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Yoga: maskulin; das Wort Yoga ist von der Sanskritwurzel "yuj" abgeleitet und bedeutet Begegnung, Vereinigung, Ziel, Versenkung, Verwirklichung. Das höchste Ziel des Yoga ist es deshalb die Einheit bzw. eine Annäherung der individuellen Seele mit der Überseele (Para-Atman, Brahman, dem Göttlichen, Absoluten) zu erreichen. Patanjali erkennt aber auch einzelne Techniken als Yoga an, die letztlich zu diesem Ziel führen, wie die Beherrschung und Zügelung der Denkfunktionen. Es scheint jedenfalls so zu sein, dass keine uns bekannte Disziplin eine derart ausgefeilte, hochentwickelte Technologie der Bewusstseinsveränderung besitzt, wie der indische Yoga in all seinen Formen und Gestalten:

Bhakti Yoga
Yoga des Herzens; ist die Entwicklung bedingungsloser Liebe und Hingabe (zum Absoluten - zu Gott); Wie du denkst, so wirst du.

Gnani Yoga; Jnana Yoga
beschäftigt sich mit dem wissenschaftlichen und intellektuellen Wissen das die Fragen des Lebens betrifft, einschließlich des Rätsels des Universums. Es geht darum, zwischen wahrem Wissen und Unwissenheit zu unterscheiden und den illusorischen Charakter der Maya (= Illusion) von Brahman (= Wirklichkeit) zu unterscheiden. Jnana-Yoga hat das Ziel, die Wahrheit im Inneren allein durch die Kraft des Verstandes zu erfassen.

Hatha Yoga
zielt auf die Gesundheit und Erhaltung des physischen Körper ab sowie die Beherrschung verschiedenster körperlicher Abläufe und Gesetze. Oft wird Hatha Yoga als Grundlage anderer Yoga-Wege betrachtet. Als Einzelweg führt er lediglich in die unteren Bereiche der höheren Schöpfung.

Karma Yoga
Yoga der Hand; Yoga des selbstlosen Dienens & Handelns; betont den selbstlosen Dienst an anderen Lebewesen durch den der Übende sich von Verhaftungen (Karma) zu lösen beginnt und zu seinem inneren Zentrum gelangen kann.

Laya Yoga
Yoga, das auf die Erweckung der "Kundalini" bzw. Schlangenkraft abzielt. Auch er wird durch die Atemkontrolle ausgeübt. Man muss alle Energiezentren erwecken und Schritt für Schritt höhergehen.

Prana Yoga
Ermöglicht die Kontrolle über das Atmungssystem im Körper und befähigt einen, die motorischen und sensorischen Ströme am Sitz der Seele im Inneren zu sammeln. Der Körper wird nur als ein Klumpen Erde, ohne Atem oder Bewegung, zurückgelassen (= Kumbhak). Durch das Zurückziehen der Pranas (= Lebensenergien) sehen wir innerlich das Licht und den Ton Gottes. Das ist ein relativ schwieriger Weg und der Körper muss gesund und kräftig sein. Es bedarf also vorher der Übungen des Hatha-Yogas, denn der Körper von schwächeren Menschen wird ansonsten von Krankheiten befallen, wenn sie den Weg des Prana Yoga einschlagen.

Raja Yoga
Yoga des Kopfes; hat mit dem Gemüt (= Intellekt, Verstand, Denken, Emotionen) zu tun, seine Kontrolle, seine Entwicklung und Entfaltung. Die Beherrschung der Gedanken und die Fähigkeit seine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache zu richten, sind das um und auf des Raja Yoga, denn worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, dass wirst du erreichen. Die Grunlage des Raja Yoga ist Hatha Yoga. Erst dadurch erreicht er eine besondere Effizienz.

Surat Shabd Yoga; Sahaj-Yoga
Dabei handelt es sich um den natürlichen Yoga des Tonstromes, wo die Aufmerksamkeit von aussen zurückgezogen wird, um im Inneren konzentriert zu werden. Dadurch vermögen wir den inneren, göttlichen Tonstrom und das innere Licht zu vernehmen, die die ganze Schöpfung durchdringen. So können wir in die inneren Ebenen und zurück zu Gott gelangen. Der göttliche Ton trägt unterschiedliche Bezeichnungen in den Schriften: Wort, heiliger Geist, Kalma, Ism-i-Azam, Sruti, Udgit, Sarosha, Naam. Dieser Weg wird und wurde immer wieder von den Meistern gelehrt. Es ist hier das Um und Auf, Zeit für die Meditation zu finden und den Weg der Selbsterkenntnis einzuschlagen. Der Surat Shabd-Yoga erfordert die Inititation oder eine gewährte Ersthand-Erfahrung von einem kompetenten Meister auf diesem Gebiet.

(Quelle: Yogi Ramacharaka; Sant Kirpal Singh)

   
    

 
   
         
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