CHRONIK

Im Jahre 1951 wurde in Neusiedl/Zaya nach Absprache zwischen dem damaligen Betriebsleiter Dir. Bergrat Dipl.-Ing. Heinrich Nunwarz und Herrn Rudolf Zankel der Plan gefasst, eine Blasmusikkapelle zu gründen. Durch mündliche Propaganda meldeten sich spontan 24 Musiker. Nach dem Ankauf von Musikinstrumenten und Notenmaterial konnte kurze Zeit später mit der Probentätigkeit begonnen werden. Zum Leiter der Kapelle, die unter dem Namen "Ölkumpel Neusiedl" ihre Tätigkeit aufnahm, wurde Rudolf Zankel, ein ehemaliger Theater- und Konzertmusiker, beauftragt.

Anlässlich des Landesmusiktreffens in Krems erfolgte am 20. Juni 1954 der erste große öffentliche Auftritt. Die Kapelle spielte damals bei dem Konzertwettbewerb den Schatzwalzer aus der Operette "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß und konnte damit den 1. Preis erringen.

Nachdem 1955 das Erdölfeld in die Verwaltung der Österreichischen Mineralölverwaltung (ÖMV) überging, wurde die Musikkapelle mit der traditionellen Bergmannstracht eingekleidet.



Mitglieder der ÖMV-Werkskapelle von 1951-1959

Kpm. Zankel R.; Mayer F., Grünauer K., Veit F., Reitmeier E., Keil F., Schweng A., Wehrbach J., Horer J., Wawrowsky H., Böhm J., Bartosch J., Wanko K., Krumpschmied R., Hienert E., Schuller J., Martin J., Mokesch F., Fuhrherr F., Hammer H., Jelen A., Schliefellner J., Stöger K., Meier O., Swanda E., Kux Vinzenz., Stix E., Horvath E., Seiter L., Scholz E., Hofrichter F., Kolller L., Rühringer A., Pogatsch J., Lorenz G., Weiß L., Wieland L., Ribisch K., Stinzl L., Adam G., Hofmeister M., Meier L., Olek H.;



Im Jahre 1957 erfolgte die Zusammenlegung der Musikkapelle "Ölkumpel Neusiedl" mit der etwas später entstandenen "Mühlberger Blaskapelle". Der Aufbau eines wertvollen Klangkörpers unter dem neuen Namen "ÖMV-Werkskapelle", der 44 Musiker zählte, wurde in die Wege geleitet. Diese Vereinigung ist ein Verdienst des damaligen Betriebsdirektors Techn.Rat Ing. Johann Fröhlich. Es entstand damit ein vollständiges repräsentatives Blasorchester.

Das Debüt feierte die neu organisierte ÖMV-Werkskapelle, als der damalige Bundeskanzler Ing. Julius Raab im April 1957 das Erdölfeld in Neusiedl/Zaya besuchte. Ein Jahr später erfolgte die erste Auslandsreise. Die Kapelle unter ihrem damaligen musikalischen Leiter Rudolf Zankel wirkte beim 2. Bundesmusikfest der süddeutschen Volksmusiker in Ravensburg (Württemberg) mit und erreichte beim Konzertwertungsspiel unter 170 mitwirkenden Musikkapellen in der Oberstufe (damals Höchststufe) den zweiten Platz.

In dieser Zeit wurde auch durch die Felddirektion Nord, im Einvernehmen mit der Generaldirektion der ÖMV, die Durchführung der wöchentlichen Proben während der Arbeitszeit gewährt. Durch diesen Entscheid gelang es die Grundlagen einer zukunftsorientierten und funktionstüchtigen ÖMV-Werkskapelle zu schaffen.



Barbarafeier 1966 - Hauptplatz Matzen

Mit 1. April 1964 erfolgte die Verlegung der Kapelle von Neusiedl/Zaya in den Erdölförderbetrieb Gänserndorf. Hier ermöglichte Dir. Techn.Rat Ing. Richard Tlustos einen ganztägigen wöchentlichen Probebetrieb, welcher sich sehr positiv auf die Leistungsfähigkeit des Orchesters auswirkte.



25 Jahre ÖMV Werkskapelle


Durch die finanzielle Förderung und Unterstützung seitens der damaligen ÖMV Aktiengesellschaft sowie der hervorragenden Fähigkeiten von Kapellmeister Rudolf Zankel steigerte sich das musikalische Können des Orchesters gewaltig. Viele Konzerte im In- und Ausland wurden neben den internen Aufführungen gespielt. Bei den diversen Wertungsspielen konnten immer "ausgezeichnete Erfolge" erreicht werden.

Sein großes Können, seine menschliche wohltuende Art machten unter Zankels Leitung die Kapelle über die Grenzen des Landes hinaus bekannt.



Mit Mai 1976 begann eine neue "Ära" in der ÖMV-Werkskapelle. Kapellmeister Rudolf Zankel trat nach 26 Jahren (1951-1976) in den Ruhestand. Karl Groß übernahm die Nachfolge des so verdienstvollen Rudolf Zankel als Leiter der Kapelle. Mit ihm konnte die Kapelle dank seines Fleißes einen weiteren musikalischen Aufschwung verzeichnen.

