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Monkey Island

Tief in der Karibik... Es war im Jahr 1990. LucasArts (damals noch Lucasfilm Games) hatte sich ja schon früher mit einigen sehr
Monkey Island (Icon Amiga-Version) erfolgreichen Adventures einen Namen gemacht, aber das in diesem Jahr erschienene The Secret of Monkey Island sollte neue Maßstäbe setzen. Die Grafik mag zwar für heutige Verhältnisse etwas pixelig aussehen, aber in Sachen Atmosphäre und Story war es in diesem Jahr das absolute Referenz-Adventure.

Monkey Island 1Das Spiel hat(te) jedenfalls einfach alles: Eine spannende Abenteuer-Geschichte rund um einen "Anti-Helden", einen "sympathischen Verlierer", der auf einer karibischen Insel auftaucht und von heute auf morgen Pirat werden möchte, eine eigene Art von Humor ;-), eine Lovestory und überhaupt eine sehr dichte Spielatmoshäre. Es ist wahrscheinlich nicht leicht zu beschreiben, also am besten selbst spielen. Die Geschichte ist in etwa im 17. Jahrhundert bzw. vor einigen 100 Jahren angesiedelt, nachdem aber sicher mehrere Anachronismen vorkommen, darf kann man das nicht so eng sehen.

The Secret of Monkey Island erschien ursprünglich für (DOS/IBM-kompatible) PC's (zuerst in EGA 16 Farben, dann auch in VGA 16/256), Amiga (diese Version habe ich gespielt; obwohl nur 32 Farben, möglicherweise technisch sogar etwas besser) und auch für den Atari, Mac und auch für das Spielkonsolen-System Sega Mega-CD. Die Amiga-Version war jedenfalls auf vier (DD-) Disketten verteilt - etwas mühsam war halt, dass viele Amigas zu dieser Zeit nur mit Diskettenlaufwerken ausgerüstet waren, aber mit 2 Laufwerken ging es einigermaßen. Die PC-Version wurde ursprünglich auf vier 5,25"-Disketten ausgeliefert. Auch wenn Sprachausgabe damals noch nicht Stand der Technik war, existiert dennoch eine CD-Fassung, die sich aber inhaltlich an sich nicht unterscheidet. Es soll auch eine CD-ROM-Version geben, bei der die Musik als CD-Audio enthalten ist, außerdem eine CD, die den kompletten Text in mehreren Sprachen enthält sowie schon die Bedienoberfläche von Monkey Island 2, bei der die mitgeführten Gegenstände (Inventory) als Icons statt als Text sichtbar sind.

Der Name der Hauptfigur Guybrush Threepwood leitet sich übrigens daraus ab, dass beim verwendeten Grafikprogramm (Deluxe Paint?) bei den Entwürfen die Datei "guy.brush" (Pinsel) hieß. "Scumm" (könnte an "Scum", dt. "Abschaum" angelehnt sein) heißt auch das lange Zeit für Lucasfilm-Adventures typische Steuerungssystem ("Script Creation Utility for Maniac Mansion").

Die Inseln: Melee Island / Monkey Island

Demo-Download: Deutsch / Englisch (für DOS, jeweils ca. 0,2 MB)



Monkey Island 2 Werbung / Titelbild Obwohl man The Secret of Monkey Island an sich allein hätte stehen lassen können (zumindest gab es Hinweise darauf, was das Geheimnis von Monkey Island jetzt eigentlich ist), war der Stoff dennoch reif für eine Fortsetzung. So erschien nicht allzuviel später (1991-92) Money Island 2 - Le Chuck's Revenge (nebenstehend eine Werbung aus dieser Zeit, zum Vergrößern klicken). Die Grafik war etwas anders als im ersten Teil, sie basierte auf händisch gezeichneten Hintergründen und wurde nicht wie sonst üblich direkt auf dem Computer gezeichnet. Die Story ist fast noch etwas länger und ausgeprägter als im ersten Teil, beispielsweise kann man sich im Verlauf des Spiels frei zwischen mehreren Inseln bewegen, aber wenn ich mich jetzt entscheiden müsste, welcher besser war... Einige wenige Dinge an der Handlung haben mir im 2. nicht ganz so gefallen, aber alles in allem war es jedenfalls sehr gut.

Es erschien als Version für (MS)-DOS (256 Farben VGA) sowie für den Amiga (sah trotz nur 32 Farben ebenfalls prächtig aus, der Sound war mitunter sogar etwas besser als das damals übliche Midi-Gedudel am PC ;-) und belegte dort 11 Disketten (das war jetzt ohne Festplatte wirklich schon ungemütlich, aber man hat dann schon gewusst, wann er welche Disk braucht ;-) Die PC-Version erschien ursprünglich auf 3,5" sowie auch noch auf 5,25"-Disketten, es gab auch eine Mac-Version.

So wie Teil 1 läuft es heutzutage anstatt mit der Original-exe-Datei mitunter besser mit "ScummVM", dieses Programm interpretiert die Original-Daten des Spiels, ohne dass man sich mit Dingen wie DOS-Soundkarten- und Maustreibern spielen muss. Es kann auch die 320x200-Grafik glätten und somit den "Treppeneffekt" weitgehend verschwinden lassen.

