obwohl sich Dolby Digital-Systeme (AV-Receiver, mehrere Lautsprecher, relativ aufwändige Verkabelung) besonders bei neueren Spielfilmen prinzipiell schon auszahlen und heute auch nicht mehr wirklich teuer sind, reicht für die Ton-Wiedergabe neben einem Video-Projektor fürs Erste auch schon eine durchschnittliche Kompakt-Anlage bzw. ein Stereo-Verstärker mit zwei Lautsprechern, wo man subjektiv mit dem Klang zufrieden ist. Er sollte "satt" sein und dabei auch bei etwas höheren Lautstärken nicht "scheppern" oder zu dumpf klingen. Hier spricht man dann von "2.0", was auch Stereo-Fernseher als Klang liefern. Alternativsysteme, die Rundum-Raumklang aus 2 Lautsprechern bzw. aus einem einzigen Gerät liefern sollen, stellen oft keinen wirklichen Ersatz eines Surroundsystems dar oder sind ohnehin zu teuer.

Im Zuge der Blu-ray Markteinführung gab es dann auch die sogenannten "HD-Tonformate" wie etwa Dolby TrueHD und DTS Master Audio, welche zumindest theoretisch noch einmal besser klingen sollen. Es beschwert sich jedoch kaum jemand, dass "herkömmliches" Dolby Digital oder DTS grundsätzlich schlecht klingen würde, noch dazu wird zumindest bei ersterem oft nicht einmal die maximale Datenrate von 640 kbit/s ausgenutzt. Da diese neuen Systeme auch zu den bisherigen kompatibel sind, ist auch dann kein neuer AV-Receiver erforderlich, wenn auf einer Blu-ray-Disc nur Tonspuren nach dem neuen System vorhanden sein sollten. Bei einer Neuanschaffung sind die "HD-Tonformate" durchaus auch schon in Geräten der "kleinbürgerlichen" Preisklasse zu finden,  speziell dafür beworbene Lautsprecher zahlen sich aber wohl nur für jene aus, die auch schon an die (auch nicht sehr verbreiteten) Tonformate wie DVD-Audio und SACD geglaubt haben.
 
Aufstellung der Lautsprecherboxen
Grundregel für die Aufstellung der vorderen linken und rechten Lautsprecher (FL, FR, "Front") ist, dass sie ungefähr auf Ohrhöhe sein sollen, bzw. wenn es in der Box einen getrennten Hochtöner gibt (auch im Niedrigpreissegment oft zu finden) dann dieser. Der Abstand zueinander sollte im Bereich des Hörabstandes liegen, wodurch sich (als ungefährer Richtwert) das klassische "Stereo-Dreieck" ergibt.

Ein Subwoofer (SW, "Sub", eigener Lautsprecher für die tiefe Basswiedergabe) ist bei ausreichend großen und Bass-starken Front-Boxen prinzipiell verzichtbar, was aber auch eine nicht selten kontroversiell diskutierte Glaubensfrage ist. Wer sehr kleine "Satelliten-Boxen" verwenden will, wird ohne einen Subwoofer aber eher nicht auskommen, bzw. nur mäßige Bass-Effekte erzielen. Es gibt auch Systeme, in unterschiedlicher Qualität, wo der Subwoofer auch gleich einen Verstärker für die anderen Lautsprecher enthält und somit kein zusätzlicher AV-Receiver nötig ist. Die "Trennfrequenz" sollte dann bei ca. 80 oder maximal 120 Hz liegen.

Als Aufstellungsort für einen Center-Lautsprecher (C, Mittenkanal im Front-Bereich) wird allgemein so nah wie möglich beim Bild und jedenfalls genau in der Mitte empfohlen, also idealerweise knapp darunter, seltener darüber, obwohl auf typischen Heimkino-Fotos oft ein größerer Abstand zwischen Center-Box und Bildfläche zu sehen ist. Die gängige und fast immer heftig vertretene Standard-Meinung ist, dass ein Center unverzichtbar und sehr wichtig ist. Ein Ausprobieren, ob der Klang auch schon mit zwei vorderen Boxen zufriedenstellend ist, kann sich aber jedenfalls lohnen - ergänzt kann diese Lautsprecherbox später immer noch werden. Typischerweise werden spezielle Center-Boxen verwendet, die für eine quer liegende Aufstellung gedacht sind. Eine Klangverbesserung kann sich bei diesen eventuell durch eine leicht nach oben (bzw. unten) gerichtete Aufstellung in Richtung der Hörposition ergeben.

Die Surround-Boxen (SL, SR, hintere Lautsprecher, häufig auch als "Rears" bezeichnet) sollten generell deutlich höher als die Front-Boxen aufgestellt sein, empfohlen werden häufig etwa 1,60 - 1,80 m. Die Meinungen dürften aber unterschiedlich sein, und auch die Aufstellung ungefähr auf Höhe der Front-Boxen ist zum Teil üblich. Sie sollten auch eher etwas nach innen gedreht oder überhaupt auf der Seite montiert sein - das kann davon abhängen, ob es sich um einen Direktstrahler (der Standard-Lautsprechertyp) oder einen sogenannten Dipol  bzw. Bipol handelt (Ton tritt auf 2 Seiten der Box aus).

Zum Teil ist auch ein "Surround Back" zwischen den linkem und rechtem Surround-Lautsprecher (SB, 6.1-Verstärker nötig) oder deren zwei (SBL, SBR, 7.1) vorhanden. Eine typische Aussage ist, dass wenn man schon so ein "Extended Surround"-System installiert, es dann schon ein 7.1-System sein sollte. Zwar muss es das nicht unbedingt, aber typische heutige AV-Receiver, auch im günstigen Preissegment, sind ohnehin meist für 7.1 ausgelegt. Diese zusätzlichen Lautsprecher sollten aber, wie auch die anderen Surround-Boxen, idealerweise einen gewissen Abstand von der Hörposition haben - realistisch ist mindestens etwa 1 Meter. Wenn sich die ideale Aufstellungshöhe nicht oder nur schwer realisieren lässt, so kann sich auch mit einer gewinkelten Aufstellung zum Hörplatz, z.B. von der Decke hängend und schräg nach unten gerichtet, eine Verbesserung ergeben.

Darüber hinaus gibt es auch Systeme mit zwei weiteren vorderen Lautsprechern, die entweder zusätzliche bzw. bessere Klangeffekte in der Breite darstellen sollen, oder aber bei Systemen mit "Dolby Pro Logic IIz" eine Höhen-Dimension, also z.B. vom Boden abhebende Hubschrauber (9.1), oder sogar beides gleichzeitig (11.1). Nachdem aber schon die Möglichkeiten von "herkömmlichen" Dolby-Tonsystemen relativ selten ausgereizt werden,  und sich das sogar bei Luxusklasse-AV-Receivern noch nicht allgemein durchgesetzt hat, ist dies auch nicht unbedingt ein Kauf-Kriterium.

Bei Eigenbau-Lösungen (z.B. mit Auto-Einbaulautsprechern) sollten Lautsprecher grundsätzlich in einer eher größer dimensionierten Box oder einer großen "Schallwand" eingebaut sein, weil sich sonst ein schlechteres Klangbild (sogenannter "akustischer Kurzschluss") ergeben kann. Ohne besondere Fachkenntnisse ist das aber ohnehin höchstens im Surround-Bereich empfehlenswert.

Manchmal wird empfohlen, die Lautsprecher annähernd kreisförmig um den Hörplatz anzuordnen - der vordere und wenn vorhanden der bzw. die hinteren Center-Lautsprecher können jedenfalls ruhig eine Spur zurückversetzt sein. Eine Aufstellung auf einer weichen Unterlage wie zum Beispiel einem dünnen Stück Schaumstoff, Gummi, Teppich oder eventuell auch halbierten Tennisbällen kann von Vorteil sein, so dass nicht gleich der ganze Raum mitschwingt und "mitscheppert". Häufig wird auch empfohlen, Lautsprecherboxen nicht direkt an einer seitlichen oder rückwärtigen Zimmerwand, sondern in einem gewissen Abstand (zum Teil wird bis zu einem Meter genannt) aufzustellen. In der Praxis dürfte das oft unrealistisch sein, jedenfalls sollten die Boxen aber außer mit ihrer Standfläche eher keine Wände berühren.

