Zur
Geschichte der Autobahn |

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Die ersten "Autostradas" |
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| Nachfolgender Aufsatz
erschien in der Zeitschrift "Die Strasse" 14/1939 und
veranschaulicht den damaligen Ausbauzustand des italienischen "Autostrada"-Netzes.
Bemerkenswert ist die Erwähnung (im 2. Absatz), dass durch den Ausbau des
Staatsstraßenetzes über die erwähnten Strecken keine weiteren mehr
begonnen würden. Aus propagandistischen Gründen wurde dabei verschwiegen,
dass infolge der niedrigen Motorisierungsdichte und der Wirtschaftskrise die
gebührenpflichtigen Strecken nicht wirtschaftlich zu betrieben waren,
wodurch man sich dem Ausbau des kostenlos zu benützenden landesweiten
Staatsstraßennetzes widmete. |
Die italienischen
Autobahnen
von Roberto Bosco |
| Der Gedanke,
Autobahnen zu bauen, tauchte in Italien sofort nach der Errichtung des
faschistischen Regimes auf, einerseits, weil ein großer Teil der
gewöhnlichen Straßen durch schlechte Unterhaltung und starken Verkehr
sehr heruntergekommen war, andererseits, weil der immer mehr anwachsende
Kraftverkehr angemessene Straßen verlangte. |
| So entstanden die
ersten Autobahnen, über die hier kurz berichtet werden soll. Später aber
wurde die Azienda Autonoma Statale della Strada, kurz A.A.S.S.,
eingerichtet, die sofort das Netz der Staatsstraßen in Ordnung brachte,
so daß sie den Anforderungen des Verkehrs entsprachen. Damit wurde der
Bedarf an weiteren Autobahnen sehr verringert und ihr Bau erfuhr einen
Stillstand. |
| Im ersten
Zeitabschnitt ihres Entstehens hat die Regierung die Autobahnen
nicht selbst gebaut, sondern die private Unternehmung aber
gefördert und gelenkt: Die Gesellschaft legte ihren Entwurf vor,
den der Oberste Rat der öffentlichen Arbeiten zu prüfen und zu
genehmigen hatte. Dann wurde die Konzession für den Bau erteilt.
Der Bau wurde zu etwa einem Drittel von dem Ministerium er
öffentlichen Arbeiten, zu ungefähr einem weiteren Drittel aus ein
Aktienkapital der Gesellschaft und zu einem restlichen dritten Teil
durch Zeichnung von Obligationen der Gesellschaft finanziert. |
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Häufig haben örtliche Behörden, Provinzen und Gemeinden, für die
leidlichen Verpflichtungen der Gesellschaft den Besitzern der Obligationen
gegenüber die Bürgschaft übernommen. Der staatliche Zuschuß ist in 50
gleichen Jahresraten zu tilgen, die die Gesellschaft bei Kreditinstituten
diskontieren darf. Das Gesetz gibt dem Staat das Recht, eine Autobahn
jederzeit zu den Zahlungs- und sonstigen Bedingungen der Konzession zu
enteignen. Die Bilanz der Gesellschaft wird vom Staat kontrolliert.
