A26 - Westring Linz


Seit vielen Jahren will man über die Donau oberhalb von Linz eine Brücke bauen, da der Verkehr aus dem Nordwesten durch ein Nadelöhr muss und so für tägliche Staus sorgt. Bald sah man, dass die Verlagerung des Verkehrs auf das andere Ufer der Donau nicht der Weisheit letzter Schluss sein könne.

Man plante daher in Verlängerung der Brücke nach Süden eine Straße, die jedoch wegen der Berge großteils in Tunnel verlaufen musste. Da die A7, die in Linz als Stadtautobahn dient, schon heute an ihre Kapazitätsgrenze stößt und ein Ausbau in weiten Bereichen aus Platzmangel nur mit enormen Kosten möglich wäre, wurde die längst zu den Akten gelegt Idee einer "Westtangente" wieder hervor geholt.

2001 wurde sahen die Pläne schließlich vor, westlich von Linz eine 4-streifige, kreuzungsfreie Straße zu bauen, die an beiden Enden an die A7 (beim Knoten Linz-Hummelhof und Knoten Linz-Urfahr) angebunden werden sollte, und damit einen stadtnahen Autobahnring ergeben hätte. Die etwa 7 km lange Autobahn wäre größtenteils in Tunnel geführt worden, wobei der südliche Tunnel 2,3 km und der nördliche Tunnel 2,9 km Länge gehabt hätte.


 aus: OÖN, 09.02.2002
Das Projekt wurde unter dem Titel "A26 Westring Linz" im Bundesstraßengesetz inkludiert und der ASFINAG zum Bau übertragen. Mit einem Baubeginn wurde 2005 gerechnet. Im Laufe der Detailplanung, die sich bis Ende 2003 hinzogen, stiegen die Kosten bis auf über 500 Millionen Euro, wodurch sich die ASFINAG genötigt sah, eine private Mitfinanzierung des Projektes zu fordern. Wegen eines auch in Expertenkreisen nicht unumstrittenen Nutzens der stadtnahen Autobahn wird jedoch eine private Mitfinanzierung einen längeren Diskussionsprozess erfordern. Angesichts der hohen Kosten wird es wohl nicht ohne ein deutliches Abspecken des Projektes gehen, sollte das Projekt eine Chance haben, mittelfristig realisiert zu werden.

Presseinformation Büro LH-Stv. Hiesl, oö. Landesregierung, vom 12.05.2003
A 26 Westring Linz - Vorprojekt vor Abschluss - Trasse wird noch vor Sommer 2003 fixiert

vergrößerte Ansicht
BAU-OFFENSIVE IM HÖCHSTRANGIGEN STRAßENNETZ OBERÖSTERREICHS

In Oberösterreich befindet sich die größte Autobahnbaustelle Österreichs. 2003/2004 werden wir den Lückenschluss im oö. Autobahnnetz erreichen.
In einem weiteren Schritt wollen wir die großen Korridore in Oberösterreich - A 26, S 10, B 309 - zu durchgängig leistungsfähigen Verkehrsadern ausbauen.
Alleine im höchstrangigen Straßennetz (Autobahn + Schnellstraße) sind Bauvorhaben mit Gesamtkosten von 1.620 Mio. Euro in Realisierung bzw. Planung.

Die ASFINAG investiert heuer rund € 242 Mio. Euro in Neubau- und Sanierungsmaßnahmen in Oberösterreich. Das ist mehr als ein Viertel jener Investitionssumme, die 2003 für Gesamtösterreich vorgesehen ist.

A 26 WESTRING LINZ: ABSCHLUSS DES VORPROJEKTES
NOCH VOR DEM SOMMER 2003

Die Planungen bzw. Vorarbeiten für den 8,2 km langen Westring Linz sind schon sehr weit fortgeschritten: Noch vor dem Sommer 2003 werden wir das Vorprojekt abschließen und es der ASFINAG vorlegen, kündigt LH.-Stv. Hiesl an.
Danach ist eine § 14 Verordnung nach dem Bundesstraßengesetz (Bundesstraßenplanungsgebiet) notwendig. Die Planungs- und Baukosten werden derzeit auf 413 Mio. Euro geschätzt.
Beim Architektenwettbewerb für die Donaubrücke läuft derzeit die Phase I (Bewerbererkundung). Bis Ende August 2003 wird die Entscheidung des Preisgerichtes vorliegen.
Am 29. August 2003 fällt der Startschuss für die große Linzer Verkehrslösung:
29.8.2003: Baubeginn für Einhausung bzw. Absenkung der A 7 im Bereich Bindermichl - 2005 werden die mehr als 90.000 Fahrzeuge pro Tag bereits unter der Erde rollen.
Im Anschluss daran soll die A 26 Westring Linz mit Gesamtkosten von 413 Mio. Euro realisiert werden.

