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| Nachfolgende
Erläuterungen beruhen hauptsächlich auf zwei Berichten aus dem Internet: - The Motorway Archive: http://www.iht.org/motorway - Historic Highways: http://www.lancashire.gov.uk/environment/historichighways/index.asp |
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| In Großbritannien, dem ersten Industriestaat der Welt, entstand mit der industriellen Entwicklung ein sehr fortschrittliches Transportsystem, das allerdings von der Eisenbahn und der Schifffahrt dominiert wurde. Das leistungsfähige Netz an Eisenbahnen und Schifffahrtskanälen machte es nicht notwendig, auch das Straßennetz zur Bewältigung hoher Verkehrslasten auszubauen, zumal die Transportleistung von Pferdegespannen im Vergleich zur Eisenbahn sehr gering war. Nur zögerlich entwickelte sich das Bedürfnis nach einem leistungsfähigen Fernstraßennetz. Dieses sollte von privaten Gesellschaften gegen Mauteinhebung betrieben werden. Doch die Gesetzgebung bevorzugte weiter die Eisenbahn und beschränkte die Entwicklung mechanisch betriebener Straßenfahrzeuge durch zahlreiche Bestimmungen. 1894 wurde z.B. verfügt, dass allen Kraftfahrzeugen eine Begleitperson mit einer roten Flagge voranzugehen habe. Es galt ein Geschwindigkeitsbeschränkung von 2 mph (= 3,2 km/h) innerorts und 4 mph (= 6,5 km/h) außerorts. Zwei Jahr später musste diese Bestimmung allerdings aufgehoben werden, doch die letzte Gesellschaft, die neue Mautstraßen bauen wollte, verschwand 1895. | ||
| Daher blieb es bei einem Straßennetz, dass den stetig steigenden Belastungen bald nicht mehr gewachsen war. 1909 erfolgte die Gründung der ersten Straßenbaubehörde – "Road Board" genannt. Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges unterblieben jedoch weiterreichende Planungen. | ||
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| Es war auch in Lancashire, als zwischen Liverpool und Salford (nordwestlich Manchester) die "Liverpool-East Lancashire Road" A580 gebaut wurde. 1929 geplant, war die 28 Meilen lange, 42 Fuß breite Straße mit 3 Fahrstreifen die erste moderne Fernstraße in Großbritannien. Die Eröffnung erfolgte am 18. Juli 1934 durch King George V. Schon wenige Jahre später war man über die zahlreichen schweren Unfälle auf dieser Straße beunruhigt und führt dies vor allem auf die zahlreichen niveaugleichen Kreuzungen zurück. | ||
| Man beschloss aus diesen Erfahrungen, künftig derartige Fernstraßen nur mehr mit niveaufreien Auffahrten und als "Motorway" (= nur für Kraftfahrzeuge zu benützende Straße) zu bauen. Der bedeutendste Faktor bei der Entwicklung eines "Motorway"-Systems in Großbritannien war aber ohne Zweifel der Bau der deutschen "Reichsautobahnen". 1937 unternahm eine Delegation aus 224 Personen, darunter Straßenbautechniker, ranghohe Beamte und auch Parlamentsmitglieder, eine ausgedehnte Inspektionsreise durch Deutschland und besichtigten die in der Entstehung begriffenen Autobahnen. | ||
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| Während des Krieges wurden die Planungen für ein "Motorway"-System fortgesetzt, sodass bald nach Kriegsende Standards definiert waren. Demnach sollte die Auslegungsgeschwindigkeit 75 mph (= 120 km/h) betragen. Entsprechende Festlegungen wurden im "Special Roads Act" von 1949 getroffen. | ||
| Als Auslegungsgrundsätze für die
britischen "Motorways" wurde festgelegt: - Gesamtbreite für 4-streifige Bahnen mit Mittentrennung: 93 ft
(= 28,4 m) |
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| Das britische "Motorway"-System unterschied bald zwei Typen von Straßen. Die Gruppe 1 umfasste die Fernstrecken, die die Hauptlast der Transportkapazität tragen sollten und dementsprechend 6-streifig ausgeführt werden sollten. Die Gruppe 2 umfasste die Verbindungen größerer Städte mit den Strecken der Gruppe 1 bzw. wichtige Verbindungslinien in genereller Hinsicht. | ||
| Preston By-pass (heute M6 J29 – J32) | ||
| Der bereits oben erwähnte James Drake, Brückenmeister der Stadt Blackpool, unterbreitete dem "Lancashire County Council" schon Mitte der 1940er-Jahre eine Vorschlag zum Bau einer Nord-Süd-Fernstraße durch die Grafschaft, der auf Planungen von 1937 beruhte. Diese Pläne benötigten nur geringe Anpassungen. Eine Umsetzung des Gesamtprojektes scheiterte allerdings an den schlechten wirtschaftlichen Gegebenheiten der Nachkriegsjahre. 1952 gingen die Planungen daher in die Richtung, jene Abschnitte der Fernverkehrsstraße zu errichten, die jene besonders hoch belasteten Bereiche von Lancaster und Preston umfahren sollte, um die Verkehrsstaus und die Anzahl der Unfälle innerhalb jener Ballungsgebiete zu reduzieren. | ||
| 1953 wurde der Bau der 8 ½ Meilen langen Umgehungsstraße von Blackpool – Preston By-pass genannt – beschlossen. Mittlerweile waren aber, basierend auf Erfahrungen aus Italien, Deutschland und den USA, die Designstandards gegenüber 1945 abgeändert worden. Die Auslegungsgeschwindigkeit wurde auf 70 mph (= 113 km/h) verringert. Neu definiert wurden Standstreifen mit einer Breite von 8 ft (= 2,44), allerdings ungepflastert und nicht auf Brücken. Die Gesamtbreite sollte 112 ft (= 34 m) mit 2x2 Fahrstreifen mit je 12 ft (= 3,66 m) und einem Mittelstreifen von 32 ft (= 9,8 m) betragen. Die größere Mittelstreifenbreite sollte die Pflanzung einer Hecke als wirkungsvollen Blendschutz erlauben. Überdies war schon in die Planungen der mögliche Zubau von Fahrstreifen durch Nutzung des Mittelstreifens eingeflossen, wobei ein Umbau von Brücken vermieden werden sollte. Diese Eweiterung musste auch schon 1967 infolge der raschen Verkehrszunahme geschehen. | ||
| Der Preston By-Pass wurde am 5. Dezember 1958 nach zweijähriger Bauzeit als erster britischer "Motorway" eröffnet. Die Freude währte aber nicht lange. Durch rasch einsetzendes Tauwetter im Januar 1959 und das feuchte Wetter während des Baues war der Baukörper mit zuviel Wasser vollgesogen, sodass es zu erheblichen Frostaufbrüchen kam. Diverse Mängel ber der Herstellung des Straßenkörpers verstärkten das Problem. Der Teerbelag war außerdem nur 8 cm dick und damit den hohen Belastungen des Verkehrs nicht gewachsen. Da es noch keine Geschwindigkeitsbeschränkungen gab, entschloss man sich, die Strecke aus Sicherheitsgründen vorübergehend zu sperren. | ||
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zuletzt geändert: 13.11.2003 |
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