Zur
Geschichte der Autobahn |

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Express-, Park- und Freeways
der
USA |
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| Die gegenüber Europa
etwas verzögert einsetzende Motorisierung des Straßenverkehrs ging ab der
Einführung des "Ford T" 1908 umso rascher voran. Innerhalb von nicht einmal
20 Jahren hatten mehr als die Hälfte aller Familien in den USA ein eigenes
Auto. Etwa 80% aller Autos der Welt liefen 1927 in den USA. |
| Dennoch entstand die erste
"Autobahn" der Welt in den USA, und zwar durch das Bedürfnis eines exzentrischen
Milliardärssohnes aus New York, eine eigene Straße zu haben, die nur von
schnellen Autos befahren werden durfte. William K. Vanderbilt Jr.,
Sprössling aus der berühmten Eisenbahn-Dynastie, ließ zwischen 1908 und 1911
den 45 Meilen langen "Long Island Motor Parkway" errichten. |
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Der "Long
Island Motor Parkway" - die erste Autostraße der Welt (in
Arbeit) |
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Henry Ford und sein Sohn Edsel Bryant
Ford auf einem Modell "T", Tin Lizzy genannt. |
| Kurioserweise war das
extreme Wachstum des Fahrzeugbestandes die Ursache dafür, dass in den USA
kein Autobahnnetz gebaut wurde. Vielmehr war man bestrebt, das bestehende
Straßennetz in den Ballungsräumen so rasch wie möglich dem schnell anwachsenden Verkehr
anzupassen. In Folge der großen Bedarfes an neuen Straßen und der
wirtschaftlichen Rezession nach 1929 waren allerdings die Finanzmittel knapp
und man konnte sich nur auf notwendige Ausbaumaßnahmen
beschränken. In der Technologie des Straßenbaus waren die USA aber damals
weltweit führend; viele Dinge wirkten vorbildhaft für die ganze Welt. |
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| Die Fahrzeugdichte in
den USA war schon Anfang der 1930er-Jahren des 20. Jahrhunderts wesentlich
höher als in Europa (USA: 250 Fahrzeuge auf 100 Einwohner, GB und Frankreich
40, Deutschland 10). |
Einer der berühmtesten
amerikanischen Fachleute, Sir Lester P. Barlow aus Detroit, meinte dazu:
| Der Aufschwung des
Automobilverkehrs in den USA war derart schnell, dass wir mit der
Vorbereitung darauf nicht Schritt halten konnten, die geeigneten
Verkehrsstraßen ständig bereitzuhalten. Wir waren vollständig machtlos
und bestürzt, als wir uns von allen Seiten von dem heulenden Verkehr
umgeben sahen, der auf den schmalen Übergängen nach allen Richtungen hin
stockte... Diese Konfusion von Fahrzeugen und Fahrern hat die
Bevölkerung davon überzeugt, dass nur ein radikales Mittel (d. h. der
Bau von Autobahnen) angewandt werden kann. |
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Über den Zustand und die
Entwicklung des amerikanischen Verkehrswesens stand in der Zeitschrift "Der
Straßenbau", Jg. 1929:
| Wenn man eine
zutreffende Vorstellung vom amerikanischen Straßenwesen bekommen will, muß
man sich vor allem darüber klar sein, daß dieses sich gegenwärtig in einem
ganz anderen Stadium seiner Entwicklung befindet als das deutsche.