WEITERE WICHTIGE REALISIERUNGSSCHRITTE

Luftmessungen sind in der Endphase.
Bohrkampagne für Tunnelanlage abgeschlossen.
endgültige Trassenfixierung noch vor Sommer 2003.
die UVE wird 2003 mit dem UVE-Konzept begonnen, 2004 wird die Umweltverträglichkeitserklärung vorliegen.
anschließend UVP-Verfahren (dauert nach Aussage des Ministeriums in Zukunft nur mehr ein Jahr).
Sommer 2003: Startschuss für Linzer Gesamtverkehrslösung mit Baubeginn Bindermichl.

STAND DER GRUNDLAGENERHEBUNGEN

Die Vermessung für das Vorprojekt liegt vor. Für das Einreichprojekt wird eine detaillierte Geländeaufnahme notwendig sein.
Die Lärmmessungen sind für das Vorprojekt abgeschlossen. Für die Umweltverträglichkeitserklärung ist eine Ausweitung auf die Bereiche Heilham und Waldeggstraße erforderlich.
Die Erhebungen für den Bereich Ökologie liegen großteils vor.
Messungen für Meteorologie / Luftschadstoffe sind fixiert.
Die 2. Erkundungsphase für Geologie und Hydrologie ist abgeschlossen.
Die Analyse zur systematischen Überprüfung des erforderlichen Erhebungsbedarfes für die UVE wird mit dem Vorprojekt vor dem Sommer 2003 abgeschlossen.

ERKUNDUNGSPHASE TUNNELBAU

In dieser wichtigen Phase sollen die Basisdaten Geologie und Geotechnik für die tunnelbautechnische Planung und hydrogeologische Erkundungen für die UVE ermittelt werden.
Die Erkundungen wurden von April bis Dezember 2002 durchgeführt, die entsprechenden Laboruntersuchungen sind bereits erfolgt.
Im Zuge der 2. Phase Bodenerkundungen war die Geologie und die Hydrogeologie des Planungsraumes im Stadtgebiet von Linz für das Vorprojekt "Westring Linz", welches sich aus der "Nordspange" und der "Westspange" zusammensetzt, zu bearbeiten. Der Untersuchungsbereich liegt im Stadtgebiet von Linz und Urfahr, wobei sich der geologische Planungsraum in den nördlich der Donau liegenden Bereich mit den östlichen Hängen des Pöstlingberges und des Stadtgebietes Urfahr im Osten und in den südlich der Donau liegenden Teil - bestehend aus dem Freinberg, Bauernberg, Gugl- und Froschberg sowie dem Zaubertal - als westliche Gebietsgrenze erstreckt.
Der Untersuchungsrahmen für die geplante Trassenvariante des Westringes Linz umfasst die Bearbeitung der regionalen Geologie, Durchführung von Bohrungen, Labor-, Bohrloch- und Feldversuche, sowie hydrogeologische Untersuchungen. Der Bearbeitungsrahmen stellt die Erhebung der erforderlichen geologisch-tektonischen und hydrologischen Grundlagen für das Vorprojekt sicher.
In der 2. Erkundungsphase wurden detaillierte Untersuchungen über Boden und Fels in Hinblick auf bautechnisch und hydrogeologisch relevante Fragestellungen an der favorisierten Trassenvariante des "Westringes" durchgeführt. Für diesen Zweck wurde ein zweites Erkundungsprogramm aus 50 Bohrungen (inklusive Optionsbohrungen) entwickelt. Weiters werden im Bereich Nordspange sowie Westspange je ein Grundwasserabsenkbrunnen samt den erforderlichen Pegelmessstellen hergestellt.
Die voraussichtlichen Gesamtkosten des gesamten Erkundungsprogrammes betragen (Nordspange und Westspange) ca. 2,0 Mio Euro.

VERKEHRSBERUHIGUNG VON BUNDESSTRAßEN
IM STADTGEBIET LINZ

Nach Realisierung der A 26 Westring Linz werden Teile der B 139, der B 129 und der B 127 im Stadgebiet von Linz in Gemeindestraßen umgewandelt.


Presseinformation Büro LH-Stv. Hiesl, oö. Landesregierung, vom 12.12.2001
Westring Linz soll als A 26 errichtet werden
LH.-Stv. Hiesl: Einreichprojekt soll durch konzentriertes Verfahren bereits Anfang 2003 fertig sein

Der Westring Linz - die 4. Donaubrücke inklusive Tunnelkette - mit Gesamtkosten von rund 4 Mrd. S ist das wichtigste Straßenprojekt in Oberösterreich, stellt heute Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl fest. "Wir werden alle verfügbaren Ressourcen bündeln, damit wir im Rahmen eines konzentrierten Verfahrens bis Anfang 2003 das Einreichprojekt für Brücke, Tunnel und Straße fertigstellen können", so Hiesl.

