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Angesichts
der Begrenztheit menschlicher Erkenntnis hadert Faust mit seinem Gelehrtendasein:
Trotz seines Wissens bleibt ihm verborgen "was die Welt im Innersten
zusammenhält". Als der von ihm angerufene Erdgeist erscheint,
der ihn höhnisch in seine Schranken verweist, sieht Faust im Selbstmord
den einzigen Ausweg. Die Gesänge des Ostermorgens verhindern aber
diesen Schritt.
Nun schließt Faust mit Mephisto die verhängnisvolle Wette ab:
Sollte der verzweifelt um Erkenntnis ringende Gelehrte jemals einen Augenblick
der Zufriedenheit erleben, gehört seine Seele dem Teufel. Im Gegenzug
gewährt Mephisto dem alten Faust neue Jugend und verspricht, ihm
bei seinen Unternehmungen zu Diensten zu stehen. In einem Zauberspiel
lässt Mephisto die schöne Helena erscheinen. Diese Vision scheint
für Faust in der Gestalt Gretchens Wirklichkeit zu werden.
In rascher Szenenfolge entwickelt sich nun die so genannte "Gretchentragödie":
erste Begegnung, wechselseitige Zuneigung, Liebesnacht, Verbrechen. Gretchens
Mutter stirbt an einem Schlaftrunk, Faust tötet ihren Bruder Valentin
im Duell, die Verlassene tötet ihr Kind und verfällt dem Wahnsinn.
Der Versuch Fausts, sie aus dem Kerker zu holen, misslingt. Aber Mephistos
Urteil über Gretchen "Sie ist gerichtet" wird von himmlischen
Stimmen aufgehoben: "Sie ist gerettet."
Fausts Schicksal ist damit nicht erfüllt. Er muss Mephisto folgen.
Dies
alles: Geschehen auf der Bühne, Charakterisierung der Figur, Situation
und Wort, hat auch seine Wurzeln im Volksstück. Das hat uns interessiert.
Und weil Theater immer Risiko und Wagnis ist, aber auch durch unsere vorjährigen
Erfolge ermutigt, haben wir "Faust" auf den Spielplan der "
Thaurer Schlossspiele " gesetzt Was voller Einsatz und die intensivste
Bemühung aller Mitwirkenden erreich hat - bitte - hier das Ergebnis.
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