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| Nachfolgender Bericht erschien in der Zeitschrift "Der Straßenbau", Jg. 20/Nr. 12 (20. April 1929) | |||||||||||||||
| Autostraße
Bonn-Köln-Düsseldorf-Ruhrgebiet Der Ausbau dieser Süd - Nord - Straßenverbindung ist im Provinzialausschuß der Rheinprovinz in der Sitzung am 15. Februar beschlossen worden. Auf dieser Strecke ist nämlich, was Landstraßenverkehr anbelangt, der stärkste Kraftwagenverkehr, nicht nur in der Rheinprovinz, sondern in ganz Deutschland, auf der Strecke Köln - Wesseling mit 3999 und Wesseling - Bonn mit 3383 Kraftwagen am Tage ist er am stärksten. Die vorhandenen Straßen sind zwar in gutem Zustande, aber sie sind für den heutigen Verkehr nicht mehr ausreichend. Die Prüfung aller Möglichkeiten führte zu dem Ergebnis, daß der Bau einer neuen vierspurigen plankreuzungsfreien Straße für den Kraftwagenverkehr von Bonn über Köln nach Düsseldorf mit Fortsetzung ins Industriegebiet nicht mehr zu umgehen sei. Die Statistik der Unfälle hat ergeben, daß von 87 Unfällen 74, also 85 Proz., auf einer plankreuzungsfreien Strecke vermieden worden wären. Doch auch die Landwirtschaft hat ein großes Interesse daran, daß der Autoschnellverkehr von der von ihr benutzten Landstraße verschwindet. |
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![]() Quelle Bild: [01] |
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Die Breite der Straße ist 16 m, von denen 12 m auf die Fahrbahn und je 2 m auf die beiderseitigen Gehwege entfallen. Die Fahrbahn ist vierspurig: in jeder Richtung eine Fahrspur und eine Überholungsspur von je 3 m. Die kreuzenden Kommunikationswege werden unter- oder übergeführt. Außer den Zufahrten von Köln und Bonn sind Zufahrtswege nördlich und südlich von Wesseling vorgesehen. An Grunderwerb sind 64 Hektar erforderlich. Die neue Straße liegt fast ganz in ebenem Gelände, nur vor Bonn ist auf 1 km ein größerer Einschnitt nötig. Als kleinster Kurvenradius sind 1000 m vorgesehen. Die größte Steigung ist 1:50. Die Baukosten betragen 11 Millionen Mark für die Strecke Bonn - Köln, für die Strecke Köln - Düsseldorf 18½ Millionen. Die Finanzierung ohne besondere Abgabenerhebung wird ermöglicht durch die Beträge der Kraftfahrzeugsteuer, in deren Steigerung sich die Einnahmen nach der Verkehrssteigerung auswirken. Durch die einmalige Ausgabe für den Straßenneubau findet gewissermaßen eine Kapitalisierung der Kraftfahrzeugsteuer statt. Doch setzt dies voraus, daß nicht eines Tages durch Gesetzesänderung die Kraftwagensteuer von den in der Rheinprovinz beheimateten Kraftwagen der Provinz entzogen wird. Außerdem sollen Mittel der produktiven Erwerbslosenfürsorge herangezogen werden. Gerade in der heutigen Zeit der Arbeitslosigkeit ist ein solch umfangreicher Straßenausbau von großer Bedeutung. Die Strecke Bonn-Köln soll zuerst in Angriff genommen werden, während für die Strecke Köln-Düsseldorf die Frage des Grunderwerbs noch geklärt werden soll. Man rechnet mit einer Bauzeit von 1½ bis 2 Jahren. Es sollen etwa 400 000 Erwerbslosentagewerke dabei verwendet werden. |
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![]() Quelle Bild: [01] Nachfolgender
Bericht erschien in der Zeitschrift "Der Straßenbau", Jg. 23/Nr.
18 (25. September 1932) |
| Die Kraftwagenstraße Köln-Bonn. Am
6. August dieses Jahres wurde die neue Kraftwagenstraße Bonn-Köln dem Verkehr
überleben. Die rheinische Provinzialverwaltung hat hier im Laufe von 2-1/2
Jahren ein Werk geschaffen, das für Deutschland den Beginn einer neuen
Epoche im Straßenbau bedeutet. Die neue Kraftwagenstraße Köln-Bonn ist der
erste Bauabschnitt einer Nur-Autostraße, die aus dem Herzen des
rheinisch-westfälischen Industriegebietes heraus über Düsseldorf und Köln
nach Bonn führt mit dem Zweck, dem Kraftwagen die größtmögliche Ausnutzung;
seiner Geschwindigkeit zu gestalten. Für den Fachmann dürften die
nachfolgenden Zahlen von Interesse sein. Die neue Straße ist rd. 20 km lang.
Sie ist nur für Kraftwagen bestimmt und wurde nach dem neuesten Stand der
Wissenschaft für eine Reisegeschwindigkeit von 100 bis 120 km/h konstruiert.