Im Jänner 2000 wurde gemeinsam von Land OÖ. und Stadt Linz der Westring fixiert. Im Anschluss daran wurde im Rahmen der verpflichtenden Variantenuntersuchung seitens des ILF die Variante C (Westtunnel, stadtnäherer Brückenstandort und Nordtunnel) als beste Lösung empfohlen. Diese Variante wurde mittlerweile auch vom zuständigen Infrastrukturministerium positiv beurteilt. Mittlerweile hat das Land OÖ. die Planungskosten in Höhe von rund 150 Mio. S übernommen bzw. soll der Westring Linz als Autobahn (A 26) seitens der ASFINAG errichtet werden.

In einem weiteren Schritt wollen wir nun im Rahmen eines konzentrierten Verfahrens die Vorprojekte bzw. Einreichprojekte für Brücke, Tunnel und Straße nebeneinander erstellen. Bis Frühjahr 2003 sollen alle Projekte vorliegen und das UVP-Verfahren eingeleitet werden, nennt Hiesl das Ziel.

"Ich habe bei diesem Jahrhundert-Straßenprojekt für Linz viele Mitspieler bzw. Betroffene. Nur wenn Land OÖ., die Stadt Linz und der Naturschutz bzw. der Umweltanwalt an einem Strang ziehen, wird die Baureife möglichst rasch erreichbar sein. Als Baureferent werde ich auf jeden Fall alle Ressourcen auf dieses Straßenprojekt bündeln und die Verantwortung der Beteiligten einfordern, so Hiesl abschließend.
 
Oberösterreichische Nachrichten vom 26.11.2001 - Seiten 1 und 17
Tunnel-Autobahn für Linz, aber Baubeginn verzögert sich weiter
LINZ. Als vierspurige Autobahn mit der Kurzbezeichnung A71 soll gebaut werden, was bisher als Linzer Westring mit Donaubrücke und Tunnels bekannt war. Dieses Bauvorhaben soll die Pendlerströme entflechten, Stadtstraßen beruhigen und den Durchzugsverkehr besser verteilen und lenken.
Unter einem besonders günstigen Stern aber steht es noch immer nicht: Weil erst heuer die Trassenführung wieder geändert wurde, kommen die Planer beim Land immer mehr in Verzug. Von einem Baubeginn in zwei Jahren kann nicht mehr die Rede sein, 2004 ist das höchste der Gefühle. Wann das 4-Milliarden-Vorhaben fertig sein könnte, traut sich ohnehin niemand zu sagen. Viele wesentliche Details sind noch ungeklärt oder strittig, ausständig sind Studien über Lärm- und Schadstoffbelastung. Die erforderliche Umweltverträglichkeits-Prüfung ist ebenso zeitraubend wie die vorgeschriebene internationale Ausschreibung. Außerdem ist die Finanzierung noch nicht unter Dach und Fach.
 