Deutschland besitzt noch aus der Zeit vor dem Aufkommen der Eisenbahnen ein
reichgegliedertes System von Landstraßen, das seiner Ausdehnung nach auch
unter den heutigen Verhältnissen im wesentlichen den Bedürfnissen genügt und
dessen technischer Stand dem Fuhrwerksverkehr, wie er bei uns noch vor
kurzem vorherrschte und in Teilen des Reiches auch heute noch überwiegt,
einigermaßen entspricht. In den Vereinigten Staaten hat das Aufkommen der
Eisenbahnen die Ausgestaltung eines Landstraßennetzes, von den Staaten der
ältesten Kolonisation abgesehen, in den ersten Anfängen unterbrochen. Der
ganze Westen wurde nicht durch Straßen, sondern durch die Eisenbahn
erschlossen. Bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts waren mit Ausnahme
einiger Straßen zwischen den Städten des dichter besiedelten Ostens die Wege
fast durchweg in einem völlig verwahrlosten Zustand. Die ehemals befestigten
Straßen waren großenteils verfallen, da man nicht für ihre ausreichende
Unterhaltung gesorgt hatte. Damals setzte mit der dichteren Besiedlung in
der Mitte und im Westen und mit der wachsenden Verbreitung des Automobils
eine starke Bewegung in der Öffentlichkeit für bessere Straßen ein. Ihr
organisatorischer Ausdruck war die National League for Good Roads, die mit
viel Nachdruck und nicht ohne Erfolg die Behörden und die Parlamente für
eine Aenderung der Zustände zu interessieren suchte. Man begann neue Straßen
zu legen und die bestehenden auszubauen. Doch waren 1904, etwa 15 Jahre nach
Beginn dieser Bewegung, von einem Gesamtnetz von 2.150.000 Meilen
erst 154.000 Meilen mit einer festen Decke versehen. Die neueste
Erhebung weist für den 1. Januar 1928 ein Wegenetz von 3.013.584 Meilen,
d.h. etwa 4,8 Millionen Kilometer aus, von denen 588.722 Meilen, also
noch nicht ganz 20% eine Oberflächenbefestigung haben. In fast 25 Jahren
ist also das Wegenetz um die Hälfte erweitert und sind 435.000 Meilen
(etwa 700.000 km) Landstraßen ausgebaut worden. Auch von diesen
ausgebauten Straßen hat die überwiegende Mehrzahl - 74 % - nur eine
Lehmsand- oder Kiesdecke, 15% sind wassergebundene oder
Teer-Makadamstraßen, und nur 11% weisen eine erstklassige Decke,
Asphalt, Zementbeton oder Pflaster auf. Die Länge der Betonstraßen
betrug Anfang 1928 48.353 Meilen. Ein ähnliches Verhältnis der einzelnen
Deckenarten besteht auch noch bei den Straßenbauten, die in neuester
Zeit vorgenommen werden. So beschränkte sich der Ausbau der 8184 Meilen
Straßen. Für die im Jahr 1928 Bundesunterstützung gegeben wurde, bei
etwa einem Viertel auf bloße Entwässerung und Einebnung, bei einem
Drittel auf Lehmsand- und Kiesdecken; nur ein weiteres Drittel erhielt
Asphalt- und Betondecken". Das amerikanische Straßennetz befindet sich
also mitten in seinem ersten Ausbau. Ein Ende dieses großen Werkes ist
heute noch nicht abzusehen... |
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Piero Puricelli, der
"Erfinder" der italienischen Autostradas,
stellte 1929 in der Zeitschrift "Hafraba" folgenden Vergleich zwischen
Italien und den USA an:
| Es ist schon viel über
Nur-Autostraßen diskutiert worden, und manchmal auch von Leuten, die
keine genaue Sachkenntnis besitzen. Einer der gebräuchlichsten Irrtümer
ist es zu glauben, daß die Nur-Autostraßen allmählich die übrigen
Landstraßen ersetzen würden. Man hat fälschlicherweise auf das
amerikanische Beispiel hingewiesen und behauptet, daß dort infolge des
enormen und fast ausschließlichen Kraftfahrzeugverkehrs die Landstraßen
sich ganz von selbst in Nur-Autostraßen umgewandelt haben... Aber "Nur
Autostraßen" gibt es in den USA nicht! Sollte man sie dort nach
italienischem Vorbild herstellen, so haben diese absolut nichts mit den
