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Dogen, der das Zen in Japan im XIII. Jahrhundert einführte
und entwickelte, sagte: "Ihr müßt die Kehrtwendung
erlernen, die Euer Licht nach innen richten wird, um Eure wahre
Natur zu erleuchten...". Um welches Licht geht es ? Jenes,
das Meister Eckhart, ungefähr zur gleichen Zeit wie Dogen
als "Fünkelein der Seele", als "kleines Licht,
kleinen Funken der Seele" bezeichnete. Es ist kein mächtiger
Scheinwerfer, sowie jene, die die Unternehmungen der Medien im
Übermaß aufleuchten lassen. Es ist ein kleines Licht,
bescheiden, fast unsichtbar, wenn man nicht ganz aufmerksam ist,
das die Japaner "kokoro no tomoshibi" bezeichnen, was
genau den Sinn der Redewendung Meister Eckharts oder Dogens wiedergibt.
Wir haben es alle in uns, aber es ist nicht immer sichtbar. Es
erscheint uns nur unter ganz besonderen Umständen, wenn wir
bereit sind, einen Augenblick unsere gewöhnlichen Beschäftigungen
zu unterbrechen, wenn wir bereit sind, uns von den äußeren
Geschäftigkeiten nicht erfassen zu lassen, wenn wir uns entschlossen
haben, in uns zurückzukehren, um herauszufinden, wirklich
zu erfahren, wer wir sind. Man muß den Mut haben, für
eine Zeit die Welt des Habens zu verlassen, um endlich in die
Welt des Seins einzutauchen, die wir nie verlassen sollten. Ja,
es ist wahr, daß Mut dazugehört, um all diese Bilder
aus den Medien, die uns überschwemmen, beiseite zu lassen.
Die Menschen unserer Zeit können auf diese Bilder nicht mehr
verzichten. Das geringste Versagen der Empfangsgeräte wird
von ihnen als großes Leiden erlebt.
Ingen-Zenji, ein anderer Zenmeister, der im XVII. Jahrhundert
der Vorgänger meines eigenen Meisters war, der gleiche, der
mir diesen Nyoibo übertragen hat, sowie es vor ihm seine
Meister getan hatten, und den ich heute wiederum übertragen
habe, hat gesagt: "Man muß den Mut haben, in die gefährlichen
Wellen, die die Menschen in Schrecken versetzen, einzutauchen,
um den außergewöhnlichen Fisch zu finden." Wie
das sehr feine Licht dieser phosphoreszierenden Fische der Südmeere
verlangt uns unser inneres Licht eine besondere Anstrengung ab,
um sich zu offenbaren. Und diesen Mut kann niemand an unserer
Stelle haben: Wir müssen das Eintauchen lernen, wir müssen
lernen, selbst die vollständige Kehrtwendung zu verwirklichen,
die vollkommene Richtungsänderung, das Eintauchen in die
Tiefen. "Ihr müßt die Praxis, die auf einem intellektuellem,
buchstäblichen und wortgetreuen Verständnis beruht,
aufgeben", sagt Dogen weiters.
Wenn die Kehrtwendung vollzogen ist, wenn unser Licht nach innen
gerichtet ist, schließt Dogen, dann "treten Körper
und Geist von selbst in den Hintergrund, und Euer ursprüngliches
Gesicht wird zum Vorschein kommen". So ist unsere Praxis.
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