Alleinsein
Warum der Sessel ist so leer?
Mag mich denn gar niemand mehr?
Die Trauer drückt: Alleinsein fühlen.
Ich sitze auf zu hohen Stühlen,
sie kippen leicht, der Fall tut weh.
Warum ich keinen Menschen seh',
auch nicht den einen, der mir hilft?
Das Aufsteh'n kostet sehr viel Kraft,
im Herzen eine Wunde klafft;
sie wird vernarben mit der Zeit.
Die vorgetäuschte Fröhlichkeit
hält nicht mehr lang. Und das ist gut:
zwar fehlt zur Trauer noch der Mut,
doch ist's das Weinen, das mir hilft!
Die Tränen dürfen ganz heraus,
es lacht mich heute niemand aus,
weil meine Seele offenliegt.
Ich spüre, dass es etwas gibt,
das in mir ist und immer siegt,
wenn man sich als Ganzes liebt:
das Licht wird scheinen,
... es hilft!
Spät
abends in der U-Bahn sitzend, keine Leute rundherum,
eine langjährige Beziehung beendet.
Es ist so wichtig, mir selbst die Trauer darüber einzugestehen.
Ich könnte jetzt auch auf lustig tun, "eigentlich eh" alles in
Ordnung.
Aber es wäre Selbstbetrug. Erst wenn die Trauerarbeit geleistet ist, kann ich
mich wirklich innerlich trennen.
Vielleicht ist es auch deshalb so gekommen, weil ich selbst nicht voll und ganz
zu mir und meinen Gefühlen gestanden bin.
Links:
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