Landstraßen mehr gemein, auch wenn letztere so gebaut würden, daß sie
einem starken Kraftfahrzeugverkehr genügen... |
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| Zur Klärung der
Begriffsverwirrung |
| In den USA sind für
Straßen, die unseren Autobahnen entsprechen, verschiedene Begriffe in
Verwendung. Obwohl auch regional unterschiedliche Verwendungen der Begriffe
üblich sind, können doch nachfolgende Definitionen getroffen
werden (in Übereinstimmung mit der Federal Highway Administration): |
| Highway |
= genereller Begriff für
öffentliche überörtliche Straßen |
| Expressway |
= mehrstreifige Straße mit
getrennten Richtungsfahrbahnen, aber ohne die Vorschrift von
niveaufreien Kreuzungen |
| Freeway |
= mehrstreifige Autostraße
mit getrennten Richtungsfahrbahnen und niveaufreien Auf- und Abfahrten |
| Parkway |
= in einem
Grünzug verlaufende und vorwiegend dem Freizeitverkehr dienende Straße
(mit Verbot von Güterverkehr); im Raum New York sind diese zumeist als
mehrstreifige Autostraßen ausgeführt; es gibt aber auch über längere
Distanzen verlaufende Landstraßen, z.B. der Blue Ridge Parkway, der über
755 km als Kammstraße die südlichen Appalachen durchquert -
http://www.blueridgeparkway.org |
| Interstate |
= nationale Fernverkehrsstraße, heute
als Freeway ausgeführt |
| Turnpike |
= wörtlich übersetzt "Schwenkstange" = Mautschranke = mautpflichtige Straße |
| Tollway |
=
mautpflichtige Straße |
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Typischer ländlicher
Highway der 1930er-Jahre in Asphaltbauweise, aber schon mit aufgemalten
weißen Mittel- und Randlinien (Foto - und auch alle nachfolgenden, außer
wenn anders angegeben - aus: Der Straßenbau, Jg.37/mehrere Nummern) |
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| 1908 brachte Henry
Ford sein Modell T auf den Markt. Seine rasche Verbreitung schaffte einen Druck,
in dessen Folge sich die Bundesregierung an der Entwicklung eines modernen
Landstraßennetzes engagierte. "Get the farmers out of the mud!" (= Holt die
Bauern aus dem Dreck!) wurde zum Schlachtruf jener Zeit. Der "Federal-Aid
Road Act" (Gesetz über Bundeshilfe für den Straßenbau) wurde 1916 vom Kongress verabschiedet, womit das "Federal-Aid
Highway Program" geschaffen wurde. Allerdings wurden größere Aktivitäten
durch den Eintritt der USA in den 1. Weltkrieg verhindert. |
| 1909 baute man in
Wayne County/Michigan (südwestlich von Detroit) die erste Betonlandstraße
der Welt in einer Länge von etwa 10 km. Von weit und breit kamen
Straßenbauer, um zu sehen, wie Beton unter dem Verkehr jener Zeit
standhielt. Der Erfolg dieses Versuches führte schnell zur Entwicklung
moderner Methoden zur maschinellen Herstellung von Straßendecken. Bis 1927
wurden in den USA 80.000 km Betonstraßen gebaut. |
| 1911 ergab eine
Bestandsaufnahme des US-Straßennetzes etwa 2,5 Millionen Meilen Landstraßen,
wovon nur 10,5% in irgendeiner Form befestigt waren. Von jenen 257.291
Meilen mit Befestigung hatten aber nur 32.180 Meilen einen Belag aus
Bitumen, Pflaster oder Beton. |
| 1913 begann der Bau
des Lincoln Highway als erster transkontinentalen Fernstraße in den
Vereinigten Staaten, die von New York nach San Francisco führte (heute
großteils US-30, im Westen I-80). Die offizielle Eröffnung der Gesamtstrecke
erfolgte 1923. |
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| 1921 musste der "Federal-Aid
Road Act" infolge der rasch wachsenden Anzahl an Kraftfahrzeugen
überarbeitet werden. Kernstück des Straßenbauprogramms war die Schaffung
eines zusammenhängenden, alle Bundesstaaten verbindenden (daher "interstate"), nationalen Netzes aus befestigten 2-spurigen Überlandstraßen.
