Geschichte

Papier mit Vergangenheit

Die handwerkliche Herstellung von handgeschöpftem Büttenpapier hat in Europa eine jahrhundert alte Tradition! So wie damals wird auch heute noch in Österreich echtes handgeschöpftes Hadern-Büttenpapier erzeugt. Waldviertler-Bütten wird aus reinen weißen Baumwollresten, absolut holzfrei, nach alter Überlieferung in unserer seit 1774 bestehenden Papiermühle in Bad Großpertholz, im Waldviertel, hergestellt. Geringe Wellungen und Unregelmäßigkeiten im Papier sowie der Büttenrand sind die Qualitätsgaranten des echten handgeschöpften Büttenpapiers.

Papier war lange Zeit hindurch weit davon entfernt, Massenartikel zu sein. Eine große Bevölkerungsschicht war des Lesens und Schreibens unkundig, ebenso die meisten Regierenden des Mittelalters. Damals war das Papier noch kein bekannter Stoff, denn fleißige Mönche schrieben auf Pergament. Im Zuge der aufkommenden Stadtkultur wurde das Papier zum unerläßlichen Gut. Der Buchdruck, die notwendigen Aufzeichnungen der Handelsleute, der sich ständig vergrößernde Verwaltungsapparat der Städte, bewirkte mit fortschreitender Zeit eine erste Hochblüte der Papiermacherei.

Der Bedarf an Schreibpapier verlangte eine kontinuierliche Steigerung der Produktion. Die verstärkte Nachfrage nach dem Endprodukt Papier bedingte einen riesigen Bedarf an Rohstoffen, den Hadern. Papier wurde damals nicht aus Holz, sondern fast ausschließlich aus Lumpen erzeugt. Zur Beschaffung dieser Hadern oder Lumpen schwärmten über Jahrhunderte die Lumpensammler aus, die durch jede Stadt zogen und alte Hadern einforderten. In der Barockzeit hatte man für diese Lumpensammler eigene Verordnungen erlassen, die genaue Lumpensammelgebiete festlegten.

Die Territorialfürsten verfolgten mit dieser Maßnahme natürlich eine ganz bestimmte Absicht, nämlich die Sicherung des Hadernrohstoffes für ihre eigene Papierproduktion. Maria Theresia ließ sogar regelrechte Hadernmagazine anlegen. Doch nutzten die strengsten Bestimmungen nichts, der ständig steigende Papierbedarf führte zu anhaltender Rohstoffverknappung.

Der Hadernschmuggel wurde dadurch zum einträglichen Geschäft. Auch die Suche nach anderen Rohstoffen, wie zum Beispiel mit Hopfenranken, Brennesseln und Torfdisteln, brachte keinen Erfolg. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Rohstoff Lumpen durch Holz abgelöst. Aus dem Papierhandwerk erwuchs die Papierindustrie, die hunderte von Tonnen Papier am Tag produzieren konnte. Seit 1789 produziert die "Wurzmühle" Büttenpapier in erstklassiger Qualität.