Allgemeines zu Lautsprechern
Zumindest bei den vorderen linken und rechten Lautsprechern sind folgende Daten vorteilhaft:
Generell ist zu sagen:

AV-Receiver

Allgemein - Mehrkanal-Verstärker und mögliche "Schaltzentrale"
AV-ReceiverEin AV-Receiver (Audio-Video-Receiver, Empfänger mit Verstärker) enthält einem Decoder für Dolby Digital und andere Tonformate, die von Geräten wie DVD-Playern und Satellitenreceivern geliefert werden, einen Mehrkanal-Verstärker und hat auch einen Teil zum Schalten von Videosignalen. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben etwa viele Yamaha-Modelle mit einer dreistelligen Zahl in der Bezeichnung, eventuell auch die unteren Preisklassen der Marken Denon oder Onkyo. Ein Radioempfänger (häufig UKW und MW) ist auch integriert, sonst wäre es ein "AV-Verstärker".

Der Ton wird über Cinch- oder optische Kabel digital übertragen (neuerdings auch gemeinsam mit dem Bild über HDMI), eine zusätzliche analoge Verbindung ist nicht nötig. In der Regel sind aber auch mehrere analoge Eingänge für den Ton vorhanden, wo zum Beispiel ein Videorecorder, Kassetten- oder Plattenspieler, älteres Videospiel etc. angeschlossen werden kann. Ist kein AV-Receiver vorhanden, so ist zumindest ein Stereo-Verstärker nötig, der dann mit zweiteiligen Cinch-Kabeln an die analogen Ausgänge der Zuspiel-Geräte angeschlossen wird.

Üblicherweise können mindestens 5 Lautsprecher direkt angeschlossen werden, womit das häufige Format Dolby Digital 5.1 wiedergegeben werden kann. Auch Modelle mit 6- oder 7-Kanal-Verstärker und entsprechenden Decodern für die Tonformate von Dolby und DTS sind heute aber oft nicht mehr wesentlich teurer. Eine gute Wahl dürfte heute also ein 7.1-Modell sein.

Bei einem wirklich gut brauchbaren Video-Teil gäbe es den Vorteil, dass alle Geräte an den AV-Receiver angeschlossen sein können, nur ein Kabel von diesem zum Projektor führen muss, dort immer der gleiche Video-Eingang (wie etwa Komponenten-Video oder HDMI) gewählt bleiben und alles gleichzeitig umgeschaltet werden kann, besonders wenn die Fernbedienung des AV-Receivers auch die anderen Geräte steuern kann. In der Praxis kann es sein, dass erst wieder alles einzeln verbunden und umgeschaltet werden muss, weil etwa Satellitenreceiver oft nur einen RGB-Ausgang haben, ein solcher Eingang bei AV-Receivern aber üblicherweise fehlt und stattdessen mit einem dreiteiligen Cinch-Kabel benutzbare Komponenten-Anschlüsse vorhanden sind.

Außerdem haben zwar oft schon günstige DVD-Player einen HDMI-Ausgang und auch bei Projektoren ist dieser Standard - bei vor 2008 auf den Markt gekommenen AV-Reveivern fehlt ein solcher aber oft. Günstige Modelle können HDMI teilweise nur durchleiten und umschalten, nicht aber die Auflösung skalieren oder ein analoges in ein HDMI-Signal wandeln. Wenn, dann sollten mindestens 3 HDMI-Eingänge vorhanden sein (z.B. für Satellitenreceiver, Blu-ray-Player, Notebook/Computer), und 1-2 Ausgänge (Projektor und LCD-Bildschirm). Eine günstige Alternative können HDMI-Umschaltboxen sein, falls mehrere HDMI-Quellen vorhanden sind (idealerweise mit automatischer Umschaltung) - hier ist aber ebenfalls etwas Umschauen nötig, um nicht das erstbeste überteuerte und schlecht funktionierende Produkt zu erwischen.


Eine mögliche Alternative zu einem AV-Receiver sind auch Komplettgeräte oft eher billig klingender Marken, die auch gleich einen DVD-Player eingebaut haben und zum Teil im Preisbereich von 100 Euro verkauft werden. Ich habe so etwas nicht getestet, kann mir aber schon vorstellen, dass man sich von einem AV-Receiver ab etwa 200 Euro und zusätzlich noch einem DVD-Player grundsätzlich mehr erwarten kann.

Wiedergabe von CDs, LPs oder mp3
Auch wenn eine typische Aussage lautet, dass AV-Receiver grundsätzlich schlecht für die Wiedergabe von zweikanaliger Stereo-Musik geeignet sind, so dürfte das wenn überhaupt eher nur für Leute zutreffen, die "das Gras wachsen" hören. Er kann jedenfalls eine "Stereoanlage" ersetzen, ein Nachteil kann aber sein, dass oft nur teurere Fabrikate einen Phono-Eingang zum Anschluss eines Plattenspielers haben. Um selten einmal ein paar vorhandene Schallplatten anzuhören, könnte man dann vielleicht noch die Höhen voll hinunter, den Bass voll hinauf und die Lautstärke nach oben drehen, aber an sich wäre in diesem Fall ein Plattenspieler-Vorverstärker nötig, sofern der Plattenspieler keinen eingebaut hat.

Ältere Kassettendecks können aber problemlos an einen analogen Cinch-Eingang angeschlossen werden, und Audio-CDs (oft auch CDs mit mp3- oder sonstigen Audio-Dateien) laufen in der Regel auch auf einem DVD- oder Blu-ray-Player. Computer (Notebooks etc.) können teilweise auch digital über ein HDMI-Kabel angeschlossen und nur der Ton genutzt werden, ansonsten über ein optisches Kabel oder ein analoges 3,5 mm Klinkenstecker auf 2x Cinch-Kabel.

Häuig ist mindestens ein Modus vorhanden, um die 2 Tonkanäle der Quelle auf alle vorhandenen Lautsprecher zu verteilen, anstatt sie nur über den linken und rechten vorderen Lautsprecher wiederzugeben (z.B. Dolby Pro Logic IIx Music, 7 Channel Stereo, All Channels ...), dies ist Geschmackssache.

"Small", "Large" und andere Einstellmöglichkeiten
Es gibt üblicherweise ein recht ausführliches Einstell-Menü (zum Teil auch über die Video-Ausgabe), wo unter anderem die Abstände der Lautsprecher zur Hörposition eingestellt werden können. Bei einer Schallgeschwindigkeit von 343 Meter pro Sekunde in Luft können sich sonst durchaus minimale Verzerrungen und ungewollte Halleffekte ergeben, wenn dies falsch eingestellt ist. Bei meinem Gerät ist eine Angabe auf 10 cm genau möglich, was mehr als genug sein dürfte. Bei manchen Geräten muss dieser Wert in Millisekunden (ms) eingestellt werden, was sich dann aus Entfernung und Schallgeschwindigkeit ergibt.

Es kann auch eingestellt werden, welche Lautsprecher überhaupt vorhanden sind - es sollten jedefalls mindestens zwei vor und zwei hinter der Hörpositon sein, weil sich sonst gegenüber einem 2-Kanal-Stereoverstärker kaum eine Verbesserung ergeben dürfte. Insbesondere sollte auch eingestellt werden, ob ein Center-Lautsprecher vorhanden ist oder nicht, ebenso auch, wenn kein Subwoofer vorhanden ist. Diese Signale gehen dann nicht verloren, sondern werden auf die vordere linke und rechte Lautsprecherbox aufgeteilt.