Die Inseln: Booty Island / Phatt Island / Scabb Island / Dinky Island (4 Kartenteile)

Demo-Download: Englisch (für DOS, nicht spielbar, ca. 1,7 MB)



 Monkey Island 3 - TitelbildDann kam lange nichts. Jahrelang gab es nur Grüchte, bis es dann irgendwann offiziell wurde, dass es einen dritten Teil geben würde. Selten habe ich ein Spiel so sehr erwartet wie dieses! Es verzögerte sich ungefähr ein halbes Jahr nach dem zuerst geplanten Erscheinungstermin (die Demo-Version und Berichte in Spielezeitschriften verkürzten zumindest die Wartezeit), aber im November 1997 kam es dann endlich auf den Markt, und mein Traum von sich auftürmenden The Curse of Monkey Island-Schachteln wurde Realität. 

Es war das erste Monkey Island-Spiel mit Sprachausgabe. Die "Comic-Grafik" (erstmals in 640x480) war zwar teilweise etwas umstritten, insgesamt ist es aber ziemlich gut angekommen.

Das Spiel gibt es ausschließlich für Windows/DirectX, es belegt 2 CDs. Gleichzeitig mit dem Erscheinen von Monkey Island 3 (wird auch CMI genannt) wurden auch die ersten beiden Teile als Doppelpack wiederveröffentlicht.

Demo-Download: Englisch (bei Lucasarts, für Windows, ca. 19 MB)


Monkey Island 4 Titelbild - click to enlarge ;-)Etwa im April 2000 verdichteten sich dann die Gerüchte, dass es einen vierten Teil geben würde, diese wurden dann schon wenig später auch offiziell bestätigt. Das Spiel erschien schließlich Mitte November 2000 und heißt "Escape from Monkey Island" (auch EMI genannt). Bei der deutschen Version wurde erstmals bei einem Monkey Island-Spiel der Titel übersetzt, dieser lautet "Flucht von Monkey Island". Auch hier wurden mit dem Erscheinen des Spiels die ersten drei Teile als Sammlung wiederveröffentlicht.

Die 3D-Grafik (die Hintergründe drehen sich jedoch nicht, nur die Charaktere) sorgte zwar anfangs für einige Aufregung, sie ist jedoch größtenteils gut gelungen. Was wirklich für negative Kritk sorgte, war die Steuerung, obwohl eine Maussteuerung sicher ohne weiteres machbar gewesen wäre, gibt es nur eine teilweise etwas umständliche Tastatur- (oder Joystick/Joypad-) Steuerung. Außerdem waren bei vielen, mich eingeschlossen, regelmäßige Abstürze und vereinzelte Grafikfehler an der Tagesordnung. Dies hängt jedoch auch sehr von der verwendeten Hardware und den Treibern ab, viele berichten genauso, dass sie das ganze Spiel ohne jegliche Probleme spielen konnten. Ich habe mir letztlich damit geholfen, das Spiel nicht komplett zu installieren, so dass die Zwischensequenzen von CD und nicht von der Festplatte geladen werden, dann ist es interessanterweise nicht mehr abgestürzt. Ansonsten hat nur sehr häufiges Speichern des Spielstands geholfen.

Die Story und die Spieltiefe bzw. der Schwierigkeitsgrad der Rätsel wirken am Anfang nicht unbedingt allzu ausgeprägt, dies entwickelt sich jedoch im Laufe des Spiels. Obwohl Monkey Island 4 alles in allem wieder sehr gelungen ist, war die Spieltiefe teilweise doch schon einmal irgendwie besser. Enttäuscht war ich aber (abgesehen von den technischen Schwierigkeiten) absolut nicht, allein schon das Wiedersehen mit lange nicht gesehenen Charakteren und Schauplätzen aus dem ersten Teil war interessant.

MI4 gab es zum Veröffentlichungszeitpunkt ausschließlich für Windows/DirectX (es gab dann auch eine Playstation 2- und eine Mac-Version), es läuft unter Direct3D oder OpenGL. Es benötigt zwingend eine Grafikkarte mit 3D-Chip, wobei aber viele verschiedene unterstützt werden. Bei 4 MB Grafikspeicher kann es mitunter zu einzelnen Grafikfehlern kommen, 16 MB sollten für dieses Spiel aber schon völlig ausreichen. Das Spiel belegt 2 CDs.  

Demo-Download (für Windows, deutsch, bei EA): Vollständig (ca. 120 MB) / Ohne Intro (ca. 80 MB) / Minimum (ca. 30 MB)


Über ein mögliches Monkey Island 5 tauchen immer wieder Gerüchte auf, die sich vor allem auf eine Andeutung im 4. Teil stützen. Es kursiert auch eine angebliche Ankündigung über einen Erscheinungstermin im Jahr 2014, wobei man sich aber nicht sicher sein kann, ob das nicht nur ein Aprilscherz war ;-)

Ein Monkey Island-Spielfilm ist leider nicht einmal ein Gerücht, sondern ein Wunsch von allen die sich wundern, warum Computerspiele wie "Doom" verfilmt werden, nicht aber etwas mit einer so epischen Handlung wie Monkey Island. Als möglicher Darsteller für Guybrush Threepwood wurde da schon gelegentlich Brad Pitt genannt. Es gab mit Fluch der Karibik (Pirates Of The Caribbean) sogar schon so etwas wie einen Film, der zumindest an Monkey Island angelehnt ist, aber der ist meiner Ansicht nach leider nur mäßig bis durchschnittlich gelungen und völlig überbewertet.



Interessante externe Links

www.monkeyisland.de (derzeit offline)

www.scummbar.com (englisch)



(zuletzt aktualisiert am 05.08.2006)


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