Berühmtester Vertreter dieser damals gebauten Strecken war die "Route 66"
zwischen Chicago und Los Angeles, die ab 1927 gebaut wurde. Eine
vollständige Umsetzung der Pläne hätte aber bedeutet, dass 60% der
Staatsausgaben dafür verwendet hätten werden müssen. Diese finanzielle
Situation verschlimmerte sich noch durch die wirtschaftlichen Depression
nach 1929. Allerdings versuchte man, in den schlimmen 1930er-Jahren durch
Straßenbau so viele Menschen wie möglich zu beschäftigen. |

3-streifige Betonstraße in New Jersey 1937. |
Die
Fernverkehrsstraßen jener Zeit waren zumeist 2-streifige Straßen. Als
Standard der Fahrsteifenbreite wurde zunächst 10 Fuß (= 3,05 m)
festgelegt, kurze Zeit später aber auf 12 Fuß (= 3,65 m) angehoben. Bei
steigendem Verkehrsaufkommen wurde zumeist eine 3. Fahrspur dazugebaut,
wobei die Mittelspur dem Überholen in beiden Richtungen diente. Da dies
zu vielen Unfällen führte, baute man bald neue Straßen in städtischen
Regionen 4-streifig, allerdings noch ohne bauliche Trennung der
Richtungsfahrbahnen. |
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| Durch die
wirtschaftlich schlechte Lage in den 1930er-Jahren scheiterten manche
visionären Pläne. So war damals der Highway US1, der durch viele Städte und
Ortschaften entlang der Ostküste der USA verlief, im Bereich zwischen Boston
und Washington schon schwer überlastet. Es wurde daher ein Konzept für einen
"Superhighway" entwickelt, das eine 12-spurige Autobahn zwischen Boston und
Washington vorsah. Die Pläne sahen in jede Richtung 3 getrennte Fahrbahnen
mit je 2 Fahrstreifen vor: je 2 Fahrstreifen für Express-, Lokal- und
Kommerzialverkehr. Die beschränkten Budgets in der Zeit der großen
Depression und der Ausbruch des 2. Weltkriegs verzögerte die Autobahn,
ursprünglich als "FAI-Korridor 100" geplant. 1947 wurden die Pläne aber
wieder für das Interstate-Programm aufgegriffen. |

4-streifiger Freeway bei New York 1937. |
Unabhängig von der
Schaffung eines nationalen Fernstraßennetzes gab es in den Ballungsräumen
viele Ideen, wie dem Verkehrschaos beizukommen wäre. In der damals größten
Stadt der Welt New York, in der es somit auch die größte Autodichte
gab, war man besonders kreativ. Finanzierungsprobleme verzögerten bzw. verhinderten
eine Umsetzung der meisten Projekte. So gab es schon 1919 Pläne für
ein Straßen mit Mittelstreifen
und Pannenstreifen. Daneben sollten die Verkehrsarten getrennt werden.
Speziell für den Güterverkehr sollten "Trunk highways" entstehen, während
für den Ausflugsverkehr in das städtische Umland reine Autostraßen (mit
Verbot des Güterverkehrs) gebaut werden sollten. Dass viele dieser "Parkways" doch
verwirklicht werden konnten, ist vor allem dem Straßenpionier Robert Moses
zu verdanken, der 1924 ein über 100 Meilen langes Netz aus Parkways für Long
Island entwarf. Von diesem Netz wurde ein Großteil in den 1930er-Jahren
gebaut. Das Neuartige der Parkways war, dass diese Straßen in die Landschaft
angepasst werden sollten, was sowohl die Linienführung als auch die
Gestaltung des Straßenraumes betraf. Manches hatte eine
Vorbildwirkung für die Planung der "Reichsautobahnen". |

4-streifige Parkways bei New York 1937.
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Parkways auf Long Island 1933 |

Einfahrt zum "Pretzel" im New Yorker
Stadtteil Queens 1937.

Skizze des "Pretzel"

Eine der ersten Freeways mit durch einen breiten Grünstreifen getrennte
Richtungsfahrbahnen im Raum New York 1937. |
Mit dem Bau des
Holland-Tunnels in New York 1920-27 entstand die erste Autostraße der
USA mit getrennten Richtungsfahrbahnen. Etwas später (1927-31) wurde bei
den Rampen zur George Washington Bridge über den Hudson River weltweit
erstmals eine kreuzungsfreie Verknüpfung mehrerer Verkehrsströme
verwirklicht. In der Folge entstanden im Raum New York mehrere
aufwändige Knoten zur kreuzungsfreien Verknüpfung von Schnellstraßen.
Im
Zusammenhang mit der Planung des Ausbaues der US-1 zwischen Newark und
Jersey City Mitte der 1920er-Jahre erkannte man, dass eine Trennung der
Richtungsfahrbahnen und der Bau von Standstreifen (emergency lanes)
einen Sicherheitsgewinn brächten. Aus Kostengründen wurde aber auf eine
Verwirklichung verzichtet.