Eine wesentliche Einstellmöglichkeit für jeden Lautsprecher ist auch "small" oder "large" (klein/groß). Dies bezieht sich mehr auf die Fähigkeit zur Wiedergaben von tiefen Bässen und weniger auf die tatsächliche Größe. Idealerweise sollte der Frequenzbereich von Lautsprechern bis in die Nähe von 20 Hz hinunter gehen (und auch problemlos und "kraftvoll" wiedergegeben werden), in der Praxis könnte so etwas wie "70 - 21000 Hz" ein typischer angegebener Bereich sein. Durch die Einstellung von "small" werden dann zum Beispiel die tiefen Bassanteile (eventuell Einstellung einer Trennfrequenz wie etwa 80 Hz nötig) der Surround-Kanäle auf die leistungsfähigeren vorderen Lautsprecher umgelenkt. Das ist an sich nicht schlimm, da es für das menschliche Gehör schwierig ist, die Richtung von tiefen Bässen genau zu orten, jedenfalls bei Lautsprechern im Umkreis von ein paar Metern. In der Praxis kann aber auch "large" genauso gut oder besser klingen - im Zweifelsfall also einfach ausprobieren.


Die Kabelverbindungen

Allgemein - hier wird oft übertrieben
Auch Verbindungskabel sind ein Bereich, wo es generell viele Diskussionen und Hysterie gibt. Häufig erfüllen aber schon die billigsten oder auch zweitbilligsten Kabel gewisse Mindeststandards wie eventuell nötige Abschirmung und Stabilität der Stecker. Gegen teurere Kabel (wie etwa von O***bach) sprechen diverse veröffentlichte "Blindtests", in denen kein klarer Unterschied zu billigeren festgestellt werden konnte - und Erfahrungsberichte von Leuten, die auch mit Kabeln zu "volksnahen" Preisen vollauf zufrieden sind. Annehmbar sind z.B. zum Teil Kabel von Hama. Ein typisches Verkaufsargument in der gehobenen Preisklasse ist zum Beispiel "sauerstofffreies Kupfer". Gold, das häufig bei teureren (und oft sogar recht günstigen) Kabeln als Beschichtung der Stecker verwendet wird, hat sogar eine etwas schlechtere elektrische Leitfähigkeit als Standard-Kupfer. Noch eine Spur besser als reines Kupfer wäre Silber, wobei Silberkabel wohl nur in der Extrem-High-End-Fraktion verwendet werden dürften, nachdem die Leitfähigkeit eines geringfügig dickeren und wesentlich billigeren Kupferkabels genauso gut sein sollte. Auch Aluminium hat noch eine gute Leitfähigkeit, manche scheinbaren Kupfer-Kabel sind ohnehin Aluminium-Kabel mit einer dünnen äußeren Schicht aus Kupfer.

Generell wird auch mit den Kabelquerschnitten und der Abschirmung gern übertrieben. Durchaus glaubhaft ist hingegen, dass sich ab etwa 5 Metern Länge speziell bei Video- und eventuell auch digitalen Audio-Verbindungen Probleme ergeben können. Vor der Anschaffung eines Hochpreis-Kabels, dass angeblich auch bei 10 oder 15 Metern Entfernung eine störungsfreie Verbindung ermöglicht, würde ich eher versuchen, die Geräte näher aneinander aufzustellen. Ein Abstand von maximal 4-5 m sollte sich eigentlich immer machen lassen, wenn die Geräte etwa auf einer Seite des Raumes, oder auch, wenn etwa Laufgeräusche von DVD-Laufwerken und Festplatten nicht störend auffallen, diese hinter der Sitzpositon aufgestellt sind.

Lautsprecher-Kabel
Doppellitzen-KabelIm Gegensatz zu anders lautenden Meinungen, die selbst in High End-Kreisen umstritten sind, reicht als Lautsprecherkabel prinzipiell jedes gängige Doppellitzen- oder ähnliches Kabel mit 0,75 oder mitunter 1,5 oder 2,5 mm² Querschnitt und durchaus auch etwaige mitgelieferte Kabel (häufig abfällig "Beipackstrippen" oder auch "Klingeldraht" genannt). 1 Euro pro Laufmeter wäre schon recht teuer, eine Abschirmung ist jedenfalls grundsätzlich nicht üblich und nötig. Nur bei deutlich über 5 Meter Länge und sehr hohen Lautstärken sind große Kabel-Querschnitte noch nachvollziehbar, selbst dann sollten 2,5 oder im äußersten Fall 4 mm² aber absolut ausreichen. Tatsächliche Probleme können sich ergeben, wenn die abisolierten Enden nach langer Verwendungszeit bzw. bei lange nicht benutzten Kabeln oxidieren. Man kann aber dann einfach ein Stück abschneiden. Lautsprecher-Stecker sind prinzipiell unnötig, da selbst bei etwas teureren Verstärkern und Lautsprechern Klemm- oder Schraubverschlüsse vorhanden sind, die für blanke Kabel geeignet sind. Der Plus-Pol sollte rot oder sonst irgendwie markiert und bei allen Lautsprechern richtig angeschlossen sein - sonst könnte sich der Ton durch die Phasenverschiebung gegenseitig stören bzw. auslöschen. Oft wird beim Verkauf von teuren Kabeln auch mit den "Skin-Effekt" argumentiert, nach welchem Wechselströme immer schlechter in das Metall eindringen, je höher die Frequenz ist. Bei 20 kHz, der maximalen Tonfrequenz, spielt dieser allerdings kaum eine Rolle. Es sollte auch keinen wesentlichen Unterschied machen, wenn die Kabel zu den einzelnen Lautsprechern nicht ganz gleich lang sind.

Scart-Kabel
SCART SCART-Kabel bzw. Stecker (eine französische Abkürzung), auch bekannt als Euro-AV, sind oft nötig, um RGB-Videosignale (Farbkomponenten Rot, Grün, Blau) zu übertragen, was oft von Satellitenreceivern ohne HDMI als bestmögliches Signal ausgegeben wird. Auch für ältere Videorecorder können diese nötig sein, wenn sie sonst keinen Audio- und Videoausgang haben. Hier kann es dann nötig sein, entweder die Belegung nachzuschlagen (häufig, aber nicht immer vollständig auch in den Bedienungsanleitungen zu finden, meist aber einheitlich) und sich einen Adapter auf Cinch-Stecker zu bauen, oder einen solchen zu kaufen. Kann ein Gerät wie z.B. manche Satellitenreceiver über die Scart-Schnittstelle YPbPr Komponenten-Video ausgeben, dann entspricht in der Regel die Leitung für Grün (G) dem Y-, jene für Blau (B) dem Pb und jene für Rot (R) dem Pr-Signal. Es gibt jedenfalls alles, von vernünftiger Qualität für ein paar Euro bis hin zu maßlos überteuerten Luxuskabeln mit vergoldetem Stecker, mehrfacher Abschirmung (eine einfache sollte sogar bei Billigst-Angeboten vorhanden sein) und teuer aussehender, dicker Ummantelung. Bei manchen Kabeln kann es allerdings zu Brumm-Geräuschen kommen, weil das Videosignal wegen einer mangelhaften oder fehlenden Abschirmung das analoge Audiosignal stört - das spielt aber nicht wirklich eine Rolle, wenn ohnehin nur das Bildsignal des SCART-Ausgangs verwendet werden soll. Achtung, es gibt auch Kabel, die nicht "voll belegt" sind und dann kein RGB übertragen können. Video-Projektoren unterstützen grundsätzlich immer ein VGA-Signal, das technisch ähnlich aufgebaut ist, jedoch nicht unbedingt immer RGB-Video. Wenn, dann ist ebenfalls oft ein Adapter oder ein Konverter nötig.

