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Die Schwierigkeiten unserer Zeit, die Gefahren,
die uns drohen und die wirklich zustande kommen könnten,
rühren zu einem großen Teil daher, daß die meisten
unserer Zeitgenossen daran sind, eine wesentliche Tugend zu verlieren,
nämlich die Bewunderung. Sie sind gleichgültig, regungslos,
erstarrt, sie haben nichts mehr zu entdecken, weder in ihnen noch
in dem Leben , das sie umgibt. Das ist ein schreckliches Unglück,
das ist ein trauriger Zustand. Die Welt ist voller verwöhnter
Kinder, die all das Spielzeug, das man ihnen in großzügiger
Weise schenkt, ohne es auch nur anzuschauen, wütend zerstören.Ohne
Bewunderung ist keine Liebe möglich. Ohne Bewunderung ist
kein spirituelles Leben möglich. Ohne Bewunderung ist kein
Leben möglich. Die Bewunderung ist der unentbehrliche Sauerstoff
für das Atmen der Seele.
Die staunenden Augen ganz kleiner Kinder, die die Welt entdecken,
sind das Modell, das wir in den vergessenen Archiven unserer geistigen
Infrastruktur wiederentdecken müssen. Alle Texte sagen uns
das, im Zen wie in den Evangelien. Wenn wir nicht akzeptieren,
wieder wie Kinder zu werden, sind wir unwiderruflich zum Tode
verurteilt: dem Tod von Körper und Geist in ihrer Getrenntheit
und dem Tod des Universums, das wir zu zerstören schon imstande
sind.
Aber wenn wir es verstehen, einen Augenblick am Rande des Weges
stehenzubleiben, gerade die Zeit, um eine Landschaft zu bewundern,
die sich uns darbietet, einen Sonnenuntergang, das Lächeln
eines Kindes, der Blick einer geliebten Frau, dann kann sich alles
noch ändern, dann kann alles noch zu neuen Hoffnungen aufbrechen,
zu neuen Verwirklichungen, zu einer tiefen Umwandlung unserer
Seelen, zu einem neugestalteten Aufblühen des Universums.
Um diese Fähigkeit zur Bewunderung wiederzufinden müssen
wir zuerst die Demut des Herzens wiederfinden. Wir müssen
die Schönheit und den tiefen Wert der einfachen Dinge wiedererlernen.
Durch die Praxis müssen wir, trotz der Schwierigkeiten, die
durch das Alter dazukommen, die Möglichkeiten unseres Körpers
und die Kräfte unserer Atmung wiederentdecken. Ohne irgendeine
Suche nach Profit müssen wir uns allmählich den Geisteszustand
aneignen , der für unser Überleben unentbehrlich ist.
Im Augenblick, in dem wir uns das am wenigsten erwarten, wird
sich dann vor unseren staunenden Augen eine neue Welt eröffnen,
ein endloses Land, das wir mit dem unermeßlichen Blick unserer
wiedergefundenen Kinderaugen immer wieder bewundern, bewahren
und preisen werden. Manchmal sagt man zu diesem Ereignis Erleuchtung.
Es ist ganz einfach die Rückkehr zu einer natürlichen
Sicht unseres Platzes im Universum. Es ist ein endgültiges
Bewußtwerden der endlosen Bewunderung, die wir ihm schulden.
In dieser neuen Sicht einer bewundernswerten Welt werden wir die
Energie finden, die sie vor den Gefahren, die man ihr vorhersagt,
bewahren wird.
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