Übersteigt der Gewinn eines Geschäftsjahres einen gewissen Betrag, so
muß die Gesellschaft den Überschuß zur Tilgung der Jahresraten
verwenden. |
| Der Verkehr auf den
Autobahnen ist mit Ausnahme der Bahn Nr. 9 von Rom nach Ostia
gebührenpflichtig. Die Gebühr wird nach Art und Stärke des Wagens
bemessen, der Tarif ist vom Ministerium für öffentliche Arbeiten zu
genehmigen. |
| Da diese neuen
Verkehrswege in der Regel natürliche Verkehrsrichtungen einhalten und
nicht nur von örtlicher, sondern vor allem auch von großer nationaler
Bedeutung sind, so mußte natürlich der Staat bestrebt sein, die
Autobahnen unter seine Leitung zu bringen. Von den in der Tabelle
aufgeführten sieben von Privatgesellschaften gebauten Bahnen sind die
Bahnen Nr. 2, 3 und 4 bereits enteignet und der A.A.S.S. unterstellt
worden. |
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Die älteste italienische Autostrada von
Mailand zu den oberitalienischen Seen bei Olgiate |
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| Autobahnen:
Nr. 1. Turin-Mailand 126 km
Nr. 2. Mailand-Lombardische Seen 86 km
Nr. 3. Mailand-Bergamo 49 km
Nr. 4. Bergamo-Brescia 46 km
Nr. 5. Venedig-Padua 25 km
Nr. 6. Florenz-Tyrrhenisches Meer bei Viareggio 83 km
Nr. 7. Neapel-Pompeji 21,5 km
Es gibt aber noch zwei weitere Autobahnen, die nicht von
Privatgesellschaften gebaut sind, und zwar:
Nr. 8. Genua-Serravalle Scrivia 50 km
Nr. 9. Rom-Strand von Ostia 24 km
Die Autobahn 8 wurde
vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten gebaut, Bahn 9 vom Gouverneur
von Rom; diese verbindet Rom mit der See bei Ostia. Beide unterstehen der
A.A.S.S. Der Verkehr auf der Bahn von Rom nach Ostia ist gebührenfrei. |
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Die Autobahn 2 von Mailand nach den lombardischen Seen ist die erste, die in
Italien entworfen und gebaut wurde. Die Arbeiten wurden im März 1923,
also weniger als fünf Monate nach dem Marsch auf Rom, in Angriff
genommen, und die erste Teilstrecke wurde im September 1924 eröffnet. Sie
verbindet Mailand mit Como, Varese und Sesto Calende und hat, weil diese
drei Städte in der Nähe der lombardischen Seen liegen, danach ihren
Namen bekommen. Die Gesamtlänge ist 86 km, drei Teilstrecken sind 14 m
breit, die anderen 11 m. |
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Ende der Autostrada 2 in Mailand |
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| Die Bahn kreuzt viele andere Straßen, Flüsse
und Kanäle, und dies, zusammen mit dem Wunsch, die Bahn möglichst gerade
zu führen, machte zur Vermeidung von höhengleichen Kreuzungen 35 Über-
und 71 Unterführungen nötig, auch mußten zu diesem Zweck etwa 100 km
Straße neu verlegt werden. Die Bahn sollte, wie
schon gesagt, möglichst gerade sein. Die längste Gerade ist 13 km lang,
die Kurven haben meist über 500 m Halbmesser. Der Bau der Autobahn hat 70
Millionen Lire gekostet, die Staatssubvention, die wie gesagt, in 50
Jahren zu tilgen ist, betrug 1½ Millionen Lire. Die Bahn ist, wie
erwähnt, der A.A.S.S. unterstellt. |
| Die Autobahn
Turin-Mailand, 126 km lang, ist als die erste Teilstrecke einer Autobahn
von Turin nach Triest anzusehen, die zum großen Teil am Fuß der Alpen
verläuft. Von den 126 km Gesamtlänge sind 95 km gerade. Die längste
Gerade ist 21 km lang. Auch diese Bahn durchläuft eine Gegend mit dichtem
Straßennetz, mit zahlreichen Eisenbahnen und Wasserläufen erster und
zweiter Ordnung und mußte daher mit vielen Kunstbauten ausgestattet
werden. Da die Gegend Flachland ist, steigt diese Bahn nicht über 3%,
wobei die Steigungen im wesentlichen durch Oberführungen veranlaßt sind.
