Begegnung mit Völkern, Kirchen und Klöstern auf dem Balkan
Große
Balkanrundreise des RPI-St.Pölten 2004
Das
RPI
St. Pölten veranstaltete heuer im August unter der
Führung von
DDr. Johann
Kramer eine große Balkanreise. Die Reiseroute führte uns
immer durch Grenzgebiete. Grenzen sind auch
immer Berührungs- und Befruchtungszonen. Völker und Kulturen
setzten und setzen sich friedlich und/oder kriegerisch mit einander
auseinander. Unser Weg führte uns entlang der Schnittstellen
zwischen Ostrom und Westrom. Diese Nahtstellen deckte sich später
mit den Grenzen des osmanischen Reiches und dem deutsch-römischen
Kaiserreich, der Habsburgischen Monarchie und dem Eisernen Vorhang. In
jüngster Zeit zieht sich die EU-Außengrenze durch unser
bereistes Gebiet. Wie einst Burgen, Wehrkirchen, befestigte
Klosteranlagen, osmanische Befestigungsanlagen, Moscheen, Basare und
türkische Bäder die Einflussnahme der einzelnen Machthaber
anzeigten, so entstehen in jüngster Zeit OMV-Tankstellen,
Raiffeisenbanken, McDonald und Billa neben türkischen Hotelketten,
neue Moscheen in ehemals mehrheitlich orthodoxen Gebieten (z. B.
Mazedonien) und neue orthodoxe Gotteshäuser in Gebieten
Rumäniens, in denen vor einigen Jahrzehnten noch protestantische
Wehrkirchen die besiedelte Landschaft prägten.
Dieses brodelnde, wogende, vielfarbig-schillernde Gemisch von
Völkerschaften, Konfessionen, Wirtschaftssystemen,
Sozialstrukturen war auf unserer Reise ständig in sehr
augenscheinlicher und berührender Weise gegenwärtig. Tiefe
Einblicke in die Problematik der Lebensführung, sei es nun
die wirtschaftliche, soziale oder spirituelle, ermöglichten uns
einige Begegnungen mit Führungspersönlichkeiten der
orthodoxen Kirche Bulgariens und Gesprächen mit Mönchen und
Nonnen in Rumänien.
Ein ganz besonderes Erlebnis war eine Audienz bei Metropolit Neofit
von Dorostol und Červen in Russe. Er schilderte uns bei einer Audienz
in der
bischöflichen Residenz mit Agape die mühevolle Aufgabe, das
orthodoxe Glaubensleben in die bulgarische Bevölkerung wieder
hineinzutragen. Durch die lange, sehr straff geführte
sozialistische Führung Todor Schivkovs, die 2 Generationen
andauerte, sind orthodoxe Glaubenstraditionen in weiten Teilen der
Bevölkerung in Vergessenheit geraten. Die Familien, die
Keimzellen allen Glaubenslebens, sind sehr "säkularisiert". Die
schwierige Wirtschaft- und Sozialsituation gepaart mit den
Konsumverlockungen der westlichen Welt lenken die Aufmerksamkeit der
Bulgaren nicht gerade auf die althergebrachte orthodoxe Kirche. In der
Bischofskirche zur Hl. Dreifaltigkeit zeigte uns V. Minko die
Ikonostase mit der neu vergoldete Zarenreihe von Zachari Zograf. Die
Geldmittel kamen von einer großzügigen Spende des
APW.
Dies
wird auch im "Летопис на катедралния храм "Св.
Троица" гр. Русе" von Йеромонах Виктор Мутафов auf den Seiten 8 f.
dankbar
vermerkt.
Die Gespräche mit den Äbten in den Klöstern Rila,
Bačkovo
und im Felsenkloster Basarbovo, erhärteten die Erläuterungen
des
Bischofs. Der Abt des Rilaklosters, Ioan, zeichnete ein besonders
düsteres Bild der
spirituellen, sowie auch der materiellen Zukunft dieses einmaligen
Klosters. Der
Schutz der UNESCO, das Kloster zählt zum Kulturerbe der
Menschheit,