Cinch-Kabel
CinchDies ist an sich eine schon ältere amerikanische Steckernorm (besonders im englischsprachigen Raum auch als RCA bekannt), die sich später auch in Europa für alle möglichen Audio- und Videoverbindungen etabliert hat. Neben analogen Audio-Verbindungen (rot = rechts) wird diese auch für Composite Video verwendet (auch FBAS, CVBS oder nur "Video" genannt, gelbe Kennzeichnung), was nicht mit dem in der Regel technisch deutlich besseren Component (YPbPr Komponenten-Video) zu verwechseln ist, wofür ebenfalls Cinch-Kabel verwendet werden. Zusätzlich reicht für digitalen Mehrkanal-Ton (wie etwa von DVD-Playern oder auch Satellitenreceivern) ein einziges Kabel (Standard-Farbcode orange). Das Kabel ist üblicherweise ein "Koaxialkabel" (auch wenn darunter oft nur Antennenkabel verstanden werden), hat also einen Innenleiter und um die Isolierung von diesem herum ein Drahtgeflecht als Abschirmung. Dies liegt am äußeren Teil des Steckers an, während der Innenleiter eine Verbindung zum inneren Stift hat. Selbst bei Billigst-Angeboten sollte diese Ausführung vorhanden sein, auch hier gibt es aber die obskursten Luxuskabel oder spezielle "Digital-Kabel" (wobei fraglich ist, wo da der technische Unterschied zu einem Composite-Videokabel ist, das auch "75 Ohm Wellenwiderstand" hat).

S-Video-Kabel
S-VideoDiese Kabel, deren Stecker auch als Mini-DIN oder Hosiden bekannt sind, ermöglichen eine Bildqualität, die über der von Composite Video sein sollte, jedoch unter der von Component und anderen höhervertigen Signalarten liegt. Es wird ein Helligkeits-Signal übertragen (nur s/w bzw. Graustufen) und getrennt eines für die Farbe, woraus dann ein recht gutes Farbbild dargestellt werden kann. Obwohl dieser Begriff im Zusammenhang mit Heimkino oft erwähnt wird bzw. wurde, spielen solche Kabel in der Praxis nur für etwaige vorhandene S-VHS-Videorecorder wirklich eine Rolle, durch die sie einst auch bekannt wurden - oder für sonstige Geräte wie etwa Hi8-Camcorder, die S-Video als besten Videoausgang haben. Selbst billigste DVD-Player sollten jedoch einen RGB- und/oder Component-Ausgang haben, und bei Computern ist eine Verbindung über VGA oder DVI und nicht über "TV Out" (was häufig S-Video ist) auch grundsätzlich besser. Denkbar wäre diese Verbindungsart neben Composite Video auch für Zusatz-Bildschirme, wenn z.B. ein Satellitenreceiver gleichzeitig Component oder RGB und S-Video ausgeben kann, dann könnte eine Component- oder RGB-Video-Verbindung zum Projektor gehen, und gleichzeitig ein S-Video-Kabel zu einem Zusatz-Monitor.

Optische Kabel
TOSLINKDiese Kabel, auch als TOSLINK bekannt, können neben Cinch-Kabeln ebenfalls ein digitales Audiosignal übertragen und verwenden dazu rote Lichtimpulse. Bei DVD-Playern, digitalen Satellitenreceivern und zum Teil im Computer- und Audiogeräte-Bereich ist dieser Anschluss oft zu finden. Sie haben keine Abschirmung, weil sie gegen jegliche elektrische Störung unempfindlich sind und haben eine spezielle Steckerform. Besonders hier reichen ebenfalls preisgünstige Kabel aus, da ein digitales Signal entweder einwandfrei oder mit merklichen Störungen oder gar nicht übertragen wird. Bei Notebooks/Soundkarten kann ein Adapter nötig sein (zum Teil mitgeliefert), um einen TOSLINK-Stecker an den 3,5 mm Klinkenstecker-Anschluss anzuschließen, wenn dieser wahlweise auch ein optisches, digitales Signal ausgeben kann. Optische Kabel sind mitunter nur bei Internet-Händlern zu vernünftigen Preisen von einigen Euro für zum Beispiel ein 2-Meter-Kabel zu bekommen, während die gängigen Geschäfte (auch Großmärkte) nicht selten nur fragwürdige Hochpreis-Produkte vorrätig haben. Wenn bei einem Gerät beide Verbindungsarten möglich sind, geht es also mit einem Cinch-Kabel einfacher. Das abgebildete Kabel ist ein "Luxus-Modell", mit einem mit "mickrig" aussehendem Stecker und sehr dünnem Kabel ist die Übertragungsqualität genauso gut.

HDMI- und DVI-Kabel
DVIEin HDMI-Anschluss (von der Größe her mit einem flachen USB-Stecker vergleichbar) ist meist bei neueren DVD-Playern und HDTV-fähigen Satellitenreceivern zu finden, standardmäßig bei Blu-ray-Playern und ebenso bei gängigen LCD-Projektoren und neueren AV-Receivern, zunehmend auch in günstigeren Preisklassen. Über diese Verbindung kann neben einem digitalen Videostrom auch der Ton sowie ein Kopierschutzsignal (HDCP) übertragen werden, wobei letzteres selbst bei der reinen Wiedergabe zu Problemen führen kann, und der Ton natürlich nur z.B. von AV-Receivern (bei frühen bzw. günstigen Modellen mitunter nicht), üblicherweise aber nicht von Projektoren ausgewertet werden kann. DVI, was häufig bei Computern zu finden ist, ist damit kompatibel, verwendet einen größeren Stecker und kann (in gleicher Qualität) nur das Bild übertragen (eventuell auch mit Kopierschutz), somit gibt es auch Adapterkabel von DVI auf HDMI. Bei diesen sowie reinen HDMI-Kabeln kann es sein, dass es auf den ersten Blick scheinbar nur Hochpreis-Fabrikate gibt und günstige Angebote, die insbesondere für kürzere Längen wie etwa 3 m für eine störungsfreie Übertragung ausreichend sein sollten, nur über das Internet zu bekommen sind, während Kabel von DVI auf DVI auch in Computer-Fachgeschäften zu realistischen Preisen zu bekommen sein sollten. Bei Problemen erst einmal kontrollieren, ob die Stecker fest und vollständig eingesteckt sind.

VGA-Kabel
VGAWenn ein Computer an einen Projektor angeschlossen werden soll, dann empfiehlt sich, sofern es keinen DVI- oder HDMI-Ausgang bzw. Eingang gibt, ein VGA-Kabel, welches auch als 15-poliges D-Sub-Kabel bekannt ist. Neben Computer-Monitoren ist so ein Eingang fast immer bei Projektoren zu finden. Ein solches Kabel sollte es in jedem Computer-Fachgeschäft geben, in Großmärkten und anderen Geschäften können die Preise überhöht sein. Dieser analoge Verbindungsstandard ermöglicht neben YPbPr und DVI/HDMI ebenfalls hochauflösende Video-Übertragungen, wobei der Computer so wie auch bei einer DVI- oder HDMI-Verbindung idealerweise auf die maximale Auflösung des Projektors eingestellt werden sollte. Manche Projektoren akzeptieren herkömmliches RGB-Video aus der Fernsehtechnik über die VGA-Schnittstelle, dies muss dann gegebenenfalls im Menü umgestellt werden und es ist oft ein (eventuell zum Teil modell-spezifischer oder selbst gebauter) SCART-VGA-Adapter nötig.


Stromversorgung und Schalter

Während bei diversen Haushaltsgeräten oft mit einem besonders niedrigen Stromverbrauch geworben wird, ist das bei Unterhaltungselektronik-Geräten nur in Ausnahmefällen ein Thema. Nur kleingedruckt, wenn überhaupt, erfährt man von Leistungsaufnahmen in Rekordhöhe. Auch wenn sich diese auf den Maximalwert beziehen können, so lohnt sich auch in dieser Hinsicht ein Vergleich. Bei typischen LCD-Projektoren kann der Stromverbrauch, besonders im "Lampenspar-Modus", sogar niedriger sein als bei einem großen LCD-Bildschirm.