Die Gesamtbreite beträgt 10 m, die Fahrbahn ist 8 m breit. Der Bau der
Autobahn hat 145 Millionen Lire gekostet, die Staatssubvention betrug 3,7
Millionen Lire |
| Die Autobahn
Mailand-Bergamo kann als die zweite Teilstrecke der Bahn von Turin nach
Triest gelten. Sie ist etwa 49 km lang, 10 m breit und hat eine Fahrbahn
von 8 m Breite. Auch sie hat lange Geraden, von denen die längste 15 km
lang ist. Kurven sind auf das Minimum beschränkt. Die Steigungen
überschreiten nirgends 3% und erreichen diese Steigung nur bei
Überführungen. Das Gelände ist ganz ähnlich wie bei den Bahnen
Turin-Mailand und Mailand-Lombardische Seen, und die Kunstbauten zur
Unter- oder Überführung anderer Straßen oder Eisenbahnen sind für eine
so kurze Strecke recht zahlreich. So gibt es 220 Überführungen über
Wasserläufe und mehr oder minder bedeutende Kanäle. Die Hauptkunstbauten
sind zwei Eisenbetonbrücken, eine mit 50 m Spannweite über den Brembo
und die zweite, die mit 80 m Spannweite in 40 m über ihrem Spiegel die
Adda kreuzt. Zahlreiche gewöhnliche Straßen haben Anschluß an die
Autobahn. Bemerkenswert ist die kurze Bauzeit von 15 Monaten. Der
Bau kostete 56 Millionen Lire, die staatliche Subvention betrug 1.100.000
Lire. |
| Die Autobahn
Bergamo-Brescia ist das dritte Teilstück der Bahn Turin-Triest. Ihre
Länge beträgt 46 km, davon entfallen 19 km auf die Provinz Bergamo und
27 km auf die Provinz Brescia. Gut 40 km sind gerade Strecken, deren
längste 12 km mißt. Die Bahn hat nur acht Kurven sehr großen
Halbmessers. Die Breite ist auch hier wieder 10 m, wovon 8 m auf die
Fahrbahn entfallen. Zwischen Brescia
und Bergamo ist ein Höhenunterschied von nur etwas mehr als 100m, und
deshalb bleiben auch die Steigungen gering und überschreiten nirgends 3%. |
| Auch diese Bahn hat
zahlreiche Kreuzungen, insgesamt 53, mit Eisenbahnen und Wasserläufen und
erforderte im ganzen 470 Kunstbauten. Beachtlich ist besonders die Brücke
über den Oglio, bei Palazzolo, mit 285 m Länge, die in 38 m Höhe mit
drei Parabelbogen von je 60 m Spannweite über den Wasserspiegel des
Flusses führt. Es wurden sechs Anschlußstellen an Provinzialstraßen
geschaffen mit den dazugehörigen Wächterhäusern. Im Süden der Stadt
Bergamo hat die Bahn durch einen Verteilerkreis ihren Anschluß an die
Autobahn Bergamo-Mailand gefunden, wodurch höhengleiche Kreuzungen
vermieden werden. Es war dies der erste solche Anschluß, der in Europa
gebaut wurde. |
| Die nächste Autobahn
führt von Venedig nach Padua. Es gab zwar schon Straßenverbindungen
zwischen den zwei Städten mit guten Decken, aber der Verkehr auf ihnen
war recht unbequem, weil er durch zahlreiche Ortschaften und Ansiedlungen
in dichter Folge führte, und viele höhengleiche Kreuzungen und
Kanalübergänge zu überwinden waren. Dazu kam noch, daß der Verkehr an
sich sehr dicht war und sich somit alle Bedingungen für den Kraftfahrer
sehr ungünstig gestalteten. Die Autobahn Venedig-Padua, kaum 25 km lang,
10 m breit mit 8 m breiter Fahrbahn, ist immer stark befahren, auch zu den
Zeiten, in denen der Verkehr sonst aus manchen Gründen nachläßt. Die
Kurven sind so unmerklich, daß die ganze Bahn als gerade angesehen werden
darf, die größte Steigung beträgt noch nicht 3%. Von den größeren
Kunstbauten zum Überschreiten von Eisenbahnen, Straßen und Kanälen
seien vor allem die Überführung aus Eisenbeton über die Straßenbahn,
die von Padua nach Fusina geht, hervorgehoben sowie die Überführung
über die Straße nach Noventa Padovano mit 60 m Länge und sieben
Öffnungen sowie die eiserne Brücke über die Brenta mit drei Bögen und
170 m Gesamtlänge. Der Bau der Autobahn kostete 26.370.000 Lire, bei
