Zur Geschichte der Autobahn



Die Rolle der Autobahn - Ansichten und Einsichten
 

gestern        und            heute

 
Autobahnen gelten als Synonym für Mobilität schlechthin. Mit keiner anderen Verkehrseinrichtung ist es möglich, große Entfernungen in kurzer Zeit zu überwinden, ohne an Zeitpläne gebunden und auf die Unterstützung andere Personen angewiesen zu sein. Das Bild dieser Form der Mobilität hat sich aber gewandelt.
Von der Romantik zur Qual
In Zeiten, wo das Auto ein teurer Luxusgegenstand für wenige war, galt Mobilität als Statussymbol. Das "Fahrvergnügen" konnten sich nur wenige gönnen und wurden von den anderen beneidet. Die Autobahn wurde anfänglich als versnobte Idee der Neureichen angesehen, die sich nun damit die Zeit vertreiben konnten, sinnlos in der Gegend herum zu fahren. Autobahnen wurden auch dazu gebaut, um den Reisenden die Schönheit der Landschaft vor Augen führen zu können.

Das Auto ist heute zum "Lebensmittel" geworden, Verkehr wird vorwiegend als Last empfunden - von Fahrern wie von Anrainern der Verkehrswege. Es sind stets zu viele Leute unterwegs, um am Fahren durch eine schöne Landschaft noch ein Vergnügen zu empfinden. An immer mehr Autobahnabschnitten entstehen Lärmschutzwände, die den Blick endgültig unmöglich machen. Im Extremfall werden Autobahnen sogar eingehaust, um den Verkehr "unsichtbar" zu machen. Losgelöst von der Landschaft werden Verkehrsströme durchgepumpt wie Öl durch Rohrleitungen. Verkehrsbeeinflussungsanlagen suggerieren eine Kontrolle, die es in der Praxis selten gibt. Die Fahrt auf der Autobahn bedeutet so Stress oder reizlose Routine.

1936 2001
Die "Reichsautobahn" München-Salzburg wurde 1936 bewusst so trassiert, dass den Reisenden die Schönheit der Bergwelt gezeigt werden konnte. Dafür wurden Steigungen und Kurven in Kauf genommen. Die Fahrt auf der Autobahn selbst sollte der Erholung dienen. Die "Bilderbuch-Landschaft" mit ihren Bergen ist heute für den Verkehrsfluss höchst hinderlich, der Blick von der Autobahn großteils durch Gebüsch verstellt.
Diese Aufnahme von der Autobahn am Irschenberg in Oberbayern gewann 1936 einen Preis der "Reichsautobahnen".
(Quelle der Aufnahme: Zeitschrift "Die Strasse" 1939)
Diese Aufnahme entstand an einem Samstag im August 2001 von fast dem gleichen Standort aus. Die ursprüngliche Aufnahmeposition wäre etwa 30 m weiter links auf der Böschung und ist heute durch üppigen Pflanzenbewuchs leider unzugänglich.
   
Auch eine bekannte Fotografie: Picknick an der Reichsautobahn (Aufnahmeort ebenfalls Irschenberg). Die Stelle des fotografierten Picknicks ist heute dicht mit Gebüsch bewachsen. Die Wiese nebenan wird aber ebenfalls zur Nahrungsaufnahme benützt - allerdings von Kühen.
 
>>> zurück zur Übersicht

zuletzt geändert: 03.06.2004

horizontal rule

[nach oben]     [einmal zurück]     [Verkehrs-Notizen]