Zur
Geschichte der Autobahn |

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Die ersten Autoroutes in Frankreich |
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| Nachfolgende
Erläuterungen beruhen großteils auf der Dissertation "Die Wahrnehmung
von 'Landschaft' und der Bau von Autobahnen in Deutschland, Frankreich und
Italien vor 1933" von Ingrid Strohkark sowie Berichten der Zeitschrift "Der
Straßenbau", Jg. 1929-37. |

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| Frankreich war in
den 1920er-Jahren das am höchsten motorisierte Land in Europa. Allerdings
gab es das im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gut ausgebaute
Straßensystem der Routes Nationales. Tatsächlich konnte das System der
Nationalstraßen, das sich 1926 über 40.000 km erstreckte, im Vergleich zu
dem deutschen und italienischen Fernstraßennetz mit einem verhältnismäßig
geringen Aufwand an die Anforderungen des Automobils angepasst werden. |
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| Autobahn ähnliche
Straßen waren vorerst nur in den Ballungsräumen vorgesehen. So
entstanden zwischen 1934 und 1936 die "Autoroute de l'Ouest",
eine Ausfallstraße im Westen von Paris mit getrennten Richtungsfahrbahnen. Zudem sollte Paris neben dem schon in den 1930er-Jahren abschnittsweise als
Autostraße ausgebauten "Boulevard Périphérique" einen
äußeren Autobahnring erhalten, der durch Verbindungen der 5 wichtigsten
Ausfallstraßen hätte entstehen hätte sollen. |
<<< Plan der Pariser Stadtautobahnen 1937 |
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| Die Planungen
von internationalen Fernverkehrs-Autostraßen in Deutschland und Italien
bewog aber auch Interessenten in Frankreich dazu, zumindest Konzepte für
eine französische Teilhabe zu erstellen. Diese führten aber nicht zu
konkreten Planungen. Der Beginn des
Autobahnbaus in Frankreich wird häufig auf die beginnenden fünfziger
Jahre datiert. Ein eher
unbekanntes Autostraßenprojekt wurde jedoch schon 1926 eingeweiht: Die
"Autoroute du Puy-de-Dóme" im Französischen Zentralmassiv. Darüber
hinaus gab es weitreichende Autobahnplanungen. |

Planung von 1927 für eine Autobahnverbindung zwischen
den Hafenstädten am Atlantik und am Mittelmeer sowie zu den
italienischen Autostradas. |
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Geplante
Autobahnen in Frankreich vor 1933
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Nur-Autostraße |
Planungs-
beginn |
Geplante
Länge |
Planung |
Anmerkungen |
| Paris-Trouville
(Deauville) |
1927 |
ca. 180 km |
Ing.
Kern-Marsaud |
Privatfinanzierung. Sollte den im Hafen von Le Havre ankommenden
Touristen als Verbindungsstraße nach Paris dienen. Nicht bis zur
Baureife ausgearbeitet. |
Autoroute du
Nord
Paris-Breteuil
Breteuil-Lille
Breteuil-Calais |
1929 |
368 km
81 km
131,5 km
155,3 km |
Compagnie des
Autoroutes |
Die Autobahn
wurde als Ergänzung zum Flugverkehr und zur Bahn gesehen.
Straßengebühren sollten erhoben werden. Sie sollten der Beginn eines
nationalen Autobahnnetzes sein (Anbindung an Belgien, Holland,
Großbritannien). Privatfinanzierung. Autobahn wurde nicht gebaut. |
| Lyon-Evian |
1932 |
206 km |
Compagnie des
Autoroutes |
Die je 7 m
breiten Fahrbahnen sollten durch einen ein Meter breiten Mittelstreifen
getrennt werden. Durch den Mont de l'Epine sollte ein 1,8 km langer
Tunnel fuhren. Über die vorgesehene Finanzierung ist nichts bekannt. Die
Autobahn wurde nicht gebaut. |
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| Wären die hier
dargestellten Autobahnen gebaut worden, hätte Frankreich zu Beginn der
dreißiger Jahre über ca. 750 Autobahnkilometer verfugt. Dies sollte aber nur
der Beginn eines nationalen Netzes sein, das auch Anschlussstrecken in alle
Nachbarländer umfasste. Ausgehend von dem Zentrum Paris sah die Planung der
C.A.R.-Autobahnen in allen Landesteilen Frankreichs vor, wobei an den
Landesgrenzen Anschlüsse in die Nachbarländer bestehen sollten. In der
Diskussion um ein internationales Autobahnnetz spielte dann Frankreich,
hauptsächlich in der Person Albert Thomas, eine herausragende Rolle.
Die Compagnie
des Autoroutes (C.A.R.) erarbeitete auch Pläne für Autobahnen von Paris nach Bordeaux,
Marseille und Metz. Von der Cóte d'Azur sollten
Küstenautobahnen nach Spanien und Italien führen, und im Norden waren
Anbindungen an die HaFraBa in Deutschland, nach Belgien, Holland und England
vorgesehen. |
Die "Autoroute du Puy-de-Dóme" - Frankreichs erste "Autobahn" |
| Die von 1925 bis
1926 im Auftrag der Gesellschaft "Compagnie des Tramways de Clermont-Ferrand" gebaute, kostenpflichtige
"Autoroute du Puy-de-Dóme" führte auf einer Strecke von 6 km und mit 12%-iger
Steigung spiralförmig vom Fuße des Berges Puy-de-Dóme auf den Gipfel. In
Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen wurde sie in der Regel vom 1.
Mai bis zum 1. November für den Autoverkehr geöffnet.
Das Autobahnprojekt wurde von der Stadt Clermont-Ferrand als Projekt zur
Steigerung des Tourismus unterstützt. |
| In ihrer
Linienführung folgte die Autobahn einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, die im
ersten Weltkrieg weitgehend zerstört und danach nicht wieder aufgebaut
wurde. Die erste französische Autobahn war für alle Motorwagen offen; und
damit auch Touristen ohne eigenes Auto auf den Berg gelangen konnten, wurde
ein regelmäßig verkehrender Autobusdienst eingerichtet. |
Ohne die
Möglichkeit einer Anschlussverbindung war die Autobahn daher in ihrer Wirkung
begrenzt. Hierin ist ein wesentlicher Grund dafür zu sehen, dass die
Autoroute du Puy-de-Dóme heute häufig nicht als die erste Autobahn
Frankreichs anerkannt wird, zumal auch die Bezeichnung Autobahn heute nicht
mehr verwendet wird. Sie besaß zudem keine getrennten Richtungsfahrbahnen.
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zuletzt
geändert: 06.03.2003
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