Gibt es beim Verstärker eine Einstellmöglichkeit für die Impedanz bzw. Widerstand zwischen 4 Ohm und 8, so kann es sich (wurde mir zumindest gesagt) auch lohnen, den niedrigeren Wert einzustellen. Ist bei einer Lautsprecherbox 8 Ohm angegeben, so soll dies ohnehin nur ein Schätzwert bzw. Maximalwert je nach Tonfrequenzhöhe sein. Ich habe bei mir jedenfalls keine Verschlechterung des Klangs bemerkt.

Generell fehlt bei vielen Geräten wie Verstärkern und DVD-Playern jedenfalls ein Netzschalter - entweder findet sich nur der Aufdruck "Standby/On" und es ist bestenfalls ein Ein-Aus-Schalter auf der Rückseite montiert, oder sie verbrauchen auch dann Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Dagegen hilft entweder eine Steckdosen-Leiste, oder (mit grundlegendsten elektrotechnischen Kenntnissen und Vorsichtsmaßnahmen) das Einbauen eines Schalters in das Zuleitungskabel. Diese Schalter (deren Einbau sich aber eventuell negativ auf noch laufende Gewährleisungsansprüche auswirken kann) können dann auch elegant nebeneinander gruppiert werden, eventuell zusammen mit einem Lichtschalter (durch Energiesparlampen als Raumbeleuchtung ergeben sich natürlich auch Einsparungsmöglichkeiten) oder auch Dingen wie motorgesteuerten Vorhängen.

Video-Projektoren sollten nicht plötzlich ausgeschaltet werden, da es der Lampe schaden kann, wenn der Lüfter nicht noch etwas nachläuft (in "Notfällen", wenn das Gerät auf nichts mehr regaiert, aus- und sofort wieder einschalten). Auch manche Satellitenreceiver und andere Geräte können mitunter seltsam reagieren, wenn sie vor dem Trennen der Stromzufuhr nicht mittels Standby-Funktion "heruntergefahren" werden, sollten aber an sich einfach in den vorherigen Zustand zurückkehren.

Auch beim Bereich Stromversorgung gibt es Leute, die viel Geld für "Wundermittel" wie etwa spezielle Steckdosenleisten oder Stromkabel ausgeben. Selbst wenn das wirksam wäre ist es fraglich, ob die kurze Strecke im Vergleich zum gesamten Stromnetz (allein im Haus) irgendeinen Unterschied macht. Manche glauben auch einen Unterschied darin zu hören, wie der Stecker gedreht ist (was bei Wechselstrom ja an sich egal ist) - aber das lässt sich ja einfach mit einem Hörtest feststellen, sollte es wirklich einen geben. Es gibt auch Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz und Netzfilter, was in manchen Gegenden von Vorteil sein kann, aber auch diese sollten nicht hunderte Euro kosten.


Der Zusatz-Bildschirm

Bei einem Projektor-System ist es grundsätzlich sinnvoll, einen zusätzlichen Bildschirm als "Kontrollmonitor" zu installieren. Dadurch wird der Projektor bzw. dessen Lampe geschont, und man kann den Bildschirm "schnell einmal" einschalten, um den Satellitenreceivcer zu bedienen (etwa auch für den Satellitenradio-Betrieb) bzw. Aufnahmen zu programmieren oder "im Vorbeigehen" bzw. Dauerbetrieb Sendungen wie die Nachrichten und dergleichen sehen.

Dafür empfiehlt sich ein (kleiner) LCD-Fernseher bzw. Bildschirm mit passendem Video-Eingang, idealerweise im Seitenverhältnis 16:9, was aber außer bei einigen frühen Modellen in 4:3 ohnehin fast immer der Fall ist. Vorstellbar wäre auch, wenn einem das nicht zu klein ist, einer dieser vereinzelt zu bekommenden Mini-LCD-Bildschirme mit herkömmlichem Video-Eingang. Ein günstiges "HD ready"-Gerät oder mitunter eines mit nur 480 Pixel Vertikal-Auflösung sollte als solcher Zusatz-Bildschirm ausreichen, ebenso ein (vielleicht noch vorhandener) Röhren-Bildschirm. Es kann sich platzmäßig auch lohnen, einen schon vorhandenen Fernseher gegen einen kleineren zu tauschen. Als Verkabelung kann auch schon eine Composite Video- und analoge Audio-Verbindung vom Satellitenreceiver zu diesem Bildschirm reichen, während die "hochwertigen" Verbindungen (RGB, Komponenten-Video, HDMI, Digital-Audio...) gleichzeitig zum AV-Receiver bzw. Projektor gehen. So ein Bildschirm muss nicht unter der Leinwand stehen, sondern kann natürlich auch an einer günstigen Stelle auf der Seite stehen, wo er beim Projektor-Betrieb nicht stört.

Soll hier auch ein DVD-Player und andere Videoquellen angeschlossen werden (zum Beispiel um ein mp3-Wiedergabemenü zu nutzen), so wird die Verkabelung etwas kompliziert - wenn mehrere Videoquellen einfach so ohne Umschalter an einen Eingang zusammengeschlossen werden, so kann (auch wenn nur eine gerade ein Signal liefert) das Bild dünkler und gestört werden. Zwar kann der Zusatz-Bildschirm auch über den AV-Receiver verkabelt werden, allerdings muss dieser dann auch immer eingeschaltet werden.


Die Bild- und Tonquellen

Fernsehen
Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Kino kann man in einem Heimkino natürlich auch die gängigen Fernsehprogramme sehen, auch wenn eher die Aussage "Ein Beamer ist kein TV-Ersatz" vorherrscht. Zwar läuft ja bekanntermaßen immer mehr Mist und zweifelhafte Sendungen im Fernsehen, und auch die Bildqualität mancher Sender ist bei genauer Betrachtung nicht wirklich gut, aber wer sich umsieht, entdeckt immer noch genug sehenswerte Inhalte. Fernsehen bekommt so eine ganz neue Dimension - wenn schon TV, dann richtig. Ein zusätzlicher Bildschirm ist aber eben doch durchaus empfehlenswert.

SatellitenempfangAls Empfangsgerät eignet sich besonders ein digitaler Satellitenreceiver, idealerweise mit zwei Tunern (Empfangsteilen) und Festplatte. Heute ist die Anschaffung eines HDTV-fähigen Modells überlegenswert, welches idealerweise einen DVB-S2-Doppeltuner haben sollte, zum Beispiel von Humax (Achtung, mitunter ohne "Bild im Bild") oder Homecast. Neben den langsam immer mehr werdenden hochauflösenden Sendern können diese auch jene in herkömmlicher Auflösung empfangen. So kann auch ganz ohne Zusatzgeräte und Kassetten oder DVDs ein Programm aufgenommen und bei Bedarf auch gleichzeitig ein anderes angesehen werden. Da die Programminhalte direkt so wie gesendet ohne Qualitätsverlust aufgezeichnet werden, gibt es hier auch keine Einstellung für die Qualität bzw. Kompression. Dafür sind Aufnahmen aus analogen Quellen im Gegensatz zu herkömmlichen Festplattenrecordern meist nicht möglich. Leider ist nicht überall ein Satellitenanschluss vorhanden bzw. kann eine Satellitenantenne montiert werden, selbst bei Mietwohnungen ist aber vielleicht z.B. die unauffällige Aufstellung in einem stabilen Schirmständer am Balkon oder zur Not auf einem Fensterrahmen möglich, sofern freie Sicht nach Süden besteht. Auch mit sehr kleinen Antennen (z.B. "Digidish 33") kann schon ein meist störungsfreier Empfang möglich sein. Zum Anschluss ist neben einem Universal-LNB (bei Geräten mit 2 Tunern am besten mindestens ein Twin-LNB, das also 2 Ausgänge hat) ein bis ca. 2 GHz taugliches Antennenkabel sowie sogenannte F-Stecker an den Enden nötig. Die meisten (zumindest bis ca. 2005 auf den Markt gekommenen) Geräte bieten als beste Bildausgabe-Möglichkeit nur RGB-Video - das kann zwar auch die bestmögliche Bildqualität liefern, jedoch in Heimkino-Anlagen im Gegensatz zu YPbPr oder HDMI zu Problemen bei der Verkabelung führen und zusätzliche Konverter und Adapter-Kabel nötig machen. Eine Alternative kann eventuell ein "Heimkino-PC" mit mindestens einer Satelliten-Tunerkarte sein.