nützt nach den Ausführungen des Abtes nur sehr unzureichend
vor Verfall und
spirituellem Niedergang. Die Besitztümer des Klosters, die die
materielle
Grundlage des Klosters darstellen, sind nach der Wende bei weitem nicht
wieder
zurückerstattet worden. Wichtige Baumaßnahmen zum Erhalt der
Bausubstanz (Hangrutschungen
im Bereich des Nordtraktes) können daher nicht in Angriff genommen
werden. Von
staatlicher Seite gibt es nach der Wende so gut wie keine Zuwendungen.
Mit den
laufenden Betriebskosten ist das Kloster schon an seinen finanziellen
Grenzen.
Zur Zeit leben 5 Mönche in einem Kloster, das für mehr als
100 Mönche angelegt
ist.
In den
Moldauklöstern Rumäniens stellte sich uns das orthodoxe
Glaubensleben um vieles lebendiger dar: im
Kloster Agapia leben zur Zeit 350 Nonnen. Um das Kloster herum
entwickelte sich eine Art Reihenhaussiedlung, die den Nonnen
zusätzlichen
Wohnraum bietet. Das Kloster selbst kann die vielen Nonnen nicht mehr
fassen.
Die Klöster sind nicht nur Touristenmagnete, viele Pilger nehmen
regen Anteil
an den Gottesdiensten, füllen Fürbittenzettel aus und holen
sich geistlichen
Rat bei den Priestern.
In Suceava (Rumänien), einer
grenznahe Stadt zur Republik Moldawien, hatten zwei Mitreisende, DDr.
Prenner
und Frau Grabner, mit einem Vertreter
einer moldawischen Hilfsorganisation ein Treffen arrangiert. Auf der
Fahrt von
den Klosterbesichtigungen zu unserem Hotel in Suceava erzählte uns
DDr. Prenner
von seinen Erlebnissen und Begegnungen
in Moldawien und Transnistrien, über die unglaubliche Not und
Hoffnungslosigkeit der dortigen
Bevölkerung, eines
der ärmsten Länder der Welt, fast vergessen vom Rest der
Welt, im
Schlagschatten der großen weltpolitischen Ereignisse. Eine
spontane
Sammelaktion in unserem Bus brachte € 600,-. Die
Spende wurde dann beim Abendessen unserem Gast aus Moldawien
überreicht. DDr.
Prenner organisiert Spenden und unterstützt zur Zeit eine
Suppenküche in Moldawien. DDr.
Prenner ist für jede Unterstützung zur Linderung der Not in
diesem
nicht allzufernen Land dankbar. Kontaktadresse:
DDr. Gottfried Prenner,
Engleitenstr.
7, A-7423 Pinkafeld (Burgenland), Tel. (+43)03357 46263.
Letzter
Höhepunkt unserer Reise war der
Sonntagsgottesdienst in Máriapócs, einem
griechisch-katholischen Wallfahrtsort
in Ungarn. Das Original des Gnadenbildes der Wallfahrtskirche ist auf
Geheiß
Kaiser Leopolds von Österreich nach Wien in den Stefansdom
gebracht worden, wo
es sich noch heute befindet. Abends sind wir dann alle wohlbehalten in
St.
Pölten angekommen.
Am Montag, 16. August 2004 um 04:45 Uhr startete Herr
Ernst den Mitterbauer-Reisebus in Ruprechtshofen, die meisten
Reiseteilnehmer – so auch wir – steigen erst um 05:30 in St.
Pölten zu.
Zu Beginn dieser großen Reise stimmt DDr. Johann Krammer die
Reiseteilnehmer mit Gebeten und dem Lied "Lobet den Herren" ein.
Über
Wien – Nickelsdorf – Györ – Tata (Königsstadt,
Esterhazy-Schloß,
Festung, spätbarocke Heiligenkreuzkirche) – Budapest – Szeged –
Subotica – Novi Sad geht es nach Belgrad. Zu Ehren des ersten
Erzbischofs von Serbien und Gründer des Klosters Hilandar auf dem
Hl.
Berg Athos, des Heiligen Sava, wird neben einer alten Kirche, an der
die Reliquien von Türken geschändet wurden, eine große
neue Kathedrale
gebaut.

