Großbauten in den Alpen


Die Alpen sind das besterschlossene Gebirge der Welt. Zwar mag es mittlerweile woanders schon längere Tunnels und höhere Brücken geben, doch nirgendwo auf der Erde finden sich verkehrstechnische Großbauten in solcher Anzahl und Dichte wie hier.
Links zu Brücken-Websites gibt es unter
http://home.no.net/lotsberg/link_10.html#Why not
A27 Venedig - Belluno (Italien)
Einer der beeindruckendsten Autobahnabschnitte Europas ist das 25 km lange Stück der A27 (Venedig - Belluno - "Alemagna)" zwischen den Anschlussstellen Vittório Veneto Sud und Cadola. Kernstück ist das rund 3,5 km lange Viadotto Fadalto - vielleicht die spektakulärste Brücke Europas.
Wenige Kilometer südlich des Viadotto Fadalto: Blick vom 2.100 m langen Viadotto San Floriano nach Süden. Im Hintergrund rechts die Anschlussstelle Vittório Veneto Nord, dahinter das 910 m lange Viadotto Alemagna. Danach beginnt der Monte Monte-Baldo-Tunnel (Länge 1.845 m).
Das Viadotto Fadalto bildet eine Rampe, um eine Höhenstufe am Talschluss zu überwinden. Die beiden Richtungsfahrbahnen verlaufen dabei nach oben hin fast 1 km auseinander und münden direkt in Tunnels (Brückenlänge 3.485 m Richtung Nord, 3.567 m Richtung Süd, Fadalto-Tunnel 1.016 m lang).
 
A10 Tauernautobahn (Österreich)

Die Hangbrücke Rauchenkatsch (Länge 1.702 m, max. Pfeilerhöhe 55 m, 29 Felder), gesehen von Österreichs längster Brücke - Kremsbrücke/Pressingberg (Länge 2.607 m, max. Pfeilerhöhe 84 m, 49 Felder).

 

Österreichs längste Brücke mit 2.607 m steht im Liesertal bei Kremsbrücke in Kärnten. Die A10/Tauernautobahn musste hier in den steilen Hang gebaut werden. Diese Brücke besteht eigentlich aus 3 Einzelbauwerken, die zusammengebaut wurden. Der Talübergang Kremsbrücke verläuft etwa 130 m über dem Talgrund. Beidseitig wurden lange Hangbrücken angebaut. Die Brücke hat insgesamt 49 Felder und wurde 1978-80 errichtet.
 
A2 Südautobahn (Österreich)
Die längste und zweithöchste Talbrücke Österreichs überspannt das Lavanttal im Osten Kärntens. Der 1079 m lange Talübergang Lavant - im Volksmund auch Twimbergbrücke genannt - wurde 1986 fertiggestellt und trägt eine Richtungsfahrbahn der A2. Die zweite gleiche Brücke für die talwärts führende Richtungsfahrbahn wird bis 2007 errichtet. Im Juni 2004 war offiziell Baubeginn.
Einen Plan sehen sie hier.

Bildquelle: Broschüre des Bautenministeriums "Der Talübergang Lavant", 1984
 
A13 Brennerautobahn (Österreich)
Einen Plan der Europabrücke sehen Sie hier.

Die zwischen 1963 und 1971 in Betrieb genommene Brennerautobahn ist die erste alpenquerende Autobahnverbindung und bis heute die meistfrequentierte Alpenstraße. Auf österreichischer Seite gibt es 2 Großbauwerke: Die Europabrücke ist mit einer Höhe über Grund von 190 m noch immer die höchste Brücke Europas. Bei ihrem Bau 1959-63 konnte sie noch mit einigen anderen Superlativen aufwarten. Die Luegbrücke kurz vor der Passhöhe war lange Zeit mit 1.837 m das längste Brückenbauwerke in Österreich und wird heute nur von der Brücke Kremsbrücke/Pressingberg der Tauernautobahn, der Donaubrücke Hainburg und der Hochstraße St. Marx in Wien übertroffen.
Bildquelle: Baudokumentation "Die Brennerautobahn. Die erste alpenüberquerende Vollautobahn", 1972
S6 Semmeringschnellstraße (Österreich)
Das letzte große Brückenbauwerk in den österreichischen Alpen ist die Brücke der S6 bei Schottwien, kurz vor der Semmering-Passhöhe. Der Talübergang ist 632 m lang und 130 m hoch. Mit einer maximalen Spannweite von 250 m zählt er zu den Rekordhaltern bei Beton-Balkenbrücken. Die Eröffnung erfolgte 1989.
 
N205 (A40) Zufahrt nach Chamonix (Frankreich)
Das VIADUC DU FAYET-CHEDDES (auch Viaduc de Egratz genannte) wurde 1981 errichtet. Die 2.277 m lange und 80 m über Grund verlaufende Brücke (höchster Pfeiler 65 m) befindet sich am Ende der A40 (Beginn der N205; Zufahrt nach Chamonix und zum Mont-Blanc-Tunnel). Über die Brücke verläuft nur die bergwärts führende Fahrbahn, während für die talwärts führende Fahrbahn die alte Nationalstraße genutzt wird.
 
Zu den zahlreichen Tunnelbauten gibt es umfangreiche Informationen unter http://home.no.net/lotsberg/.

zuletzt geändert: 23.08.2004


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