Bei DVB-T sind die technischen Möglichkeiten ähnlich, nur dass weniger Programme verfügbar sind und es über terrestrische Sender ausgestrahlt wird. Je nach Signalstärke ist daher mitunter auch ein Empfang mit einer kleinen Zimmerantenne oder einem Stück Draht bzw. nicht abgeschirmtem Kabel möglich. Antennenverstärker sind nicht immer nötig oder können sogar kontraproduktiv sein. Die Bildqualität bzw. Datenrate ist aber typischerweise niedriger als über Satellit, auch ist in Österreich in nächster Zeit hierüber kein HDTV vorgesehen, und auch in Deutschland nur einige Versuchs-Übertragungen. Insgesamt ist DVB-T somit eher für den mobilen Einsatz interessant (etwa als USB-Stick), sonst nur wenn kein Satellitenempfang möglich ist, für einzelne Programme, die nicht anders empfangbar sind, oder für alle, denen eine "Grundversorgung" mit einigen gängigen TV-Sendern ausreicht.

Kabelfernsehen (inklusive kostenpflichtiger IPTV-Angebote) hat den Nachteil, dass hier auch für an sich frei empfangbare Programme generell Gebühren verrechnet werden, und es zum Teil im Ermessen des Betreibers liegt, welche Sender eingespeist werden. Im Kabel dürften neben digitalen Programmen (zum Teil nur mit speziellen Receivern der Kabelbetreiber empfangbar) auch die analog gesendeten Programme (mit einem VHS- oder DVD-Recorder empfangbar) noch eine Weile erhalten bleiben, während sie über andere Verbreitungswege bereits abgeschaltet wurden oder das voraussichtlich bald werden.


DVD
Die Video-DVD (wobei die gleichen DVD-Medien auch für beliebige Computerdaten verwendet werden) wurde in den Jahren nach 2000 zum Standard-Format für die Filmwiedergabe zuhause, wobei sie das VHS-System ablöste. Als Verbindungskabel empfehlen sich grundsätzlich die gleichen wie bei einem digitalen Satellitenreceiver, also mindestens ein RGB-fähiges Scart-Kabel. Viele Modelle, die nicht gerade sehr alt oder sehr billig sind bzw. waren, haben aber oft auch einen YPbPr Component-Video-Ausgang und können somit problemlos mit vielen AV-Receivern und Video-Projektoren verbunden werden. Neuerdings ist häufig auch ein HDMI-Ausgang vorhanden, auch im unteren Preisbereich.

DVD-Recorder können zwar auch DVD-Filme abspielen, sind aber nicht unbedingt die logische Nachfolge des VHS-Recorders. Für Fernsehaufnahmen ist ein Satellitenreceivern mit Festplatte grundsätzlich technisch besser.

Grundsätzlich würde ich es erst einmal mit einem vorhandenen, noch halbwegs brauchbaren DVD-Player versuchen, aber auch eine Neuanschaffung (kann eventuell auch gebraucht sein) ist eventuell noch eine Überlegung wert, da auch technisch ausgereifte Geräte mit HDMI-Ausgang und Scaler heute praktisch fast nichts mehr kosten. Blu-ray-Spieler, welche das DVD-System ablösen sollen, sind zwar vielfach schon zu durchaus attraktiven Preisen zu bekommen, können aber immer noch gewisse technische "Kinderkrankheiten" haben. Als Alternative für hochauflösende Video-Zuspielungen kann sich aber ein Computer anbieten.

Mit einem DVD-Player geht bei vielen auch ein großer Sammeltrieb einher (soll ja ein menschlicher Grundinstinkt sein), der laufend Unsummen für Kauf-DVDs verschlingt. Es scheint auch ein Sport zu sein, mittels des Programms "DVD Profiler" eine möglichst große Sammlung öffentlich zu präsentieren. Dieser unterstützt offenbar auch nur Kauf-DVDs und keine freie Dateneingabe z.B. für Eigenaufnahmen und andere Medien. Ich würde jedenfalls eher nur Filme (oder Serien etc.) kaufen, die ich vorher schon irgendwo einmal gesehen und für so gut befunden habe, dass ich die DVD davon zu Hause haben will. Um einen un- bzw. nur aus Werbung und Trailern bekannten Film überhaupt einmal zu sehen, oder einen vor langer Zeit gesehenen, an den man sich nur noch dunkel erinnern kann, gibt es ja auch andere Möglichkeiten, wie eine gut sortierte Videothek in der Nähe oder eventuell einen Verleih per Post. Das Preis-Leistungs-Verhältnis von offiziellen Downloadmöglichkeiten im Internet ist hingegen oft eher dürftig, und TV-Ausstrahlungen, in der Regel nur synchronisiert, mit Einblendungen, geschnitten und mit gezoomtem Bild, sind zumindest als überlanger Trailer für die DVD-Version zu gebrauchen. Im Gegensatz zu den früher gefürchteten Videotheken-Kassetten sollte auch die Bildqualität bei DVDs immer konstant gut sein, merklich zerkratzte DVDs kann man ja gleich reklamieren. Videotheken verkaufen zum Teil auch nicht mehr benötigte Leih-DVDs günstig ab, allerdings können sich die Vermiet-Versionen manchmal von den Kauf-Versionen unterscheiden, zum Beispiel durch eine fehlende englische Tonspur.

 
Blu-ray
Welches der konkurrierenden, auch für höhere Bildauflösungen bis 1080p geeigneten DVD-Nachfolgeformate HD DVD und Blu-ray Disc sich durchsetzen wird, war anfangs fraglich, Anfang 2008 hat sich aber schließlich die Blu-ray Disc (BD) auf dem Markt durchgesetzt. Die Preise für Blu-ray-Abspielgeräte und jene der Filme sind aber heute noch deutlich höher als im DVD-Bereich, auch ist das Angebot an DVD-Filmen noch um ein Vielfaches größer, besonders bei älteren und weniger bekannten Filmen. Dazu kommt, dass die Qualität von DVD-Videos nach wie vor meistens als gut bis sehr gut empfunden wird, besonders wenn diese sorgfältig produziert sind und gut hochskaliert wiedergegeben werden. 

Außerdem ist momentan auch nicht völlig ausgeschlossen, dass sich doch noch andere Systeme wie zum Beispiel diverse Download-Angebote auf dem Markt etablieren (jedoch eher unwahrscheinlich), oder das System doch noch ein Misserfolg wird oder bald schon wieder durch ein neues abgelöst wird. Ich wäre beim Investieren von Geld in dieses Format derzeit also etwas vorsichtig. Abspielgeräte für hochauflösende Medien haben außerdem oft einen einen eingebauten Lüfter, der laut einigen Testberichten zum Teil durchaus hörbar sein kann. Seit Ende 2008 scheint sich aber ein gewisser "Durchbruch" abzuzeichnen, mit Berichten nach recht guten Blu-Ray-Playern für unter 200 oder sogar 100 Euro, und einem laufend größer und technisch besser werdenden Angebot. Die Preise der Discs haben 2009 einigermaßen nachgegeben und liegen oftmals bei etwa 15 bis maximal 20 Euro für neuere oder ältere bekannte Filme.