Neben der musikalischen Gestaltung vieler Feiern der ÖMV Aktiengesellschaft konnte das Orchester in dieser Zeit auch einige ausgezeichnete Erfolge bei Konzertwertungsspielen erreichen. So wurde die Kapelle unter anderem mit dem 1. Preis beim Werkskapellenwettbewerb der NÖ-Arbeiterkammer 1978 in Gänserndorf und 1980 in St. Pölten bedacht.



ÖMV - Werkskapelle 1981


Orchestermitglieder von 1976-1983

Leiter: Kpm. Groß Karl; Stellvertreter und Stabführer: Kpm. Kammerer Anton;
Flöte: Holzapfel Erich; Klarinette: Leisser Gerhard, Veit Franz, Falk Ernst, Wendy Josef, Schweng Anton, Wawrowsky Hermann, Huber Franz; Saxophon: Wiesinger Gottfried, Ruckendorfer Leopold, Haberl Franz; Flügelhorn: Haberl Franz, Gruber Willibald, Hiller Gerhard, Pleininger Herbert (47), Pleininger Herbert (50); Trompete: Schimek Johann, Groß Walter, Harrach Josef, Kammerer Anton, Kammerer Johann; Bassflügelhorn: Hofrichter Ferdinand, Bauer Franz, Kaufmann Friedrich; Eufonium: Thein Richard, Strebl Leopold, Goss Leopold; Tenorhorn: Lorenz Gottlieb, Wiesinger Franz; Horn: Beck Johann, Pleininger Ludwig, Ruschka Franz, Schweinberger Josef; Posaune: Slipek Engelbert, Guganeder Leopold, Knitel Leopold, Haas Ernst; 1.Bass: Kroiss Heinrich, Bach Herbert; 2.Bass: Chvala Johann, Haasmüller Franz; Schlagzeug: Olek Horst, Tatzer Willibald, Hammer Herbert, Hofmeister Martin, Krendl Erhard, Ertl Karl, Bauer Josef;



Das Jahr 1983 war ein besonders schwieriges Jahr für die ÖMV-Werkskapelle. Kapellmeister Karl Groß legte die Leitung der Kapelle nach siebenjähriger erfolgreicher Tätigkeit (1976-1983) zurück.

Am 20. März 1983 trat Anton Kammerer die Nachfolge von Karl Groß an. Anton Kammerer führte die von Kpm. Rudolf Zankel und Kpm. Karl Groß eingeschlagene Linie unter der Devise "Auf den Wurzeln guter Traditionen aufbauend, dem Neuen gegenüber aufgeschlossen bleiben", fort. Unter seiner musikalischen Leitung hat sich das heutige OMV Blasorchester dank der Förderung und Unterstützung seitens der OMV Aktiengesellschaft zu einem der führenden Blasorchester im Bundesland Niederösterreich entwickelt. Derzeit umfasst der Klangkörper 65 Musikerinnen und Musiker. Außer traditionellen, orginalen Werken für Blasorchester und einem national und international bekannten Repertoire steht heute vor allem gehobene Blasmusikliteratur unterschiedlicher Stilepochen im Mittelpunkt.



Ehrenpreis des Bundeslandes Niederösterreich für das OMV Blasorchester
Die feierliche Überreichung fand am Dienstag, den 23. Mai 2000, im Landtagssaal des NÖ Landhauses in St. Pölten, statt.



In zahlreichen Rundfunk- und CD-Aufnahmen, bei vielen Wertungsspielen sowie bei Konzerten im In- und Ausland stellte das Blasorchester der OMV sein großes Können unter Beweis. So konnte das Orchester in der jüngsten Vergangenheit mehrere ausgezeichnete Erfolge verbuchen. Beim 4. Österreichischen Blasmusik- wettbewerb 1999 in Feldkirchen/Kärnten, bei den 2. Internationalen Musiktagen in Vöcklabruck/Oberösterreich und bei der "MID EUROPE" am 19. Juli 2001 in Schladming/Steiermark erreichte die Kapelle Spitzenplätze und sehr gute Konzertkritiken. Die letzten großen Erfolge in der Vereinsgeschichte des Orchesters waren der Sieg beim Landeswettbewerb in St. Pölten im Jahre 2002 und der 3. Preis in Riva del Garda beim 7. Internationalen Blasorchesterwettbewerb „FLICORNO D’ORO“ 2003 .

Mit der Ausgliederung aus der OMV Aktiengesellschaft und der Gründung des eigenständigen Vereines "OMV Blasorchester" hat mit April 2000 ein neuer Abschnitt des Klangkörpers begonnen. Unter dem Obmann KommRat Dkfm. Harry Tomek, seinem Stellvertreter Franz Schuscha und dem musikalischen Leiter Anton Kammerer wird auch in Zukunft die stilgetreue Erhaltung und Pflege der österreichischen Musiktradition die Hauptaufgabe des Vereines sein.



 

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