Vorbild ist offensichtlich die Hagia Sophia in
Konstantinopel.
Am Dienstag gehen wir in die
Michaelskirche und zum
Palast des Patriarchen, weiter zur Festung Kalimegdan mit der
Säule des
Siegesherolds am Zusammenfluss von Donau und Save. Ein schöner,
klarer
Sommermorgen. Der Bus parkt neben der österreichischen Botschaft,
vor
der viele Menschen Schlange stehen. "Strengstes Fotografierverbot"
weist uns eine Polizistin an. Im Bus erklärt Johann Krammer in der
Morgenbetrachtung, wem in der Ostkirche die Wochentage geweiht sind:
Montag – der Tag der Engel; Dienstag – Johannes der Vorläufer;
Mittwoch
– Christus; Donnerstag – 12 Apostel und Hl. Nikolaus; Freitag – Leiden
Christi; Samstag – Totengedenken; Sonntag – Auferstehung.
Weiter geht
über Niš (< Naissos, Geburtsort und
Sommerresidenz von
Konstantin
I.) nach Mazedonien, einem jungen Staat, dessen Name von Griechenland
angefochten wird, sodass er offiziell FYROM genannt werden muss. 67 %
der Mazedonier sind Slawen, der Rest Albaner, die mit großen
Rechten
ausgestattet sind. In Skopje fallen als erstes die vielen Moscheen auf,
Kirchen durften in osmanischer Zeit die normale Höhe eines Hauses
nicht
überschreiten. Wir besuchen die Erlöserkirche (Fresken aus
dem 16. Jh.,
Ikonostase aus Nussholz 18. Jh.) Einmal im Jahr findet hier ein
Gottesdienst statt, sonst ist sie ein Museum.
Скопje:
Св. Спас
Spaziergang durch die Reste der Altstadt - bekanntlich
wurde die Stadt 1963 großteils durch ein Erdbeben zerstört
und mit
großer internationaler Hilfe wieder aufgebaut. Skopje ist
übrigens die
Geburtsstadt Mutter Teresas, einer Mazedonierin albanischer Herkunft.
Die Mazedonisch-orthodoxe Kirche ist zur Zeit nicht kanonisch, sie
strebt die Autokephalie an. Der Schlichtungs- und Namensvorschlag des
Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel "Erzbistum von Ohrid"
scheiterte am Veto der Serb.-orthod. Kirche.
Am Mittwochmorgen besuchen wir die neue Kirche des
Heiligen Kliment von Ohrid: Ein riesiger Kristallluster, eine Spende
der Fa. Swarovsky Austria, wird gerade vom Kerzenruss gereinigt. Der
Priester, der uns führt, verabschiedet uns mit dem Segenswunsch:
"Möget
ihr alle lebend nach Hause kommen!".
Die Römische Brücke ist derzeit
eingerüstet und daher
nicht sehr fotogen.
Vom Kloster des Hl. Panteleimon in Nerezi haben wir einen
wunderschönen
Blick über Skopje. Das Kloster wurde 1280 gegründet, der
Stifter ist
Alexios Angelos Komnenos, Enkel des byzantinischen Kaisers Alexios I.
Komnenos. In der Kirche können die Reliquien des Hl. Panteleimon
verehrt werden.
Über Tetovo – Gostivar – Kičevo
geht es
weiter zum
Ohridsee. Erstes Ziel ist das Erzengel-Michael-Kloster des Hl. Naum von
Ohrid (Sv. Naum Ohridski, 9. Jh.). Als Schüler von Kyrill und
Method,
später von Kliment, war er an der Gründung des Klosters
beteiligt.
Geschäftstüchtige "Taxifahrer" fahren uns in 3 Booten zum
Kloster, das
vom See aus einen wunderschönen Eindruck macht:
Durch die verwinkelten Gassen der malerisch gelegenen
Stadt Ohrid (= "die auf dem Felsen gelegene") steigen wir zur
Wallfahrtskirche des Hl. Panteleimon hinauf. Hier werden auch die
Reliquien des Hl. Kliment verehrt:

Die Basis für diese Kirche bildete eine
frühchristliche
Basilika, von der u. a. noch schöne Mosaiken erhalten sind:

Auf dem Rückweg statten wir der Muttergottes
Perivleptos (Св. Богородица Перивлептос, Св. Климент)
mit
wunderschönen
Fresken über das Leben Marias einen Besuch ab:

Am Donnerstag, 19. August, wird nach dem Julianischen
Kalender (6. August des alten Kalenders) in den Ostkirchen das Hochfest
der Verklärung unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesus
Christus
gefeiert. Also feiern wir in der Georgskirche gemeinsam mit den
orthodoxen Mazedoniern die Heilige Liturgie:

Dann geht es weiter über Bitola – Prilep –
Negotino –
Udovo – Strumica – Petrič (bulgarische Grenze) zu den
bizarren
Sandsteinformationen bei Melnik zum Rožen-Kloster (Роженски
манастир):
Von hier ist es nicht mehr weit nach Sandanski
(Thermal- und Luftkurort), wo wir im Hotel
Sandanski
(österreichisches Management) nächtigen, das über ein
eigenes, von
einer Heilquelle gespeistes Thermalschwimmbecken verfügt.
Am Freitag, 20., fahren wir, vom 1. Gebet aus der
Matutin begleitet, zum Rila-Kloster
und werden dort vom Igumen (im Rang eines Bischofs) Ivan herzlich
empfangen:
1962 wurden alle Mönche aus dem Kloster
vertrieben. Sie
konnten nur wenige Dinge ihrer persönlichen Habe mitnehmen,
Reliquien
und wichtige Dokumente mussten zurückgelassen werden. Das Kloster
war
zum Nationalmuseum erklärt worden, erst auf peinliche Fragen von
Besuchern, wo denn die Mönche geblieben wären, wurden 2 – 3
Mönche als
"Statisten" im Kloster verpflichtet. Seit der Wende sei es offiziell
wieder Kirchenbesitz mit allen Rechten und Pflichten. Die Rückgabe
der
kirchlichen Güter funktioniere nur sehr schleppend. Die Mafia habe
sich
1989 des Kirchenbesitzes bemächtigt. Offizielle Stellen seien zu
schwach um die Rückgabe zu veranlassen. Das habe zur Folge, dass
das
Kloster finanziell in großen Schwierigkeiten sei. Der
Mönchsnachwuchs
sei sehr dürftig. Durch die langdauernde atheistische Zeit habe
das
religiöse Leben in den Familien, den Keimzellen der Berufungen,
nahezu
ausgelöscht. Die strenge orthodoxe monastische Lebensführung
(z. B.
nächtliche Gebete – 3 Uhr morgens aufstehen) finde bei den jungen
Leuten wenig Gegenliebe.
Am Nachmittag treffen wir in der Hauptstadt Sofia ein
und besuchen im Rahmen einer Stadtbesichtigung die St.-Nedelja-Kirche (Софийската
катедрала "Св. Неделя"),
Diözesankirche von Sofia)
und die St.
Petka-Kirche (Църква
"Св. Петка Самарджийска).
Ganz in der Nähe kommen wir in die Georg-Rotunde (Ротонда
"Св. Георги"):
Als nächstes gehen wir in die russisch-orthodoxe
Kirche, die dem Hl. Nikolaus geweiht ist (Руска
църква "Св. Николай"):

Von hier geht es über einen Platz zur
Sophienbasilika (Църква
"Св. София"),
in der ein besonders schöne Christusikone auffällt:
:

Wir sind auf dem Weg zur Alexander-Nevski-Kathedrale
(Патриаршески
катедрален ставропигиален храм-паметник "Св. Александър Невски"),
die zu
Gedenken an den russischen Zaren
Alexander Nikolajevič errichtet wurde, der die Türken
besiegte und
somit den Bulgaren die Freiheit schenkte.
Am Samstag, 21. August, geht es über Asenovgrad
zum Bačkovo-Kloster
(Бачковски
манастир "Успенуе Богородично")
mit der wundertätigen Ikone der
Gottesmutter mit 3 Händen. Der Abt lässt uns übringens
bereitwillig
einen Blick in die Vorratskammern des Klosters tun. Das Kloster hat ja
auch viele Arbeiter, die verköstigt werden müssen.
.

Auf dem Weg zum Refektorium begegnen wir einem
Mönch:
Der Sekretär des Abtes, ein Kunsthistoriker erklärt uns die
Trapeza
(Refektorium):

Nächste Station ist Plovdiv, wo wir bei einem
Rundgang
durch die Altstadt u. a. die Sv. Nedelja-Kirche besuchen. Mehrere
Hochzeiten begleiten uns mehr oder minder lautstark bis zum Abendessen,
das teilweise mit bulgarischen Volkstänzen der Hochzeitsgäste
"umrahmt"
wird.