DVD-Filme können auch auf Blu-ray und HD DVD-Playern abgespielt werden, umgekehrt nicht (es sei denn, es ist eine zusätzliche DVD-Version enthalten). Wie bei neueren reinen DVD-Playern ist üblicherweise immer eine hochskalierte DVD-Wiedergabe möglich, wobei aber den Testberichten nach bei der Stabilität, Einlesezeit der Discs etc. scheinbar immer noch wesentliche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Als Grundkriterium beim Kauf würde ich einen Preis unter 300 Euro (aber auch nicht unbedingt das billigste Angebot), ein unauffälliges Betriebsgeräusch und mindestens 2 unabhängige, eher lobende Testberichte ansetzen, sowohl für den Blu-ray- als auch für den DVD-Betrieb. Netzwerk- und "BD-Live" bzw. Profil "2.0"-Fähigkeiten sollten in diesem Preisrahmen auch zu bekommen sein, ebenso wie ein "1080p24"-Modus speziell für optimale Kinofilm-Wiedergabe. Ein Kriterium können auch die Mulitmedia-Fähigkeiten sein, wie etwa die Lesbarkeit von USB-Speichermedien mit NTFS-Formatierung (wichtig für Dateien über 4 GB) und allen möglichen Video-Formaten, und der Zugriff auf diverse Mediatheken und YouTube.

Computer
Auch ein Computer eignet sich gut als Bildquelle für ein Heimkino, wobei Notebooks bzw. Laptops neben der leichten Tragbarkeit auch typischerweise den Vorteil eines niedrigeren Stromverbrauchs haben. Bei Deskop-Systemen ist dieser, außer bei einigen Sonderkonstruktionen mit speziellen Mainboards und mobilen Prozessoren, generell höher. Das Geräusch des Lüfters kann immer ein Problem sein. Ein Vorteil ist generell, dass alle möglichen Typen von Videodateien abspielbar sind, da sich ja beliebige neue Software installieren lässt. Bei einer Prozessor-Taktfrequenz von weniger als etwa 2 GHz kann es Probleme mit manchen hochauflösenden Video-Dateien geben, hier kann aber auch eine andere Software helfen, wie z.B. der "GOM Player" statt dem "Media Player Classic" (Nachfolgeprojekt ist der "Media Player Classic - Homecinema") oder "VLC". Wenn die Leistungsfähigkeit ausreichend hoch ist, sollten aber auch, ein entsprechendes Laufwerk und Software vorausgesetzt, neben DVDs auch Bluray-Discs laufen.

Die Video-Verbindung sollte am besten über DVI laufen, manche neuere Computer haben einen HDMI-Ausgang (wo es dann vereinzelt Probleme mit dem Kopierschutz HDCP geben kann). Ansonsten bietet sich ein VGA-Kabel an. Die Auflösung der Grafikkarte sollte, wenn im Fall eines Notebooks auf "externer Monitor" umgeschaltet ist, auf jene des Projektors eingestellt werden, also etwa 1920 x 1080. Falls dies nicht möglich ist, kann (unter Windows) ein Entfernen von "Modi ausblenden, die von diesem Monitor nicht angezeigt werden können" oder ein anderer Grafiktreiber helfen.

Die Ton-Verbindung funktioniert wie bei anderen Geräten mit digitalem Tonausgang, also auch über HDMI. Alternativ ist im Kopfhörer-Ausgang häufig ein optischer Digitalausgang integriert. Ohne digitalen Ausgang ist aber immer noch Mehrkanalton zum Beispiel als Dolby Pro Logic II über ein analoges 2-Kanal-Stereosignal möglich, wofür dann ein Kabel mit 3,5 mm Klinkenstecker auf 2 x Cinch nötig ist. Wenn kein Ton zu hören ist, dann kann es notwendig sein, bei den Soundkarten-Einstellungen z.B. von den integrierten Lautsprechern auf den optischen Ausgang umzuschalten - dies funktioniert nicht immer automatisch, sobald der Stecker angeschlossen ist. Außerdem kann es notwendig sein, in der Software (Soundkarten-Einstellprogramm, AC-3 oder DTS-Decoder etc.) auf Mehrkanal-Wiedergabe umzustellen, oder ein anderes Abspiel-Programm zu verwenden, da sonst ein "Downmix" auf nur einen linken und einen rechten Tonkanal durchgeführt wird.

Über das Internet oder auch ein geschlossenes Netz eines Providers gesendetes Fernsehen (IPTV) ist oft ebenfalls nur gegen eine zusätzliche Gebühr empfangbar, eventuell auch nur mit speziellen Empfängern. Mit einem Computer frei zu sehen sind oft nur einzelne Lokal- oder Spezialprogramme (hier sind eher Fachbegriffe wie "Internet-TV" üblich). Die Bildqualität kann je nach Sender zwischen noch irgendwie erkennbar bis annnähernde DVD-Qualität schwanken. Es sollte eine nicht mit einem Datentransferlimit behaftete Bandbreite von mindestens einigen MBit/s vorhanden sein, mit diversen MPEG4-Varianten ist dann theoretisch schon ein sehr gutes Bild möglich. Es gibt einige frei zugängliche Video-Portale wie etwa von ZDF (externer Link, ziemlich gute Qualität) oder ORF (externer Link, noch annehmbare Bildqualität), wo einzelne Sendungen nach Belieben abrufbar sind. Auch das bekannte YouTube unterstützt schon seit längerer Zeit auch höhere Bildauflösungen bis 1080p.

Das Thema ist insgesamt recht komplex und auch unter dem Begriff HTPC bzw. Home Theater PC bekannt.


VHS
VHS-Videorecorder und Heimkino in einem Satz zu erwähnen, zieht heute üblicherweise nur ein müdes Lächeln nach sich. Tatsächlich ist die Bildqualität einer VHS-Aufzeichnung im Vergleich zu einer DVD typischerweise eher bescheiden und detailarm, kann aber je nach Qualität des Videorecorders (und teilweise auch des Bandmaterials) von grottenschlecht bis recht passabel reichen. Manche Videorecorder können auch Störstreifen etc. beim Abspielen von schlechten Aufnahmen recht gut unterdrücken.

Es gibt bis heute einzelne Spielfilme und auch anderes Material, welches nur auf VHS (und vielleicht Laserdisc) zu bekommen ist bzw. war. Die Neuanschaffung eines VHS-Recorders zahlt sich heute jedenfalls kaum aus, außer zum Abspielen von nennenswerten Archivbeständen. Eine gewisse Berechtigung hat auch die Verwendung als Fernseh-Tuner für analoge Kanäle, die aber zunehmend im Zuge der Umstellung auf DVB-T abgeschaltet werden.

Als Video-Ausgang ist üblicherweise nur Composite möglich (FBAS, CVBS), was theoretisch die schlechteste Bildqualität liefert, in der Praxis aber immer noch recht gut sein kann. Der Ton ist Mono, Stereo oder (innnerhalb von zwei Kanälen gespeichert) Dolby Surround und wird üblicherweise analog übertragen. Falls keine Cinch-Anschlüsse vorhanden sind, ist wahrscheinlich ein Scart auf Cinch-Adapter nötig. Die Belegung ist Pin 19 (Signal) und 17 (Masse) für Video, Pin 3 (Signal) und 4 (Masse) für Audio links oder Mono, Pin 1 (Signal) und 4 (Masse) für Audio rechts. Bei Mono-Videorecordern muss eventuell der linke Kanal auf 2 Stecker aufgeteilt oder beide Audio-Ausgänge verbunden werden, fertige Adapter sollte es auch geben.

