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Die österreichische Turn- und Sportunion wurde vor 50 Jahren, am 2. Mai 1945, von früheren Mitgliedern der Christlich-Deutschen Turnerschaft und des Reichsbundessportes der katholischen Jugend gegründet. In der Aufbauphase nach Kriegsende wurden unter den schwierigen Umständen der Besatzungsverhältnisse Unionsvereine in den Bundesländern und die Landesverbände der Sportunion aufgebaut. Eine Vielzahl von Initiativen, wie Fit-mach-mit, Mutter-Kind Turnen, Familien-Frauen-Senioren-Aktivitäten unterstreichen neben allen anderen sportlichen Aktivitäten die gesellschaftliche Bedeutung dieser Vereinigung. Das Jubiläumsjahr 1995 war Anlaß, "100 Jahre Christliche Sportbewegung in Österreich" zu gedenken, die als Gegenpol zur deutsch-nationalen Turnerei und zum Arbeitersport entstanden ist. |
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Das “Allgemeine Turnen” im heutigen weit gefassten Breitensport-Verständnis besitzt in unserem Verein eine sehr lange und breite Tradition. Abgesehen von der raschen Etablierung der ursprünglichen Jahn’schen Auffassung des Turnens (polysportiv, vielseitig, nur bedingt bzw. teilweise leistungsorientiert) im Verein (auch losgelöst von Jahns Ideologie), war vor allem die Institution Schule ein wesentlicher Wegbereiter der Gesamtentwicklung. So wurde “Turnen” bereits 1869 als Pflichtgegenstand für Mädchen und Knaben in der Grundschule eingeführt. 1903 fand dann die Gründung unseres Vereins statt. Mit den Strömungen der “Reformpädagogik” (1890-1933) wurden erstmals die vielfältigen Formen der Gymnastik unter dem Überbegriff Turnen subsumiert und fanden auf diesem Weg auch Aufnahme in das Angebot des Margaretner Turnvereins. Über das “Natürliche Turnen” Karl Gaulhofers und Margarethe Streichers, das sich am Spielgedanken ausrichtete und der “Natur des Kindes” durch “Bewegungsaufgaben” (anstatt der bisher üblichen Formvorschriften) entsprach, bahnte sich ca. ab 1920 eine typisch österreichische Auffassung der Leibeserziehung den Weg in die Sportpädagogik aller Kontinente und trug wesentlich zum heutigen weltweiten Verständnis des “Turnens als Grundsportart” bei. Das Natürliche Turnen beinhaltete neben dem Gerätturnen und der Gymnastik auch alle Grundformen der Leichtathletik, des Schwimmens, der Ballspiele usw., förderte Leistungsstreben, Koedukation und Integration, distanzierte sich jedoch vom Wettkampfgedanken. In Österreich selbst wird dies unter anderem noch dadurch verdeutlicht, das das heutige Schulfach Leibesübungen im Volksmund noch immer als “Turnen” bezeichnet wird. Nach 1918 wurden zunehmend konkret viele neue Zielgruppen angesprochen: Frauenturnen setzte sich durch, Kindergruppen wurden eingerichtet, erste spezifische Angebote für Körperbehinderte (“Kriegsversehrte”) erstellt und ähnliches mehr. Zeitlich parallel begann sich jedoch das Begriffsverständnis für “Sport” als “wettkampforientierte Leibesübungen” durchzusetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte dies gemeinsam mit der rasch zunehmenden Bedeutung des Leistungssports über viele Jahre zu einem Begriffs-Dualismus, der sowohl “Turnen” als auch “Sport” als Überbegriff für einen Großteil der Leibesübungen erlaubte, damit aber unterschiedliche ideologische Komponenten verband. Seit ca. dreißig Jahren wird das Allgemeine Turnen in allen drei österreichischen Dachverbänden (ASKÖ, ASVÖ, Sportunion) nach modernen Richtlinien gefördert. Verbandseigene Ausbildungen wurden geschaffen, jeder Verband hatte/hat die Möglichkeit, an den staatlichen “Bundesanstalten für Leibeserziehung” (BAfL) nach dem Schulgesetz Kurse für Allgemeines Turnen abzuhalten und sogenannte “Fit-Lehrwarte” (mit unterschiedlichen Schwerpunkten für Frauen, Männer, Senioren) auszubilden. Auch Turnfeste existieren nach wie vor zahlreich, allerdings getrennt nach den diesen unterschiedlichen Verbänden. Nicht zuletzt daraus erkennt man, dass das Konkurrenzdenken der österreichischen Dachverbände nach wie vor sehr groß ist. Nicht vernachlässigen darf man im Hinblick auf die Entwicklung des Allgemeinen Turnens darüber hinaus die kommerziell orientierten Fitness-Centers, die zur weiteren Verbreitung vieler Übungsinhalte zunehmend wesentlich beitragen. Nach Einführung der Sparte Allgemeines Turnen in der FIG fühlte sich auch der ÖFT verpflichtet, diesem Vorbild zu folgen. Seit 1984 gibt es im ÖFT daher eine eigene Fachsparte. Es wurde das Basis-Gerätturnabzeichen “ÖLTA” gegründet und den Vereinen sowie Schulen angeboten. Insbesondere letztere, und damit auch die Sportunion Margareten nahmen es begeistert an, auch eigene ÖLTA-Schulwettkämpfe werden organisiert (Bezirks-, Landes-, Bundesebene). Weitere Maßnahmen waren unter vielen anderen die Einführung des Österreichischen Gymnastikabzeichens “ÖGA”, die Schaffung von Lehrwarteausbildungen für “Allgemeine Gymnastik” (Spektrum: Jazzdance bis Funktionsgymnastik) und “Kinderturnen” (Schwerpunkt freies und formgebundenes Gerätturnen; darüber hinaus die Einbeziehung von allgemeiner motorischer Grundlagenarbeit, von Spielen, leichtathletischen Grundformen und Schwimmen), Motivation und Selektion für die österreichischen Weltgymnaestrada-Teilnahmen und die Forcierung des int. Euroteam-Bewerbes als "Team-Turnen Austria". |