Von Plovdiv fahren wir durch das Rosental nach
Kazanlak, besichtigen das Thrakische
Grabmal (Казанлъшка гробница)
(UNESCO-Kulturerbe) und das Museum der Rosenherstellung (aus 3 t
Rosenblüten wird 1 l Rosenöl gewonnen!), bevor es den
Šipka-Pass
hinaufgeht. Die Mittagsrast wird bei der Schipka-Gedächtniskirche
eingelegt, die zu Ehren der beim Befreiungskrieg gefallenen russischen
Soldaten errichtet wurde:
Der einsetzende Regen lässt uns beim Besuch des
Freilichtmuseums
Etar vorerst ein wenig
zögern, aber unsere
Entschlossenheit wurde belohnt, zuletzt mit einem Kaffee, echt
bulgarisch zubereitet:

Über Gabrovo fahren wir nach Veliko
Tarnovo, die alte Hauptstadt am Fluss Jantra und erklimmen am Montag im
Rahmen einer Stadtbesichtigung den Zarevec-Hügel:
Auf einer sehr engen, für Autobusse
eigentlich nicht vorgesehenen Straße fahren wir zum
etwa 4 km entfernten Verklärungskloster (
Преображенски
манастир "Св. Преображение Господне")
mit dem berühmten "Lebensrad" an der Außenwand der kleinen
Kirche, die bei einem Felssturz am 6. 6. 1991 wie durch ein Wunder
verschont
geblieben ist. Neben dem Abt Georgi lebt nur noch ein alter Mönch
in
diesem wunderschönen Kloster. Es ist ein Metochion des
Athos-Klosters Vatopedi (
Ι.
Μ. Βατοπεδίου) und wurde Ende des 14. Jh. der Bulg.-orthod. Kirche
geschenkt. Bemerkenswert ist ein römischer Fußboden und
Fresken von Zahari Zograf (Захари Зограф).
Anschließend fahren wir noch zum
Museumsdorf
Arbanassi.
Am Abend sind wir zu Gast im Weinkeller
der Firma
Ljaskovec,
wo wir bei einem frugalen Abendessen
verschiedene bulgarische Weine und Schnäpse verkosten dürfen.
Die Reliquien des Hl. Dimitri (
Димитър
Басарбовский) sind allerdings in der
Patriarchatskirche
von Bukarest zu
verehren. Ein sehr dynamischer Abt, Ig. Eftimij ist allein im Kloster,
4 Mönche sind in der Seelsorge tätig.
Der Abt plant neue Zellen und die Errichtung einer Kirche am Fuße
des Berges.
Endlich kommen wir nach Russe und fahren sofort zur
Dreifaltigkeits-Kathedrale (
Митрополиската
Църква "Света Троица"), wo uns der
Dompfarrer, V. Minko bereits erwartet. Stolz erklärt er die
Ikonostas,

bei der das
Andreas-Petrus-Werk
in einer vorbildlichen Hilfsaktion durch die Initiatoren Prof. Krammer
und Pfr. Florian Buchmayr einen Beitrag von insgesamt 6800 $ zur
Renovierung der Vergoldung (oberste Zarenreihe) und der
Wandfresken geleistet
hat. Dies wird auch dankbar in der an alle Reiseteilnehmer verteilten
Schrift "Йеромонах Виктор Мутафов, Летопис на катедралния храм "Св.
Троица" гр. Русе" auf den Seiten 8/9 hervorgehoben. Anschließend
werden wir von Metropolit Neofit in seiner Residenz empfangen:

.
Noch am selben Tag überqueren wir die Donau, die hier die Grenze
zu Rumänien bildet. Die Donaubrücke, die gleichzeitig in 2
Ebenen die Straße und die Eisenbahn aufnimmt, stammt aus den 50er
Jahren und ist der eine der wenigen Donaubrücken entlang der
gemeinsamen Grenze.
Nach langer Fahrt treffen wir abends in
der
Hauptstadt Bukarest ein und haben gleich zu Beginn noch ein
Missgeschick. In einer Unterführung schlägt zu unserem
Schrecken
ein herabhängendes Eisenstück hart gegen die
Windschutzscheibe und kratzt laut über das Dach unseres
Reisebusses. Nach unserer Einquartierung im am lauten Bulevardul
Kogalniceanu gelegenen Hotel Bulevard machen wir noch einen Spaziergang
und finden eine kleine orthod. Kirche, die wunderschön mit Fresken
ausgestattet ist und Reliquien beherbergt. Unbeeinflusst vom
Großstadtlärm sitzen im Hof einige Nonnen mit ihrem Pfarrer
plaudernd zusammen. Da unser Hotel uns ein Abendessen verweigert, essen
wir im deutschen Braugasthof, in dem wir mit lauter Zigeunermusik
"beglückt" werden. Am nächsten Morgen feiern wir mit den
Nonnen den Orthros in der byzantinischen Kirche. Ein Höhepunkt ist
aber der anschließende Besuch der Patriarchatskirche,
die den
Hll. Konstantin und Helena geweiht ist. Wir können da die
Reliquien des Hl. Dimitrios von Basarbovo
verehren und kommen zu einer
feierlichen Hl. Liturgie zurecht, müssen aber leider auf den
Schluss zugunsten eines Besuches des Palast des Volkes (Casa Poporului,
Haus des Parlaments,
Palatul
Parlamentului, Ceausescu-Palast)
verzichten. Dafür werden wir am Nachmittag mit einem ganz
besonderen Ausflugsziel belohnt: Das
Kloster
Cernica (
Sf.
Mǎnǎstirea Cernica): Während ein Mönch durch das Schlagen
der Toaca zum Hesperinos
ruft,
erklärt uns V. Jeremias äusserst engagiert die Kirche Sf.
Gheorghe, in der der Hl. Calinic (
Sf.
Episcop Calinic) verehrt wird, die Bibliothek und die
Malereien im Refektorium
zum Leben des hl. Calinic:
Bevor wir ins Hotel zurückkehren besichtigen wir noch das
Dorfmuseum
(
Muzeul Satului)
mit den vielen Holzhäusern
aus allen Teilen Rumäniens.
Am Donnerstag, 26. August geht es schon früh los, denn wir haben
430 km Fahrt vor uns: nach einem kurzen Aufenthalt in Sinaia (Perle der
Karpaten) machen wir
Mittagspause aktiv in Kronstadt (Braşov): einige gehen in die "
Schwarze
Kirche" (
Biserica
Neagrǎ), andere in die rum.(griech.)-orthodoxe Kirche, die etwas
versteckt gegenüber am Rathaus- oder Marktplatz (Piaţa Sfatului)
durch einen Hof zugänglich ist. Alle treffen sich aber dann beim
Bus, wo unser Ernst bereits Würstel und Johann den Schnaps bereit
hält – als letzte Stärkung, bevor wir über Bacau –
Piatra
Neamţ – Tirgu Neamţ zum Kloster Agapia (
Mănăstirea Agapia)
fahren. Die Kirche ist den Hll.
Erzengeln Michael und Gabriel geweiht. In diesem wunderschönen
Kloster leben dzt. ca. 350 Nonnen!
Am Abend treffen wir in der Stadt Suceava ein.
Der Freitag, 27., ist einem ganztägigen Ausflug zu den
Moldau-Klöstern Voroneţ, Moldoviţa und Suceviţa vorbehalten. Nach
einer Mittagspause in Radauţi (Besichtigung der Bogdana-Kirche, dem Hl.
Nikolaus geweiht) fahren wir wieder nach Suceava zurück und einige
besichtigen noch bei einem Stadtrundgang die Georgskirche (Biserica
Sfântul Gheorghe) als Hauptkirche des Klosters des heiligen
Johannes Novus (Sf. Ion cel Nou) und die Demetriuskirche (Biserica Sf.
Dumitriu) oder Auferstehungskirche (Biserica Învierii) mit dem
freistehenden Glockenturm, der von Petru Rareş gestiftet wurde.
Am Samstag, 28. August, geht es
über Câmpulung Moldovenesc – Cluj/Klausenburg – Oradea nach
Ungarn. Wir nächtigen in
Debrecen
gegenüber der reformierten
Großkirche.
Am Sonntag fahren wir durch die Puszta zum griechisch-katholischen
Wallfahrtsort Máriapócs mit dem
wundertätigen
Gnadenbild der
tränenvergießenden Muttergottes, dessen Original
allerdings im Wiener Stephansdom zu verehren ist. In der
Wallfahrtskirche feiern wir die Hl. Liturgie vom 13. Sonntag nach
Pfingsten im byzantinischen Ritus mit, dem wir mit Ausnahme der Predigt
gut folgen können.
Anschließend klingt unsere Reise mit einer Fahrt durch den
Nationalpark Hortobágy
bei einem deftigen ungarischen Mittagessen aus. Die Heimreise erfolgt
wegen eines angekündigten Staus bei Nickelsdorf über Budapest
– Sopron nach St. Pölten.