Ab etwa 1935 wurden aber bei nahezu allen neuen
Schnellstraßen die Richtungsfahrbahnen baulich getrennt. Während im
städtischen Bereich eine einfache Leitplanke gebaut wurde, entstanden
auf Überlandstrecken breite Grünstreifen. |
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US-1 in New Jersey 1936: links der verschobene 3.
Fahrstreifen, ganz links der 4. neu gebaute Fahrstreifen. -
Prinzipskizze unten, Erklärung im Text rechts. |
Eine der ersten
Überlandstraßen in den USA mit getrennten Richtungsfahrbahnen entstand 1936
zwischen New York und Philadelphia in kurioser Weise. Wenige Jahre zuvor war
diese Straße 3-streifig mit Betonfahrbahn gebaut worden, wobei der mittlere
Fahrstreifen zum Überholen dienen sollte. Durch das hohe
Verkehrsaufkommen kam es ständig zu schweren Unfällen. Daher sollte ein
4. Fahrstreifen zugebaut werden und als zusätzliches Sicherheitselement
sollten die Fahrtrichtungen getrennt werden. Um Kosten zu sparen, wurde
zwar neben der bestehenden Straße ein neues Straßenbett gebaut, doch nun
wurden die Betonplatten eines Fahrstreifens um 5 Meter zur Seite
geschoben. Somit musste man nur mehr einen Fahrstreifen neu betonieren. |
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Bis 1940 in den USA
gebaute autobahnähnliche Straßen (exemplarisch, nicht vollständig)
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Strecke |
Bauzeit |
Länge |
Anmerkungen |
Bronx River Parkway, New York
>> aktuelle Bilder |
(1907-) 1916-1925 |
15,5 Meilen |
vom
Sprain Brook Parkway in Bronxville bis Kensico Dam Park in Valhalla (Westchester
County); erste Autostraße der USA, 2 x 2 Fahrstreifen ohne
Mittentrennung (später eingebaut); bis 1950 in Bronx verlängert und
teilweise auf 2 x 3 Fahrstreifen verbreitert |
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http://www.nycroads.com/roads/bronx-river |
Holland Tunnel, New York
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01.02.1920- 13.11.1927 |
Tunnellänge 2 x 2608 m |
unter dem Hudson River zwischen New Jersey und
Manhattan; 2 Röhren mit je 2 Fahrstreifen; am Eröffnungstag schon 52.000 Fahrzeuge,
heute ca. 100.000 Fahrzeuge täglich. |
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http://www.nycroads.com/crossings/holland
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| Southern State Parkway, Long Island |
1925-1929 |
ca. 10 Meilen |
Der erste von der "Long
Island State Park Commission" unter Robert Moses
gebaute Parkway. Bis 1937 entstand ein umfangreiches Parkway-Netz zur
Erschließung von Long Island, das nach weiteren Ergänzungen bis 1965
eine Gesamtlänge von über 130 Meilen (= ca. 210 km)aufweist; anfänglich
2 x 2 Fahrstreifen ohne Mittentrennung, ab 1930 mit 18 Fuß breitem
Mittelstreifen gebaut. |
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http://www.nycroads.com/roads/southern
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George Washington Bridge, New York |
12.10.1927- 25.10.1931 |
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über den Hudson River zwischen New Jersey und Manhattan; Rampen erstmals
als aufwändige kreuzungsfreien Hochstraßen; 2 x 3 Fahrstreifen ohne
Mittentrennung; 1946 Verbreiterung auf 2x 4 Fahrstreifen; 1962 Einbau
eines Unterdecks mit 2 x 3 Fahrstreifen (wurde bei der Brückenauslegung
1927 schon berücksichtigt!); heute I-95 und mit 270.000 Fahrzeugen
täglich die meistbefahrene Straße im Großraum New York. |
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http://www.nycroads.com/crossings/george-washington
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"Route 1 Extension" (Pulasky Skyway), New Jersey |
01.03.1930- 01.09.1932 |
13,2 Meilen |
westliche Zufahrt zum Holland Tunnel; Herzstück ca. 6 km lange
Hochstraße; 2 x 2 Fahrstreifen ohne Mittentrennung; heute US1/9. |
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http://www.nycroads.com/crossings/pulaski
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Grand Central Parkway |
