Bodenständig und unverfälscht

Die „Virger Tanzbodnmusig“ konnte sich mit ihrer schwung- und stimmungsvollen Darbietung von echter Volksmusik auch außerhalb des Bezirks einen Namen machen. Von Claudia Funder.

In kleinen Gruppen musiziert wird von den Mitgliedern der Musikkapelle Virgen schon lange. In den 90er Jahren wurde auf Grund einer Amerikareise mit der Volkstanzgruppe eine Inntalerpartie gegründet, bei der u.a. Franz Wurnitsch und Christoph Pötscher mitspielten. Die Formation war jedoch nicht von langer Dauer. In den Folgejahren wurden dann dem jeweiligen Anlass entsprechend Gruppen zusammengestellt, um zu musizieren. Aus Einladungen zur „Liebsten Weis“ in Prägraten wurde schließlich die Idee geboren, wieder eine Tanzmusik ins Leben zu rufen. „Die Virgertanzbodnmusig wurde im Februar 2003 gegründet, nachdem wir bereits zwei Jahre zuvor als Inntalerpartie der Musikkapelle Virgen aktiv waren“, so Markus Lang. Zur Gruppe gehören heute neben Markus Lang (1. Flügelhorn), Emanuel Bacher (2. Flügelhorn), Leopold Lang (Klarinette), Daniel Mariner (Posaune), Michael Fuetsch (Tuba), Franz Wurnitsch (Osttiroler Hackbrett) und Alois Lang (Steirische Harmonika).

Die Virgertanzbodnmusig bietet typische Tiroler Volksmusik, abseits von Kitsch und Kommerz. Die talentierten Musiker spielen zur Unterhaltung und zum Tanz auf, etwa bei Geburtstagen, Bällen, Kirchtagen, Vereinsfesten und Eröffnungen. Das vielseitige, flott dargebotene Programm, das von Tiroler Kirchtagsmusik über Stücke der Sonnwendmusik bis zur Südtiroler 6er-Musig reicht, begeistert Jung und Alt gleichermaßen. Auftritte führten die versierten Musiker bereits nach Südtirol, Innsbruck und Wien. „Wir waren bereits vier Mal am Lienzer Stadtfest und drei Mal beim Radio Osttirol Frühschoppen vertreten“, erinnert sich Lang. Zu den bisherigen Highlights der Virgertanzbodnmusig zählte sicherlich der Beitrag in der ORF-Produktion „Klingendes Österreich“ mit Sepp Forcher, der 2005 gesendet wurde.

Das variantenreiche Repertoire der bestens eingespielten Formation macht Lust, das Tanzbein zu schwingen und ist ein Hörgenuss für Freunde der echten, unverfälschten Volksmusik.

Die Musikanten möchten den ehemaligen Mitgliedern Christoph Pötscher und Christian Berger auf diesem Weg herzlich für ihren jahrelangen Einsatz für die Virgertanzbodnmusig danken!

 

 

Gefühlvoll vorgetragene Weisen

Die Virger Weisenbläser verstehen es seit Jahren, verschiedene Anlässe mit ihrem stimmigen Zusammenspiel und dem sensiblen Gespür für die jeweilige Atmosphäre musikalisch zu begleiten. Von Claudia Funder.

1998 gilt als das Entstehungsjahr der Virger Weisenbläser, die sich aus der örtlichen Musikkapelle formatiert haben. Initiator war Fritz Joast, der das traditionelle Almblasen auf dem Speikboden schon vor 17 Jahren ins Leben rief und organisierte. Aus dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung entstanden die Virger Weisenbläser. Das Quintett setzte sich in den Anfangsjahren aus fünf talentierten Mitgliedern der Musikkapelle Virgen, Lang Markus (1. Flügelhorn), Emanuel Bacher (2. Flügelhorn), Gernot Pawlin (1. Tenorhorn) Daniel Mariner (2. Tenorhorn) und Bernhard Berger (Tuba) zusammen. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall Bergers im November 2001 entstand in der Gruppe eine große Lücke, die nur schwer geschlossen werden konnte. Man suchte eine Nachbesetzung und fand in Christoph Pötscher einen hervorragenden Musiker. Vor einem Jahr nahm Michael Fuetsch die Position Pötschers bei den Virger Weisenbläsern ein.

Das Weisenblasen erfreut sich innerhalb der alpenländischen Volksmusik steigender Beliebtheit. Neben einer fundierten instrumentalen Ausbildung und dem richtigen „Gspür“ füreinander bilden solide Tonbildung und Tonkultur, präzise Ansprache und Intonationssicherheit wichtige Voraussetzungen für ein stimmiges Musizieren in der Gruppe. Nur dann klingen die Weisen wie aus einem Guss. „Die Stücke mit meist einfacher Melodie sind langsam und müssen vor allem gefühlvoll vorgetragen werden“, erklärt Markus Lang, der seit Beginn die Leitung der beliebten Virger Bläserformation innehat. „Weisenbläser werden zu Recht auch als die Sänger der Blasmusik bezeichnet.“

Die fünf Musiker finden sich alle zwei Wochen für gemeinsame Proben ein, um für die rund 15 Auftritte im Jahr bestens vorbereitet zu sein. „Wir treten vorwiegend bei kirchlichen Anlässen, etwa bei Hochzeiten und Begräbnissen, auf“, betont Lang. „Unser Repertoire, das sich vor allem aus geistlichen Weisen zusammensetzt, umfasst knapp 100 Stücke. Die Weisenliteratur stammt vor allem von Peter Moser und Hermann Pallhuber.“

Die traditionellen, heimischen Klänge werden auch im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Weisenbläser-Treffen zum Besten gegeben, die u.a. in Bayern und Nordtirol stattfinden und bereits zu zahlreichen freundschaftlichen Kontakten geführt haben. Die stilechte und angenehme Art des Musizierens sorgt stets für eine feierliche Stimmung und bereitet den Zuhörern eine große Freude.

Kontakt: Markus Lang, Virgentalstraße 92, 9972 Virgen. Tel: 0676/6187459.

 

Am 2.Nov.2001 verunglückte dann mit 20 Jahren unser Bassist Berger Bernhard bei einem schweren Verkehrsunfall.