I. Sinn und Zweck
Der Pfarrgemeinderat ist ein Leitungsgremium, das für das Leben und
die Entwicklung der Pfarrgemeinde Verantwortung trägt. Gewählte Frauen und
Männer gestalten das Pfarrleben mit als Ausdruck der gemeinsamen
Verantwortung aller Gläubigen.
Ausgehend von der Situation der Menschen am Ort, dem sozialen und
kulturellen Milieu, arbeitet der Pfarrgemeinderat an der Entwicklung seiner
Gemeinde, damit sie als Lebensraum des Evangeliums glaubwürdig ist.
Im Dialog mit Einzelnen und Gruppen nimmt der Pfarrgemeinderat die
Lebensumstände der Menschen wahr deutet sie im Licht des Evangeliums und
handelt entsprechend.
Die Erneuerung von Kirche und Welt durch lebendige Christengemeinden ist
erklärtes Ziel des II. Vatikanischen Konzils. In diesem Bemühen hat der
Pfarrgemeinderat seine Wurzeln.
II. Aufgabenfelder
Der Pfarrgemeinderat als Leitungsgremium berät in regelmäßigen Sitzungen,
was zu tun ist, legt Ziele und Prioritäten fest, plant und beschließt die
dazu erforderlichen Maßnahmen, sorgt für deren Durchführung und überprüft
die Arbeit, ihre Zielsetzung und Entwicklung.
III. Verhaltensgrundsätze
Die Frauen und Männer im Pfarrgemeinderat pflegen einen Umgang, der ihre
Orientierung an Christus erkennen läßt. Sie schätzen und ermutigen sich
gegenseitig, achten die Meinung der anderen, vertreten ihre Anliegen in
offener und ehrlicher Rede, lernen mit- und voneinander, trauen einander
etwas zu und übernehmen Verantwortung.
Der Pfarrgemeinderat gestaltet seine Arbeit sachgemäß und strukturiert seine
Sitzungen. Er nimmt sich auch Zeit, gemeinsam zu beten und zu feiern.
IV. Prioritäten
Die Arbeit des Pfarrgemeinderates erfordert Offenheit für Neues und Mut zum
Experiment. Es ist wichtig, dass partizipative Verhaltensweisen wie:
Teilgeben, Teilnehmen und Teilhaben eingeübt und die Sehnsucht nach
lebendigem Miteinander wach gehalten werden.
Der Pfarrgemeinderat ermutigt Einzelne und Gruppen, damit viele ihre eigenen
Fähigkeiten entdecken, sie entwickeln und selbständig ihren Beitrag im
kirchlichen und gesellschaftlichen Leben leisten.
Wo Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute und die
Sorge um die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden im
Mittelpunkt stehen, wird Gott erfahrbar, Pfarrgemeinde hilfreich und Kirche
attraktiv. |