Der kleinste Kurvenhalbmesser betragt 1000 m, die geringste Sichtweite 200
m, die normale Sichtweite 300 m. Die höchste Steigung ist 2%. Die konkaven
Gefällwechsel sind mit Radien bis zu 20.000 m ausgerundet: in konvexen
Gefällwechseln ist eine Sichtweite von 300 m eingehalten. Das Planum hat 16
m Breite und ist aufgeteilt in je zwei Fahrbahnen von 6 m und zwei Bankette
von 2 m Breite. Die Querneigung ist dachförmig mit einem Gefalle von 3% auf
der Fahrbahn und 4% auf allen Banketten. Eine Ueberhöhung der Kurven war
wegen der großen Radien nicht erforderlich. Die Fahrbahn hat eine
Grauwacke-Packlage von 20 cm Höhe, sie reicht beiderseits 20 cm in die
Bankette hinein. Nach der Abwälzung wurde die Packlage mit Grobschlag
ausgeglichen und dann zur Herstellung des genauen Profils mit einer auf das
Mindestmaß beschränkten Kleinschlagschicht überdeckt, die festgewalzt, aber
nicht geschlämmt wurde. Grobschlag- und Kleinschlagdecke sind zusammen etwa
12 cm dick. Wegen der noch zu erwartenden Setzungen ist die eigentliche
Fahrbahnbefestigung nur behelfsmäßig. Sie besteht aus einer 5 cm starken
Teerschotterdecke mit 110 kg Teerschotter und 30 kg Teersplitt je
Quadratmeter. Die beiderseitigen Bankette wurden mit einer Schaumlavaschicht
und einer dünnen Teersplittschicht leicht befestigt, damit Kraftwagen darauf
aufgestellt werden können. Nur die äußersten 25 cm der Bankette blieben
unbefestigt und tragen grünen Rasen. Die beiden Fahrbahnen, die infolge der
Art ihrer Befestigung grauschwarz erscheinen, sind in der Mitte durch einen
breiten weißen Streifen getrennt. Auch die beiden Bankette sind weiß, so daß
die Fahrbahnen sich klar abheben. Die äußeren Grenzen des Straßenkörpers
sind durch weiß-rote Richtungssteine gekennzeichnet, die in 50 bis 60 m
Abstand aufgestellt sind. Die Straße soll für den Nachtverkehr noch eine
künstliche Beleuchtung erhalten, damit die Kraftwagen ohne Scheinwerfer
fahren können. Die zweckmäßigste Art der Beleuchtung wird zur Zeit noch
ausgeprobt. Die neue Straße wird von keiner anderen Straße in gleicher Ebene
gekreuzt. Alle kreuzenden Straßen und Wege sind unter- oder überführt. Da
gleichzeitig mit dem Bau in allen berührten Gemarkungen das
Zusammenlegungsverfahren anhängig war, konnte die Kreuzung durch Feldwege
auf ein Mindestmaß eingeschränkt werden, ohne daß die Interessen der
Landwirtschaft beeinträchtigt wurden. Das erleichterte auch den Grunderwerb
ganz wesentlich. Im ganzen sind dreißig Kreuzungsbauwerke erforderlich
geworden. Sie wurden alle aus Eisenbeton nach fünf verschiedenen statischen
Systemen erbaut. Je nach Wegebreite und Kreuzungswinkel sind es einfache
Platten, Balken, Balken auf vier Stützen, eingespannte Rahmen,
Dreigelenkbogen und eingespannte Bogen. Soweit die Straße im Gelände oder im
Auftrag liegt, erhielt sie beiderseits 1,50 m breite Gräben zur Verhütung
jeglichen Querverkehrs. Die hohen Böschungen sollen evtl. noch mit
elastischen Schutzsteinen versehen werden. Die Auffahrt auf die neue Straße
ist zwischen Köln und Bonn nur an einer Stelle möglich, und zwar etwa in der
Mitte der Strecke, dort, wo die Provinzialstraße Brühl-Wesseling durch eine
Brücke unterführt wird. Diese Auffahrt ist mit Hilfe von Rampen in
Verbindung mit dem Kreuzungsbauwerk in mustergültiger Weise so angelegt, daß
die auf- und abfahrenden Wagen keine Fahrbahn kreuzen können. Der Anschluß
an die vorhandenen Straßennetze an beiden Enden in Köln und Bonn erfolgt mit
Hilfe von Verteilerkreisen. 10 m breite Fahrbahnen sind um eine kreisrunde
Rasenfläche von 100 m Durchmesser geführt. Alle Nebenstraßen schließen sich
radial an. Die Baukosten der 20 km langen Straße belaufen sich auf 8,0 Mill.
RM. Die Ausführung erfolgte als große Notstandsarbeit. Quellenhinweise: |
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| zuletzt geändert: 17.02.2003
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