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| Die sonderbare
Rolle der "Autobahnen" bei Salzburg zwischen 1945 und 1954 |
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| Die beiden Autobahnäste von der Grenze Walserberg bis Salzburg-Mitte und vom Knoten Salzburg bis Salzburg-Süd wurden zwar 1941 fertig gestellt, galten aber nach dem Krieg für lange Zeit offiziell nicht als Autobahnen. Dies ich auch die Erklärung dafür, warum diese Strecken in keiner Statistik von damals aufscheinen. Ganz offensichtlich hing das Schicksal dieser Autobahnteilstücke wie vieles in Österreich in jenen Jahren an der Streitfrage um das "Deutsche Eigentum". | |||
| Die Autobahnen fielen so wie das gesamte "Deutsche Eigentum" in Österreich in den Besitz der Alliierten – in Salzburg der Amerikaner. In Österreich gab es nun um das "Deutsche Eigentum" einen jahrelangen Streit, da Westalliierte und Russen unterschiedlicher Meinung darüber waren, was damit geschehen soll. Dabei wurde pauschal vorgegangen, d.h. man strebte nach gesamtösterreichischen Lösungen, da man fürchtet, die von den Westalliierten Teil des Landes könnten sich von der sowjetischen Besatzungszone weg entwickelt, was - wie in Deutschland geschehen - zu einer Spaltung des Landes führen hätte können. Für die Autobahnen bedeutete dies offenbar, dass man sie bis zur Klärung aller Eigentumsfragen 1954 ganz einfach ignoriert hat. Eine verkehrspolitische sowie nationale Bedeutung besaßen die Autobahnteilstücke bei Salzburg ohnehin nicht. | |||
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| Im Frühjahr 1949 begann man, auf der Autobahntrasse eine Richtungsfahrbahn fertig zu stellen. Am 19. Dezember 1949 erfolgte die Freigabe die nördliche Richtungsfahrbahn zwischen Liefering (Anschlussstelle Salzburg-Mitte) bis zum damals noch unfertigen Talübergang Zilling für den öffentlichen Verkehr. In Zilling wurde der Verkehr auf einer provisorischen Straße zur Bundesstraße 1 auf- und abgeleitet. Am 12. Oktober 1951 konnte ein weiterer 1,6 km langer Abschnitt der südlichen Richtungsfahrbahn zwischen dem seit 1941 fertigen Autobahnteilstück bei Salzburg-Mitte bis zur Anschlussstelle Salzburg-Nord dem Verkehr übergeben werden. Im Bereich der Anschlussstelle Salzburg-Nord selbst waren auch schon 1941 beide Richtungsfahrbahnen fertig gestellt, eine Auf- und Abfahrtsmöglichkeit bestand aber nur für die nördliche Richtungsfahrbahn. Die Errichtung der Auf- und Abfahrtsrampen der südlichen Richtungsfahrbahn wurde aus sicherheitstechnischen Gründen verschoben, da die Abfahrt direkt bei der niveaugleichen und sehr unfallträchtigen Kreuzung der B156 mit der Westbahn eingemündet hätte. Vor dem Fertigbau der Anschlussstelle musste die Straße verlegt sowie ein niveaufreier Bahnübergang geschaffen werden. Die zweibahnige Autobahn führte etwa bei der Ortschaft Sam in den einbahnigen Abschnitt über. Die südliche Richtungsfahrbahn zwischen Sam und Zilling wurde Anfang der 1950er-Jahre vollendet. | |||
![]() Der halb fertige Talübergang Zilling nordöstlich von Salzburg im Jahre 1955, unmittelbar nach Wiederaufnahme der Bauarbeiten. |
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| Erst am 19. Juni 1953 erließ z.B. die Salzburger Landesregierung ein Verkehrsverbot für Fußgänger, Radfahrer und nicht luftbereifte Fahrzeug sowie ein Verbot des Viehtriebs auf den fertig gestellten Autobahnabschnitten. Kurze Zeit später wurde aber wieder gestattet, dass Radfahrer den Standstreifen benützen durften. | |||
| Generell nutzte man die "Autobahnen" bei Salzburg in vielfältiger wie kreativer Weise. | |||
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Die "Autobahnen" bei Salzburg haben zwei Gefällestrecken: Von der Grenze Walserberg ostwärts und vom Knoten Salzburg-Nord westwärts. Beide Strecken eigneten sich damit hervorragend für Seifenkistenrennen. Am 24. Jänner 1948 gab es beim "Soap-Box-Derby" am Walserberg 20.000 Zuschauer. |
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| Der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Kleßheim und Salzburg-Mitte war für die Abhaltung von Motorradrennen sehr beliebt, wobei es bis zu 25.000 Zuschauer gab. Bis zumindest 1952 fanden diese Rennen statt. | |||
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1952 tauchten auch Pläne auf, den Südast vom Knoten Salzburg bis Salzburg-Süd (heute A10 Tauernautobahn) zu einer regulären Rennstrecke nach dem Muster der früheren AVUS in Berlin auszubauen. 1954 versuchte sich auch der deutsche Rennfahrer Hans Stuck mit einem derartigen Projekt, stieß aber auf Ablehnung. |
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Von den ältesten Autobahnteilstücken Österreichs
sind heute nur mehr wenige Bauteile erhalten. Schon Ende der 1970er-Jahre musste infolge von Fahrbahnschäden die Betonfahrbahn zwischen der Grenze und Salzburg-Nord gegen einen Asphaltbelag ersetzt werden. 1982/83 wurde der bauliche schon äußerst desolate Abschnitt vom Knoten Salzburg bis Salzburg-Süd komplett erneuert. |
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zuletzt geändert: 26.12.2005 |
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