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Karl Jenschke wurde am 31.3.1899 in Wien geboren. Nachdem er eine kaufmännische Lehre in Wien abgeschlossen hatte verpflichtete er sich 1917 als Feldpilot. Am 22.10.1918 stellte er den Streckenrekord von Linz nach Wr. Neustadt auf. Er folg diese in nur 62 Minuten. Als er sein technisches Studium mit dem Diplom des Maschinen-Ingenieurs beendet hatte trat er 1922 in die Steyr Werke ein.
Das erste Fahrzeug an dem Ing. Karl Jenschke mitwirkte war der Steyr Typ 100, der 1934 schon viele Merkamle des "Volkswagens" aufwies - ein sparsamer Wagen mit den Vorzügen eines großen Automobils - wie der Verkaufsprospekt versprach!
In dieser Zeit dürfte auch die Idee für das "Steyr Baby" entstanden sein. Jenschke arbeitete gemeinsam mit dem Motorenkonstrukteur, Karl Wagner, an einem 2 Zylinder Boxermotor mit Luftkühlung - der für seine Passion - dem Antrieb für Segelflugzeuge dienen sollte. In den ersten beiden Prototypen schlummerte ein luftgekühlter Motor mit nur 14 PS, während die nächsten bereits mit Wasserkühlung (der zweigeteilte Kühler wurde in den vorderen Radkästen versteckt)ausgestattet war. Bei der Probefahrt über die berühmt berüchtigte Alpen Test Strecke (wie Turracher Höhe oder Katschberg) wurde eine Mindestleistung von 20 PS gefordert. Duch die Reduzierung der montierten 19" Räder auf 17" wurde die Beschleunigung verbessert. Aus diesen Konstruktionsplänen wurde ein 4 Zylinder Motor entwickelt, der als Basis für einen Kleinwagen dienen sollte. Der anfängliche Plan diesen aus Aluminum zu erzeugen wurde allerdings verworfen, da die Steyr Werke viel Erfahrung mit Grauguss hatten und diesen selbst herstellen konnten. Die Weiterentwicklung zu einem Volkswagen wurde vom Vorstand abgesegnet mit der Auflage, dass die Serienreife bereits nach 14 Monaten erreicht werden musste. Bereits ein Jahr später präsentierte Jenschke seine Konstruktion der österreichischen Bundesregierung. Diese war von der Idee nach einem kostengünstigen Kleinwagen sehr angetan, zu mahl die Produktion in einer ausreichend grossen Serie viele Arbeitplätze in einer politisch nicht einfachen Zeit schaffen und sichern konnte. Mit Produktionsbeginn 1936 hatten zumindest 500 neue Mitarbeiter einen Arbeitsplatz.
Eine weitere Modifikation war die Hinterachse, die beim Prototypen noch ohne Differenzial ausgeführt war.
Alles in allem war die Konstruktion des Steyr 50 sehr modern - mit einer "selbsttragenden" Karosserie. Die beiden übereinander liegenden Blattfedern stabilisierten den Vorderbau, der durch den Graugussmotor, den großen Kühler und dem Dyno-Starter (also Lichtmaschine und Anlasser in einem Aggregat ), recht schwer geraten war. Der Innenraum bietet auch den Font-Passagieren ausreichend Beinfreiheit und um leichten Zugang zum "Gepäcksabteil" zu haben war die Lehne der Rücksitzbank klappbar gefertigt.
Dass der Verkaufsprospekt 2 der 4 Vorwärts-Gänge als "geräuschlos" bezeichnet gehört eher in das Reich der Übertreibungen von Verkaufsprospekten, wie in der damaligen Zeit üblich erkannte man einen Fahrer, der geübt war mit einem unsynchronisiertem Getriebe umzugehen schon am Schaltgeräusch! Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h beim Steyr 50 und 95 km/h beim Steyr 55 war das Getriebe vorzüglich auf Verhältnisse in den Bergen abgestimmt. Die Hinterachse war lediglich als Pendelachse gefertigt.
Bei den hinteren Plätzen war die Aussicht nicht besonders gut, somit gab es als "Extra" - zunächst nur nachträglich durch Karosseriebauer wie Kohlruss, Demjan u. Söhne sowie Keibl mit dem nachträglichen Einbau von seitlichen Rückfenstern, beim Steyr 55 konnten diese direkt ab Werk gegen einen Aufpreis von 80 RM mitbestellet werden.
Des Weiteren wurde auf Basis des Typ 55 ein Kleinlastwagen mit der Bezeichnung Typ 150 angeboten.
Mit dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich wurde die Produktion non Personenkraftwagen in Oberösterreich 1940 eingestellt. Bis dahin verließen 13.000 Stück "Steyr Baby's" wie sie liebevoll im Volksmund genannt wurden die Steyr Werke.