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LESSONS IN GNANI YOGA
Zusammenfassung - Den Wahrheitssuchenden gewidmet


Lektion 1 – Das Eine


Es gibt nur eine Realität und diese Realität ist unendlich und dauerhaft. Alle Formen und Dinge die existieren fließen aus dieser einen Realität, dieser einen Quelle. Heute wird dieses EINE mit den unterschiedlichsten Namen bezeichnet, aber es handelt sich in vielen Fällen um ein und dasselbe. Es ist dieses EINE das hinter jeder Form von Materie, Energie und Geist steht. Es ist Seele. Es ist das Absolute.

Aber für das Absolute haben wir keine Begriffe, denn es übersteigt alle menschlichen Erfahrungen. Dennoch versuchen wir heute Gott immer wieder zu analysieren, was ihm nie gerecht werden kann. Mit jedem Erklärungsversuch machen wir das Unendliche endlich. Das Absolute kann nicht mit Ausdrücken des Relativen beschrieben werden. Es ist nichts Begreifbares, obwohl es in sich die Realität beinhaltet die allem zugrunde liegt. Man kann dem Absoluten nicht nachsagen, es hätte die gleichen Qualitäten irgendwelcher der daraus entspringenden Teile, denn der Schöpfer ist immer größer als die Teile seiner Schöpfung.

Das Absolute existiert schon seit Ewigkeiten und wird für immer bestehen. Es ist nicht aus irgendetwas heraus entstanden, denn es ist selbst alles was ist, und es gibt nichts anderes darüber hinaus. Unser Intellekt sieht alles durch die Fessel von Raum und Zeit und gründet sein Verständnis auf Ursachen und Wirkungszusammenhänge. Etwas das ohne Ursache ist können wir aber nicht begreifen, weil alle unsere Erfahrungen in der physischen Welt der Sinne auf einer Ursache beruhen. Für alles gibt es einen Grund. Sofern sich das auf Dinge bezieht hat der Verstand aber völlig Recht. Wir sind jedoch nicht dazu in der Lage ein geistiges Bild vom grundlosen Absoluten zu formen. Genauso kann der Intellekt mit dem Begriff des Zeitlosen, Unendlichen nichts anfangen, weil es uns an derartigen Erfahrungen ebenfalls mangelt. Zeit und relativer Verstand gehören zusammen.

Wir können versuchen uns das Absolute als unbegrenzten Raum vorstellen das allgegenwärtig – omnipräsent – ist. Es kann nicht begrenzt werden, weil es außerhalb seiner selbst nichts gibt, das es eingrenzen könnte. Jeder nur erdenkliche Ort ist vom ALLEM WAS IST erfüllt, der unendlichen Realität, dem Absoluten. Daraus erwächst alle Energie und Kraft, denn es gibt kein Außerhalb und somit auch keine Energieform, die von irgendwo anders herkommen könnte.

Alle Weisheit und alles Wissen entstammt ebenfalls aus dem Absoluten. Alles ist gewissen Gesetzen unterworfen, und was wir in der relativen Begrenztheit erleben, alles Wissen das es derzeit gibt und alles Wissen das jemals sein kann kommt aus dem Absoluten. Das bedeutet aber nicht, dass das Absolute wie der Mensch denkt, denn das Absolute muss wissen ohne zu denken. Es braucht sich Wissen nicht durch den Prozess des Denkens anzueignen, denn das wäre lächerlich. Woher sollte das Wissen denn kommen, wenn es außerhalb des Absoluten nichts gibt?

Trotzdem existiert so etwas wie ein „konstruktiver Gedanke“ des Absoluten, der gewisse Manifestationen ins Leben ruft und zur göttlichen Kreation werden läßt. So sind auch wir durch den Gedanken des Absoluten ins Leben gerufen worden. Doch das soll nicht abwertend klingen, denn jeder Gedanke des Absoluten ist bei weitem realer als jeder Gedanke den ein Mensch jemals hervorbringen könnte, realer als Berge oder das härteste Eisen, und die Seele des Menschen ist selbst ein göttlicher Funke des Absoluten.

Das Absolute liegt jenseits unserer Verständlichkeit, und auch die Sprache, die sehr stark erfahrungsorientiert ist, ist kein geeignetes Instrument, um diesen Sachverhalt zu begreifen. Wir können das was alle unsere Erfahrungen übersteigt eben nicht mit Worten verständlich machen. Um zu verstehen müssen wir letztendlich in uns selber suchen. Das ist die Lösung aller Rätsel. Das ist der Ort an dem wir das Absolute selber erfahren können, in uns selbst. Trotzdem, wenn wir das Leben beobachten, können wir vielfältige Ausdrucksformen des Absoluten wahrnehmen, die die Lebenskraft und den Willen des Absoluten beinhalten. Das Leben ist eine aufregende, pulsierende Einheit das mit dem Lebenswillen des Absoluten durchtränkt ist. Hinter allen Formen, Namen, Kräften, Elementen, Prinzipien und Substanzen steckt ausschließlich das EINE - das eine Leben das in allem ist und sich in einem unendlichen Formenreichtum ausdrückt.

Das Absolute ist keine ferne Wesenheit, das unsere Angelegenheiten von der Ferne aus steuert, sondern sie ist unser innewohnendes Leben. Es manifestiert sich in uns und um uns herum und macht uns gemäß den großen Gesetzen zu individuellen Zentren sich selbst erfahrenden Bewusstseins.

Demgemäß ist das Absolute nicht bloß ein passiver Zuschauer seines Werkes. Es lebt mit uns, in uns, durch uns und freut sich, sehnt sich und leidet mit uns und hat viel eher an unseren Gefühlen Anteil, als sie lediglich zu bezeugen. Die Erleuchteten haben immer wieder erfahren: „Alles geschieht auf die beste und einzig mögliche Art und Weise – Alles ist gut so, wie es ist – und am Ende wird man das klar erkennen können.“

Überall suchen wir in unserem Leben nach dem Absoluten und es ist eine Tragödie, dass wir seine Worte nicht vernehmen, die besagen: „Ich leide mit dir und durch dich. Ich bin es, der sich um dich sorgt. Dein Schmerz ist auch meiner, bis ans Ende. Ich erlebe jeden Schmerz durch dich, aber genauso erfreue ich mich an dir, weil ich weiß, dass ich durch dich und mit dir auch die Befreiung erlebe.

Der zentrale Kern dieser Lektion besagt also, dass es nur EIN Leben im Universum gibt. Diesem EINEN Leben liegt das wahre Selbst, die Essenz, die Seele zugrunde durch das das Absolute sich selbst lebend, fühlend, freuend, verlangend und strebend erfährt. Das Absolute ist das einzige das wirklich existiert und das sichtbare Universum mitsamt seinen Lebensformen ist SEIN willentlicher Ausdruck. Uns fehlen zwar die Worte, um das Absolute zu beschreiben, aber es gibt zwei Ausdrücke, die seiner wahren Natur am nächsten sind: Leben und Liebe. Während Leben für seine äußere Natur steht, verkörpert die Liebe sein innerstes Wesen. Dementsprechend sollen auch wir Leben und Liebe als Zeichen unserer Herkunft und inneren Natur ausdrücken.

 
  
  
  

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