Mit einer guten Einstellung und Einregelung (Tracking, ev. Überprüfen der Kabel, Reinigung der Videoköpfe...) lässt sich aber immer noch einiges herausholen. Es gibt auch Testberichte von AV-Receivern, die ein Composite Video-Signal erstaunlich gut nach HDMI wandeln können - auch das wäre vielleicht einen Versuch wert.



3D

Im Laufe der Kinogeschichte hat das Thema "3D", also dreidimensionale und scheinbar "aus der Leinwand herauskommende" (oder in die Tiefe gehende) bewegte Bilder zwar keine durchgehende Bedeutung gehabt, ist aber immer wieder aufgetaucht. Allgemein entsteht der räumliche Effekt dadurch, dass für das linke und rechte Auge je ein leicht unterschiedliches Bild übertragen bzw. dargestellt wird. Bei der Wiedergabe ist meistens eine 3D-Brille nötig. 3D-Verfahren ohne Brille (autostereoskop) existieren zwar auch schon in Form von speziellen 3D-Bildschirmen , wobei der 3D-Effekt bei den ersten Modellen nur von einer bestimmten Position aus optimal zu sehen war. Technisch verbesserte Geräte sind derzeit (2011) noch sehr teuer, diese basieren auf der Technik, das sie eine sehr hohe Auflösung haben (4K), und die Bildpunkte in mehrere Richtungen gleichzeitig strahlen, wodurch die effektive Auflösung dann geringer ist.

Besonders seit Ende 2009 ist wieder Bewegung in das Thema gekommen, speziell durch den Film "Avatar", seit 2010 findet die Markteinführung von 3D-fähigen Blu-ray-Playern statt. 3D-Filme sind auch auf herkömmlichen Blu-ray-Playern in 2D (herkömmlicher Modus) abspielbar sind, bei manchen Filmen, wo dem nicht so ist, ist Berichten zufolge oftmals eine 2D-Blu-ray beigelegt. Zwar kosten 3D-Blu-ray-Player in etwa so viel wie vergleichbare herkömmliche Blu-ray-Player, allerdings ist zur 3D-Darstellung auch noch ein 3D-Bildschirm erforderlich, für den wiederum elektrisch betriebene "Shutter-Brillen" nötig sind. Eine teilweise verbreitete Alternative sind "passive" Brillen, die deutlich preiswerter sind, keine Stromversorgung brauchen, und auf der Polarisations-Technik basieren. Die effektive Bildauflösung ist dann aber geringer, weil beide 3D-Einzelbilder gleichzeitig und nicht abwechselnd gezeigt werden. Mit Projektoren/Geräten mit 4K-Auflösung kann dieses Problem umgangen werden, nur sind diese noch sehr teuer.

Nachteile der heute gängigen Shutter-Brillen:
Es gibt auch 3D-fähige Heimkino-Projektoren, welche auch eine speziell beschichtete Leinwand benötigen ("Silberleinwand", muss nicht tatsächlich Silber enthalten), dafür dann aber mit einer passiven Brille funktionieren. Ebenso gibt es Modelle für den Betrieb mit Shutter-Brillen. Für 3D im Heimbereich wurde die Version 1.4 und 1.4a von HDMI eingeführt, welche 3D Blu-ray unterstützt und die auch bei neueren AV-Receivern vorhanden ist.

In den 1990er-Jahren gab es vereinzelt Fernsehsendungen, für die lediglich eine spezielle Papp-Brille erforderlich war, bei denen der plastische Bildeindruck ebenfalls recht gut war, und wofür keine besonderen Wiedergabegeräte erforderlich waren. Dieses System ("Nuoptix") basierte auf der Abdunkelung eines Auges, für einen auffälligen 3D-Effekt musste das Bild aber immer deutlich in Bewegung sein (seitliche Kamerafahrt). In den 1970er- und 80er-Jahren und teilweise früher gab es ein System mit Rot-Grün-Brillen, etabliert hat es sich aber kaum. Der Fachbegriff für dieses Verfahren, von dem es eben auch divese Weiterentwicklungen mit anderen Farb-Codierungen gegeben hat, ist "Anaglyphen-Verfahren". Es wird bis heute vereinzelt verwendet, da die Brillen sehr günstig herzustellen sind, und wiedergabeseitig keine neue Technik nötig ist - Nachteile können aber eben die nicht so gute Bildqualität und verfälschte Farben sein.

Da der technische Aufwand recht groß und bei den allermeisten Verfahren eine Brille notwendig ist, bleibt der Erfolg der aktuellen 3D-Welle abzuwarten. Auch ohne besondere Technik kann bei manchem Filmmaterial schon ein recht plastischer und räumlicher Eindruck entstehen, und natürlich werden auch nur ein paar Filme speziell in 3D produziert (speziell Animationsfilme), die dann teilweise auch eine "muss man nicht unbedingt sehen"-Kritik haben.

 

Bildauflösung und Skalierung

Ein Video-Projektor sollte eine Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten darstellen können - das sieht nämlich auch aus relativ kurzer Distanz (zum Teil eben bis in einem Bereich von 1,5 mal Bildbreite) gut aus und enspricht 720p - der sogenannten "kleinen HDTV-Auflösung". Auch gut, aber etwas teurer, wäre 1920 x 1080 (1080i bzw. 1080p, "Full HD") - die Mehrkosten für diese Auflösung sind aber nicht extrem, und sie ist praktisch auch bei "Einsteigergeräten" schon Standard. Kaum von Bedeutung und auch noch wenig verbreitet, selbst in kommerziellen Kinos, ist die Auflösung 4K (ca. 4000 Bildpunkte horizontal), eventuell etabliert sich dies in Zukunft für die Darstellung von 3D.

Zwar haben DVDs und die meisten TV-Sender eine niedrigere Auflösung von maximal 720 x 576 Pixel, was dann entzerrt bzw. gestreckt wiedergegeben wird, durch eine gute Hochskalierung kann man aber dennoch von der HDTV-Auflösung profitieren. Der dafür nötige Scaler ist in gängigen Videoprojektoren und auch in manchen Wiedergabegeräten wie DVD-Playern eingebaut. Ein eigenes, externes Gerät ist meist ziemlich teuer. Ebenso kann ein Computer diese Aufgabe übernehmen, wenn die Auflösung der Grafikkarte idealerweise genau auf die maximale Projektor-Auflösung und die Abspiel-Software richtig auf Bildschirm füllende Wiedergabe eingestellt ist. Da die Qualität von Scalern unterschiedlich sein kann, kann es sich lohnen, das Bild einmal vom Videoprojektor und einmal z.B. vom DVD-Player skalieren zu lassen um zu sehen, wo das Bild besser aussieht.

Diese Skalierung kann mit einem sogenannten Deinterlacer kombiniert werden, der aus allen mit "i" bezeichneten Auflösungen (z.B. 576i - gängige Fernsehsender, verschachtelte Halbbild-Übertragung) eine mit "p" erzeugt (Progressive Scan, Vollbilder). Im Gegensatz zu Bildröhren werden LCD-Projektoren mit Vollbildern betrieben. Hier gibt es auch noch einen Unterschied zwischen dem "Videomodus" (bei Aufnahmen mit einer Video- bzw. Fernseh-Kamera, die Halbbilder ändern sich fortlaufend) und dem "Filmmodus" (zwei aufeinander folgende Halbbilder wurden immer aus dem gleichen Vollbild erzeugt (bei PAL, bei NTSC immer abwechselnd 2 und 3), der eventuell extra im Menü eingestellt werden muss. Sehr viele neuere DVD-Player können das Bild in Progressive Scan ausgeben, aber auch ältere Modelle können noch ein brauchbares Bild liefern.
 

Links zu Heimkino-Beispielen

Eine Sammlung von teilweise interessanten Beispielen für private Heimkinos (externe Links)
Es werden auch gern Link-Vorschläge angenommen, besonders zu Installationen mit diesen Eigenschaften:

(zuletzt geändert am 21.11.2011)

Startseite | Heimkino-Übersicht