634.400 Lire staatlicher Subvention. |
| Die Autobahn
Florenz-Viareggio ist hauptsächlich für touristische Zwecke bestimmt und
verbindet Florenz, das kulturelle und künstlerische Zentrum von Toscana
und den Zusammenlauf vieler Straßen, bei Viareggio mit der See. Die Bahn
beginnt im Vorort Peretoia mit einer Strecke, die auf einer Länge von
nicht ganz 1 km 15 m breit ist, bis zum Anschluß der Staatsstraße von
Pistoia. Die ganze Strecke ist etwa 83 km lang und durchzieht die
Provinzen Florenz, Pistoia und Lucca. Die Gesamtbreite beträgt auch hier
10 m, die Breite der Fahrbahn 8 m. Die Bahn ist von Florenz bis Prato auf
12 km gerade und von Prato bis Pistoia auf 14,5 km fast gerade, kommt aber
dann in der Provinz Pistoia in Hügelland, das sie mit einem Tunnel von
330 m Länge leicht überwindet. Hier berührt sie die berühmten heißen
Quellen von Montecatini. jenseits Lucca folgt sie dem Unterlauf des
Flusses Serchio durch prächtige Pinienwälder, die dem Touristen reiche
Abwechslung bieten, und schließt sich bei Migliarino an die Staatsstraße
"Aurelia" an, mit der sie bis zum Seebad Viareggio führt. Die
Zahl der Kunstbauten an dieser Autobahn beträgt 500. Ihr Bau kostete 120
Millionen Lire, der Staatszuschuß war 2.625.000 Lire. |
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Einfahrt
und Wärterhaus an der Autostrada
Florenz-Viareggio (Tyrrhenisches Meer) |
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| Die Autobahn
Neapel-Pompeji sollte ursprünglich von Neapel bis nach Salerno gehen,
weil aber der stärkste Verkehr von Neapel nur bis Pompeli führt, wurde
sie nur bis dahin gebaut. Die durchlaufene Gegend kennzeichnet sich vom
Anfang bis zum Ende durch die außerordentlich dicht beieinander liegenden
Industriewerke, die einerseits den Nutzen der Bahn beweisen, andererseits
aber viele technische und wirtschaftliche Schwierigkeiten gemacht haben.
Die Bahn ist wenig über 21,5 km lang, einschließlich des Anschlusses
nach Neapel und der etwa 1 km langen Strecke nach Castellamare di Stabia.
Auch diese Straße ist 10 m breit, mit 8 m breiter Fahrbahn. Auf der
kurzen Strecke fehlt es nicht an Über- und Unterführungen von Straßen,
Eisenbahnen, Bewässerungskanälen und Gießbächen, die 93 größere und
kleinere Kunstbauten erforderten. |
| Die größte Steigung
beträgt 4,55%, der kleinste Kurvenhalbmesser 400 m. Die Straße bietet
dem Touristen neben der schönen Landschaft guten Zugang zu den
künstlerisch bedeutsamen Altertümern von Pompeji und Herculaneum. Die
Kosten beliefen sich auf 36 Millionen Lire, bei einem Staatszuschuß von
900.000 Lire. |
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Überführungen
an der Autostrada Neapel-Pompeji |
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Autostrada
Neapel-Pompeji in der Campagna |
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| Die Autobahn von Rom
nach Ostia wurde ohne Zutun des Staates von der Stadtverwaltung von Rom
gebaut. Sie beginnt in der Nähe der Basilica di S. Paolo, verläuft
rechts von dem Gelände für die Weltausstellung des Jahres 1942 und folgt
dann bis kurz vor dem Endpunkt, dem Seebad Roms, dem linken Tiberufer
vorüber an den Ausgrabungen des alten Ostia, die in den letzten Jahren
eine beträchtliche Entwicklung erfahren haben. Ihr Endpunkt führt nicht
nur zum Badestrand, sondern auch zum öffentlichen Park von Castelfusano
und auf der anderen Seite zum Flughafen von Ostia, von dem wichtige
Fluglinien ausgehen. Hier wird in wenigen Jahren auch der Flughafen von
Magliana erstehen, an dem bereits eifrig gebaut wird. 3068 elektrische
Lampen beleuchten die Autobahn, die etwa 24 km lang und 10 m breit ist.
