Flying Pharmacists beim 7. Red Bull Flugtag 

Ein Apotheker

geht in die Luft 

Nach der erfolgreichen Teilnahme beim 3. Red Bull Seifenkistenrennen 2006 nahmen die Flying Pharmacists heuer das nächste Ziel ins Visier.

Nicht nur auf der Erde sondern auch in der Luft sollte diesmal den 60.000 Zusehern gezeigt werden, dass Apotheker keine trockenen Arzneimittelfachleute sind, die sich in weißen Mänteln hinter ihrer Tara verstecken.

Bei zahlreichen Fragen im Fahrerlager merkten wir (Andreas Berger, Gerhard Mazanec, Kristina Mitterhauser, Robert Welzel, Claudia Wurdinger) sehr bald, dass man Apothekern zwei Dinge nicht zutraut: Weder den Bau von Flugobjekten noch dass sie damit wirklich von einer sechs Meter hohen Rampe ins eiskalte Wasser der Donau springen würden. Aber genau das wollten wir auch herausfordern, denn wie heißt es so schön: „FRAG NACH ... in deiner Apotheke!“

Transport-Ameise

Noch öfter wurden wir aber gefragt: „Warum trägt eine Ameise auf ihrem Rücken einen Pinguin und was - bitte schön - hat das mit Apotheken zu tun?“ Dabei gibt es hierfür eine einfache und gar nicht tierische Erklärung: Wenn man um eine neue Apothekenkonzession ansucht und jahrelang dafür kämpft, gibt man irgendwann einmal dieser neuen Apotheke einen Namen.

Und wenn dann die „Ameis-Apotheke“ und die „Apotheke zum lachenden Pinguin“ am selben Tag eröffnet werden, ist es nur zu logisch, dass diese beiden Tiere das Vorbild für das Flugobjekt sein müssen: eine Transport-Ameise und ein fliegender Pinguin. Manche meinten zwar, dass Pinguine nicht fliegen können, aber mit dem richtigen Sponsor, der Apothekerbank im Hintergrund geht vieles. Denn wie heißt es dort: Kompetenz schafft Vertrauen.

Vertrauen braucht man bei so einem Projekt in großem Maße, denn kurz vor der Veranstaltung als im Laufe der Bauarbeiten unser Flugobjekt immer größer wurde, stellte sich ein logistisches Problem ein. Wie kann ein drei Meter langes, dreieinhalb Meter breites und fast vier Meter hohes Fluggerät quer durch Wien transportiert werden?

Dank der Firma HAE – Hans Anderlik Elektrotechnik und einem kurzfristig zur Verfügung gestellten LKW, der an diesem Wochenende nicht auf einer Apotheken-Baustelle benötigt wurde, konnte auch dieses Problem in bewährter Weise gelöst werden.

Flug-Pinguin

Als die 60.000 Zuseher mit großer Erwartung angespannt auf die ersten Flüge warteten, gingen mit Startnummer 2 die Flying Pharmacists ins Rennen um Kreativitäts-, Performance- und Weitepunkte.

In diesem Moment vor so einem großen Publikum und zahlreichen Fernsehkameras können die neun Meter vom Kopf ins Wasser sehr, sehr hoch werden. Das dachte sich auch unser Flug-Pinguin, der sich mit einem Flügel am Gerüst festhalten wollte. Aber ein kurzer gemeinsamer Ruck von Pilot und Bodencrew beförderte ihn in die Luft. Der Pinguin flog tatsächlich. Vielleicht nicht gerade so weit wie geplant, aber dafür umso tiefer. Dennoch wurde somit bewiesen, dass Pinguin fliegen können, nur der Mensch, der daran hängt, kann es nicht!

In diesem Moment denkt man nicht daran, das Ergebnis von 100 interessante Baustunden in wenigen Sekunden vernichtet zu haben, abgesehen davon, dass sowohl Pinguin als auch Ameise im Gegensatz zu vielen anderen Flugobjekten den Flugtag fast unbeschädigt überlebt haben. Apotheker-Qualitätsarbeit eben.

Man ist stolz darauf, als eines von 40 Teams teilgenommen haben. Besonders wenn man bedenkt, das es weit über 100 Bewerbungen gegeben hat. Somit war jeder ein Sieger, der hier abgesprungen und wieder heruntergekommen ist. Nur wer ewig in der Luft geblieben wäre, der hätte verloren.

Ganz bestimmt hatten tausende Zuseher ihren Spaß und klatschten jedes Team zur (perfekten) Landung im Rahmen einer tollen Veranstaltung, bei der auch wir Apotheker Flagge oder in diesem Fall besser formuliert, Flügel gezeigt hatten.