Juli 1931-
Juli 1933
(Juli 1936) |
9
Meilen (14,6 Meilen) |
zwischen (Triborough Bridge) - Kew Gardens - Glen Oaks/Long Island;
schon 1922 konzipiert; 2 x 2 Fahrstreifen ohne Mittentrennung zwischen
Kew Gardens und Glen Oaks, 1936 eröffneter Teil 2 x 3 Fahrstreifen mit
Mittentrennung; 2 große Knoten: "Pretzel" in Kew Gardens 1936 und
Kleeblatt beim Weltausstellungsgelände 1939 (siehe unten). |
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http://www.nycroads.com/roads/grand-central |
George Washington Memorial Parkway
>> aktuelle Bilder |
1929-1932 (nördliche Verlängerung 1952-1962) |
14,5 (25) Meilen |
verläuft in Virginia, gegenüber von Washington, DC, entlang des Potomac
River von Great Falls Park im Norden bis Mt. Vernon im Süden, wo George
Washington lebte; führt durch eine gestaltete Parklandschaft; 2 x 2
Fahrstreifen mit großteils Mittentrennung. |
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http://www.nps.gov/gwmp/ |
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Henry Hudson Parkway |
1933-1937 |
11,1 Meilen |
zwischen West 72nd Street in Manhattan bis zur Grenze Bronx-Westchester;
2 x 3 Fahrstreifen (je 12 Fuß breit) mit Mittentrennung; heute NY-9A. |
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http://www.nycroads.com/roads/henry-hudson |
Merritt Parkway, Connecticut
>> aktuelle Bilder |
1935- 29.06.1938
(-02.09.1940) |
17,5 (37,5) Meilen |
zwischen Grenze New York/Connecticut und Milford; 2 x 2 Fahrstreifen mit
teilweiser schmaler Mittentrennung; heute CT-15. |
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http://www.nycroads.com/roads/merritt |
Arroyo Seco Parkway, Los Angeles
>> aktuelle Bilder |
1938-
30.12.1940
(-1953 restliche 2,2 Meilen) |
6
(8,2) Meilen |
zwischen Glenarm Street in Pasadena bis zur Kreuzung mit dem Hollywood
Freeway (CA-101); erste Autostraße mit getrennten Richtungsfahrbahnen an
der Westküste; 1954 in Pasadena Freeway umbenannt; heute nördlichster
Teil des California Interstate Freeway (I-110). |
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http://www.byways.org/browse/byways/10246 |
Pennsylvania Turnpike
>> aktuelle Bilder |
27.10.1938- 01.10.1940 |
ca.
160 Meilen |
"America's first superhighway" zwischen Harrisburg und Pittsburgh.
>> mehr weiter unten |
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http://www.paturnpike.com |
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Der Knoten Great Central Parkway mit dem Northern Blvd. beim
Weltausstellungsgelände in New York entstand 1939 und war damals in seiner Größe weltweit
einzigartig. [Foto aus: Die Betonstraße Jg.15/Nov.1940] |

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"AMERICAS FIRST SUPERHIGHWAY" |
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Am 27. Oktober 1938 begannen die Bauarbeiten an der ersten wirklichen
Überlandautobahn der USA.
Der Pennsylvania Turnpike zwischen Harrisburg und Pittsburgh entstand
großteils auf der Trasse einer 1884/85 begonnenen, aber nie vollendeten
Eisenbahnlinie.
1910 wurde erstmals der Vorschlag gemacht, auf der unvollendeten
Eisenbahntrasse eine Fernstraße anzulegen. Die ersten Autobahnpläne dafür entstanden
schließlich 1934 auf Anregung der
"Pennsylvania Motor Truck
Association". Es war eine mautpflichtige Straße mit getrennten
Richtungsfahrbahnen geplant, wobei die Fahrstreifen jeweils 10 Fuß (= 3,05
m) und der
Mittelstreifen 4 Fuß breit sein sollten. Die Behörden waren dem Projekt
zunächst abgeneigt, da man Schnellstraßen in den städtischen Gebieten für
wichtiger hielt.
Das Neue an dieser Strecke war, dass in den USA erstmals ein 160
Meilen langes Straßenstück mit einem einheitlichen
Standard (ausgenommen die Tunnel) komplett neu gebaut werden sollte. Die beiden Richtungsfahrbahnen hatten
schließlich zwei je 12 Fuß (= 3,66 m) breite Fahrstreifen und einen 10 Fuß breiten Standstreifen
und waren durch einen 10 Fuß breiten Mittelstreifen getrennt. Die Fahrbahn
bestand zu Gänze aus Beton.