Die größte Steigung erreicht an einigen Steilen 3%. Die Autobahn ist von
der Stadtverwaltung von Rom der A.A.S.S. unterstellt worden. |
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Brücke
und Tunnel der Autostrada
Genua-Serravalle Scrivia |
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| Die Autobahn
Genua-Serravalle Scrivia verdient aus drei Gründen besondere Beachtung: |
| Erstens hat der Duce
selbst die Anregung dafür gegeben. |
| Zweitens bot sie
bauliche Schwierigkeiten schlimmster Art wegen der geologischen
Beschaffenheit des Geländes. Man konnte bei diesem Bau mit voller
Berechtigung von einem Kampf des Menschen mit der Natur sprechen. Weitere
Schwierigkeiten lagen darin, daß der Anfang der Straße ein ziemlich
beträchtliches Stück durch die Stadt Genua führt und daß die Autobahn
sich an vielen Stellen an die Eisenbahn und die Staatsstraße "dei
Giovi" anlehnen mußte. |
| Drittens wurde die
Straße trotz anfangs unüberwindlich scheinender Schwierigkeiten mit
größter Beschleunigung entworfen und gebaut. Im Mai 1932 fanden die
ersten technischen Beratungen über die Trasse statt, am 6. Oktober 1932
geschah der erste Spatenstich und im Oktober 1935 wurde die Straße in
Anwesenheit des Königs eingeweiht. |
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| Im Februar 1932 hatten
einige Zeitungen sich für den Bau einer möglichst gerade geführten
Eisenbahn zwischen Genua und der lombardischen Hauptstadt Mailand
eingesetzt. Der Duce aber schlug eine Lastwagenstraße vor, die dem Staat
weniger koste, einen schnelleren Dienst vermitteln könne und die Waren
unmittelbar vom Hafen zu den Fabriken bringe. Diese geniale Lösung wurde
sofort in Angriff genommen. Die Autobahn hat ihren Anfang in Genua auf
einem Platz von 50.000 m² in der Nähe des Hafens, zu dessen Freilegung 1.100.000 m² Kalkstein vom Hügel S. Benigno abgetragen werden mußten. Der
Platz dient zum Abstellen und zum Rangieren der zahlreichen Wagenzüge,
die zum Laden und Entladen an den Hafen kommen und beladen von da wieder
fortfahren. Der Dienst auf dem Platz wird durch Telephonzellen und
Signaleinrichtungen geregelt. Auf dem Platz befindet sich ein Gebäude zu
verschiedenen Zwecken mit einer Herberge für die Fahrer der Lastzüge.
Die Straße ist 50 km lang und hat Steigungen bis zu 4%, Kurven nicht
unter 100 m Halbmesser; ihre Breite beträgt 10 m, die Straßendecke ist
für dichten und schweren Verkehr berechnet. Die Tunnelstrecken sind
beleuchtet und haben innen besondere Signaleinrichtungen . Alle Kilometer
sind Park und Rastplätze vorgesehen, alle 5 km ein Wärterhaus mit
Fernsprecher. Die Gesamtlänge der 11 Tunnelstrecken beträgt 2,859 km.
Sie sind 9,42 m breit und 7,15 m hoch. 27 Brücken und Viadukte sind
zusammen 2,6 km lang, dazu kommen noch 300 Kunstbauten von geringerer
Bedeutung. |
| Um den ungehinderten
Verkehr auf der Autobahn in Genua mit den Bedürfnissen des Stadtverkehrs
in Einklang zu bringen, ist der große Platz mit dem Hafen durch einen
breiten, ringförmigen Viadukt verbunden, der die beiden Verkehrsarten
ganz unabhängig voneinander macht. Der Endpunkt der Autobahn ist
Serravalle Scrivia in der Provinz Alessandria, wohin sich durch Gabelung
Anschluß an die Staatsstraßen nach Mailand und Turin findet. Die Kosten des Baues
beliefen sich auf 210 Millionen Lire, was angesichts der technischen
Schwierigkeiten und der großen Kunstbauten durchaus angemessen ist. Der
bedeutendste Kunstbau ist der 273 m lange Viadukt von Montanesi mit zehn
Bogenöffnungen, von denen die sechs mittleren 25,5 m, die vier seitlichen
10 m Lichtweite besitzen. |
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| Die bisher in Italien
gebauten Autobahnen entsprechen den Anorderungen des Verkehrs und werden
von einer ständig zunehmenden Anzahl Kraftwagen benutzt. |
| Wie in der Einleitung
schon gesagt, hat die energische Tätigkeit der A.A.S.S. für die
Staatsstraßen, deren Beispiel die Provinzverwaltungen immer mehr folgen,
den Bedarf an neuen Autobahnen zunächst erheblich verringert. Trotzdem
hat das Ministerium der öffentlichen Arbeiten für den Fall, daß in
Zukunft wieder Autobahnen gebaut werden sollen, Ausschüsse eingesetzt,
die einen Regelplan für ihren Bau ausarbeiten sollen, der dann
entsprechend durchgeführt werden kann. |
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zuletzt
geändert: 17.02.2003
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