Linzer Westring wird als A71 zur Autobahn
Keine Hoffnung mehr für Baubeginn 2003
VON PETER AFFENZELLER
LINZ. Die Gutachter in der Umweltverträglichkeitsprüfung sollen den Politikern jetzt die Entscheidung über den Standort der vierten Linzer Donaubrücke abnehmen. Der ganze "Westring" soll als Autobahn A71 von der Asfinag finanziert werden.
"Angefangen haben wir bei einer neuen Brücke für 350 Millionen, heute halten wir bei einer kompletten Westumfahrung für vier Milliarden", wirbt Baureferent Franz Hiesl um Verständnis bei jenen, denen es zu langsam geht: Der Westring sei für Pendler und Linzer eine sinnvolle Lösung und ein "schwierigstes und wichtigstes Projekt". "Wir ringen darum", sagt Hiesl, dass der Ring analog zur Stadtautobahn A 7 als A 71 bezeichnet und von der Sonderfinanzierungs-Gesellschaft Asfinag bezahlt wird.
Zur Diskussion um den Brückenstandort - "alt" bei St. Margarethen oder "neu" an der Stadtgrenze" - hat sich eine salomonische Lösung gefunden: Die Gutachter im Umweltverfahren sollen entscheiden, die Stadt Linz soll sich dem anschließen. Damit ist klar, dass nur mehr die stadtnahe Brücke wirklich im Rennen bleibt, für die jetzt Detailpläne ausgearbeitet werden. Planungsdauer sieben bis neun Monate.
Hiesl spricht von drei Abschnitten: Brücke und Tunnel bis zum Bahnhofsknoten sollen ab 2004 errichtet werden, später erst der Anschluss zur Westbrücke und noch später der Nordtunnel unter Urfahr durch zur Mühlkreisautobahn. An eine Baureife im Jahr 2003 glaubt er selbst nicht mehr.
Eine klare Absage erteilt Hiesl Ideen, sich die teure Brücke samt Tunnel zu schenken und stattdessen nur eine Verbindung durch Urfahr zur A 7 zu schaffen: "Die Voest-Brücke und die Stadtautobahn könnten den Verkehr gar nicht aufnehmen und die Entlastung der Innenstadt wäre weg."
Neu diskutiert wird derzeit die Lösung an der Waldeggstraße Richtung Westbrücke und Bindermichl: Die Häuserzeile zwischen Straße und Westbahn soll abgelöst werden. Dann hätte eine neue Unterflurtrasse mit vier Spuren Platz, auf deren "Deckel" man wieder eine Bebauung (Büro- und Geschäftshäuser etc.) errichten könnte. Die "neue alte" Waldeggstraße wäre nur noch zweispurig.
Ungelöst ist nach wie vor die Frage, wohin mit den Autoabgasen aus den Tunnels: "Es gibt eine Entlüftungsmöglichkeit zur Donau hin oder nach oben. In St. Gallen zum Beispiel wurde dafür ein höherer Schlot errichtet. Wir studieren noch die Lage im Stadtklima, um zu sehen, wie man Belastungen für Wohngebiete vermeiden kann", sagt Planungschef Günter Bsirsky. Eine konzentrierte
Emissionsquelle sei technisch leichter beherrschbar als die bestehende Belastung durch den Verkehr auf der Westtangente.
 
Dobusch: "Kein Monster-Knoten"
VON MEINHARD BUZAS
LINZ. In einem Punkt stimmt der Linzer Bürgermeister Dobusch mit Landeshauptmann-Stellvertreter Hiesl überein: Einen Westring-Baubeginn 2003 hält er nicht mehr für machbar.
"Allein die Umweltverträglichkeits-Verfahren werden länger dauern. Es wird nicht möglich sein, ein so komplexes und schwieriges Verfahren bis 2003 abzuwickeln, zumal wir seit heuer mit einem näher zur Stadt verschobenen Brückenstandort ja praktisch wieder vor einem Neuanfang stehen", sieht Dobusch den Zeitfaktor realistisch.
Linz werde unter der Voraussetzung, dass alle heiklen Punkte befriedigend geklärt werden können, alles tun, um dieses "eindeutige Landesprojekt" zu unterstützen, benötigte Unterlagen liefern, notwendige Flächenwidmungsplan-Änderungen durchführen. Für ihn komme in der Waldeggstraße nur eine Unterflurtrasse in Frage, die Trasse müsse vom neuen Brückenkopf in Urfahr bis zur Westbrücke über die Bahn ein Gesamtprojekt sein, nur die Tunnelstrecke in Urfahr bis zur Mühlkreisautobahn könne später geplant werden.
Zur Diskussion stellt er auch die Dimension der Auf- und Abfahrten für den Tunnel beim Bahnhof und die Brücke in Urfahr. "Planer denken nur in hundertprozentigen Lösungen, egal, ob dabei etwa der Bergschlössl-Park ruiniert wird. Man muss nicht aus jeder Fahrtrichtung in den Tunnel oder auf die Brücke fahren können", ist Dobusch für Augenmaß. Von überdimensionierten Monster-Knoten nehmen auch die Landesplaner inzwischen Abstand.
Linz befürwortet die Schaffung einer ausgegliederten Gesellschaft für den Bau des 4-Milliarden-Vorhabens. Dobusch: "Nur so könnten die Abläufe beschleunigt werden." Auf dem Ohr aber hört Hiesl schlecht: "Die Finanzierung wird ohnehin ausgegliedert, wir haben eine eigene Planungsgruppe, aber die muss in diesem Fall nach den Regeln des Bundes spielen."
Auf die Frage, was nach seiner persönlichen heutigen Abschätzung im Jahr 2009, also im Jahr der übernächsten Landtags- und Gemeinderatswahl, vom Westring schon gebaut sein könnte, sagt Dobusch klipp und klar: "Die Brücke könnte dann fertig sein, die Tunnels höchstens im Bau."
 

zuletzt geändert: 12.05.2003


[nach oben]     [einmal zurück]     [Verkehrs-Notizen]