Die Eröffnung erfolgte am 1. Oktober 1940, womit die Baudauer bei nur 20
Monaten lag. Die Fahrzeit (für PKW) zwischen Harrisburg und Pittsburgh war
durch die neue Autobahn von etwa 5-1/2 auf 2-1/2 Stunden reduziert worden.
In den Anfangsjahren waren Armeetransporte die Hauptnutznießer der Strecke.
Insgesamt waren 15.000 Arbeiter von 155 Firmen am Bau beteiligt. Zeitweise
waren 50 Betonfertiger für die Fahrbahndecke gleichzeitig im Einsatz.
Insgesamt mussten mehr als 300 Bauwerke errichtet werden, darunter 7 Tunnel
mit einer Gesamtlänge von 10,8 km. Von den 7 Tunnel waren 6 von der
ehemaligen Eisenbahn übernommen und im Querschnitt ausgebrochen worden. Zunächst gab es nur
eine Tunnelröhre mit Gegenverkehr. Erst ab 1962 begann man, 2. Tunnelröhren
zu bauen. Ein 20 km langer Abschnitt der Strecke wurde 1968 neu trassiert.
Der letzte Tunnel mit Gegenverkehr
(Lehigh Tunnel) erhielt erst zwischen 1989 und 1991 eine 2. Röhre.
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| Das nationale Autobahnnetz der USA |
Die ersten
Planungen zu einem nationalen Netz aus Schnellstraßen erfolgten 1939.
Zunächst wurden 2 Netzpläne dem Kongress vorgelegt:
 | Ein 14.300 Meilen umfassendes Netz, das im
Wesentlichen aus nur 3 West-Ost- und 4 Nord-Süd-Achsen bestand. |
 | Ein 26.700 Meilen umfassendes Netz, das
alle wichtigen Bevölkerungszentren der USA verbinden sollte. |
Bis 1940 wurden diese Pläne überarbeitet und
ergänzt, sodass ein 33.920 Meilen langes Netz feststand. Durch den
Kriegseintritt der USA 1941 mussten die Bedürfnisse der Militärs
berücksichtigt werden, was zur Festlegung eines in seinem Umfang reduzierten "Strategic Highway Network"
führte. Etwas später gab es Netzpläne mit 36.000, 48.300 und 78.800 Meilen
Streckenlänge. Schließlich wurde aber am 1. Oktober 1943 vom Kongress der
Bau eines rund 35.000 Meilen langen "National Highway System" (NHS)
genehmigt. Umfangreiche Baumaßnahmen erfolgten aber wegen der Konzentration
der wirtschaftlichen Ressourcen auf die Kriegsführung zunächst nicht. |

Plan für das nationale Highway-Netz von 1942 unter Beachtung des
bestehenden Ausbauzustandes und des notwendigen Ausbaues aufgrund der
Verkehrsdichte: Schwarz sind bestehende 4-streifige Strecken ohne
Mittentrennung, Doppellinien sind bestehende und notwendige 4-streifige
Strecken mit baulicher Trennung der Richtungsfahrbahnen.
Quelle Plan: http://www.roadfan.com/intreg.html |
| Nach dem Krieg waren dann viele Straßen
mangels Pflege und Ausbau in einem schlechten Zustand und Staus waren ein
ständigen Problem in größeren Städten geworden. Aber auch viele
Überlandstrecken waren schon sehr hoch belastet.
So fuhren auf der Fernstraße von Chicago nach St. Louis 1941 täglich 7.500
Lastfahrzeuge, davon ein Viertel schwere Trucks. 1944 veranlasste Präsident
Franklin D. Roosevelt eine Neuplanung eines
"National System of Interstate Highways". Leider fehlte aber auch hier
vorerst die Finanzierung. Erst unter Präsident Dwight D. Eisenhower konnte
mit dem "Federal-Aid
Highway Act" von 1956 auch das Finanzierungsproblem gelöst werden und es
entstand innerhalb von rund 30 Jahren das mit rund 88.000 km umfangreichste
Autobahnnetz der Welt, wovon etwa 69.000 km auf das Interstate-System
entfallen. |
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zuletzt
geändert: 25.05.2004
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